BDSM-Geschichten und andere erotische Texte und Literatur

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Lady Di hauen

von Mai

Leselupe

„Was willst du denn? Was soll ich machen, Schatz?“, fragte sie gewohnt dienstbeflissen.

„Muss ich immer was wollen wollen?“

„Hä? Das ist doch unser Ding. Du willst, ich machs.“

„Ich will mich aber auch mal nur gewollt fühlen und nichts machen.“

Der Satz drückte Bedürftigkeit aus. Sie war bestürzt. Denn Bedürftigkeit war in ihrem Wertesystem eng an den Ekel geschmiegt. Erwartungsvoll sah er sie an. Sein selbstgerechtes Lümmeln veränderte sich merklich. Die Knie wanderten zusammen, er setzte sich aufrechter aufs Sofa, senkte den Kopf und setzte einen Lady-Di-Blick auf. So von unten nach oben.

„Hör auf, mich so treudoof anzuglotzen!“, kreischte sie und klatschte ihm ein Sofakissen ins Gesicht.

„Das ist ein guter Anfang, ja, zeigs mir.“

„Du bist ein Arsch, jetzt hör doch auf mit dem Scheiß!“ Wütend hockte sie sich auf seinen Schoß und fing an, ihm unbeholfen auf den Brustkorb zu hauen. So kleine Mädchenschläge, ein bisschen hysterisch und ungezielt. Er ließ sie gewähren und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

„Jetzt hör aber auf zu lachen. Du musst mich schon ernst nehmen.“

„Wie soll ich so`n Gehampel ernst nehmen?“, fragte er lachend.

Sie fühlte sich in der Schwebe. Spürte die Erwartung, die in der Luft hing, ihre Ahnungslosigkeit, wie es weiter gehen sollte, ein bisschen Wut und den Wunsch, es ihm recht zu machen.

Sie gab sich einen Ruck.

„Auf den Boden.“

„Was?“

„Du hast mich schon verstanden.“ Entschlossen packte sie sein Haar und zog ihn mit einem Ruck vom Sofa. Erschreckt von der eigenen Courage sah sie auf ihn runter. Er rieb sich das Steißbein und verbiss sich offensichtlich das Jammern. Tapfer. Er war tapfer. Das ärgerte sie. Ob sie mit dem Fuß, oder war das zu viel? Nichts da, er hat es so gewollt. Hausschuhe. Verdammt, nein, Hausschuhe waren jetzt natürlich voll unsexy. Linkisch streifte sie die Pantoffeln von den Füßen und legte ihren rechten auf seine Brust. Drückte ihn langsam mit ihrem Gewicht flach auf den Boden und setzte sich auf seinen Solarplexus. Nicht achtsam und auf Fliegengewicht bedacht, sondern entschieden und resolut.

Sie schaute in sein Gesicht. In die Augen. Das fiel ihr sehr schwer. Den neuen Gesichtsausdruck konnte sie kaum ertragen. Deshalb legte sie ihren Finger auf seine Nase und drückte sie runter. Er sah dämlich aus. Um den Eindruck noch zu verstärken, fuhr sie mit den Daumen in seine Mundwinkel, bog sie bis zur Unkenntlichkeit nach oben und die Nase nach unten.

„Du siehst aus wie ein Vollidiot.“

„Hey!“

„Hey, hey“, äffte sie ihn nach, „du hast hier nichts mehr zu heyen.“

Langsam hatte sie Blut geleckt und kniete sich auf seine Oberarme. Wippte genüsslich vor und zurück, spürte Muskeln, Sehnen und Knochen unter ihren Kniescheiben ploppen. Er ächzte unterdrückt. Sie wollte ihn jammern hören und wieder nicht. Er sollte tapfer sein und sich nicht anstellen wie ein Mädchen, aber gleichzeitig erkannte sie erschreckt, Schmerzen erzeugen zu wollen, um sein Leid zu hören. Sie nahm sein Ohr und zog es lang. Nichts. Dann drehte sie es langsam und ein kehliges Wehklagen bahnte sich seinen Weg.

Der Ton erregte sie. Immer wieder zwirbelte sie sein Ohr. Streckte dabei den Unterleib vor und rieb ihr Schambein an seinem Kinn.

„So, mein kleiner Jammerlappen, dann wollen wir mal sehen, wie es um deine Nehmerqualitäten bestellt ist.“ Am Ohrläppchen gezogen kroch er hinter ihr her.

Nun kam die größte Herausforderung des Abends, sie öffnete die Schiebetüre seines Schranks. Verdammt noch mal, sie fühlte sich wie ein junges Ding, dass nach dem Auszug aus dem Elternhaus das erste Mal im Baumarkt steht, um sich Werkzeug zum Renovieren zu kaufen. Keine Ahnung, keinen Plan. Sie fing an, in seiner peniblen Ordnung zu kramen. Sein leidlich unterdrücktes Stöhnen machte das Problem nicht kleiner.

„Von dir will ich jetzt keinen Ton mehr hören, stell dich in die Ecke, Gesicht zur Wand und halte den Mund!“

„Bring mir nicht alles durcheinander... Bitte.“

„Pscht.“

Sie versuchte, systematisch vorzugehen. Halsband, so ein Dingsbums aus Metall zu schrauben, Karabinerhaken? Egal. Tape. Auf keinen Fall mochte sie sich mit irgendwelchen Fesseleien lächerlich machen. Viel wichtiger, Schlagwerkzeuge. Alle.

„So, mein Freund. Dann lass uns mal improvisieren.“ Halsband anlegen war nicht so schwer, das letzte Loch passte leidlich. „Arme auf den Rücken.“

„Du musst...“

„Ahahah, nichts da, ich mach das heute.“

„Aber die Blutzirkulation, die Nervenstränge!“

War das nicht wunderbar? Sie konnte ihm einfach den Mund zukleben. Dabei drückte sie aufreizend ihre Brüste gegen seinen Rücken. Er atmete geräuschvoll durch die Nase aus. Kühl überprüfte sie kurz seine Erektion. Und schraubte ihn am Hals an einen Haken an die Wand. Der war auf ihrer Halshöhe angebracht. Pech.

„Ich weiß ja leider überhaupt nicht, wie man das Zeug benutzt. Mit was fange ich an?“, spielerisch fuhr sie mit den Fingern über die Schmerzbereiter.

„Das?“

Er schaute verzweifelt.

„Das?“

Erst als sie liebkosend über den Rohrstock fuhr, kamen knebelige Laute aus seiner Richtung.

„Ah, die Wahl ist getroffen, schön, den mag ich auch.“ Sie drehte seinen Po ins Rauminnere und zog Hose und Unterhose an die Knöchel, streichelte ihn liebevoll. Holte aus und bemaß ihren allerersten Hieb. Der Rückschlag und auch der Schreck, ihren Allerliebsten geschlagen zu haben, riss ihr den Stock aus der Hand.

"Mämfingmer", brummte er durch das Tape.

"Ich kann dich so schlecht verstehen?"

"Mamämer."

Nun wurde es ihr doch etwas unheimlich, vielleicht seine Bandscheibe? Sie zerrte kurz das Klebeband ab.

„Anfänger...“

„Okay, mein Goldschatz, das war mutig, ach was, das war vermessen. Noch mal unterbrichst du mich nicht wegen einer Nichtigkeit, sonst schläfst du heute Nacht im Keller.“

Sie lernte schnell. Schlug ihn auf den Po, auf die Schenkel, auf den Rücken, auf die Stelle, wo alle Sadomasochisten fälschlicherweise die Nieren vermuten, schlug und schlug. Bis er brüllte, bis seine Rückseite gestreift war wie ein Zebra. Bis sie nicht mehr konnte und wollte.

Dann nahm sie ihn behutsam von der Wand, suchte eine Schere und schnitt ihn frei. Führte ihn ans Bett, streichelte und küsste die Wülste.

„Schatz?“, fragte sie vorsichtig.

„Ja?“

„Könntest du mich jetzt bitte normal ficken?“

„Du meinst brutal?“

„Ja, brutal.“

 

 

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

11.03.2017 um 09:15 Uhr

Tatsächlich ist es so nachvollziehbar das sie bei dem treudoof Blick sauer wird - ich könnte da auch böse werden.

Eine wirklich gute prägnante Geschichte!

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Auch die kleinen Dinge im Leben möchten gesehen werden!

hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

09.03.2017 um 21:57 Uhr

Bedürftigkeit hat eben viele Facetten.

Ich habe hier nicht die Bedürftigkeit beispielsweise eines Kindes oder eines Menschen in Not gesehen, sondern eher so eine Jetzt-will-ich-auch-mal-Bedürftigkeit mit Tendenz zum Gejammer.

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

Gregor

Autor.

09.03.2017 um 20:50 Uhr

Was war denn das?

Zitat: "Bedürftigkeit war in ihrem Wertesystem eng an den Ekel geschmiegt."

Cool. Woher kommt ihr kecker Anspruch? Basiert er auf einer Leistung von ihr?

Was bildet sie sich ein? Wer ist denn hier bedürftig? Sie soll gefälligst leisten, sich was verdienen!

Unabhängig davon, schöner, klarer, scharfer Text.

hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

08.03.2017 um 20:49 Uhr

Ich wusste nicht, dass das der Lady-Di-Blick ist. Aber dieser Gesichtsausdruck so von unten herauf würde, müsste ich ihn bei meinem Eheherrn ertragen, auch in mir Aggressionen auslösen.

Man muss aber nicht alles nachvollziehen können. Wie so oft habe ich mich hier einfach am Text erfreut, der erfrischend unkompliziert daherkommt und, auch wenn es nicht gewollt ist, manches über die Beziehung verrät. Freilich nichts, womit ich nicht leben könnte.

Den Bezug zwischen Bedürftigkeit und Ekel kann ich irgendwo auch nachvollziehen, wobei ich Ekel durch Unbehagen ersetzen würde und zudem meine, dass das hier auch situationsbezogen ist.

Sprachlich ist der Text richtig gut, ich sehe die vielbeschworene Einheit von Inhalt und Form.

Danke für Spaß am Spiel

hanne

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

19.09.2016 um 20:24 Uhr

Die Geschichte hat mir wegen der plumpen Sprache leider nicht so gefallen.

Viele Grüße

thea

Signatur

Huch, wieder was gesagt!

lightshadow

Autorin.

17.08.2016 um 00:54 Uhr

Liebe Mai,

auch diese Geschichte haut dieses Mal bei mir als DS´lerin nicht daneben.

Ich überlasse die Interpretationen anderen und lache und fühle mich, ja durchaus, auch ein bisschen gebrainfucked - danke schön dafür.

Einen lieben Gruß

lightshadow

08.08.2016 um 23:34 Uhr

Schöne Geschichte zum Thema Rollentausch und für jeden Nicht Switcher gut nachvollziehbar. Der Wunsch zum Tausch ist nachvollziehbar und der Wunsch zurück ebenso.

08.08.2016 um 19:34 Uhr

Sehr direkter, knapper Text. Gut zu lesen, wenn man nur wenig Zeit hat. Die Sprache ist ein wenig vulgär, ist so gewollt - denke ich - und passt zur Situation. Die Schlagszene könnte etwas länger dargestellt werden. Aber insgesamt gelungen. 

Kurz und gut.

Signatur

Schöne Grüße, Alex

Patrizier

Autor.

05.08.2016 um 09:58 Uhr

Ja, mit dem interpretieren ist das so eine Sache. Ich habe mir die Metaphernsuche verkniffen, den Text gerne genommen wie er ist, genossen und herzhaft darüber gelacht. Humor und Satire im BDSM Kontext scheinen eine Gratwanderung zu sein, wobei es ja immer wieder böse Leute gibt, die behaupten SMer lachten nicht oder gingen hilfweise wenigstens in den Keller, wenn sie es tun.

Für mich eine großartige Geschichte, voll aus dem (S/M)-Leben.

Signatur

Freundliche Höflichkeit und Dominanz schließen einander nicht aus, aber von mir aus kann jeder machen, was ich will!

poet

Autor.

15.07.2016 um 15:11 Uhr

Dieser Rollenwechsel ist ein Fake: Der gute Herr ist schon zu Beginn ein Jammerläppchen: "Ich will mich nur gewollt fühlen und nix machen" - und auch ihre so schnell aufkeimende pure Freude am Versohlen ist zu wenig motiviert. Das ist mir zu ruck-zuck, ich kann mich in keine Figur hineinversetzen. Nicht böse sein, ist halt so, gibt ja genug bessere Kommentare!

Signatur

poet

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