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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

Autor der Woche vom 08.08.2022 bis zum 14.08.2022

Wenn schon die Geschichten, Gedichte und anderen Texte der Autorinnen und Autoren der Schattenzeilen interessant sind, um wie viel mehr müssen dann die Menschen faszinieren, die ihre Fantasien, Träume und Erlebnisse - ihr BDSM - so lebendig zu Papier bringen?

Meister Y

Meister Y

Wir stellen dir in dieser Woche Meister Y vor. Mit Meister Y haben wir ein Interview geführt. Im Anschluss findest du alle Veröffentlichungen von Meister Y auf den Schattenzeilen.

In welcher Stadt oder welchem Ort wohnst du? Was gefällt dir dort besonders?

 

In einer Kleinstadt, die mit ihrer historischen Altstadt zum Weltkulturerbe Montanregion Erzgebirge / Krušnohoří gehört. Zu dieser Altstadt gehört übrigens auch mein Profilbild.

Ich bin hier daheim, hier geboren, aufgewachsen und tief verwurzelt. Die Menschen hier sind besonders, lieben und leben ihre Traditionen wie kaum in einer anderen Gegend Deutschlands. Das spürt man, das lebt man. Zudem kann ich ja augenzwinkernd sagen, dass ich dort wohne, wo Andere Urlaub machen.

 

Was machst du am liebsten in deiner Freizeit?

 

Das, wozu ich nicht so oft komme wie ich gern würde, Bergwandern.

 

Gibt es einen Traumort, an dem du gern wandern gehen würdest?

 

Unrealistisch geträumt würde ich spontan Patagonien sagen. Real betrachtet wäre es eine Alpenüberquerung zu Fuß.

 

Wer sollte dich auf deinen Reisen begleiten oder bist du eher der einsame Wanderer?

 

Ich kann beides und gerade, wenn es gilt, den Kopf freizubekommen, bin ich gern auch mal allein unterwegs. Auf eine größere Tour gehe ich generell nur in einer Gruppe. Gut ist, wenn man sich kennt, wenn man weiß, was der/die Andere kann. Geht man in der Gruppe, gibt es mehr Sicherheit, man kann Gespräche suchen und sich gegebenenfalls helfen. Wohl fühle ich mich besonders, wenn ein Bergführer oder eine Bergführerin dabei ist.

 

Seit wann weißt du von deiner Neigung?

 

Bei der Frage muss ich ein bisschen ausholen. Dass Dominanz mein Leben prägt, ist mir schon lange bewusst. Quasi schon seit meiner Kindheit. Das hat dazu geführt, dass ich immer wieder, sozusagen selbstverständlich, Führungspositionen eingenommen habe. Dass diese Dominanz meine Sexualität prägt, weiß ich seit ca. zehn Jahren.

 

Wie bist du zu dieser Erkenntnis gekommen?

 

Es war tatsächlich eine Frau, die mir gezeigt und bewusst gemacht hat, dass D/S nichts „Schlechtes, Falsches, etwas aus der gehört-sich-nicht-Ecke“ ist. Eine Frau, die mir gezeigt hat, wie erfüllend Dominanz und Hingabe sein kann. Die mein Leben verändert, ja bereichert hat. Ich bin heute noch traurig darüber, dass wir es auf Dauer nicht hinbekommen haben.

 

Was bedeutet für dich Dominanz?

 

Ich antworte jetzt mal im Neigungskontext. Wahrscheinlich klingt es ein bisschen nach Klischee oder Pathos, aber zuallererst, dass Subs Wohl an oberster Stelle steht. Wer sich mir hingibt, bekommt dafür absolute Verlässlichkeit, kann mir vertrauen und erlebt, dass es sich lohnt, die Sub an meiner Seite zu sein. Ich gebe gern zu, dass ich Hierarchie mag, dass ich als klassischer D/Sler mehr Kraft aus einem Machtverhältnis als aus Schmerz u.ä. ziehe.

 

Kannst du deine Neigung ausleben?

 

Ausleben hat ja immer etwas damit zu tun, welche Erwartungshaltung man sich selbst gegenüber einnimmt. So gesehen kann ich die Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten.

 

Da drängt sich die Frage auf, welche Erwartungshaltung du dir selbst gegenüber einnimmst?

 

Ich schließe gleich oben an und sage zuerst, dass Sub mir wichtig ist. Ich liebe es, zu formen, anzuleiten, gegebenenfalls, sofern es gewünscht ist, zu verändern. Das können genauso große Schritte wie Kleinigkeiten sein. So etwas fordert mich heraus und dann erwarte ich von mir, dass wir so etwas gemeinsam realisieren können.

Welche Erwartungen hast du umgekehrt an deine Sub?

 

Na ja, zuallererst muss sie es mit mir aushalten....

Nein, mal im Ernst, sie muss sich bewusst und völlig freiwillig mir und meinen Regeln hingeben. Deswegen geht es auch nie schnell, sondern bedarf vieler, vieler Gespräche, langen Auslotens, damit klar ist, was ich erwarte und was sie will.

Es gibt natürlich auch lapidare Dinge, wie das Alter, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.

 

Du sagtest vorhin, du würdest Kraft aus einem Machtverhältnis herausziehen. BDSM geht für dich also über die sexuelle Komponente hinaus?

 

Die sexuelle Komponente definiert ja jeder anders, aber wenn wir es auf den Akt, wie auch immer der ausschaut, beschränken, dann geht es deutlich über die sexuelle Komponente hinaus. Das heißt z.B., dass es ständig geltende Kleiderregeln für Sub gibt, die ich nicht diskutiere, dass ich in ihr Leben eingreife u. a. Dies betrifft niemals berufliche Belange, das Leben an sich aber schon.

 

Lassen wir mal den Alltag beiseite. Wenn es keine äußeren Einflüsse gebe, wie sähe dann dein BDSM-Leben im Idealfall aus?

 

Im Idealfall ist es natürlich toll, wenn man den Alltag hinter sich lassen, Zeit für sich und füreinander haben kann. Das würde natürlich auch mein BDSM-Leben beeinflussen, weil es intensiver sein könnte. Da Alltag und D/S für mich aber nichts Gegensätzliches sind, ist das, was ich lebe, immer nahe an dem, was es in den wenigen Tagen ohne Alltag geben würde und gibt.

 

Wie entstehen deine Geschichten? Schreibst du eher spontan oder planst du jeden Geschichtenverlauf im Voraus?

 

Ich plane nicht. Ich schreibe spontan, wenn ich eine Idee habe und dann meist schnell und konzentriert.

Inwiefern fließen bei dir auch reale Erlebnisse in deine Geschichten ein?

 

Na ja, die meisten meiner Geschichten und viele Beiträge in Schreibübungen usw. drehen sich ja um vier Hauptpersonen. Da geht es eher um D/S in Alltagssituationen und klar, da gibt es schon auch Dinge, die vorher real passiert sind.

 

Schreibst du auch Geschichten außerhalb des BDSM-Kontextes?

 

Extrem selten. Schreiben nimmt einen Großteil meines Berufes ein, zudem beschäftige ich mich nebenbei intensiv mit einem bestimmten Bereich der Geschichte meiner Heimat. In diesem Zusammenhang schreibe ich gelegentlich Artikel für Fachveröffentlichungen. Schreiben im BDSM-Kontext hingegen gehört eher zum Entspannen.

 

Du gehörst auch zu den eifrigsten Geschichtenkommentierern auf den Schattenzeilen. Hier fällst du dadurch auf, dass du in den allermeisten Fällen sehr wohlwollende Kommentare formulierst. Aber welche Art Geschichten sprechen dich am meisten an? Was macht für dich eine gute Geschichte aus?

 

Danke für das Lob! Bevor ich auf die eigentliche Frage antworte, es stimmt, dass ich oft wohlwollend kommentiere. Das heißt nicht, dass ich nicht auch kritische Kommentare abgebe. Aber, bis auf die wenigen professionellen Schreiberinnen und Schreiber auf den Schattenzeilen, sind wir alle Amateure, die sich trauen, Texte zu veröffentlichen. Dazu gehört Mut, das ist nichts Selbstverständliches und deswegen kommentiere ich meist wohlwollend. Das spornt mehr an, als zerrissen zu werden.

 

Gute Geschichten sind für mich welche, in denen es eine wirkliche Handlung gibt. Alltag, eine nachvollziehbare Handlung, verbunden mit spürbarem Gefühl gefallen mir deutlich besser als vermeintliches Hochglanz-BDSM. Da ist mir dann die Konstellation nicht ganz so wichtig.

 

Warum hast du die Schattenzeilen als Plattform gewählt? Was gefällt dir hier - und was nicht?

 

Zuallererst und deswegen die Schattenzeilen, weil es hier, anders als in anderen BDSM-Communitys, meist nicht schnelllebig, sondern eher beschaulich, tiefgründig und fundiert zugeht. Auch, weil die Geschichten, die hier veröffentlicht wurden und werden, oft wirklich Geschichten mit Tiefgang sind, bei den man merkt, dass sie mit Leidenschaft geschrieben wurden. Auch die Diskussionen, die sich ab und an entwickeln, sind meist nicht oberflächlich, sondern ernst gemeint. Besonders ist für mich, dass ich hier auch Menschen gefunden habe, mit denen ich inzwischen tief verbunden bin, weit über die gemeinsame Neigung hinaus.

 

Was mir weniger gefällt ist, dass ab und zu neue User auftauchen, bei denen man das Gefühl hat, dass sie tatsächlich zu uns gehören wollen. Die Diskussionen anschieben, Fragen stellen und dann genauso schnell verschwinden, wie sie gekommen sind.

 

Auf alle Fälle wünsche ich mir, dass es die Schattenzeilen noch lange, lange Zeit gibt. Dass wir alle hier weiter die Chance haben, uns in dieser besonderen BDSM-Community wohlzufühlen. Deshalb auch hier noch mal mein Dank an Dich und Jona für Eure Arbeit. Für die Freizeit, die ihr investiert und an all die, die durch ihre Beteiligung die Schattenzeilen zu dem machen, was sie sind.

 

Vielen Dank für das angenehme Interview.

Die Urheberrechte dieses Interviews liegen bei $weeklyauthor_name. Eine weitere Veröffentlichung oder Verwendung darf nur nach persönlicher Zustimmung und unter Nennung der Veröffentlichung des Interviews auf den Schattenzeilen erfolgen.

 

Alle Veröffentlichungen von Meister Y:

Autoreninterview

von Meister Y

Meister Y wohnt im Erzgebirge, würde die Alpen gern zu Fuß überqueren und schreibt seine Geschichten spontan, wenn er eine passende Idee findet. Auch über seine Vorstellungen über BDSM erzählt er in diesem Interview.

Veröffentlicht am 08.01.2022 in der Rubrik Gefragt.

66 Leser, 18 Bewertungen.

Durchschnitt: 1.111

In der Weihnachtsbäckerei

von Katika und Meister Y

Mit Fingerspitzen zog Britta das alte Rezeptbuch ihrer Großmutter aus dem Schrank. Sie blätterte kurz und reichte es dann aufgeschlagen ihrem Mann. Was kann es in der Adventszeit Schöneres geben, als gemeinsam zu backen und den Duft der Weihnachtsbäckerei zu genießen?

Veröffentlicht am 24.12.2021 in der Rubrik Kreativecke.

20 Leser, 9 Bewertungen.

Durchschnitt: 1.777

Geträumt?

von Meister Y

Was suchen Karla und Uwe in der Nacht vor Heiligabend oben im Wald? Weshalb sitzen sie auf dem Anstand und schauen über die Lichtung?

Veröffentlicht am 24.12.2021 in der Rubrik BDSM.

37 Leser, 10 Bewertungen.

Durchschnitt: 1.500

Hinter den sieben Bergen

von Meister Y und Katika

Karlas Hilferufe verhallten ungehört in der Tiefe des Berges. Sie ahnte, dass ihr niemand zu Hilfe kommen würde. Dann nahte Unterstützung, die Karla den Atem stocken ließ. Sie konnte und wollte nicht glauben, was sie sah.

Veröffentlicht am 24.12.2021 in der Rubrik Fantasy.

72 Leser, 15 Bewertungen.

Durchschnitt: 1.666

Heiligabend

von Meister Y

Weihnachtsstimmung wollte in Karla nicht aufkommen. Zum ersten Mal am Heiligabend feierte sie allein mit ihrem Mann. An den trüben Gedanken konnte auch die traditionelle Wildfütterung nichts ändern. Doch was danach geschah, hatte sie nicht zu träumen gewagt.

Veröffentlicht am 24.12.2020 in der Rubrik BDSM.

137 Leser, 22 Bewertungen.

Durchschnitt: 1.681

Wenn die Liebe über die Ufer tritt

von Meister Y

Uwe meinte, ein Leuchten in Karlas Augen gesehen zu haben, als er mit dem Kochlöffel in seine linke Hand schlug. Karla ihrerseits spielte mit ihren Reizen, stellte sich immer wieder so hin, dass sich ihr nackter Po unter dem Sommerkleid deutlich hervorwölbte, und ließ sich von Uwe den Schweiß aus dem Dekolleté tupfen, weil sie das mit teigverschmierten Händen nicht konnte, wie sie lächelnd betonte.

Veröffentlicht am 14.09.2019 in der Rubrik BDSM.

194 Leser, 28 Bewertungen.

Durchschnitt: 1.928

Bis aufs Blut

von Meister Y

Karla war enttäuscht. Sie hatte davon gehofft, dass Uwe heute pünktlich nach Hause käme, davon geträumt, dass er sich verführen ließe: zu einem lustvollen Abend, der nicht spurlos an ihr vorübergehen würde. Dann sein Anruf, er käme doch später.

Veröffentlicht am 27.11.2018 in der Rubrik BDSM.

156 Leser, 27 Bewertungen.

Durchschnitt: 1.666

Mathilda

Bild zum Text

von Meister Y

In Mathilda bereitete sich Magengrummeln aus. Die Zeilen, die sie gelesen hatte, ließen sie erröten und sie fragte sich, ob ihr Chef Dr. Peter vielleicht der Master F. war, von dem in der Szene immer wieder gesprochen wurde.

Veröffentlicht am 01.09.2018 in der Rubrik BDSM.

224 Leser, 57 Bewertungen.

Durchschnitt: 1.192

 

Die Schattenzeilen bedanken sich bei Meister Y für 8 Veröffentlichungen !

Weitere Informationen und Autorenseite von Meister Y.

 

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