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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

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Namen, Orte, Handlungen: Im Text erwähnte Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Handlungen und Techniken sind nicht vollständig beschrieben, es fehlen Sicherheitshinweise. Mehr dazu ...

 

Halb

Eine BDSM-Geschichte von Devana

Die Sonne scheint. Wärme dringt durch ihre Haut in den Körper ein. Willkommene Wärme nach einem kalten Winter. Zarte Knospen an den Sträuchern verkünden das Ende nackter Zweige. Sie schließt die Augen, wendet ihr Gesicht dem Licht zu. Fröhliche Gespräche umgeben sie. Jeden zieht es nach draußen, die Plätze der Terrasse sind gut gefüllt. Kinderlachen. Kuchengabeln treffen auf Porzellan. Der Geschmack des Milchkaffees haftet noch auf ihrer Zunge. Sie ist voller Sehnsucht. Sie ist nur halb. Er fehlt.

 

Der Sog nach unten überwältigt sie. Sie sinkt. Ihr Körper kann nicht folgen. Die Arme sind weit gespreizt am Kreuz befestigt. Nur ihr Kopf folgt dem innerlichen Abwärtsdrang. Der Kopf, der in der ledernen Maske steckt, die ihn ganz umhüllt, ihr den Sehsinn raubt, das Hören vernebelt. Eng liegt sie an, durch Riemen und Schnürung festgezurrt. Das genügte ihm nicht. Es ist einer dieser Tage, an dem er sie vollkommen vereinnahmen will. Ihr Halsband umschließt die Ränder der Maske. Ein Ringknebel öffnet den Mund auf abstruse Weise. Ein rotes Loch, umgeben von schwarzem Leder. Speichel rinnt auf ihre Brüste, tropft auf den Boden. Sie merkt es und kann es nicht verhindern. Der Gedanke, dass ihm gefällt, wenn sie keine Kontrolle hat, lässt es sie leichter ertragen. Sie musste erst lernen, das zu akzeptieren.

»Ich beneide dich ja!«

Entrissene Gedanken. Sie öffnet die Augen, überprüft, ob dieser Satz an sie gerichtet ist. Ihre Freundin Sabine lächelt sie an.

»Warum beneidest du mich?«

»Wegen deiner sturmfreien Bude! Das muss doch herrlich sein, am Abend einfach machen zu können, wozu du Lust hast. Was glaubst du, wie oft ich mir wünsche, nicht den ewigen Kampf um die Fernbedienung ausfechten zu müssen! Und dann dieses Essen kochen! Wie gerne würde ich viel öfter etwas Vegetarisches auf den Tisch bringen, aber nein, es muss ja immer Fleisch sein, sonst ist es kein richtiges Essen!« Theatralisch verdreht ihre Freundin die Augen.

Sie sucht nach einer passenden Antwort. Die Wahrheit erscheint ihr taktlos. Wie könnte sie Sabine klar machen, dass jede Trennung von ihm Schmerz und Sehnsucht bedeutet? Dass ihre Seele jede Sekunde nach ihm dürstet? Jede gemeinsame Stunde ist ein Geschenk. Auch nach Jahren des Zusammenseins.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Campanula

Autorin.

20.02.2022 um 23:27 Uhr

Dieser Text bewegt mich gerade sehr, er berührt und beschäftigt mich. Die nüchterne, rationale Seite in mir kommentiert, dass genau das - diese regelmäßige Trennung - es ist, was die Leidenschaft aufrechterhält. Und vielleicht auch die Tatsache, dass es diese Distanz zwischen ihnen gibt, selbst dann, wenn sie zusammen sind, selbst wenn sie eng umschlungen beieinander liegen: er oben, sie unten. Und ja, diese emotionale Abhängigkeit hat ihre Schattenseiten, irgendwo habe ich gelesen, dass unser Stoffwechsel diese Art von Leidenschaft nicht lange aushält und deshalb dieselbe herunterzuregulieren versucht, um uns im Alltag wieder funktionsfähig zu machen. Alles richtig. Aber die romantische, sehnsüchtige Seite in mir seufzt gerade ziemlich auf und blickt mit versonnenem Lächeln ins Leere ...

Ronja

Autorin.

02.02.2022 um 21:19 Uhr

Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein können, vereint in einer Geschichte. Der Alltag ist trist und grau, voller Sehnsucht nach dem Partner, der ihr so viel gibt. Von dem sie noch ein paar Tage unfreiwillig getrennt sein muss. Sie driftet gedanklich ab, dorthin wo sie ihm wehrlos ergeben sein darf aber vollkommen glücklich ist. 

Dazwischen belanglose Gespräche, die ihr nichts bedeuten. Nur Birte bemerkt, was in ihr vorgeht, doch sie möchte sich ihr heute nicht anvertrauen. Vielleicht irgendwann anders oder auch nie. Sie fühlt sich unvollständig, flieht regelrecht vor dem Alltag zurück zu ihm. 

Der Text hat mich tief berührt, vielen lieben Dank.

01.02.2022 um 23:58 Uhr

Diese Form von "Hörigkeit" ist schon recht grenzwertig, finde ich. Mir gefällt die Geschichte nicht, obwohl sie ohne förmliche Schwächen, sauber erzählt, daher kommt. Da bleiben Zweifel und Nachdenklichkeit. Dafür bedanke ich mich.

Queeny

Förderer.

01.02.2022 um 23:21 Uhr

Dankeschön das ich deinen Text lesen durfte!

Dein Text gibt soviel Gefühl und Sehnsucht frei, er hat mir sehr, sehr gut gefallen!

Grüße Queeny

dienerin

Autorin. Förderer.

30.01.2022 um 17:24 Uhr

Danke Devana

Für diesen sehr gefühlvollen Text, der so deutlich den widerstreit in ihr deutlich macht. Diese Sehnsucht. 

Ein, wie ich finde, sehr berührender Text. 

Dienerin

Die Gebende

Gelöscht.

23.01.2022 um 15:31 Uhr

Sehr schön geschrieben.

25.02.2021 um 20:58 Uhr

Einfach schön.

24.02.2021 um 23:52 Uhr

Hallo Devana,

wirklich stark wie die Gefühle rüberkommen. Das sie so einen schönen Tag mit Freunden nicht genießen kann und flüchtet um alleine zu sein, weil ihre Gedanken nur bei ihm sind, drückt schon ganz klar aus wie sehr sie ihn vermisst. Die Art wie Du es schreibst hat mir sehr gut gefallen. 

Vielen Dank 

Michael

Gelöscht.

21.05.2019 um 23:53 Uhr

Den Wechselt von Erinnerung und aktueller Realität fand ich sehr spannend. Die Traurigkeit und die Sehnsucht nach Vollständigkeit kommt gut rüber in dieser Geschichte. Danke!

05.02.2019 um 11:50 Uhr

Besser konntest du es nicht schreiben. 

Ich wünschte, bei mir wären es auch nur 7 Tage...

Oft hat sie sich gefragt, ob das gesund ist, ob ihre Abhängigkeit nicht zu weit geht. Doch alles fühlt sich richtig an.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.