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BDSM-Forum

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»Ankommen« von Tiro

millamomud

Autor.

25.06.2026 um 11:49 Uhr

Ich finde die Perspektive sehr interessant, nennen wir sie einmal Second Person POV mit stark kommentierendem Erzähler. Sie erzeugt einerseits Immersion, schafft andererseits aber auch eine gewisse Distanz, weil der Erzähler die emotionale Einordnung permanent mitliefert.

 

Dadurch entsteht für mich ein leicht therapeutischer oder meditativer Ton.

 

Insgesamt liest sich der Text durch seinen ruhigen und kontrollierten Grundton angenehm. Auch gefällt mir, dass BDSM hier als Beziehungs- und Vertrauensprozess dargestellt wird und nicht bloß als Aneinanderreihung sexueller Praktiken.

Allerdings hat der Text meines Erachtens auch einige literarische Schwächen.

 

Er interpretiert seine Szenen sehr häufig selbst, etwa durch Formulierungen wie „Nicht Unterordnung, sondern Aufmerksamkeit“, „Genau das macht sie verbindlich“ oder „Wo der Slip war, ist jetzt Offenheit.“ Gerade letzteres zeigt für mich eine Tendenz, alltägliche Vorgänge unnötig zu überhöhen. Ich hätte mir hier mehr Vertrauen in die Wirkung der eigentlichen Szene gewünscht.

 

Das andere Extrem bedient der Text allerdings ebenfalls. Nachdem die Sprache über weite Strecken fast sakral überhöht wirkt, folgen plötzlich Formulierungen wie „süßer, dichter Schleim“, der aus ihr „quillt“, oder dass ihre Lust bis zum Bund ihrer Strümpfe läuft und diesen durchnässt. Das wirkt sprachlich deutlich gröber und teilweise auch anatomisch etwas unplausibel, selbst wenn es nicht völlig unmöglich ist.

 

Etwas störend empfand ich außerdem die Vielzahl abstrakter Begriffe. Wörter wie Präsenz, Klarheit, Ordnung, Offenheit oder Vertrauen tauchen immer wieder auf. Mir hätten an diesen Stellen konkretere Beobachtungen und weniger abstrakte Einordnungen besser gefallen.

 

Mein Fazit:

Der Text ist erzählerisch solide, sprachlich überdurchschnittlich flüssig und psychologisch durchaus interessant. Stilistisch wirkt er auf mich allerdings stellenweise etwas formelhaft, weil er seine Wirkung häufig erklärt, anstatt sie aus den beschriebenen Szenen entstehen zu lassen.

Zum Thema.

»Fünfzehn Kilo zu viel« von Noras Marie

Rote Blume

Förderer.

25.06.2026 um 11:31 Uhr

geändert: 25.06.2026 um 11:32 Uhr

Hallo Noras Marie,  

 

was für eine tolle Geschichte! Ich mag sie sehr. Authentisch und sympathisch wird die Lebensrealität deProtagonistinnenbeschrieben, Berliner WG Leben, Punk, der Corona-Lockdown und nur „die Impf- Schwurbler“, die „frei herumlaufen, “ durften… ( das fand ich so witzig und treffend ausgedrückt, hoffe das ist ok das ich das hier schreibe). 

Dazu das Dilemma der jungen Frau nach gesellschaftlichen Normen zu dick zu sein, Selbstabwertungen bis hin zu Depressionen, und die Befreiung daraus, erfüllte, liebevolle BDSM Beziehungen und die wunderschöne Botschaft das (wahre) Liebe ( zu sich selbst und zu anderen) alles kann. Toll geschrieben, vielen Dank für die Geschichte!

Zum Thema.

»Im Keller« von Campanula

Rote Blume

Förderer.

25.06.2026 um 10:50 Uhr

geändert: 25.06.2026 um 10:56 Uhr

Hallo Campanula,

 

Deine Geschichte, die wunderschön geschrieben ist, mit Worten zaubert, wie hier schon geschrieben wurde, hat auch mich bewegt. Ich verstehe das Ende leider nicht ganz. Ich verstehe nicht, ob sie sich nun völlig fügen möchte, oder ob sie vorhat heimlich aus dem Keller zu fliehen, (weil sie nur ein Ersatz für die verstorbene Frau ist, und so benutzt wird?), weil sie es nicht anders schafft zu gehen.

Der Mann erinnert mich in seiner Art an den Vampir Louis aus Interview mit einem Vampir. Er verachtet sich selbst und trauert über das was er ist, kann dem aber nicht entkommen.

Ich verstehe auch nicht, ob sie auch Gefallen daran findet unterworfen und gequält zu werden, oder ob sie es nur aus „ Liebe“ oder Abhängigkeit zu ihm tut. Weiterhin vermisse ich in den beschriebenen Handlungen im Keller etwas von seiner Fürsorge und Zärtlichkeit ihr gegenüber, die doch vormals ein Teil von ihm war.

All das lässt die Geschichte auf mich eher unwirklich wirken, das passt zu einem Leben mit einer Neigung die als Fluch gesehen, und dennoch sehr konsequent bzw „ hart“ ausgelebt wird. Die Protagonistin wird von ihm als Retterin benutzt, die sie aber nicht sein kann, seine Frau Verbündete der Abgründe. Und gleichzeitig wird die klassische Geschichte von Ausreden erzählt, die Menschen finden um ihre „Affäre“ oder Geliebte bei der Stange zu halten und sich nicht von den Ehepartnern trennen. Ja er wirkt sehr unreif auf mich in seinen Handlungen, und sie abhängig, je länger ich darüber nachdenke.

Erst beim erneuten Lesen habe ich diesen Satz begriffen, das sie ihr nicht das Wasser reichen könne: „Ließe er ihr diese Wahl, dann würde sie betteln. Ihn anflehen, ihr nicht mehr weh zu tun. Aber er ist umsichtig genug, sie jeder Sprache zu berauben. Er hat längst begriffen, dass sie ihr nicht das Wasser reichen kann.“

Das macht die ganze Sache für mich doppelt bitter. Anfangs dachte ich das auch sie Gefallen an Kontrolle, Demütigung und Schmerz finden würde und er ihr zuliebe ihr die Sprache nimmt. Aber zu guter Letzt erscheint es mir eher so, das es ihm nur darum geht seine verstorbene Frau zu ersetzen. Daher gibt es nun auch kaum noch sprachliche Kommunikation zwischen den beiden, weil sie nun eben nicht mehr seine Retterin ist, sondern nun den Platz der Frau eingenommen hat. 

 

Was ist das bei ihr das sie meint ihn so sehr zu lieben, dass sie sich selbst komplett aufgibt? 

Natürlich würde ich ihr und ihm eine andere Form des Miteinanders wünschen.

 

Als Geschichte habe ich diese Zeilen, die bannen und zum Nachdenken anregen gerne gelesen. Gerne hätte ich noch mehr den ganzen Zusammenhang verstehen können. Aber manche Erzählungen hinterlassen ja absichtlich Fragezeichen. 

Vielen Dank dafür.

Zum Thema.

»Wer ist diese Frau?« von Noras Marie

25.06.2026 um 05:08 Uhr

Eine schöne einfühlsame Geschichte.

Zum Thema.

»Fünfzehn Kilo zu viel« von Noras Marie

25.06.2026 um 04:56 Uhr

Einfach schön

Zum Thema.

»Zwanghaft (Teil 4)« von Mirador

Bärchen

Neues Mitglied.

25.06.2026 um 00:35 Uhr

Es ist eine spannende und interessante Geschichte

Zum Thema.

»Im Keller« von Campanula

Herzenswunsch

Autor. Förderer.

24.06.2026 um 20:51 Uhr

Liebe Campanula,

 

deine Geschichte hat mich sehr beeindruckt. Ich glaube bislang keine vergleichbare Geschichte hier gelesen zu haben. Eine gruselige Härte, die der Protagonistin zu Teil wird, obwohl er sie davor schützen wollte. Sie hat sich allen Widerständen zum Trotz auf seine Welt eingelassen, sich ihm hingegeben. Seine Neigung fühlt sich arg grenzwertig an, zumal er sie vor sich selbst beschützen möchte und seine Aussagen nicht dafür sprechen, dass er mit sich selbst im Reinen ist. Dann die Haltung im Keller, über Tage, alleine. Gänsehaut Momente.

Am Ende versöhnt die Andeutung von Einvernehmlichkeit mich wieder ein bisschen, obwohl die Härte der Handlung immer noch nachwirkt. 

 

Super geschrieben, habe es sehr gerne gelesen. 

 

Vielen Dank für die Geschichte!

Zum Thema.

»Louisas Aufgabe (Teil 7)« von millamomud

Herzenswunsch

Autor. Förderer.

24.06.2026 um 15:40 Uhr

Lieber millamomud,

 

wie in den letzten Teilen, schaffst du es die Spannung oben zu halten. Ich fiebere jedes Mal mit Louisa, bin gespannt welche Schlüsse sie für sich zieht, was sie zulässt und ob sie sich selbst wiederfindet. Dieses Mal hatte ich das Gefühl, dass sie die Dynamik weiter hinterfragt und vielleicht auch beginnt zu zweifeln. Auch Jule scheint sich zu entwickeln, bin gespannt in welche Richtung. Ben mag ich gar nicht, schon von Anfang an. Er kommt mir vor, wie ein Nutznießer der Situation, ohne wirklich eine Persönlichkeit zu sein. Ich freue mich auf den nächsten Teil und bedanke mich für diesen hier!

Zum Thema.

»Am Ende der Tage« von Herzenswunsch

Eisvogel

Autor. Förderer.

24.06.2026 um 14:28 Uhr

Eine wirklich unglaublich rührende, tolle Geschichte! Super, ich bin sprachlos!

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»Louisas Aufgabe (Teil 7)« von millamomud

Cid

Förderer.

24.06.2026 um 13:45 Uhr

Lieber millamomud, 

wie erwartet, bleibst du deinem Stil bzw. der inneren Logik des Aufbaus treu. Die scheinbare Harmonie gegen Ende des letzten Teils wird gebrochen. Es wird nicht daran angesetzt, was natürlich auch die Voraussetzung schafft, dass dmLouisas Entwicklung eben aus ihr selbst erwachsen kann. So ist sie wieder im Raum zwischen Himmel und Hölle, zwischen müssen, können, dürfen. Aber auch schon wieder ein Stück weiter zwischen ankommen und abstürzen, so dass sie die Situationen anders wahrnimmt als zuvor. Sie fängt an, sich unwohl zu fühlen und dies auch zuzulassen. So sich, auch durch die Rolle von Jule, eine

Entwicklung zurück zu einem Teil von ihr anbahnen, den sie weggeschoben hatte, der aber dazugehört und vereinigt werden sollte.

 

Bin gespannt. 

 

LG Cid

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