Danke für die interessanten Kommentare. Wirklich, danke!
Diese Geschichte sollte man vielleicht am ehesten als surreales und bewusst entfesseltes Kopfkino jenseits aller Alltagslogik verstehen. Und das erzählerisch Spannende beim Schreiben war, eine Figur wie Victor halbwegs unauffällig einzubauen, obwohl kaum noch irgendetwas an ihm plausibel ist.
In einer Geschichte dieser Art sind Dominanz, Härte und psychologische Intensität ganz selbstverständliche Bestandteile der Erzählung. Ein späterer Erzbösewicht darf sich also nicht über die üblichen Grenzmarkierungen verraten, denn sein Verhalten soll zunächst nicht allzu offensichtlich auffallen. Die Schwierigkeit bestand also darin, ihn so darzustellen, dass er zunächst nicht aus dem Rahmen fällt, rückblickend jedoch jede Einzelheit an ihm in einem anderen Licht erscheint. Seine wirkliche Gefährlichkeit zeigt sich so dann erst im Inhalt dessen, was er sagt, und in der Qualität seiner Gedanken, sobald er sie offen ausspricht. Also in dem Moment, in dem er glaubt, sich nicht mehr verstellen zu müssen.
Dadurch musste die Härteschraube langsam und stetig angezogen werden, sonst wäre diese Entwicklung nie glaubwürdig geworden. Der Teil im Hotel war dafür also unbedingt nötig.
Ich gebe euch aber recht. Es hätte eine nettere und weit harmlosere Geschichte werden können, wenn sie vom Restaurant gleich in das Hotel gegenüber gegangen wären. Hätte...
Und wegen der Frage noch: „Kretin“ ist im Grunde nur ein älterer Ausdruck für „Idiot“. (Wobei „Idiot“ im Altgriechischen lediglich einen „Vereinzelten“ bedeutet, also jemanden, der sich aus selbstsüchtigen Motiven nicht am städtischen Gemeinwohl beteiligte und damit eigentlich auch etwas völlig anderes meinte als wir heute, aber ich schweife ab.)

30.11.2025 um 05:27 Uhr
Hallo Harrach
ich habe deine Geschichte gelesen und danke Dir hierfür sehr.
Wie lizzy lu und Meister Y schon sagten, fand ich deine Geschichte bis zum Restaurant herrlich spannend und aufregend.
Es war ein tolles Spiel zwischen den beiden Protagonisten.
Auch der Wechsel der Schreibweise. Zuerst las es sich so das eine dritte Person die Geschichte geschrieben hatte. Dann wurde es zu einem Bericht als wenn es eine der beiden Protagonisten geschrieben hatte.
Wie gesagt bis zum Restaurant fand ich es toll. Ich hätte gern mehr erfahren was passiert ist. Gerade auch in Hinsicht mit dem Plug. Schade das dann der Cut kam und die Geschichte in einer völlig anderen Richtung wechselte.
Was mich die ganze Zeit begleitete war die Frage was mit den jeweiligen Partnern der Protagonisten passierte. Las ich doch zu Beginn, das beide jeweils einen Partner hatten uns sich beruflich näher kamen.
Das verwirrte mich etwas.
Nun ja lieber Harrach ab dem Hotel war es für mich schwer zu folgen. Ich fand die Nachrichten auf dem PC verwirrend. Auch dachte ich zuerst das dieser Viktor in das Zimmer kommt. War es wie ich in den Kommentaren gelesen hatte doch der Freund. Das fand ich schwer nachzuvollziehen.
Die Szene dann zum Schluss muss ich gestehen konnte ich nicht mehr komplett lesen und ich übersprang immer wieder ganze Absätze da ich irgendwie raus war.
Allein die Erzählungen was passiert und was nicht, was die Frau erlaubt und was nicht.
Gerade das mit dem Branding.
Ich meine so etwas, ist etwas sehr intimes und lässt man nur machen wenn man den Partner gefunden hat oder wenn man seine Neigung zum Ausdruck bringen möchte.
Verwirrt hat mich auch die Szene mit den Hengsten im Gestüt.
Also richtige Hengste? Da war ich dann ganz raus.
Ich fand also die Geschichte bis zum Restaurant, wirklich klasse. Für mich war es eine Geschichte zwischen zwei Arbeitskollegen die sich näher kamen. Sich ausprobieren und zueinander passten.
Beide experimentieren. Es war aufregend was beide da Taten und das hätte ich sehr gerne weiter gelesen. Da hast Du mich auch abgeholt und wie ich fand auch immer wieder neue Spannung aufgebaut.
Lieber Harrach, ich danke Dir für deine Geschichte, das ich diese hier lesen durfte. Ich hadere mit mir, möchte Dir aber für den guten Start in der Geschichte 2 Glitzersterne geben.
Bitte nehme meine Rezessionen nicht als Maß. Es wird Leute geben die deine Geschichte lieben - für mich war es das leider nicht. Dennoch schätze ich es sehr, daß Du Dich wie alle anderen Schriftsteller auch, hinsetzen und eine Geschichte schreibst. Das finde ich klasse und soll auch erwähnt werden.
Verliere bitte nicht den Mut, weiter zu schreiben.
Liebe Grüße Thorsten
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