Hallo Rumsch!
Eine wirklich interessante Geschichte voller Sehnsucht, auch wenn sie eigentlich keine BDSM-Geschichte im klassischen Sinn ist. Sally verliebt sich ja nicht in einen Dom, sondern in einen Autor und dessen Texte. BDSM dient eher als Projektionsfläche ihrer Sehnsucht. Das erinnert fast an Metafiktion: Eine Geschichte über das Lesen von Geschichten.
Insofern: Glückwunsch, zu diesem raffinierten Kunstgriff!
Positiv fällt mir die sinnliche Verankerung auf: Der Ledergeruch, der Bambusvorhang, das Hasenkostüm, das Schummerlicht etc. Das erzeugt sofort einen Raum, ohne dass der Text ihn groß erklären muss, sondern lässt uns mit Sally durch den Raum gehen.
Was mir aber besonders gefällt ist, dass Sally einen echten Mangel hat: In vielen BDSM-Texten lautet die Motivation "Ich bin halt devot", hier haben wir es mit Einsamkeit und dem Wunsch gesehen zu werden zu tun, mit Erfolglosigkeit und der Flucht in die Literatur, womit ihre Fantasie echtes Gewicht bekommt.
Auch dass die Fantasie Fantasie bleibt empfinde ich als positiv. Es erscheint kein mysteriöser Dom, der zufällig an der Tür klingelt. Stattdessen baut Sally die Szene selbst nach. Sie verkleidet sich, bezieht die Schaufensterpuppe ein, etc. Das ist schon ziemlich glaubwürdig konstruiert.
Ironisch finde ich, dass die Geschichte letztlich über etwas handelt, das viele Autoren wahrscheinlich kennen. Sally verliebt sich nicht in ReiMe als Person. Sie verliebt sich in das Gefühl, das seine Texte in ihr auslösen. Das ist eigentlich eine sehr schöne Beobachtung darüber, wie Literatur funktionieren kann. Gerade deshalb finde ich den Schluss auch sehr gelungen.




25.08.2026 um 23:57 Uhr
Ich mag die Geschichte und bin schon gespannt wie es weitergeht.
Toll geschrieben
Zum Thema.