Liebe Clu,
Die Diskussion um BDSM als Therapie-Form ist für mich insofern spannend, als dass vielleicht zuerst definiert werden müsste, was denn überhaupt genau "therapiebedürftig" ist und woher die Gründe dafür kommen.
Wir Menschen, egal ob Vanilla oder BDSM, sind alle die Summe aus unseren Genen, unserer Erziehung und unserer Erfahrungen. Hier gehören ab einem bestimmten Alter Freunde, Partner oder einfach Menschen zu, die uns auf unserem Weg begegnen. Sie alle haben Einfluss, ob nun aktiv mit Lebensweisheiten oder passiv, weil wir uns durch sie oder mit ihnen verändern.
Viele von uns erleben Dinge, die wir noch lange in Erinnerung behalten. Sind es schlechte Erfahrungen, können sie als lehrreich oder als Trauma empfunden werden. Das wiederum liegt an den anderen Komponenten unseres Gesamtkonstruktes.
Ich habe auch oft überlegt, welche Erfahrungen in jungen Jahren meine sexuellen Phantasien ausgerichtet haben und gleichzeitig überlege ich, ob es eine angeborene Neigung ist und beobachte meine Tochter dabei, mir, mit völlig anderen Vorraussetzungen des Aufwachsens, immer ähnlicher zu werden.
Aber ob nun durch Gene oder Erfahrung, wir alle haben eine Vergangenheit, die, wenn wir wachsen wollen, verarbeitet werden will. Je nachdem, wie schwer unsere Psyche unter einer Erfahrung leidet, desto weniger hilft wohlmöglich die Selbsttherapie und desto wertvoller wird die Hilfe durch den richtigen Menschen, ob nun vom Fach oder ein Naturtalent im Stellen der richtigen Fragen.
Ob sich Kinks nun verändern, weil wir sie auf eine Art fertig verarbeitet haben oder einfach nur, weil wir uns insgesamt verändern, je älter wir werden, bleibt für mich dabei offen.
Vielen Dank für das Teilen deiner Gedanken

VG Natty
01.06.2026 um 21:50 Uhr
Nein, ich habe noch nie mit meiner Neigung gehadert. Ich war (und bin) froh sie gefunden zu haben. Es war befreiend, sie ist ein wichtiger Teil von mir und komplettiert mich.
Auch wenn ich gerade nicht weiß, ob und wie ich sie noch ausleben will, hadern tue ich mit ihr nicht.
Zum Thema.