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BDSM-Forum

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»Entfesselung der Macht« von Herzenswunsch

02.06.2026 um 18:51 Uhr

Sehr schön ! 

Es gibt immer wieder mal Geschichten, die es schaffen bei scheinbar alltäglichen Beschreibungen sehr viel Spannung zu erzeugen. 

Bei deiner Geschichte habe ich das erlebt, als er sich minutiös um die Vorbereitungen gekümmert hat. So ähnlich wie der Protagonist in Vorfreude und vielleicht Erwartungsangst immer wieder die Bettdecke glatt streicht, lese ich diese ausschweifenden Beschreibungen und konnte es kaum erwarten, wie es weitergeht. 

 

Du lässt mich quasi genauso warten wie sie ihn. 

 

Das Thema deiner Geschichte hat mir auch sehr gefallen. Sie lässt ihn arbeiten, lässt ihn warten, kritisiert das Ergebnis, erzeugt dadurch insgesamt ein starkes Gefühl von Ungerechtigkeit bei mir, was ich persönlich extrem reizvoll finde. 

Das Dienen im Käfig ist da natürlich noch das i-Tüpfelchen. 

 

Das Einzige, was ich vielleicht kritisieren möchte, ist der etwas überzogene Dialog. Es wirkt auf mich so, als würden beide sehr stark performen. Als hätten beide ein Skript im Kopf und einen Regisseur im Nacken, dem sie gefallen müssen. 

Ich kann mir die gleiche Szene auch mit weniger Worten vorstellen, vor allem von ihr. Es ist auch ein bisschen unsexy, wenn die Dom sich so abmüht. Ich hätte da eher das Gefühl, dass sie eine Rolle spielt. 

Andererseits macht es manchmal auch richtig Spaß, ein bisschen Theater zu spielen, also warum nicht.

 

Danke für die Geschichte!

Zum Thema.

»Schattenpoker« von Devana

Leo Me

Autorin. Förderer.

02.06.2026 um 18:35 Uhr

Liebe Devana,

ich bin begeistert. Ganz und gar!

Danke für diese Geschichte.

Leo 

Zum Thema.

Hast du jemals mit deinem Kink gehadert?

Fleissiger

Neues Mitglied.

02.06.2026 um 14:54 Uhr

Ich habe sehr sehr lange versucht meine Kinks zu unterdrücken, verschwunden sind sie davon nicht.

Seitdem ich es (gelegentlich) auslebe geht es mir damit besser und der Kopf ist freier.

Der erste Schritt war aber unglaublich schwer für mich... 

 

Viele Grüße in die Community 

Fleissiger

Zum Thema.

»Freier Weg« von Gregor

02.06.2026 um 14:02 Uhr

Absolut köstlich! 

Habe mich beim Lesen durchgehend gefragt, wie diese Geschichte am Ende gebrochen wird (man spürt, dass da noch was kommt). Ich habe mit allem gerechnet, aber damit nicht.

 

Man kann da wirklich viel rausholen und mitnehmen. Gewissermaßen haben wir einen Teil dieser Entwicklung schon hinter uns, mit Chatbots, die echte menschliche Interaktion immitieren.

 

Man fragt sich, warum wir Menschen überhaupt empfänglich dafür ist, diese Gefühle für ein Computerprogramm oder Roboter zu entwickeln. Ist es die Verfügbarkeit und Berechenbarkeit, so kontrollierbar unsere Sehnsüchte bespielen lassen zu können? Dass es eben nicht mehr den Unsicherheitsfaktor ~Mensch~ gibt, der die Session vermasseln könnte oder durch seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse "stört". 

 

Das ist das, was mich an deiner Geschichte noch mehr beängstigt. Nicht, dass dieses Wesen ihn finanziell ausnimmt, sondern, dass sie (bzw. "es") ihm das nimmt, was ihn zu einem Menschen macht: Seine Fähigkeit, Beziehungen zu anderen Menschen zu führen. Stattdessen wird er zum Konsumenten eines Produktes. Ein Produkt, das so "potent" ist, dass er bereit ist, all sein Geld dafür zu opfern, gewissermaßen wortwörtlich sich zu versklaven. 

 

Auf jeden Fall eine starke Geschichte. Gelegentlich fand ich sie auch unterhaltsam, weil sie an manchen Stellen so skurril und unnatürlich ist. Mit dem Kontext ist das ein gelungenes Stilmittel, finde ich.

Zum Thema.

»Der lange Weg nach Hause« von Valérian Bourreau

02.06.2026 um 12:31 Uhr

Lieber Valerian!

 

Mir hat deine Geschichte sehr gefallen. Dass die Wahl der Sprache so sehr kritisiert wurde, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. In deinem Protagonisten sehe ich einen vor allem verklemmten und mit Komplexen durchzogenen Neurotiker. Eigentlich feinfühlig, drückt er durch seine aufgesetzt grobe Art seine wahren Gefühle von sich weg. Ich fand das sehr authentisch. Für meinen Geschmack hätte die Sprache gerne auch noch vulgärer sein können. Wenn man nicht weiß, wer man ist, nimmt man eben das Verhalten seines Umfeldes an, auch wenn es nicht zu einem passt. Der Alkohol und der Säufer-Jargon sind dafür das perfekte Sinnbild. 

 

In deiner Geschichte wird wieder die Jammerlappen-Sub-Thematik angerissen. 

 

>>Schmeckt irgendwie schal, was wahrscheinlich an mir liegt.<<

 

Es gibt verschiedene Arten von Masochismus. Viele BDSMler, die ich kenne, hätten gerne, dass die einvernehmliche Vorliebe komplett losgelöst von sonstigen psychologischen Komplexen existiert. Dein Protagonist zeigt eben, wie es aussieht, wenn das nicht der Fall ist. 

Dein Protagonist kriecht förmlich durch die Welt, beleidigt sich selbst, tritt sich selbst, sabotiert sich selbst. Er verlangt nach dem Leiden und der Bestrafung so sehr, dass er sich alles Gute und Glück, das sein Leben eigentlich zu bieten hätte, selbst verweigern muss. 

Man hätte das Ende noch weiter treiben können: Jetzt hat er sich schon den Mut angesoffen, ihr zu schreiben. Er macht es aber am dümmsten nur denkbaren Moment auf die dümmste nur denkbare Weise, um sie garantiert zu vergraulen. Er nimmt sich selbst das Glück, das zum greifen Nahe ist. Fällt wieder zu Boden und leidet, alleine, zurückgewiesen und gedemütigt. 

Das wäre konsequent. 

 

Ich denke, was der Geschichte fehlt, ist die Alternative. Du beschreibst diesen Menschen sehr gut, aber ich persönlich wünsche mir eine Kritik an seinem Verhalten und seiner Neurose. Vielleicht ein Gegenspieler, der zwar ebenfalls diese Vorliebe hat, es aber geschafft hat, gut zu sich selbst zu sein und sich das zu geben, was er braucht. 

 

Sabine kann deinen Protagonisten nicht retten. Das kann er nur selbst.

Zum Thema.

Gefällt dir Latex als erotische Kleidung?

02.06.2026 um 01:13 Uhr

Latex das als catsuits oder in anderer Form den Körper umschließen kann optisch reizvoll sein. Vor vielen Jahren hatte ich derartiges in meinem Fundus, habe es aber nie getragen, weil ich mich darin nicht wirklich wohlgefühlt habe. 

Außerdem hatten das Material und derlei Outfits keinen Bezug zu meinen Neigungen im BDSM; als sexy Bekleidung  konzentriert es sich zu sehr auf verführerische Optik, statt auf zwischenmenschliche bdsm-Dynamik. Und ständige Objektifizierungs-Spiele fände ich sowieso langweilig oder mich abwertend.

 

Es fehlt mir vielleicht an Fantasie oder Erfahrung, aber ich kann mir außerdem kaum vorstellen welche (abwechslungsreichen) D/S-SM Spiele darin möglich wären,  ich denke es wird sich  - in Latex gehüllt - wahrscheinlich auch überwiegend fokussiert auf genital-sexuelle Praktiken und vielleicht noch auf Atemreduktion.

 

Summa summarum: Latex war nie meine Welt, aber ich könnte mir vorstellen, einem Partner zu Liebe manchmal (eher selten Latex-Outfits zu tragen, wenn er sich den Aufwand des Ankleidens und der Materialpflege selbst ebenso antun würde – auch wenn es bei ihm nicht gerade schön aussehen könnte. ^^

Zum Thema.

»Am Ende der Tage« von Herzenswunsch

02.06.2026 um 01:03 Uhr

geändert: 02.06.2026 um 01:09 Uhr

Lieber Herzenswunsch! 

 

Danke für die Story. Auf jeden Fall ein mutiges Thema. 

Ich hatte ein bisschen Schwierigkeiten in die "angebrachte" Stimmung zu kommen. 

Es ist ja eigentlich ein tragisches, trauriges, rührendes Ende eines langen Lebens und einer tiefen Vertrauensbeziehung. 

 

Weil es aber auch das Thema BDSM oder Kink berührt und das in dieser absolut skurrilen Situation stattfindet habe ich dabei eher ganz andere Gedanken. Ich habe mich anfänglich wirklich gefragt, ob es darauf hinausläuft, dass die Ehefrau oder die Schwester ein bisschen "Aktive Sterbehilfe mit letzem BDSM-Spaß" anbieten würden. Mir ist klar, dass die Schattenzeilen sowas niemals gedruckt hätten, aber für mich ist BDSM immernoch eine sexuelle Vorliebe. Wenn das dann im Sterbebett stattfinden soll, quasi am letzten Tag seines Lebens, konstruiert mein Gehirn eher erstmal so ein Szenario :D 

Dürfen Dominas eigentlich aktive Sterbehilfe anbieten? Warum sollte man das den Ärzten überlassen, frage ich mich.

 

Die best Sex-Szene im Sterbebett habe ich mal in dem Film "120 BPM" gesehen. Sehr empfehlenswert. Da war dieser Moment der Lust ein kurzer Befreiungsschlag von dem Schmerz und der Angst. Ähnlich wie das Morphium hat es den Protagonisten noch mal für einen Moment das Leben spüren lassen. 

Vielleicht hat mir das in deiner Geschichte ein bisschen gefehlt. Es kommt mir eher vor wie wenn man sich gemeinsam alte Bilder anschaut und ein bisschen in Nostalgie schwelgt. Ich würde mir wünschen, dass sterben sich so anfühlt, aber ich habe da so meine Zweifel... Leider.

Zum Thema.

Hast du jemals mit deinem Kink gehadert?

Aquilegia

Neues Mitglied.

01.06.2026 um 21:50 Uhr

Nein, ich habe noch nie mit meiner Neigung gehadert. Ich war (und bin) froh sie gefunden zu haben. Es war befreiend, sie ist ein wichtiger Teil von mir und komplettiert mich. 

Auch wenn ich gerade nicht weiß, ob und wie ich sie noch ausleben will, hadern tue ich mit ihr nicht.

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»BDSM als Therapie?« von Clu

Natty

Autorin. Förderer.

01.06.2026 um 20:44 Uhr

Liebe Clu, 

 

Die Diskussion um BDSM als Therapie-Form ist für mich insofern spannend, als dass vielleicht zuerst definiert werden müsste, was denn überhaupt genau "therapiebedürftig" ist und woher die Gründe dafür kommen. 

Wir Menschen, egal ob Vanilla oder BDSM, sind alle die Summe aus unseren Genen, unserer Erziehung und unserer Erfahrungen. Hier gehören ab einem bestimmten Alter Freunde, Partner oder einfach Menschen zu, die uns auf unserem Weg begegnen. Sie alle haben Einfluss, ob nun aktiv mit Lebensweisheiten oder passiv, weil wir uns durch sie oder mit ihnen verändern. 

Viele von uns erleben Dinge, die wir noch lange in Erinnerung behalten. Sind es schlechte Erfahrungen, können sie als lehrreich oder als Trauma empfunden werden. Das wiederum liegt an den anderen Komponenten unseres Gesamtkonstruktes.

Ich habe auch oft überlegt, welche Erfahrungen in jungen Jahren meine sexuellen Phantasien ausgerichtet haben und gleichzeitig überlege ich, ob es eine angeborene Neigung ist und beobachte meine Tochter dabei, mir, mit völlig anderen Vorraussetzungen des Aufwachsens, immer ähnlicher zu werden. 

Aber ob nun durch Gene oder Erfahrung, wir alle haben eine Vergangenheit, die, wenn wir wachsen wollen, verarbeitet werden will. Je nachdem, wie schwer unsere Psyche unter einer Erfahrung leidet, desto weniger hilft wohlmöglich die Selbsttherapie und desto wertvoller wird die Hilfe durch den richtigen Menschen, ob nun vom Fach oder ein Naturtalent im Stellen der richtigen Fragen. 

Ob sich Kinks nun verändern, weil wir sie auf eine Art fertig verarbeitet haben oder einfach nur, weil wir uns insgesamt verändern, je älter wir werden, bleibt für mich dabei offen. 

Vielen Dank für das Teilen deiner Gedanken 

VG Natty

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»BDSM als Therapie?« von Clu

01.06.2026 um 13:11 Uhr

Spannende Gedanken. In vielen Fällen stimme ich Dir auch vorbehaltlos zu.

Der Abschnitt über die Eignung fachfremder Therapeuten halte ich allerdings in meinen Augen als zu kurz gedacht.

Aus eigener Erfahrung im sehr engen Umfeld habe ich bei verschiedenen Personen, die entsprechende psychische Erkrankungen haben, miterlebt, was hier eben nicht ausgebildete Therapierende anrichten konnten. Es ist sicher richtig, dass ein guter Freund, der die Person gut kennt, zur Seite stehen kann. Aber für mich war es eine sehr wichtige Erkenntnis, dass ich zwar Teil eines Therapieerfolges sein kann, aber eben nicht Anteil an der Therapie an sich habe. Jemanden bei der Selbstreflexion zu unterstützen oder zu helfen, Gedanken in Worte zu bringen, ist für mich da eben noch keine Therapie, zumindest in dem Sinne, wie ich es in meinem Umfeld als Freund oder auch Angehöriger erlebt habe.

Anekdotisch, aber für mich auch sehr bezeichnend war in der Hinsicht auch die Aussage einer Besucherin auf einem Stammtisch, die sinngemäß etwas sagte wie: "Ein gutes Spanking erstetzt bei mir mehrere Therapiestunden."

Fand ich damals befremdlich und verwirrt mich Jahre später immer noch, wenn ich daran zurückdenke.

Dem letzten Satz deines Blogartikels stimme ich vollkommen zu.

Vielen Dank für Deine Gedanken.

Zum Thema.

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