Hallo Vidarius,
danke für die Darlegung deiner Wahrnehmung und Einwertung hinsichtlich des Verständnisses der Mehrheit und der Newbies bzgl. der Konzept-Begriffe, woraus sich teilweise dein Standpunkt entwickelt hatte.
Mein Standpunkt beruht auf meinem eigenen Verständnis der Begriffe, und nicht auf dem vermeintlichen Verständnis einer anonymen Mehrheit.
Das „Ergänzend“ in meiner Frage an dich, meinte ich nicht im Sinne von situativer Gleichwertigkeit/-gewichtung oder Gleichzeitigkeit, weshalb meines Erachtens beide Konzepte innerhalb einer Beziehung im bdsm-Kontext praktikabel und sinnvoll wären.
Sinnvoll, weil ich im ssc ein positives Mindset erkenne, welches wohlwollende Verantwortung beinhaltet und nicht destruktiv orientiert ist.
Das Akronym beinhaltet außerdem nicht einmal den Begriff „kink“, ist also perse nicht nur dem bdsm-Kontext zuzuordnen, sondern eher als menschliches Grundverständnis auch in anderen Zusammenhängen anwendbar.
Wer als Top/Dom nur ein Rack präferiert und solches bewirbt/anbietet, schert sich vielleicht nicht allzu sehr um etwaige destruktive Folgen bei subs oder um etwaige strafrechtliche Konsequenzen.
Wenn aber auf der Basis des positiven Mindsets ssc auch mal high-risc-Spiele präferiert werden, bei denen mehr Augenmerk auf etwaige Konsequenzen zu richten ist, dann kann das Konzept Rack in den Vordergrund rücken. Wobei Rack oftmals nicht nur als risk-aware, sondern auch als risk-accepting“ verstanden und angewendet wird.
Meiner Beobachtung nach sind aber high-risc-settings wie beispielsweise ein overcome-Play mit Fremden, nicht sehr verbreitet oder werden selten wiederholt als Standard-Praktik erwünscht.
Deshalb sehe ich für mich innerhalb einer bdsm-Beziehung ein ssc+rack oder ein ssc+cnc (bei Bedarf) als praktikable Ergänzung und Kombination. Auch wenn sich hierbei ein Spannungsfeld zwischen beiden Konzepten zeigen kann.
Wer ein Problem damit hat, mit Spannungsfeldern und Widersprüchlichkeiten umzugehen, diese auszutarieren oder auszuhalten, der sollte nicht nur die Finger von bdsm lassen, sondern hat wahrscheinlich noch ganz andere Probleme im Alltagsleben und außerhalb von bdsm.
Welches Konzept auch immer in Communitys oder beim Dating kommuniziert werden - es sind theoretische Konstrukte; wie damit umgegangen wird, und was beim Ausleben von bdsm erfahrbares Ergebnis wird, ist die Realität aus Praxis - nach bestem Wissen und Gewissen, oder nicht. Ich denke, darin können wir uns einig sein. Ebenso darin, dass Menschen nicht berechenbar sind, dass es menschliches Versagen und Fehleinschätzungen gibt, und dass Vertrauen missbraucht werden kann.
Nur gegenseitiges intensives Kennenlernen mit Erforschen der Bedürfnisse, Grenzen, Einschränkungen und Befähigungen, verbunden mit einem Herantasten bei bdsm-Interaktionen und wiederholtem Reflektieren, berechtigt Vertrauen und ein gewünschtes Maß an Sicherheit.
SSC mit oder ohne RACK:
mit mehr oder weniger Näherung an Sicherheit.
Salimera




09.01.2026 um 04:58 Uhr
Lieber Robert S ,
was nicht alles so passieren kann.
Ich muss sagen das mich deine Geschichte anspricht auch wenn sie wenig Gefühle in sich beschreibt.
Die Dame, Frau Nachbarin, wirkt kalt, distanziert, ehr wie sie Domina, was auch zu der Tätigkeitsbeschreibung ihrer Firma passt.
Aber ich mag die Idee hinter deiner Geschichte und wie Du diese geschrieben hast.
Es bewirkt, daß ich anfange zu träumen und das ist schön.
Vielen Dank für deine Geschichte.
Liebe Grüße Thorsten
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