Bester Poet,
schön, wieder etwas von Dir zu lesen. Du rückst in Deiner Geschichte das Thema Obsession voll ins Rampenlicht.
Mir ist ein Satz in Erinnerung von vor Jahren: Dass man stirbt, wie man gelebt hat. Das find ich gruselig.
Du zeichnest den Mann durchweg negativ, und doch ... ich find, er erhält etwas Würdiges dadurch, dass er eisern an seinem Wollen (und sei es noch so verquer) festhält.
Dass seine Traumfrau einmal ein Todesengel sein wird, schließt den Kreis.
Vielleicht wacht er ja auch nur mit einer Beule auf der Stirn auf, aber das macht keinen großen Unterschied: Sucht kommt von Suchen und ist ein Suizid auf Raten. Den Korsakoff hat er ja anscheinend schon.
Du hast Dir für den Spannungsaufbau viel Zeit genommen; Arbeitskurve wie eine Leuchtdiode: laaangsamer Anstieg, und dann Peng, geht´s ab.
Gewünscht hätte ich mir, wenn Du schon ein Portrait zeichnest, ein paar Informationen noch, die diesen maßlosen Suffkopf verständlicher machen; wir kriegen ihn nur im Endzustand. Dumm ist er nicht, so viel wird klar. Bruder, alter Vater, ... keine Hinweise hab ich gefunden, die das Portrait etwas aufhellen.
Was soll ich mitnehmen? Dass Trinken, Rauchen und Notgeilheit zu Faulhaut und Verwahrlosung führen? Was wäre das Leben fad ohne Obsessionen, das nehme ich mit *g.
Danke für Deinen Geschichtenbeitrag.
ab und zu
Alice hinter den Spiegeln




23.08.2026 um 07:46 Uhr
Liebe Natty ,
Als ich gestern deine Geschichte früh morgens gelesen hatte, musste ich mich zwischendurch fertig machen und deshalb aufhören zu lesen.
Ich war bei meiner ganzen Routine aber die ganze Zeit gedanklich bei deiner Geschichte und ziemlich aufgedreht dadurch.
Schlussendlich habe ich bei meiner Schüssel mit Müsli den Rest deiner Geschichte doch noch gelesen - musste mich dann aber sputen um zur Arbeit zu kommen.
Liebe Natty , deshalb erst jetzt mein Kommentar zu deiner Geschichte.
Ich war hin und weg von deinem Text. Das war emotional sehr aufwühlend. Man spürte richtig die auf und ab's der Püppi und in welchen Chaos sie steckt.
Ich fand es absolut realistisch geschrieben und glaubwürdig.
Deine Geschichte erzählt eine Geschichte, hat Inhalt und viel Drama, was aber garnicht übertrieben war sondern viel mehr deutlich machte wie es in Püppi aussieht.
Ich war so aufgewühlt innerlich das ich streckenweise Schlucken musste über das erlebte. In welchen innerliche Chaos sie doch steckt und wie traurig und verzweifelt sie ist.
So sehr das sie sich selber verletzt, verletzen muss um zu spüren das sie noch lebt, Gefühle hat.
Ich fand es auch sehr realistisch das Püppi sich selber in diese Situation bring, sich im Club so auszuliefern.
Da gebe ich zu, ziehe ich parallelen zu mir.
Man weiß selber das man sich dadurch schadet, das es gefährlich ist aber man muss es tun weil man diese Demütigung und den Schmerz braucht. Das es psychisch absolut das Gegenteil erreicht ist einen bewusst.
So ähnlich ist es auch bei mir nur gehe ich nicht in den Club.
Das liebe Natty hat mich absolut berührt und mitgenommen.
Ich muss zugeben das es für mich, deine beste Geschichte überhaupt ist.
Hexenjagt war ja auch schon gut, aber das hier übertrifft alles.
Lieben Dank
und viele Grüße
Thorsten
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