Lieber Eisvogel,
danke für dein Kompliment mit dem wandlungsfähigen Stil, das fand ich besonders schmeichelhaft. Ich experimentiere gerne. Ist aber aus deiner Tastatur ein besonderes Lob, denn als ich deine Geschichte gelesen habe, dachte ich mir besonders am Anfang, wow, das ist ein geschliffener Schreibstil! Ein Wunder, dass das nicht den ersten Platz bekommen hat. Wie schon gesagt, dieser trockene, treffsichere Humor ist, wie ich finde, elegant, hintergründig und sehr schwer zu schreiben. Deswegen mag ich Terry Pratchett auch so gerne. Ich habe das leider noch nicht gemeistert, oder nicht so, dass es vorzeigbar wäre.
Bei deiner Geschichte, muss ich sagen, ist auch die Obessin, der Fetisch gut herausgekommen. Das ist nicht so mein Ding, besonders Schuhe oder Stiefel nicht, aber dennoch hat mich die Story reingezogen und fasziniert.
Was das professionelle Schreiben angeht, ich glaube, das ist noch mal was ganz anderes. Ich habe das Gefühl, gerade in letzter Zeit ist Qualität und Substanz immer weniger gefragt. Um was es dann geht, weiß ich nicht so genau, aber es scheint einem Trend zu folgen, zu dem Kunst, Filme, Autos, Elektronik und vieles mehr gehören. Meinen Respekt, dass du dich in dieses Minenfeld traust. Ich schreibe nur zum Spaß, das ist für mich die sicherere Bank.
In diesem Sinne, mach weiter, greif nach den Sternen.
Oder wie der Spruch von Queeny heute so passend auf den Schattenzeilen war: "Mit dem Mut zu beginnen und der Disziplin durchzuhalten wird der Sieg nur eine Frage der Zeit." - Napoleon
Grüße
Tek






20.07.2026 um 16:34 Uhr
geändert: 20.07.2026 um 17:50 Uhr
Hallo Eisvogel,
herzlichen Glückwunsch zum 2. Platz im
Wettbewerb! 🎊
Auf diesen Platz hatte ich auch meine Stimme für Deine Geschichte angegeben als Jurymitglied, und das ist mir gar nicht leichtgefallen, sie wäre beinahe auch bei mir auf Platz 1 gelandet.
Das Wettbewerbsthema hat Deine Geschichte meiner Meinung nach, mit dem Stiefelfetisch, und dem Wunsch sich einer Frau in Stiefeln zu unterwerfen, der zur unerfüllten Sehnsucht und somit zur Obsession wurde, voll getroffen.
Sie hebt sich meiner Ansicht nach gemeinsam mit der ersten sprachlich von den anderen Geschichten ab, auch der Aufbau gefällt mir sehr gut. Deinen Sprachstil, (aufgrund dessen und auch der Thematik ich sicher auf Dich als Autor getippt hatte ☺️ ), mag ich besonders gerne, die Metaphern, wie die der Serviette, die völlig überfordert von ihrer symbolischen Verantwortung… ist , sind einfach klasse! Auch Dein Witz und die selbstironische Betrachtung die die Geschichte durchziehen gefallen mir richtig gut. Schon alleine der erste Satz über den pädagogischen Optimismus und die Beschreibung des sensibel blickenden Pfarrer Thomas, köstlich…
Damit weckst Du bei mir sehr viel Sympathie für den Protagonisten, und ich denke vielen anderen geht es auch so. Gib das doch mal an ihn weiter, vielleicht mag er es dann irgendwann auch glauben 🫶
Aus dem Nichts wird nichts heraus passieren, und manchmal braucht es einfach etwas mehr als glückliche Zufälle.
Wer dagegen auf mich anfangs doch sehr unsympathisch wirkt ist Pia. Sie fand ich anfangs wirklich richtig fies, schön das es für Karl im späteren Leben nochmals eine Begegnung mit ihr gab, die anders verlief, und die sowohl für ihn als auch Pia zu einer sehr besonderen, bedeutsamen Begegnung wurde. Es heißt, es wirke als könne sie endlich zulassen ohne das Ganze durch Spott zu zerstören, das hat mich als Leserin dazu gebracht, sie doch noch zu mögen, weil ich eher verstehen konnte weshalb sie sich vormals so abfällig verhalten hatte.
Ich könnte mir gut vorstellen einen ganzen Roman von Dir zu lesen, weil ich all Deine Geschichten bisher sehr gerne gelesen habe, obwohl es in der Sache der Natur liegt, das mich Deine Thematik nicht persönlich anspricht, aber bei Deiner Art zu schreiben ist das völlig irrelevant.
Liebe Grüße, Rote Blume
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