Beste LeoMe,
ich find die Geschichte weder langatmig noch langsam. Im Gegenteil, es sind kurze Szenen, die dicht geschnitten aufeinanderfolgen, und die auf wenigen Seiten etliche Jahre raffen. Ich fühle mich in einen „film noir“ versetzt, in dem jede Geste Bedeutung trägt oder charakterisiert. Der Schreibstil ist dezent zurückgenommen, die Autorin steht hinter dem Vorhang und trägt nicht auf. Was kann doch das Erzählen zwischen den Zeilen alles transportieren!
Im Text hat René nicht nur das Kochen gelehrt. Sentimentalität ist immer eine Gratwanderung, und hier bist du wie eine Akrobatin sicher übers Seil gegangen.
Ich hab jetzt guten Appetit auf mehr.
ab und zu
Nachtasou
22.08.2026 um 05:02 Uhr
Bester Eisvogel,
so manche werden es kennen: die Wehmut über die erste Liebe. Gerade dann, wenn man Blut geleckt hat (hier Stiefel). Zwanzig Jahre sind dann kein genügend großer Abstand. Da regrediert man schnell in jugendliche Art zu sprechen. Die beschriebene Obsession trifft ins Schwarze der Aufgabenstellung.
Toll fand ich die Szene im Konfirmanden-Unterricht mit dem Satz „Selbstentblößung ist leichter, wenn man nicht so viel hat, das man verstecken muss.“
Neulich sah ich eine Youtuberin (Japanerin), die über den in Deutschland so beliebten Sarkasmus erschreckte. Der geht bis zur Selbstzerfleischung. Ich glaub, wenn man „trotzdem“ lacht, macht man es sich nicht leichter, nur den anderen.
Und das, wo es doch so viele Stiefel gibt; neulich erst in Aachen. Aber was nutzen irgendwelche Fetische, wenn es um Pias Stiefel geht. Die gibt es nur einmal. Das muss man halt erst mal verstehen.
Danke für das Lehrstück in Obsession und versteckter große Gefühle.
ab und zu
Nachtasou
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