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BDSM-Forum

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»Morgenstunde« von Clu

04.06.2026 um 01:18 Uhr

Eine aufschlussreiche Geschichte vor allem für Neulinge im bdsm.

 

Fraglich ist, ob der Top sie einer schwierigen Gehorsamkeits-Prüfung unterwerfen wollte, oder ob er einfach nicht darüber nachgedacht hat, ob das ein gutes Setting ist.

Jedenfalls scheint die Protagonistin sich bzw. ihrer Neigung mehr abverlangen zu wollen, als ihr befriedigend möglich wäre. Und die Wut resultiert vielleicht daraus, ihren Ansprüchen an sich selbst nicht zu genügen. Ob der eigene Leistungsanspruch, Klischeedenken, Gefallsucht, oder andere Gründe dem zugrunde liegen, kann nur die Protagonistin für sich selbst klären.

Beim Ausleben wollen einer Neigung sollte man Kopfkino auch nicht mit der Realität verwechseln.

 

Salimera

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»Der Wärter« von Gregor

03.06.2026 um 23:17 Uhr

Nice! Eine Geschichte mit Wirkung. Sie fängt etwas langsam an, es hat sich aber gelohnt, weiterzulesen. 

 

Ich mag diese Art von Frau und diese Art von Dialog sehr. Mit jedem Satz eine weitere Gemeinheit. 

Etwas an deiner Geschichte hat mich sehr abgeholt. 

Danke dafür!

Zum Thema.

»BDSM als Therapie?« von Clu

03.06.2026 um 20:26 Uhr

Obscurius Optissimus

Da geht es eben um die Definition des Wortes "Therapie". Es gibt doch viele Dinge, die postiven Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Gesunde Ernährung, Sport, Freundeskreis usw. Sexualität ist ein Faktor von vielen. Wenn du den Begriff "Therapie" als medizinische Intervention mit klarem Ziel, die "Gesundheit" wieder herzustellen definierst, gebe ich dir natürlich recht. 

Dann sind wir uns in der Intention und Abzielung auf medizinische Gesundheit anscheinend einig. 

Ansonsten wäre es auch Therapie, wenn Privatpersonen oder der Staat wohlwollend meine permanente finanzielle Ausstattung deutlich verbessern würden, indem sie mein Konto langfristig auffüllen; was meiner Gesundheit indirekt auch dienen könnte. ^^

 

Grüße

Salimera

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»BDSM als Therapie?« von Clu

03.06.2026 um 20:10 Uhr

G Schichtenrausch

Wenn ich das Thema weiter fasse, steht es auch immer im Kontext zu Liebe (der allerbesten Therapie von allen Therapien bei allen Themen, im gesamten Leben), ...

Liebe ist immer ein großes Wort, und deren Art und Ausprägung können beim Gegenüber sowohl positive wie destruktive Wirkungen haben. Beispielhaft nenne ich als Stichwort "besitzergreifende Eifersucht".

Als Therapie würde ich glückbringende Liebeserfahrungen auch nicht bezeichnen. Das Beste was einem passieren kann, ist sowieso eine gesunde Art der Selbstliebe, dieser gerecht zu werden, und die Bedingungen zu haben, um achtsam mit sich umgehen zu können. 

 

Weiteres zu meinem Verständnis des Therapie-Begriffs in einem folgenden Beitrag.

 

Grüße

Salimera

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»BDSM als Therapie?« von Clu

G Schichtenrausch

Autor. Korrektor. Förderer.

03.06.2026 um 17:52 Uhr

Salimera

deinem Beitrag stimme ich überwiegend zu, möchte aber dem Zitierten anmerken:

Dann müsste auch das Ausleben einer erfüllenden Vanilla-Sexualität oder Homosexualität bei entsprechenden Neigungen als Therapie gewertet werden.  Ob das sinnig ist?

Ja, ich denke, das widerspricht sich nicht. Ein Mensch, der mit BDSM nichts anfangen kann, wird auch keinen Rausch bei Fesseln und Schmerz erleben, der erlebt sein Orchester und seinen Nachklang vielleicht in anderer sexueller Form.

Sexualität entzieht sich jeder Wertung. BDSM ist nicht besser oder schlechter, jeder Mensch hat seine individuellen sexuellen Präferenzen, das sind so viele Varianten.

Wenn ich das Thema weiter fasse, steht es auch immer im Kontext zu Liebe (der allerbesten Therapie von allen Therapien bei allen Themen, im gesamten Leben), zu Partnerschaft und alles steht im Strudel der Zeit, der Entwicklung, der Veränderung. Das sind Fragen, die jeder Mensch, unabhängig von äußeren Anstößen, nur für sich allein beantworten kann. Ich mach das mal, ohne das Thema weiter zu fassen:

Weil dieses BDSM-Dings in meiner Seele steckt, empfinde ich BDSM als stärkeren Rausch im Vergleich zu anderen Varianten der Sexualität.

Zum Thema.

»BDSM als Therapie?« von Clu

03.06.2026 um 17:35 Uhr

Ausleben von Sexualität und Sehnsüchten dient doch nicht der Bearbeitung sexueller Themen, sondern der Befriedigung von naturgemäßen Bedürfnissen - für deren mehr oder weniger notwendige Erfüllung keine Krankenkasse wegen therapeutischer Ziele zahlen würde.^^

Das wäre es doch. BDSM als Kassenleistung! Die sind bei vielen anderen Therapieformen ja leider auch oft so knickrig :D 

 

Positiven Effekten auf andere Lebensbereiche, durch eine befriedigende Sexualität welcher Art auch immer, würde ich keine therapeutische Bedeutung beimessen.

Da geht es eben um die Definition des Wortes "Therapie". Es gibt doch viele Dinge, die postiven Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Gesunde Ernährung, Sport, Freundeskreis usw. Sexualität ist ein Faktor von vielen. Wenn du den Begriff "Therapie" als medizinische Intervention mit klarem Ziel, die "Gesundheit" wieder herzustellen definierst, gebe ich dir natürlich recht. 

 

Es ist vielleicht nicht das Ziel sexuelle Themen zu bearbeiten, wenn man seine Sexualität auslebt. Es ist aber ein Nebeneffekt. Das ist mein Punkt.  

 

Ich finde interessant, dass du in deinem Kommentar sehr Psychotherapie-kritisch argumentiest. Ich glaube nämlich auch, dass ein 50 minutiges Gespräch einmal in der Woche nicht das ganze Leben rumreißen kann. Umso mehr bin ich von der Wichtigkeit der Lebenführung allgemein überzeugt. Ob du es nun Therapie nennen willst, oder nicht.

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»BDSM als Therapie?« von Clu

03.06.2026 um 17:00 Uhr

G Schichtenrausch

Die Frage war, BDSM als Therapie?

Ja, geht, begrenzt, Voraussetzung ist der passende Partner bzw. die Partnerin.

 

Hallo G Schichtenrausch,

 

deinem Beitrag stimme ich überwiegend zu, möchte aber dem Zitierten anmerken:

Dann müsste auch das Ausleben einer erfüllenden Vanilla-Sexualität oder Homosexualität bei entsprechenden Neigungen als Therapie gewertet werden.  Ob das sinnig ist?

 

Grüße

Salimera

Zum Thema.

»BDSM als Therapie?« von Clu

03.06.2026 um 16:48 Uhr

Obscurius Optissimus

Vielleicht ist es mit tatsächlich praktiziertem BDSM ganz ähnlich. Überspitzt formuliert: Man tut es, damit man merkt, dass man es gar nicht braucht. Oder vielleicht, damit man merkt, was man tatsächlich braucht. 

Ob ich das Therapie nennen würde? Vielleicht wenn der Effekt sich auf andere Lebensbereiche überträgt. Wenn man durch die Bearbeitung seiner sexuellen Themen auch in anderen Bereichen des Lebens glücklicher wird. 

Die Frage ist, ob das tatsächlich passiert. Ich denke, das hängt davon ab, wie groß der Leidensdruck von Anfang an war.

 

Positiven Effekten auf andere Lebensbereiche, durch eine befriedigende Sexualität welcher Art auch immer, würde ich keine therapeutische Bedeutung beimessen. Ausleben von Sexualität und Sehnsüchten dient doch nicht der Bearbeitung sexueller Themen, sondern der Befriedigung von naturgemäßen Bedürfnissen - für deren mehr oder weniger notwendige Erfüllung keine Krankenkasse wegen therapeutischer Ziele zahlen würde.^^

 

Grüße

Salimera

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»BDSM als Therapie?« von Clu

03.06.2026 um 15:50 Uhr

geändert: 03.06.2026 um 16:15 Uhr

Auch wenn mein Beitrag Verallgemeinerungen enthalten sollte, so stellen diese nur meine rein persönlichen Meinungen und Wahrnehmungen dar.

Hier TEIL 1 meiner Texttapete

 

Liebe Community,

liebe Clu, 

 

Manchem in deinem Beitrag kann ich zustimmen, einiges will ich ergänzen und aus meiner Perspektive heraus zurechtrücken, denn dein Weg, ist nicht aller Weg.

 

BDSM als Erkenntnisweg, Lustweg oder Holzweg?

 

In deinem Beitrag verwendest du hinsichtlich der bdsm-Neigung wiederholt die Begriffe „Heilung“ und „Verschwinden“ auf synonyme Weise, womit du auch durch Schilderung deiner persönlichen Entwicklung deine ursprüngliche Neigung eher pathologisiert hast. Gleichzeitig erweckt dein Beitrag den Eindruck, dass deine Erfahrung und Einschätzung vielleicht als repräsentativ für andere Kinkster zu sehen wären. Doch nicht bei allen anderen Kinkstern existieren irgendwelche  Knoten, deren Auflösung nötig, erwünscht oder heilbringend wären.

Nicht von positiven Triggern und lustvollen Kicks schreibst du bei deinem Weg ins bdsm-Erleben, sondern von einem motiviert sein; was sprachlich im Zusammenhang mit deinen (vermeintlichen) psychischen Knoten dann sicher angemessener formuliert ist.

Das erweckt den Eindruck, als wäre deine Motivation vielmehr ein Weg der Erkenntnissuche gewesen, und vielleicht erst rückblickend als solcher erkannt (oder deklariert) worden.

Für die meisten Kinkster ist und bleibt es wohl eher ein Weg der Lust und Befriedigung, und nicht der für einen Erkenntnisgewinn, durch den befriedigende Neigungen verloren gehen könnten/würden.

 

Sicher ist bei vielen die Faszination für bdsm in den Anfängen am stärksten und am aufregendsten. Man experimentiert, man tobt sich aus, und vieles nutzt sich nach einer Weile mehr oder weniger ab, wird vielleicht langweiliger, Grenzen werden erweitert oder Abneigungen können entstehen.

Im Alter werden wir dann sowieso alle ruhiger, weniger triebhaft, oder es finden sich andere Präferenzen oder Notwendigkeiten in der Lebensgestaltung. Solche Entwicklungen, oder Neigungsänderungen wie z.B. Rollenänderung,  haben aber nichts mit einer „Heilung“ im Sinne eines Auflösungsprozesses zu tun.

 

Psychotherapien:

 

Ganz allgemein bezweifle ich die psychotherapeutischen Möglichkeiten für „Heilungen“ der Psyche oder zur Veränderung der Art der Sexualität, die dann ja mit Persönlichkeitsveränderungen, mit einer Andersprägung, oder Verdrängung etc. verbunden sein müssten. Deshalb halte ich die Nutzung von Therapeuten ganz allgemein nur in wenigen Fällen für sinnvoll.

Für Menschen,

- die immer wieder jemandem das gleiche Jammerlied vorsingen wollen, um Freunde/Partner damit nicht zu belasten oder zu nerven

- als Begleitung und Unterstützung bei destruktiver Verhaltens- oder Suchtproblematik

- deren negative FlashBacks, entstanden aus bekannt intensivem Trauma, mit bestimmten Techniken evtl. zu reduzieren oder aufzulösen zu sind;  das Trauma selbst ist ja nicht zu beseitigen

- die nicht fähig sind, sich und aktuell belastende Bedingungen zu erkennen und richtig einzuordnen. Sicher könnten hierbei auch emphatische intelligente Menschen aus dem persönlichen bzw. Kinkster Umfeld mittels Gespräche hilfreich sein.

 

(Fortsetzung folgt)

 

Grüße

Salimera

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»BDSM als Therapie?« von Clu

03.06.2026 um 15:39 Uhr

Toller Beitrag und spannende Diskussion. 

Meine Meinung dazu ist zwiegespalten. Bei einer Therapie denke ich immer an etwas, dem man sich zuwendet, wenn man einen Leidensdruck verspürt. Man erhofft sich durch die Therapie eine Besserung.

 

Bei BDSM ist ja sehr oft genau andersherum. Man hat eine nahzu unbeschreibliche Sehnsucht. Wenn es schön ist, wünscht man sich ja gar nicht, dass es weg geht. 

 

Der Leidensdruck könnte sein, dass man etwas verlangt, was man eigentlich gar nicht will. Vielleicht aus moralischen Gründen, oder weil es andere Lebensbereiche negativ beeinflusst. Oder, dass man es zwar will, aber nicht bekommt. Oder, dass man es unbedingt will und auch bekommt, aber dann totzdem unzufrieden ist. Vermutlich gibt es noch viele weitere Variationen. 

 

Vielleicht besteht die Genesung darin, dass man seine Sehnsüchte erfüllt um dann festzustellen, dass man es doch gar nicht so dringend gebraucht hat? Oder dass man sich selbst besser versteht und sich folglich das geben kann, was man braucht. 

Ich denke, dass ist generell ein Teil unseres Lebens. Wir haben Wünsche und Hoffnungen, machen dann Erfahrungen die sich vielleicht nicht mit unseren Erwartungen decken und müssen daraufhin unsere Vorstellungen überarbeiten oder anpassen. 

 

Ein witziger Fun-Fact, den ich erst neulich in einem Buch gelesen habe der das ganz gut illustriert: Es wurden Menschen zu ihren besten sexuellen Erfahrungen und zu ihren liebsten sexuellen Fantasien befragt. Eine sehr weit verbreitete Fantasie ist Sex mit mehreren Partnern gleichzeitig. 

Wenn man diese Fantasien aber dem Geschlecht und der sexueller Orientierung der Befragten gegenüberstellt, stellt man fest, dass es vor allem Heterosexuelle sind, die diese Fantasie haben. 

Wenn man konkret schwule Männer fragt, dann ist diese Fantasie deutlich weniger verbreitet. Wieso?

Die Erklärung, aus dem Buch war, dass schwule Männer es vermutlich am einfachsten haben, tatsächlich sexuelle Erfahrungen mit mehreren Leuten gleichzeitig zu machen. Und vermutlich sorgt diese Erfahrung in dieser Kohorte dafür, dass die Fantasie entzaubert wird. Es ist eben nicht so gut, wie man es sich vorstellt.

 

Vielleicht ist es mit tatsächlich praktiziertem BDSM ganz ähnlich. Überspitzt formuliert: Man tut es, damit man merkt, dass man es gar nicht braucht. Oder vielleicht, damit man merkt, was man tatsächlich braucht. 

Ob ich das Therapie nennen würde? Vielleicht wenn der Effekt sich auf andere Lebensbereiche überträgt. Wenn man durch die Bearbeitung seiner sexuellen Themen auch in anderen Bereichen des Lebens glücklicher wird. 

Die Frage ist, ob das tatsächlich passiert. Ich denke, das hängt davon ab, wie groß der Leidensdruck von Anfang an war.

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