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Freitags (Teil 2)

Vor Jahren hatte Klara eine Geschichte geschrieben und veröffentlicht. Allerdings schrieb sie über einen Menschen, der davon nichts wusste. Dieser Mensch heißt Matthias und nimmt Kontakt zur Autorin auf.

Eine BDSM-Geschichte von Sesemie.

Bild: Schattenzeilen, Midjounrey (2026)

 

Ein grauer Novemberwind fegt vom trüben Himmel welke Blätter durch die nasse Straße vor dem Fenster. Vor Matthias steht eine Tasse Tee und ein noch verschlossener Briefumschlag liegt auf dem Tisch. Der Gastraum des Cafés ist noch fast wie in alten Zeiten. Nur ein wenig anders. Die Kellnerin ist eine andere und der Tee schmeckt auch nicht so wie früher. Aber wenigstens das Gebäude ist das gleiche und die Menschen weitestgehend auch. Einige haben das Dorf verlassen, dafür sind wieder welche hergezogen, doch der harte Dorfkern bleibt beständig. Stäte. Dieser mittelhochdeutsche Begriff flattert immer wieder durch seine Gedanken, wenn er wie jetzt so wehmütig an seine geliebte Frau Frieda denkt, mit der er immerhin 39 Jahre verheiratet war. Hier sind sie gemeinsam hergekommen und sie durfte sich ein Eis aussuchen. Hier haben sie gemeinsam mit der Wirtin herumgealbert. Hier hat er die Zeit bis zu ihrem Freitagsritual verbracht. Genau genommen gab es zwei Rituale für diesen Wochentag: eines mit Frieda und eines mit seinen Freunden. Letztere betraf einen Kaffee zum Wochenendauftakt, während Frieda eingesperrt im Keller über ihre Sünden der Woche nachdachte.

In Wahrheit hatte er Frieda wirklich liebevoll an einem Haken fixiert, hatte alles für die folgende Session vorbereitet und war dann, nach einem verheißungsvollen, leidenschaftlichen Kuss, zu seinen freitäglichen Treffen gegangen. Dabei hatte er sie immer via Kamera und seinem Handy im Blick gehabt. Wenn er dann nach Hause kam, musste sie ihm einen vollständigen Bericht erstatten und um Strafe bitten. Als sie beide noch jünger waren, erfolgte das freilich etwas heftiger und ungestümer, mit der Zeit wurde die Kette jedoch länger, an der sie hing, ihr Verhältnis enger und vertrauter.

Wer bitte hängt schon seine geliebte Frau an einer Kette im Keller auf und geht dann auch noch gemütlich zum Kaffeekränzchen?! Und welche Frau lässt das mit sich machen? Oh, wie vermisst er seine Frieda! Außer … tja, niemand bis auf eine Person – die Person, um die es hier geht. Ihr hat er davon erzählt und sie hat ihm das abgenommen und vor Jahren eine Geschichte darüber auf einem Literaturforum veröffentlicht. Er war zufällig darüber gestolpert und einigermaßen verblüfft gewesen.

Gespannt darauf, wie es weitergeht?

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

24.01.2026 um 05:04 Uhr

Liebe Sesemie 

 

Jetzt Ärger ich mich doch sehr - hatte ich doch vor gehabt den ersten Teil zu suchen und zu lesen als ich deine Geschichte geöffnet hatte.

 

Ich danke Dir für diese wunderschönen Zeilen. 

Ich finde diese Geschichte wirklich schön. 

 

Zwei Menschen unterschiedlicher Generation, zwei getrennte Leben die unterschiedlich aufgewachsen sind und doch durch etwas Verbunden sind. 

 

Nein.....ja auch irgendwie durch BDSM aber vor allem durch die Geschichte im warsten Sinne des Wortes.  

 

Das war einfach sehr Gefühlvoll geschrieben. 

Ich mochte den sehr respektvollen Umgang der Beiden. Vor allem der Schluss. 

 

Danke für deine Zeilen die mich zuerst auf einen anderen Pfad leiteten und ein überraschendes Ende zauberte.

Ich kann nichts dafür aber ich liebe Geschichten die sehr Gefühlvoll sind, die mich berühren und mir Zeigen das BDSM nicht kalt ist, gefühllos oder gar mit Angst zu tun hat. Nein vielmehr ist es der gegenseitige Respekt. Dankbarkeit von beiden Seiten. 

 

Danke liebe Sesemie das ich deine Geschichte hier lesen durfte und das Du mich so zurück lässt wie ich mich fühle. 

Viele Grüße Thorsten

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