Erwartungsvoll lehne ich mit dem länglichen Holzkasten unter dem Arm in der Küchentür und beobachte ihn. Wie er am kleinen Tisch mitten in der Küche sitzt, in die Zeitung vertieft, als würde ihn wirklich interessieren, was dort drinsteht. Das fruchtige Spülmittelaroma liegt noch in der Luft; die Spüle ist blitzblank geschrubbt und auf der leer geräumten Anrichte steht eine Tasse dampfender Kaffee. Die schwarzen Ärmel seines Hemdes hat er hochgekrempelt – bestimmt, damit sie beim Abwasch nicht nass werden; und ganz sicher nicht, um seine gut definierten Oberarme noch mehr zur Geltung zu bringen. Kurze Haare, getrimmter Bart und dunkle, eng anliegende Hose machen seinen Look perfekt für mich – er hat sich Mühe gegeben.
Ich streiche mir eine freche Strähne aus dem Gesicht und löse mich vom Türrahmen. So ehrwürdig das enge, schneeweiße Kleid es zulässt, schreite ich zum zweiten Küchenstuhl, der nichts Besseres zu tun hat, als sich knarzend zu beschweren, als ich mich setze. Missbilligend verzieht er – Alex, nicht der Stuhl – das Gesicht und schaut auf. Zwei Handgriffe später ist die Zeitung zusammengerollt und beiseitegelegt; fasziniert starre ich sie an – es würde nur eine flinke Bewegung kosten, um sie zu schnappen und …
»Wollen wir?«, brummt er mir dazwischen und beugt sich etwas vor. »Oder hast du Schiss zu verlieren?«
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Den Spielzügen kann ich als Schachspieler zwar nicht recht folgen, aber darauf kommt es ja auch nicht an. Witzig die Kommentare der Spielenden. Das Remis kann ich nicht nachvollziehen - was denn nun, wer denn nun wen ....
sehr witzig und unterhaltsam ist diese Geschichte geschrieben.
Ich würde mich zwar gerne für Schach interessieren, tue es aber leider nicht, vielleicht hatte ich deswegen beim ersten Lesen keine Geduld den ganzen Text komplett zu lesen, sondern habe ihn nur übersprungen.
Aber solche Dialoge wie„ Ich bin heute weiß“ ….. „Das ist nicht zu übersehen“ gefallen mir wirklich gut.
Und mir gefällt die Idee der Küche als neutralem Ort, auf der sich auch auf Augenhöhe begegnet werden kann, aber eben auch „ gestritten“ und verhandelt wird.
Wenn beide eine dominante (und submissive) Seite haben ist es sicher eine gute Sache dies spielerisch positiv umzuwandeln und darum zu spielen wer die nächste Session „ gewinnt“ , statt sich tatsächlich ständig zu bekämpfen. Sollte man vielleicht so manchen Vanilla Paaren mal vorschlagen und ihnen die Geschichte zu lesen geben 😉
Eine tolle Geschichte die Schach und BDSM vereint.
Ich musste so oft schmunzeln, deine Ausdrucksweise und die Ideen zu den einzelnen Schachfiguren haben mir wirklich gut gefallen. Besonders der Läufer als Plug. Mein erster Gedanke ging richtung Korsage/Wespentaille aber deine Idee gefällt mir so viel besser.
Das Geplänkel zwischen den Protagonisten fande ich klasse es hat einen gewissen Humor der mir gut gefällt. Alleine schon das sie darum spielen wer Top und wer Bottom ist, sich aber immer wieder versuchen kleine Fallen zu stellen oder dem anderen überlegen zu sein, hat mir gefallen. Keiner will nachgeben aber beide mögen sie es doch auf beiden Seiten.
Eine sehr tolle, humorvolle, anregende Geschichte.
Oh eine wunderbare Geschichte ist das geworden, lieber Rumsch.
Zu was so ein bisschen Smalltalk doch führen kann. Ich werde unsere Chat-Themen in nächster Zeit sehr viel genauer auf ihre "phantastischen" Eigenschaften hin untersuchen
Und sollte ich mal wieder Schach spielen irgendwann, werde ich wohl unweigerlich an diese Geschichte denken. Du hast dich also unvergesslich gemacht.
Oder, vielleicht lass ich das jetzt lieber mit dem Schach spielen... oder erst recht?
ich kann mich noch gut an den Abend am Kamin erinnern. Plötzlich stand die Frage im Raum, ob Schach BDSM ist. Wir bombardierten uns mit Ideen und dachten kurz über einen Geschichtenwettbewerb nach. Auch wenn es dazu nicht kam, wusste ich, dass du das Thema aufgreifen würdest. Und was soll ich sagen? Toll umgesetzt. Mutig tritt die Dame im weißen Kleid ihrem schwarzen König gegenüber. Ich habe die beiden gerne still beobachtet.
Und der Wettbewerb? Nun, ich habe an dem Abend auch einen Schnipsel begonnen. Mal sehen, wo ich den irgendwann mal unterbringen kann. Danke für deine Geschichte, und dass ich sie als Erste lesen durfte.
ich finde es sehr interessant und eine großartige Idee, wie du in dieser Geschichte Schach und BDSM verknüpft hast. Jetzt wird mir auch klar, warum du letztens im Chat so interessiert und etwas schelmisch "Ach du spielst Schach?" geschrieben hast, aber dann nicht weiter darauf eingegangen bist; du hast währenddessen ja schon an der Geschichte geschrieben. Die Analogien in Bezug auf das Fesseln, Schlagen und die Stellungen, sowie zur Bedeutung der verschiedenen Figuren finde ich auch ziemlich witzig und gelungen. Sie sind zwar augenscheinlich, mir selbst aber bislang nicht in den Sinn gekommen. Die dadurch entstehende Dynamik der Beiden trägt wunderbar durch die Geschichte und lässt deren und mein Kopfkino anspringen. Auch das Ende ist sehr passend, da das Remis für mich spiegelt, dass es auch zwei Gewinner geben kann, was voll unser Verständnis von BDSM trifft. Außerdem sollte man wissen und erkennen, wann man zu viel will und auch das wird schon eingebunden.
Leider spielt meine Frau kein Schach, aber ich werde wohl zukünftig immer einen Hintergedanken beim Spielen haben und das ein oder andere Schmunzeln nicht verbergen können.
Hallo Rumsch, in ein feines Spiel hast Du uns da schauen lassen. Genauer gesagt waren es sogar zwei, das auf dem Brett und das Deiner Protagonisten, der weißen Dame und dem schwarzen König. Bei beiden gab es keinen Sieg sondern ein spannendes Remis.
Erzählt mit wohl platzierten Worten, mit Überlegungen und Emotionen, die mir wirklich sehr gut gefallen haben.
Danke für Mittagsunterhaltung, die ich sehr gern gelesen habe
Ich bin zwar keine Schachspielerin, aber dieses Spiel hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ich konnte deine Protagonisten vor mir sehen, wie Sie grübelt und Er verschmitzt schmunzelt, und umgekehrt. Es hat geknistert, und die Spannung, wer nun gewinnen wird, war bis zum Schluss offen. Dankeschön, es hat mir großen Spaß gemacht deine Geschichte zu lesen!
danke für den super Start in den Tag mit deiner Geschichte. Ich finde sie ist wirklich toll geschrieben. Ich hatte richtig Spaß dabei zu lesen, wie die beiden sich gegenseitig immer weiter anstacheln und das Schachspiel zum Vorspiel mit viel Kopfkino machen. Tolle Idee, dafür ein Dankeschön!
29.03.2026 um 21:06 Uhr
Schön
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