Die verborgene Neigung führt zur Lebenskrise, die heile Welt gerät aus den Fugen. Das spontane Outing führt zur Suche nach dem Normal im Leben eines submissiven Menschen.
»Mama!«, ruft der Kleine von oben. Sie wendet sich ab, geht nach oben und bringt wie gewohnt die Kinder zu Bett. Er sitzt derweil regungslos mit hängendem Kopf auf dem Sessel. Das Gehirn pocht einfach nur noch, als wollte es platzen. Nicht einen winzigen klaren Gedanken kann er noch fassen, nicht einen. ›Irgendwie ist es jetzt auch egal. Jetzt ist es vorbei, alles ist vorbei. Das hast du verbockt, das bekommst du nicht wieder in den Griff. Deine Ehe, die Kinder, das Haus, einfach alles vorbei. Den verdammten Job kannst du auch gleich hinschmeißen.‹ Sein Gehirn schießt ohne Unterlass immer weiter, einen Gedankenfetzen nach dem anderen, ohne Unterbrechung.
Während sie sich pflichtbewusst um die familiären Aufgaben kümmert, um anschließend alleine zu Bett zu gehen und leise zu weinen, wie so oft in den letzten Monaten, übermannt ihn die endlose Müdigkeit, mit der er schon seit Monaten täglich um jede Minute des Abends ringt. An Ort und Stelle auf dem Sessel, halb sitzend, halb liegend fallen seine Augen zu und die nächste unruhige Nacht voller unglückseliger Gedanken nimmt ihren Lauf.
Am nächsten Morgen, gerädert vom wochenlangen schlechten Schlaf, schleppt er sich besonders früh aus dem Haus, um jedem Blick, jedem Wort aus dem Weg zu gehen. Das Gewissen drückt tonnenschwer auf sein Gemüt.
So geht es drei Tage lang. Arbeit, Abendessen, Schweigen, Schlafen und wieder von vorn.
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