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Ich und ich oder die zwei Seiten einer Medaille

Was fänden wir für Dinge in uns, wenn wir nur zuhörten. Und wie wären wir zu uns selbst, würden wir besser mit uns umgehen.

Eine BDSM-Geschichte von Natty.

Bild: Schattenzeilen, Gemini Flash (2026)

 

Ein Tag im Herbst, kalt, windig, die Bäume haben bereits alle Blätter verloren. Die Bürgersteige sehen dreckig und trostlos aus. Hier und da liegt Müll zwischen Pfützen, entsorgt aus Unachtsamkeit oder Willkür, wer kann schon sagen, was die Menschen, die achtlos vorübergehen, bewegt.

 

A: Hast du mitbekommen, wie sie sich wieder hinter unserem Rücken die Mäuler zerrissen haben?

 

B: Ach, du malst doch schon wieder den Teufel an die Wand, wahrscheinlich war es gar nicht persönlich gemeint. Du bist doch nicht für den Ärger anderer Leute verantwortlich. Vielleicht haben sie zu Hause Ärger und kompensieren ihr trauriges, langweiliges Leben damit, sich über das Leben anderer zu unterhalten.

 

A: Wie du nur immer so optimistisch sein kannst. Dir geht es doch auch nicht gut, wenn du solche Sprüche hörst, wie: ›Die hat doch einen leichten Schatten‹ oder: ›Guck mal, was die heute wieder anhat‹, oder: ›Die war schon wieder zwei Stunden beim Chef‹.

 

B: Versuche, es doch einmal anders zu sehen, sie haben Angst vor dem, was du herausfinden wirst, ihre Jobs könnten in Gefahr sein. Innenrevision mag doch keiner. Schon alleine das Wort macht Angst und bang.

 

A: Oh, ernsthaft, vielleicht hast du recht, aber dieses: ›Lass uns erstmal einen Tee zusammen trinken‹ macht mich krank. Du musst auch nicht immer nur das Gute in den Menschen sehen. Die meisten haben es nicht verdient.

 

B: Sei doch nicht so. Vielleicht versuchst du morgen mal, nicht so aufbrausend zu sein. Denk erst daran, was ich sagen würde, bevor du reagierst.

 

A: Oh, glaube mal, das versuche ich, seit ich dem Typen damals erzählt habe, dass er eigentlich einen guten Charakter hat, und er dann doch gegangen ist. Hätte ich wie du reagiert und mich dafür entschuldigt, dass er so ein Arschloch war …

 

B: Er war doch eh nicht der Richtige. Er war irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes, so normal, er passte nicht.

 

A: Nein, da hast du recht. Aber Scheiße, langsam hätte ich mal wieder richtig Bock. Aber einfach einen aus der Bar? Die taugen doch alle nichts.

 

B: Sei doch nicht immer so abwertend. Sie taugen ganz bestimmt für irgendwen, nur eben nicht für dich.

 

A: Na, für dich doch auch nicht. Ich muss sagen, ich mag die Geschichten auf diesem Literaturportal, das wir entdeckt haben. Die turnen mich richtig an.

 

B: Uh, du meinst die Geschichten mit den Schmerzen? Oh, da tut mir schon bei der Vorstellung alles weh. Aber du hast recht, was das Portal angeht. Ich finde das auch sehr sympathisch und denke, wir sollten uns dort langsam mal vorstellen und nicht nur unsichtbar konsumieren. Das ist doch nicht fair, oder?

 

A: Ach, Fairness wird überbewertet. Jeder ist sich selbst der Nächste, es schenkt einem keiner was in dieser beschissenen Welt.

 

B: Mir blutet immer das Herz, wenn du sowas von dir gibst. Nur, weil wir noch nicht angekommen sind, heißt es doch nicht, dass es keinen Ort für uns gibt. Vielleicht ist dieses Portal der Anfang von etwas ganz Wunderbarem. Du kannst doch nicht immer davon ausgehen, dass es wieder nicht das Richtige ist. Einmal in deinem Leben etwas Optimismus kann doch nicht schaden.

Gespannt darauf, wie es weitergeht?

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

17.01.2026 um 05:14 Uhr

Liebe Natty ,

 

 ich habe mich köstlich amüsiert über dein herlich geschriebenen innerer Twist.

 

Nicht über Dich, nein weil ich das auch ständig mit mir habe. 

 

 Ich geb ja zu, das ich zuerst überlegt habe, wer Person A und Person B wohl ist. 

In meinen Gedanken spielte sich die Szene ab in der sich zwei Frauen (Freundinnen) unterhalten. 

Dann aber - jedoch spätestens ab der Szene auf der Couch war mir klar, das es um den innen Twist handelt. 

 

.....und ja, leider ist es wirklich so. 

Freunde? Tja? Ja aber niemand kennt einen richtig. 

Das ist wie - braucht man jemanden der einen mal Hilfe (Möbel schleppen oder Tapezieren) hat keiner Zeit und selber versucht man immer für andere da zu sein. 

 

Gerade jetzt wieder da ich renoviere und die Küche erneuer.......und doch steht man alleine da. 

 

Mit vielen Spricht man täglich und doch nur oberflächlich.

Mit einen krazt man an der eigenen Oberfläche und doch ist da etwas was man für sich behält.  

 

Man denkt so oft: <Mensch........werd doch mal normal> oder <bitte......las diesen Blödsinn doch mal sein> aber irgendwo verleugnet man sich nur selbst......und doch ist man absolut normal. 

Auch wenn man darauf reagiert wie der Teufel....wenn man in die Nippel gekniffen wird.

Ich kann da auch nur als Mann sprechen und weiß von was Du sprichst. Mich macht es nämlich auch verrückt.

 

Nun aber wieder zu deiner Geschichte liebe Natty, 

Ich fand diese innere Auseinandersetzung absolut realistisch und glaubhaft geschrieben. 

Es war lustig und gleichzeitig doch auch absolut ehrlich geschrieben so das man jegliche Gedanken nachvollziehen konnte.

 

Gerade als Frau, glaube ich war es oft so als Kind und Jugendliche, das man so erzogen wurde. Das man sich nicht berührt, das man zurückhaltend ist, das Sex nur in der ehr gut ist, das .........aber auch für Männer ist es so. 

Man muß stark sein, der Mann hat das sagen. 

 

Wie, du hast keine Frau, Haus und Kinder? Gerade wenn man Beruflich vielleicht doch etwas ansehen genießt bzw vertrauen erarbeitet hat, wird man oft angesehen wenn man auf all die Fragen mit Nein antwortet. 

 

Danke für deine Zeilen, die mich sehr zum Denken anregen. 

Keine Geschichte - viel mehr ein Bericht oder Protokoll und doch auch lustig geschrieben. 

Ich glaube das hast Du sehr gut umgesetzt, gerade diese Szene mit den wechselnden Perspektiven - das Innere ich und Du als Person. 

Ich fand es spannend geschrieben und mein lesefluss war nicht unterbrochen. Manchmal hat man es ja, das man über ein Wort oder einen Satz stolpert und man gedanklich abdriftet aber nicht hier.

Das einzige was bei mir war, waren die aufkommenden Erkenntnisse die mich zum Nachdenken anregten beim Lesen. 

 

Danke schön 

 

Viele liebe Grüße Thorsten

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