BDSM-Geschichten, erotische Texte und Literatur

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Die Kette

Eine BDSM-Geschichte von Jona Mondlicht.

Freitag Abend. Sie sitzt am Tisch. Vor ihr liegt ein einzelnes Blatt Papier. Es ist leer. Noch. Das unruhige Flackern der Kerze färbt es mal gelb, mal grau. Mal hell, mal dunkel. Mal hoffnungsvoll, mal traurig.

Sie hat lange nachgedacht. Keine Zeile, die sie schreiben will, kein Wort, welches sie sagen muss, wird ihr leicht fallen. Aber sie kann nicht anders.

Draußen durchpflügt ein Sturm die Nacht. Die Fensterläden klappern.

Sie atmet tief ein, ruhig wieder aus. Dann greift sie zum Stift.

„Mein lieber Dom“, schreibt sie. Und schon wird es schwer. Ist es denn ihrer? Hat sie ein Recht darauf, ihn so zu nennen? Seit einem Monat hat sie ihn nicht mehr gesehen, haben sie nicht miteinander gesprochen. Wie kann sie sicher sein, dass es ihrer ist?

Doch nun steht es da. Sie hat nur dieses eine Blatt. Gesagte Dinge sind gesagt. Ein Umstand, der auch dazu führte, dass sie nun hier sitzt. Sie erinnert sich an diesen verhängnisvollen Abend vor vier Wochen. An einem dieser Freitage, an denen sie und er gemeinsame Gedanken pflegten. 

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

15.11.2018 um 14:41 Uhr

Einfach nur Wow

Danke dafür

12.11.2018 um 13:39 Uhr

Eine sehr bewegende Geschichte. 

Und wahnsinnig gut geschrieben. Diese bildhaften Gleichnisse. Wenige Worte und viel mehr was dann im Kopf noch abläuft. 

Fantastisch!

04.11.2018 um 16:06 Uhr

Eine schöne Geschichte und eine gute Idee.

Danke für beides :)

† Fragwürdig

Gelöscht.

22.02.2018 um 23:57 Uhr

Es könnte so einfach sein ... oder auch nicht  - denn dann wäre es nur halb so aufregend.

Gelöscht.

23.04.2017 um 20:30 Uhr

Danke!

Gelöscht.

03.08.2016 um 00:42 Uhr

Meister Y

Autor. Fördermitglied.

27.01.2016 um 09:14 Uhr

Absolut beeindruckend!

Von der Tiefe dieser Zeilen bin ich wirklich getroffen. Für mich hast Du beide Protagonisten absolut stark dargestellt. Sie, die über Wochen einen Kampf mit sich selbst ausficht. In der die Erkenntnis über einen Fehler reift, die einen enormen Lernprozess durchmacht und sich am Ende entschließt, sich zu stellen. Er, der sich durch Konsequenz, Feinfühligkeit und scheinbar unendliche Geduld auszeichnet. Ständig präsent ist, sie formt ohne wirklich in diesen Prozess einzugreifen. Dies alles, ohne verletzt und zornig zu scheinen.

Ganz besonders fand ich auch das Bild, das Du für ihren schweren, langen Weg zurück für uns gemalt hast. Den Sturm, die Regentropfen, die die Haut wie Hiebe zu treffen scheinen. Die Kälte, die selbst beim Leser ankommt, das Klirren der Kette, von dem ich glaubte, es hören zu können.

Danke für diese Zeilen.

Gelöscht.

15.01.2016 um 06:02 Uhr

Tiefes Durchatmen. Berührend... Die Gedanken und Gefühle so gut beschrieben.

Gelöscht.

11.11.2015 um 00:01 Uhr

Weil man sich selber stellen sollte und die Schuld nicht auf den anderen schieben soll. Eine sehr interessante und zum nachdenken anregende Geschichte. 

LG Leslie

Gelöscht.

28.10.2015 um 01:37 Uhr

Du hast wunderbar die inneren Prozesse beschrieben und die Metapher mit der Kette des Verhaltens finde ich großartig. Beide Figuren sind stark auf ihre Art und glücklicherweise geht die Geschichte gut aus .

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.

 

 

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