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Große Erwartungen

Fenja starrt auf das Päckchen in ihren Händen. Dass sie es nicht öffnen darf, ist der Beginn heißer Spekulationen, die ihr Herr am Telefon befeuert. Kann sie erraten, was sich darin befindet? Es ist schwer, und vielleicht ist der Inhalt doch ein ganz anderer als gedacht.

Eine BDSM-Geschichte von Tek Wolf.

Bild: KI-generiert, Midjourney (2025)

 

Fenja hob die Putzmittelflasche. Ein paar Spritzer auf den Tisch, dann kräftig schrubben. Flasche und Putzlappen wieder zurück ins Holster an ihrer Hüfte und heraus mit dem Trockentuch. Den Trick hatte Tim ihr gezeigt. Ein Werkzeuggürtel war ungeheuer praktisch beim Putzen. Man konnte hin und her gehen und hatte trotzdem alles griffbereit. Außerdem mochte sie den breiten Lederriemen um ihre Taille. Sie schnallte ihn immer ein wenig fester als nötig.

Nach dem Abwischen der Fensterbank, so summte es in ihren Gedanken, schnell die Wäsche runterbringen, dann ist die Maschine fertig, wenn ich gerade das Bad erledigt habe. Hausarbeiten mochte ja niemand. Spritzflasche heraus, Psit-Psit, wischen und trocknen. Du-Di-Dum! Es lief wie am Schnürchen! Manchmal wurde es sogar zu einem Tanz, einem regelrechten Geschicklichkeitsspiel. Dann war sie ganz bei sich selbst, ganz präsent und echt. Kein Platz für Gedankenchaos. Das war schön.

Wenn sie sich dann noch vorstellte, Tim wäre da, stünde hinter ihr, in seinen Händen die Reitgerte - lächelt sein böses Lächeln, beobachtet sie wie ein Falke, ist streng und manchmal unfair und hat solchen Spaß daran, sie zu knechten. Ein wohliger Schauder fuhr ihr den Rücken hinunter, als sie daran dachte. So wurde die Hausarbeit zu etwas sehr Aufregendem. Ihr Zuhause glänzte immer, seit sie ihn kannte.

Manchmal zwang er sie ja, unmöglich hochhackige Schuhe zu tragen, während sie sich abmühte. Und hautenges Gummi, das über ihre Haut schabte und glitschte, wo es mit Gleitgel versehen war - oder es immer Feuchtigkeit hatte, wenn es soweit war. Ihre Gedanken wanderten zum Schrank. Da standen die schwarzen Stiefel mit der Schnürung, die sich so richtig festzurren ließ.

Sie seufzte. Nein, das durfte sie nicht. Nicht, wenn er nicht da war. Regeln waren Regeln und sie wollte eine gute Sub abgeben. Freilich, Strafe gefiel ihr, gefiel ihr sogar sehr, aber ihn zu enttäuschen, das kam nicht infrage. Egal, wie groß die Versuchung war. Sie presste ihre Hand auf ihren Bauch, das musste sein. Erst wollte sie nur fühlen, wie ihr Atem ging, dann noch etwas fester, bis das Luftholen nicht mehr so einfach war. Schön! Verführerisch! Aber kein Ersatz zu seinen Fingern. Sie waren grob und grausam, wenn er es wollte, aber immer auf ihre Weise mitfühlend und zugewandt.

»Konzentrier dich!«, schalt sie sich. »Wenn du zu sehr in Gedanken abschweifst, verlierst du den Flow und dann ist es nur noch öde Hausarbei …«

Gespannt darauf, wie es weitergeht?

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Tek Wolf

Autor. Förderer.

01.03.2026 um 10:52 Uhr

Danke Cid, was für ein Feedback! Es freut mich sehr, dass die 'Dominanz im Päckchen' bei dir so gut angekommen ist. Wenn die Grenze zwischen Gehorsam und Ekstase verschwimmt, fängt der Spaß ja meistens erst an Toll zu hören, dass deine Fantasie bereits weiterspinnt, wie das Spiel der beiden wohl weitergehen könnte. Vielen Dank fürs Lesen und Mitfühlen!

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Cid

Förderer.

26.02.2026 um 22:33 Uhr

Absolut herrlich.

Pure Dominanz als Päckchen geliefert; mega Idee

Deine Art zu schreiben hat mich wieder gepackt und bildhaft in das Geschehen mitgenommen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie die Erfüllung einfacher Hausarbeit sie langsam in ihr Kopfkino einsteigen lässt, da es seine Aufgabe an sie ist, die sie mit Hingabe znd Disziplin erfüllen will. Das Päckchen lässt sie dann die nächste Stufe erklimmen, gefolgt von dem Anruf, der sie schon fast in Ekstase versetzt; dann kurze Enttäuschung beim Öffnen, gefolgt von von wahrer Erfüllung. Diese Steigerung ist großartig gelungen und ich male mir gerade aus, wie dieses Spiel wohl weitergeht. Also ist auch meine Fantasie auf Hochtouren gebracht worden, was ein sehr deutliches Anzeichen für eine tolle Geschichte ist. Weiterhin finde ich beachtlich, wie du in Inhalt des Telefonats alle Bedeutungen der Buchstaben BDSM einbaust, ohne das es erzwungen oder gekünstelt wirkt.

 

LG und vielen Dank. 

Cid

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22.01.2025 um 01:40 Uhr

Eine gute Interpretation, wie Kopf Kino umgesetzt werden kann.

 

Eindrücke und Gefühle, die im Kopf entstehen und vom Körper umgesetzt werden. 

 

Die Beschreibung der Gedanken der sub, ihre Interpretationen, lassen es sehr lebendig wirken.

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hortensia

Autorin. Förderer.

05.08.2024 um 15:12 Uhr

Wie herrlich perfide ist das denn?

 

Ein vermeintliches Geschenk für sie entpuppt sich als Gabe für ihn.

 

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Robert S

Autor. Förderer.

11.11.2023 um 04:27 Uhr

Vorfreude, Gedanken, Vorstellungen, Fantasie, große Erwartungen, Furcht und Kribbeln. Was passiert im Kopf eines Menschen, wenn es um BDSM geht. Das gedankliche Spiel nicht nur um SM sondern mehr noch um Dominanz und Submission empfand ich im Kontext des Wettbewerbsthema als gut ausgearbeitet und gratuliere dir herzlich zum Zweiten Platz.

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05.11.2023 um 00:49 Uhr

Gutes Ko9fkino. Vielen Dank! Wünsche viel Spaß  nach dem Öffnen der Tür.

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03.11.2023 um 18:19 Uhr

Da sieht man was Kopfkino auslösen kann und wie schön es ist damit zu spielen.

Habe die Geschichte von anfang bis ende mit Genuss gelesen und war selbst einen Moment enttäuscht über den Stein.

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Tek Wolf

Autor. Förderer.

02.11.2023 um 12:12 Uhr

Danke, poet, ich hatte hier das Kopfkino im Sinn. Kleine Dinge, die doch ein Bedeutung haben und Phantasien anstossen können. Es freut mich sehr, dass dir meine Geschichte gefallen hat

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poet

Autor. Förderer.

01.11.2023 um 20:39 Uhr

Ich liebe Texte, die von rein körperlichen Beschreibungen weggehen und andere Ebenen betreten. Die sich wie hier in der Fantasie abspielen, die so viel mächtiger ist als die Realität. In der man sich Vorstellungen hingeben kann, die das übersteigen können, was man real ertragen könnte. Dieses Spiel hast du fantastisch ausgelotet. Gratulation zum verdienten 2.Platz!

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31598

Gelöscht.

01.11.2023 um 13:57 Uhr

schön geschrieben, keine Frage: persönlich neige ich ein wenig dazu, mir das Szenario vor Augen zu halten....und wenn ich das dann auf die schnöde Realität runterbreche und mir vorstelle, ggfs. derjenige zu sein, der vor der Tür steht und ne ganze Weile über die Möglichkeiten des Inhalts und den damit verbundenen Erwartungen philosophiere, dann platzt auf einmal die Fantasieblase und ich bin schlagartig geerdet. Das macht der Text mit mir - so schön er geschrieben ist - ich könnt s in der Qualität sicher nicht! Dennoch herzlichen Glückwunsch zum 2. Preis!

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