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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

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Namen, Orte, Handlungen: Im Text erwähnte Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Handlungen und Techniken sind nicht vollständig beschrieben, es fehlen Sicherheitshinweise. Mehr dazu ...

 

Gewollt, gewünscht, gefesselt

Eine BDSM-Geschichte von Zoe Stern

Platz 7 im Schreibwettbewerb "Spuren" (Link).

 

Der Duft der Lavendelkerze, die Benedikt eben angezündet hat, nimmt allmählich den Raum ein. Seit einer ganzen Weile knie ich nun vor ihm auf dem knarzigen Fischgrätenparkett, atme kaum hörbar und schmecke noch immer den salzigen Schweiß seiner Haut. Benedikt sitzt vor mir auf der Bettkante und streichelt sanft durch mein Haar. Einzelne Strähnen lässt er zwischen seine Finger gleiten.

Ich möchte hier ewig sein.

Mit dem Kopf liege ich weich in seinem Schoß und meine Arme schmiegen sich um seine Hüfte. Nie hatte ich es mir vorstellen können, mit meinem Theaterregisseur so eine Verbindung einzugehen. Es ist einfach so passiert. Dieses Gefühl, gewollt und gewünscht zu sein. Wie ein Reisigbesen verwischt es nahezu alle Spuren zu den dunklen Flecken in den schmerzvollen Erinnerungen. Sie reichen zurück bis in den Winter 1991.

In diesem November bekam ich den ersten Kuss von einem Jungen auf einer Schulfete. Wochenlang habe ich ihm verliebt hinterhergeschaut. Er hat mich danach eingeschlossen in der Sport-Umkleide und alle haben mich ausgelacht. Zehn Jahre später sah ich, wie Tim, einer meiner großen Lieben, meine beste Freundin in der Diskothek erst in meinem Beisein geküsst und dann auf der Toilette gevögelt hat. Ich war ihm egal und ich war auch ihr egal. Ich war nur das Verbindungsstück. Es war nicht mal das „Fremdgehen“. Es war dieses „Zuschauen lassen“. Er hatte es in Kauf genommen, mich zu verletzen.

Kreuz und quer zogen diese zwei Ereignisse Schneisen der Verwüstung durch meine Seele. Erniedrigung, Verrat und Demütigung, in ihren dunkelsten Facetten. Diese Spuren werden immer bleiben. Die Jahre vergingen. Aus fünf Jahren wurden zehn. Aus zehn Jahren wurden fünfzehn und ich konnte mich bei einem Mann nie wirklich fallen lassen.

Dann kam diese Mail von einem Freund.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

16.09.2022 um 00:13 Uhr

Nett und anregend. Gut.

08.09.2022 um 11:14 Uhr

Sehr berührend und wunderbar geschrieben - vielen Dank

Zoe Stern

Autorin.

08.09.2022 um 09:32 Uhr

Vielen Dank an alle für die netten Kommentare und auch für weiterführende Hinweise. Das motiviert mich enorm. Es freut mich sehr, dass ich unter den sieben gekommen bin und es Euch, liebe Leser, gut gefallen hat. 

Ich persönlich mag das Thema "Spuren" sehr. Spuren können den Weg weisen, etwas aufdecken oder wieder überzeichnen. Manche sind vergänglich und verblassen, manche bleiben ein Leben lang. 

Daher habe ich Spuren in meine Liebesgeschichte eingewebt und es war mir während dem Schreiben ein Bedürfnis, immer wieder den Blick zurück in eine fiktive Vergangenheit der Frau zu werfen. Ich gebe es zu, ein bisschen Autobiografie ist auch dabei. Im Nachgang sehe ich, dass mir dabei die Objektivität etwas verloren ging. Schlechte Erfahrungen im Teenager Alter können sehr einprägsam sein, um so wichtiger ist es das sie eine erwachsene Bezugsperson haben, die mir gefehlt hat. Dieser Umstand hat aber nicht zu meiner Vorliebe für BDSM geführt - gewisse Neigungen liegen mir einfach im Blut. Daher bitte ich den Text nicht so zu verstehen dass ein genereller Zusammenhang zwischen Demütigung im Jugendalter und Submission im Erwachsenenalter besteht. Ich drifte jetzt thematisch ab, aber die Botschaft möchte ich hier noch nach schicken! Weiterführende Gedanken können ja gerne in einem extra Thema im Forum diskutiert werden.

Habt eine schöne Restwoche und hoffentlich küsst mich bald wieder die Muse sanft in den Nacken. Mal sehen ;)

Und nochmal ganz lieben Dank fürs Lesen und Mitfühlen!

Gregor

Autor.

08.09.2022 um 06:42 Uhr

Eine Geschichte vom Ankommen habe ich gelesen. Romantik, schöne Bilder, greifbare Szenen. Überlagerte Spuren. Was überlagert das Alte? Das Neue, die Veränderung, am stärksten die Liebe. Beim Lesen ist ein Zu-Hause-Gefühl für mich spürbar. Die gut lesbare Liebesgeschichte könnte aus meiner Sicht auch jeden anderen Platz des Wettbewerbes belegen.

01.09.2022 um 02:02 Uhr

Viel Poesie die angenehm zu lesen ist. 

Sie lässt Raum für Fantasie und ist doch sehr brav gehalten.

Queeny

Förderer.

28.08.2022 um 22:39 Uhr

Die Liebe der Protagonisten zueinander ist fühlbar, vorallem die schöne Bildsprache hat mir sehr gefallen. Durch deine Bilder wurde es mir leicht gemacht, daß Szenario mit meinen Augen zu sehen. 

Danke das ich deine Geschichte lesen durfte!

LG. Queeny

28.08.2022 um 18:14 Uhr

Ja, gefällt mir. Wenig spektakulär, ohne spannungsfördernde Rätsel. Geradlinig erzählt. Wirkt fast wie ein Auszug aus einem umfangreicheren Werk. Alles wird nur angedeutet und muß selbst zuende gedacht werden.

Das ist für mich die Stärke dieser kleinen Geschichte. Paßt prima als Sonntagnachmittagslektüre. Danke!

Meister Y

Autor. Förderer.

28.08.2022 um 15:37 Uhr

Liebe Zoe Stern, eine kleine, feine Geschichte, die wirklich tief blicken lässt. Okay, der Blick in die Vergangenheit war lang aber aus meiner Sicht wichtig, um zu wissen, wie schwer sich Deine Protagonistin tut. Du lässt uns an ihren Gefühlen teilhaben, zeigst uns, dass sie den Richtigen gefunden hat, oder besser, dass sich die Richtigen gefunden haben. Wie tief und glücklich sie das empfindet, hast Du mit diesen wunderbaren Worten erzählt.

Es fühlte sich so an, als ob ich endlich in den richtigen Bus einstieg, auf den ich so lange wartete. Es gibt keine Haltestelle, an der ich aussteigen möchte.

Danke für eine emotionale Geschichte, die ich wirklich gern gelesen habe.

high time

Autor.

27.08.2022 um 11:20 Uhr

Liebe Zoe,

vielleicht ist es eine schlechte Angewohnheit von mir, dass ich immer erst das bisschen Gemecker loswerden will.

Ich finde den Ausflug in die Vergangenheit nicht so sehr bedeutsam. Das hätte für mich kürzer sein können und es überzeugt mich auch nicht als so direkt verantwortlich für die Unfähigkeit, sich fallenzulassen. Ab einem gewissen Alter blicken wir alle auch auf "Niederlagen" und Schmerzliches zurück. Und die Verweise auf die "Spuren" wirken auf mich etwas gekünstelt. Fast wie eine Referenz an das Wettbewerbsthema. Aber wenn ich das nicht wüsste, wäre es mir wahrscheinlich nicht so vorgekommen.

Es ist halt mein schreiberischer Ehrgeiz, alles, was die Geschichte nicht wirklich braucht, wegzulassen. Diesen Ehrgeiz muss man ja nicht teilen.

Aber....

Die Geschchte hat etwas sehr Besonderes. Sie ist klein, sie verzichtet weitgehend auf das Schildern von BDSM-Sex-Bruchstücken, zeigt nur kleine Verweise, und konzentriert sich auf das ganz Eigene. Das mag ich sehr. Man spürt beim Lesen ihr Gefühl von Geborgenheit, ohne dass sie ständig davon erzählen muss. Man spürt es an der Sprache und an ihrer Wahrnehmung.

Das ist dir richtig gut gelungen. Damit triffst du etwas, was ich in Geschichten mag und suche. Das Gefühl hinter dem, was passiert.

Eine schöne Geschichte. Vielen Dank, dass ich sie lesen durfte.

P.S. Was für mich als Münchner natürlich auch nett war, ist, dass ich den Weg zur Schleißheimerstr. genau kenne. Bestimmt seid ihr durch die Theresienstr. gefahren. Da könnte man natürlich einwenden, dass ich den Aufbruchsort der Fahrt nicht kenne. Aber ich habe einfach den Odeonsplatz genommen, da der ja erwähnt ist.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.