Ihre Beine und Oberarme wurden von einem verwobenen Muster aus hellen Streifen bedeckt. Zwei ältere Damen unterbrachen ihren Spaziergang an der Promenade. Denn wie kann man sich nur so zeigen?
Die Sonne schien mit der ungehemmten Stärke eines Spätsommertages auf das kleine Küstenstädtchen hinab und tauchte dessen schmale Gassen sowie den weiten Strand in ihren Schein. Anwohner wie Urlauber gleichermaßen genossen die warmen Strahlen, um sich im kühlen Wasser zu tummeln oder an der Uferpromenade zu flanieren. Kleine Läden lockten mit ihren Waren, während überdachte Stände den Spaziergängern exotische Köstlichkeiten darboten, und immer wieder blieben Interessierte stehen, wenn sie von dem Angebot angelockt wurden.
Genau wie die hübsche Brünette, die gerade überlegte, ob sie der Versuchung durch die dargebotenen Köstlichkeiten nachgeben sollte oder nicht. Ein breiter Sonnenhut spendete ihr dabei wohltuenden Schatten, während sie der Hitze mit luftiger Kleidung aus hellgrünen Shorts und fahlgelbem Top begegnete. Dadurch enthüllte sie genug Haut, um erkennen zu lassen, dass sie von ihrem Aufenthalt eine gesunde Bräune mit nach Hause nehmen würde. Doch das war nicht das Einzige, was einem zufälligen Beobachter ins Auge fallen konnte.
Ihre unverhüllten Beine und Oberarme wurden von einem verwobenen Muster aus hellen Streifen bedeckt, welches den Eindruck nahtlos gebräunter Haut zunichtemachte. Man hätte an ein Missgeschick beim Sonnenbaden denken können, hätten die Zeichnungen nicht eine ganz eigene Symmetrie aufgewiesen. Als sie sich schließlich vorbeugte, offenbarte sich zudem, dass sich diese verräterischen Spuren auch unter dem verrutschten Stoff ihres Tops verbargen.
Eine Entdeckung, die zwei ältere Damen schließlich dazu nötigte, ihren Spaziergang an der Promenade kurzfristig zu unterbrechen. In luftige Sommerkleider gehüllt waren auch sie mit Hüten gegen die ungnädige Sonne gewappnet und das wenige Haar, das darunter hervorquoll, zeigte sich in einem fahlen Silbergrau. Mit dem passenden Lächeln hätte man ihnen die wohlgesonnenen Großmütter abnehmen können, doch trugen sie im Moment einen Ausdruck missmutiger Abscheu zur Schau.
»Wie kann man sich nur so zeigen«, echauffierte sich eine der Beiden, nur um sich an ihre Begleiterin zu wenden. »Selbst in einem Badeanzug würde sie mehr verbergen. Und dann stellt sie sich auch noch so zur Schau, dass jeder diese Spuren sieht.«
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Wer kennt derart Blicke und Reden, besser: feige Getuschel, nicht? Die beschriebene Reaktion liegt ganz auf meiner Welle. Imgrunde wohnt der Story die Diskussion um offenen Umgang mit der eigenen Neigung inne. An anderer Stelle betonte ich bereits mein grundsätzliches Pro in dieser Frage. Die Art und Weise, wie es hier gehandhabt wird, ähnelt meiner eigenen. Schon deswegen gefällt mir die kleine Episode.
Sehr schöne Geschichte über Akzeptanz und Tolleranz. Es ist zwar etwas drastisch konstruiert, aber im realen Leben habe ich auch schon mal einem Vanilla-Mann erklärt, das BDSM etwas wunderschönes sein kann.
Seine Verständnislosigkeit bestätigte mir nur meine Annahme, das mein Liebesleben aufregender ist als Seins.
Humorvoll :) Doch solche Schlagfertigkeit gibts nicht immer. Ja.. woher wissen denn diese Damen so genau Bescheid ? Vielleicht sind es verkappte Dominas - die sich auch einen Scherz erlaubt haben, aber nicht mit der Schlagfertigkeit des Tops gerechnet haben ?
13.09.2024 um 22:01 Uhr
ich finde bondage immer erotisch, wenn gesundes Selbstbewußtsein dazu kommt , umwerfend!
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