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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

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Das rote Seil

Eine BDSM-Geschichte von Margaux Navara.

Das rote Baumwollseil beginnt direkt hinter der Eingangstür. Es schlängelt sich den Flur entlang. Die Treppe hinauf. Ich ahne, wo es endet. In unserem Spielzimmer.

Mein Mund ist ganz trocken. Als hätte ich den ganzen Tag nichts getrunken. Doch da unten bildet sich schon die Feuchtigkeit, als müsse sie an einer Stelle abgezogen werden, um sich an einer anderen Stelle zu sammeln. Ist das so? Muss alles immer im Gleichgewicht sein, Geben und Nehmen, Hin und Her? Diesen Gedanken lege ich beiseite, denn ich will mich lieber ganz auf dieses rote Seil konzentrieren.

Meine Kleidung lege ich noch im Flur ab. Mit jedem Stück fällt ein Teil des Arbeitstages von mir ab. Die Bluse - eine Diskussion mit meinem Vorgesetzten. Die Hose - eine nur unzulänglich versteckte Herabsetzung eines Kollegen. Der BH-- ein unangenehmes Telefonat. Der Slip - mir fällt nichts Negatives mehr ein. Ich lächle. Der Slip steht für die Umarmung der Kollegin, die den Kollegen abgekanzelt hat. Nicht alles ist negativ.

Was ich noch ablege ist das Gefühl, stark sein zu müssen. Das Gefühl, nicht ich selbst sein zu dürfen.

Deshalb lasse ich mir Zeit. Ich weiß, dass du es mir nicht übelnehmen wirst. Dir ist weitaus lieber, ich komme ruhig und lächelnd in das Zimmer, als dass ich mit gebeugten Schultern oder gesenktem Blick eintrete.

Überhaupt magst du es nicht, wenn ich den Blick senke. Das hast du früh klargestellt. „Du darfst und sollst dich unterwerfen“, hast du gesagt, „aber du sollst nicht klein sein. Nicht unterwürfig.“

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

01.12.2018 um 18:42 Uhr

Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen; es trift genau den Punkt. Man muss vor einer Session runter kommen, sich auf das konzentrieren was kommt, den Alltag hinter sich lassen.

Danke für diese Zeilen!

Gelöscht.

01.12.2018 um 17:41 Uhr

Vielen Dank!

Mit Deiner Geschichte hast Du es geschafft, meine  Gefühle in Worte zu kleiden.

Alma

Autorin.

29.10.2018 um 14:07 Uhr

Liebe Margaux,

eine schöne und wesentliche Geschichte, die mir sehr gefällt!

Nicht stark sein zu müssen und gleichzeitig zurückzukehren zur eigenen Größe und Freiheit, das ist ein wunderbarer Zustand.

Das rote Seil, das sich durch die ganze Wohnung schlängelt von der Tür an bereits, ist ein guter Wegweiser hin zu dem Moment, wo scheinbare Widersprüche von Unterwerfung und Größe, von erzwungener Bewegungslosigkeit und Freiheit eine Verbindung eingehen und Besonderes passieren lassen.

Hab Dank dafür!

Meister Y

Autor. Förderer.

26.09.2018 um 16:59 Uhr

hanne lotte

Knurrwolf:

..., es hat mich wirklich gefreut, dass du das leidige Thema der Socken perfekt flüssig untergebracht hast.

Falls dir das schwer fällt, müssen wir das üben ...

Grüße

hanne

hanne lotte: Ich bin da sehr wahrscheinlich auch dabei. Socken sind echt ein spannendes Thema und scheinbar ein heißes Eisen, das selten "angefasst" wird.

Knurrwolf

Autor.

25.09.2018 um 19:21 Uhr

Falls dir das schwer fällt, müssen wir das üben ...

Da bin ich in jedem Fall dabei

hanne lotte

Autorin. Lektorin. Förderer.

23.09.2018 um 21:09 Uhr

Liebe Margeaux,

Mir gefällt das Bild des roten Seils, welches Befreiung und Wertschätzung verheißt. Wie das Ablegen der Alltagskleidung zum Abwerfen der Last beiträgt.

Mehr noch mag ich das Gleichnis mit der Wippe - Geben und Nehmen im Gleichgewicht, welches nur durch gegenseitige Achtung erhalten werden kann.

Das ist ein Text, der Frieden gibt.

Danke für Verlockung und Versprechen

hanne

Knurrwolf:

..., es hat mich wirklich gefreut, dass du das leidige Thema der Socken perfekt flüssig untergebracht hast.

Falls dir das schwer fällt, müssen wir das üben ...

Grüße

hanne

Gelöscht.

20.09.2018 um 12:34 Uhr

Ein traumhafter Anfang, ganz ausgezeichnet und in wenigen Worten wunderbar die Gefühle und Gedanken beschrieben, die einem - ob mit oder ohne Seil - in so manche Session geführt haben. Ich wünsche mir mehr!

10.09.2018 um 16:46 Uhr

Liebe Margaux Navara,

Einen so wunderbaren Text habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

Ich habe in wieder und wieder gelesen, verinnerliche ihn förmlich.

Du beschreibst in so wenigen Worten meine innersten Gefühle.

Ich habe mich förmlich bei Deinen Worten aufgerichtet, meine Schultern zurückgenommen, bin stolz und frei geworden, hatte ein strahlendes Lächeln und fühlte mich gleichzeitig wunderbar verbunden mit meinem Meister.

Er sieht es genau wie Du es beschreibst, möchte mich selbstsicher und stolz sehen. Ich habe mich unterworfen und erhielt dadurch Halt, er hat mich gefesselt und ich wurde immer freier.

Ich danke Dir sehr für Deine wunderschönen, ergreifenden Worte, die mich so sehr berührt haben.

10.09.2018 um 09:59 Uhr

Heute morgen ist wohl kurz und knapp angesagt.

Eine wunderbares Stück aus dem Alltag. Jede(r) kennt das wohl.

Es spricht mir aus der Seele.

Wenn ich dann an diesem Wochenende noch mein "rotes Seil" finde...

07.09.2018 um 20:57 Uhr

Starker und vielversprechender Einstieg. Sehr guter Leitfaden ... leider am Schluss kein Feuerwerk. Es wirkt wie abgewürgt ... das finde ich sehr schade.

Aber ausgezeichnete Wortwahl und buntes Vokabularum!

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.