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Über das Guillotinieren von Eiern oder vom Prämenstruellen Syndrom

Carola kämpft, immer und überall. Am liebsten nachts. Ich kenne inzwischen viele ihrer Kämpfe, ich weiß, zu welchen Zeiten sie am häufigsten kämpft und was sie dann will. Zureden und in den Arm helfen leider nicht wirklich. Vielleicht bietet sich eine ganz andere Lösung an.

Eine BDSM-Geschichte von Nachtasou.

Manche Leute rollen das Ei, um dessen Schale wie Verbundglas in kleinste Stückchen zu zerbröseln, andere guillotinieren es mit dem Messer, wieder andere sägen neurochirurgisch einen Deckel auf. Carola verzichtet gänzlich auf Werkzeuge; sieht man von ihren morbiden Fingernägeln einmal ab. Und ich esse überhaupt keine Frühstückseier.

Carola schaut von der Zeitung auf. »Ich habe wieder schlecht geträumt.«

»Mhm«, brumme ich.

»Ich sagte, ich hatte wieder Albträume«, wiederholt sie auffordernd, als sei ich an ihren Hirnprozessen schuld.

»Ja, das hab ich gemerkt«, antworte ich pflichtschuldig.

»War ich so nass geschwitzt? Oder hab ich gewimmert? Du kriegst doch so was sonst auch nicht mit.«

»Wie, ich krieg so was nicht mit. Und ob, oder wer liegt deswegen die halbe Nacht wach?«

»Das nun schon wieder. Dann geh halt abends früher schlafen. Dass ich leide, interessiert dich überhaupt nicht, oder?«

»Kriegst du deine Tage?«, murmle ich und bereue sofort diese Nachfrage. Es ist eine Todsünde, Carola darauf anzusprechen. 

Gespannt darauf, wie es weitergeht?

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Ronja

Autorin.

22.08.2025 um 13:08 Uhr

Hallo Nachtasou, 

 

allein der Titel der Geschichte hat mich schon magisch angezogen . Fand die Dialoge der beiden super witzig und spannend geschrieben. 

Über das luzide Träumen habe ich auch mal gelesen. Tatsächlich ist es mir vielleicht zwei mal wirklich gelungen, aber nur ganz kurz. Sobald es mir bewusst wurde, dass ich gerade träume bin ich sofort aufgewacht . So ein Mist auch…

 

Vielen lieben Dank für diese Geschichte, hab sie sehr gerne gelesen.

 

LG

 

Ronja

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22.08.2025 um 04:13 Uhr

Hallo Nachtasou, 

 

tatsächlich fand ich es wie hanne lotte,  es damals auch schon sagte. Ich fühlte mich wie bei Loriot und Evelyn Hamann und das 5 Minuten Ei was ebend nur zufällig 5 Minuten gekocht. 

 

Du hast so herrlich diesen Dialog von Carola und ihrem Mann konsequent durchgezogen. Realistisch geschrieben so das ich hier mit einem Lächeln im Gesicht deine Geschichte gelesen hatte. 

 

Ich hoffe das Carola einen Weg gefunden hat, ruhiger schlafen zu können......und wenn die luzides Traumhelferlein das sind oder BDSM dann ist es doch gut für die Beiden und darauf kommt es doch nur an.

 

Viele Grüße Thorsten

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hanne lotte

Autorin.

31.01.2017 um 22:39 Uhr

Die beiden haben etwas rührend unbeholfenes - ich habe beim Lesen Loriot und Evelyn Hamann gesehen. Es ist ein Genuss zu lesen, wie sie die Wurzel des Übels Stück für Stück herausarbeiten, das wird so bildhaft beschrieben, dass der lakonische Schluss ganze Filme ins Kopfkino zaubert. Wenn ich mir jetzt noch Loriot als luzides Traumhelferle vorstelle, ist die Wäscheleine für lange Zeit als ernstzunehmendes Utensil gestrichen.

 

Danke für Szenen einer Ehe im Umbruch

hanne

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11373

Gelöscht.

26.06.2016 um 20:28 Uhr

Auch wenn ich nicht verstehn kann wie man nich gut schlafen kann oder mitbekommt wie andere im Bett kämpfen wenn man schläft, find ich die Geschichte super.

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Patrizier

Profil unsichtbar.

05.02.2016 um 14:21 Uhr

Schöner, witziger und damit unterhaltsamer Text. Über das Warum und Wieso, das Woher und Wohin möchte ich mir in diesem Zusammenhang überhaupt keine Gedanken machen. Ich habe ihn einfach genossen.

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Alma

Autorin.

02.02.2016 um 12:58 Uhr

Was genau finde ich schwer zu sagen, aber lese dies Miteinander der beiden schrecklich gern. Diese vertrauten, zugewandten Dialoge, durchaus nicht ohne Spitzen und Genervtheiten und doch nie resignierend oder auf der Stelle tretend - einfach schön. Toll geschrieben! Die Basis für Experimente, die zum Durchschlafen verhelfen.

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Margaux Navara

Autorin. Förderer.

02.02.2016 um 09:56 Uhr

Letztlich eine der witzigsten Ideen, wie ein Paar auf BDSM kommt, dich ich je gelesen habe!

Klingt, als könne man damit so einige Probleme lösen, nicht nur nächtliche Kämpfe ...

Sehr schön, ein Ende, das viel der Fantasie überlässt, ein langsam steigender Spannungsbogen, der immer weiter lesen lässt, eine lockere Sprache, so mag ich Geschichten.

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Schattenwölfin

Autorin. Förderer.

01.02.2016 um 06:54 Uhr

geändert am 01.02.2016 um 12:21 Uhr

Nachtasou

Dass davon manchmal vielleicht etwas in meine Schreibwerke einfließt, kann ich nicht verhindern.

 

Ich hoffe, dass das nur Erklärung ist, denn ich habe überhaupt kein Problem damit, dass das in Deine Geschichten einfließt, im Gegenteil. Alles andere anzunehmen, wäre ein Missverständnis.

 

Nachtasou

Dass auf meistens die Sonne scheint, ist ja auch schön (und das meine ich ohne Ironie)

Ich wiederhole mich (gerne): Wo Licht ist, ist auch Schatten. Nach meinem Empfinden ist BDSM nichts Düsteres und Schattiges. Gleichwohl weiß ich, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist und in dem Licht glänzt, das ein guten Teil der Geschichten hier überstrahlt. Und ich bin wirklich dankbar für jeden Text, der das (weinigstens) anklingen lässt.

 

Wölfin

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Nachtasou

Autor. Korrektor.

31.01.2016 um 23:47 Uhr

Beste Wölfin,

 

Höflich wäre gewesen, gleich zu antworten, aber ausnahmsweise fehlten mir die Worte.

 

„Treibt Dich das um?“ Fragst Du. Nein. Wenn, sind es meine Wertekonflikte. Und da hilft weder das Nachsuchen um öffentliche Akzeptanz, noch das Spiel- und Zufriedenheitsargument, noch die Restauration.

Dass davon manchmal vielleicht etwas in meine Schreibwerke einfließt, kann ich nicht verhindern. Und könnte ich es verhindern, schriebe ich wahrscheinlich nicht.

Dass auf Schattenzeilen meistens die Sonne scheint, ist ja auch schön (und das meine ich ohne Ironie)

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Nachtasou

Autor. Korrektor.

31.01.2016 um 23:24 Uhr

Erst einmal allen ein Dankeschön für´s Lesen und Kommentieren.

Ich habe tatsächlich selbst mal eine Zeit lang versucht, luzide zu träumen , kam aber gegen meinen guten, tiefen Schlaf nicht an.

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