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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

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Weihnachtspost

Eine BDSM-Geschichte von emily.

Es ist dunkel, nur der sanfte Schein einer Kerze zeichnet unruhige Motive auf die Wände des Raums. Stille. Ich blicke in die Flamme, fasziniert von deren unersättlicher Gier nach Sauerstoff und Paraffin. Zarte aufsteigende Schwaden rußgeschwängerter Luft. Das Feuer hinterlässt Zerstörung, frisst sich beharrlich durch den Körper, der es nährt. Die Flamme lebt, solange man ihr nicht das entzieht, was sie benötigt - Wachs, Docht und Luft. Einfache Dinge.

Weißt Du, dass Du mir den Boden unter den Füßen weggezogen hast? Du hast mir alles genommen, als Du Dich abgewendet hast. Vertrauen, Hoffnung und Liebe. In mir bleibt eine unerträgliche Leere. Schmerz, den ich mit Worten nicht beschreiben kann.

Ich habe Dich vergöttert, lag Dir zu Füßen. Du standst über mir, hast mich verhöhnt. Arrogant und hochmütig.

Erinnerst Du Dich? Wir lachten und scherzten, bis der harmlosen Neckerei tiefe innige Gefühle folgten. Nichts war wie vorher, vorbei die Zeit der Unbeschwertheit. Lange wehrte sich mein Verstand, dies zu akzeptieren. Ein Stich ins Herz, geboren aus dem Schock der Gewissheit, einen Freund mit anderen Augen anzusehen. 

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

hexlein

Autorin.

03.06.2016 um 10:29 Uhr

sprachlich gut geschrieben

nur empfinde ich es anders, als viele meiner Vorredner hier.

Sie ist verbittert, weil er ihr nicht das gab, was sie sich erträumte.

Doch ganz zu beginn des Textes spricht sie doch die Wahrheit aus...

"war Dein Spielzeug der Lust, denn mehr warst Du nicht bereit zu geben"

Sie erzählt doch davon, dass er ihr oft genug das auch zu verstehen gegeben hat, nur war sie nicht bereit das zu hören.

Nun zerstört sie mutwillig eine Verbindung, aber vielleicht gibt sie sich sogar hier einem Traum hin.

Weiss sie denn, ob nicht vielleicht sogar hier zwischen den Partnern eine Absprache bestand.

Für eine Spielbeziehung. Und weil sie mehr wollte und nicht aufgab, zu sehr klammerte, vielleicht, nein bestimmt sogar, die "Erstbeziehung" damit kaputt machen wollte, hat er einen Schlussstrich gezogen.

Im Wolkenkuckucksheim zu leben mag vielleicht schön sein..für den Augenblick, aber der Fall ist mehr als schmerzhaft.

Sie war sich zu keiner Zeit bewusst, wollte es auch gar nicht werden, obwohl er durch seine Ablehnung deutlich machte, was er tatsächlich will, dass sie wirklich "nur" ein Spielzeug ist.

Meister Y

Autor. Förderer.

02.06.2016 um 20:01 Uhr

Wahrlich gefühlvolle wie nachdenklich machende Zeilen.

Hier hat offenbar jemand vor lauter Selbstgerechtigkeit nicht gesehen, was ihm dargeboten wurde. Hat Liebe, Sehnsucht, Hingabe nicht nur nicht sehen wollen, nein, sogar mit Füßen getreten. Sie mehr als verletzt. Ihre Reaktion ist nun mehr als verständlich, sie teilt aus, schlägt zurück, zerstört zielsicher. All dies verständlich, nachvollziehbar, gerecht.

Danke für diese besonderen Zeilen.

Gelöscht.

30.11.2014 um 18:20 Uhr

Sehr gefühlvolle und ergreifende Erzählung. Sie hat mich echt nachdenklich gestimmt und gleichzeitig schockiert.

Gelöscht.

24.08.2014 um 09:31 Uhr

Eine Erzählung die zum nachdenken anregt, gefühlvoll geschrieben.

Rote Sonne

Profil unsichtbar.

07.07.2014 um 22:00 Uhr

Ein ergreifender Text, der nachvollziehbar ist und auch das Ende kann ich nachvollziehen. Nach dem alten Motto, Auge um Auge, Zahn um Zahn... 

Ob es ihr helfen wird, das der Empfänger des Briefes aufgeklärt weiß ich nicht, weil sie nur vermuten kann, was dieser Auslösen wird. Trotzdem tun Rachegedanken manches mal gut, vielleicht wird sie diesen Brief auch nie absenden und alleine ihn zu schreiben hat ihr geholfen. Dieses "...Dich mitnehmen..." klingt ein wenig, wie ein Abschied vom Leben, für Beide!

Danke für diesen sehr nachdenklichen, verständlichen und auch sehr berührenden Text.

Gelöscht.

29.12.2013 um 13:53 Uhr

Sehr nachdenklicher Text. Sollte mancher Selbstherrlicher mal überlegen.

26.12.2013 um 01:30 Uhr

hmm

ein text der nachdenklich und traurig macht

ein text, den sicher schon viele ähnlich erlebt haben

xenja

Schattenwölfin

Autorin. Lektorin.

25.12.2013 um 14:32 Uhr

Ein warmes Licht in der dunklen Jahreszeit spendet diese Kerze nicht, und dennoch mag ich ihre Wut-Glut und kann die Schreiberin des Briefes gut verstehen. Ich kenne das persönlich nicht in Liebesangelegenheiten, wohl aber aus anderen Beziehungsbereichen.  Wie Du mir, so ich Dir, und dann am besten noch einen obendrauf. Vor allem Menschen, die mit einer überhöhten Portion Selbstgerechtigkeit meinen, alles richtig gemacht zu haben und nichts schuldig geblieben zu sein, darf man gerne mit der Nase in ihre Unzulänglichkeit stecken. Die verdienen es einfach nicht anders. Wie Du mir, so ich Dir, und dann am besten noch einen obendrauf, da darf dann auch mal die ahnungslose Frau mit einbezogen werden…

Das nimmt einem nicht die Trauer, kann aber ungemein erleichternd sein.

Wölfin

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.