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Schattenzeilen

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Studentenjob

Eine Fetisch-Geschichte von Timothy Truckle.

Ich bin Jan Mersik, studiere im sechsten Semester Wirtschaftsinformatik und bin seit einigen Tagen wieder Single. In der kalten Jahreszeit wimmelten die Frauen und Mädchen in Stiefeln und Strumpfhosen durch die Uni, und ich fragte mich, ob es nicht noch mehr gibt, als Jeans und Pullover ausziehen und ins Bett hüpfen. Anika stellte sich diese Frage nie, und als ich es tat, bedeutete es das Ende unserer Beziehung. Ich half mir über die Trennung hinweg, indem ich wie ein Irrer für das nächste Seminar büffelte. Drei Tage später wirbelten Bilder von Studentinnen in Fetischklamotten, statistische Monstergleichungen und eine Dozentin, die mir meine ungenügenden Seminarergebnisse mit einer Peitsche in der behandschuhten Hand präsentierte, in meinem Kopf.

Heute begann Tag Vier, ich hatte das Gefühl, nichts zu wissen, und Frustration und Stress machten mich spitz wie einen Apachenpfeil. Mit dieser Mischung aus Stress- und anderen Hormonen im Blut rannte ich die Steintreppe zum Verwaltungstrakt der Uni hinauf und stolperte auf dem letzten Treppenabsatz über die Schöße meines Nikolausmantels. Meine Hand verfehlte das Treppengeländer und fand als rettenden Halt eine Klinke. Ich polterte ins Heiligtum von Frau Dr. Disser. Dahin wollte ich sowieso, allerdings nicht schnaufend wie eine Dampflok und mit wild rudernden Armen. 

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

12.01.2019 um 19:45 Uhr

einfach Spitze - ich werde wohl künftig mit sehr gut sparsamer umgehen (mangels sehr gut+)

Diese sprachlichen Bilder, das Knistern - wohldosiert.

Man wird richtig in die Geschichte hineingezogen. Danke.

02.10.2018 um 20:33 Uhr

Wieder toll geschrieben .Hat mich an meine Träume in meiner Jugendzeit erinnert.

08.08.2018 um 07:14 Uhr

Also zuerst einmal bin ich beleidigt! Anfang 50 ... ältere Frau... unbefriedigte Oma... HALLOOO? ? ?

  

Echt eine tolle, mitreißende, lebensechte Geschichte. 

† Saentispur

Gelöscht.

06.08.2018 um 02:38 Uhr

Toll geschrieben, sehr fesselnd

und schön dass die Geschichte mit dem Frühstück nicht zu Ende ist

Gelöscht.

19.09.2016 um 13:24 Uhr

schön geschrieben :)

Meister Y

Autor. Förderer.

31.07.2015 um 16:34 Uhr

Eine wirklich schöne Geschichte um einen tollen Studentenjob. Jede Zeile, jedes Wort, war es wert, gelesen zu werden. Besonders gefallen, hat mir der Gegensatz zwischen jung und alt, der sich am Ende als Gemeinsamkeit heraustellt.

Danke für diese schönen Zeilen.

Gelöscht.

31.07.2015 um 11:30 Uhr

Eine wirklich gute story. Vielleicht ein wenig zu lang, aber gut geschrieben und "komponiert".

Gelöscht.

03.04.2015 um 12:07 Uhr

Danke für die sehr anregende Geschichte.

03.04.2015 um 11:38 Uhr

Ein freundliches „Moin“ wünsche ich Euch und, natürlich, auch frohe Ostertage.

Habt herzlichen Dank für Eure freundlichen Kritiken, die immer noch ab und zu mein elektronisches Postfach füllen und mich an Euch erinnern. Ich finde das schön, erinnert es mich doch daran, wie alles begann .

Da war einmal ein schreibverrückter Anfänger (der er immer noch ist) und eine wunderbare Lektorin und Mentorin - gaaanz herzliche Grüße an „Die Wölfin“ - die mir Mut gemacht hat. Vielleicht hat sie ein bisschen zu viel des Guten dabei getan, denn sie hat mir genug Selbstvertrauen eingeimpft, um ernsthaft einen Roman zu schreiben.

Familie, Arbeit zum gesetzlichen Minijob, den ersten Herzinfarkt überstanden und ein Buch schreiben - da ist leider wirklich kein Platz mehr für die Schattenzeilen.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, in meinem Kopf tummeln sich bereits wieder einige Geschichten und ich hoffe sehr, in ungefähr einem halben Jahr (dann ist mein Vorhaben hoffentlich gelungen) mich wieder bei Euch mit einem Text zurückmelden zu können.

Das war nur ein kurzes Lebenszeichen von mir in der Hoffnung, bald wieder ganz hier zu sein. Ich verabschiede mich mit einem Zitat, das ja nicht ganz so weit weg ist von Ostern und von dem ich hoffe, dass Ihr irgendwann einmal die rund 600 Seiten, von denen es der Anfang ist, lesen könnt. Und hatte das Osterfest nicht irgendetwas mit dem Leben nach dem Tod zu tun? :

Der Anblick ihrer langen, mit seiden schimmerndem Schwarz bestrumpften Beine machte ihm das Sprechen schwer und er räusperte sich: „Ihr Chef liest zu viel billige Kriminalromane.“

Sie hob fragend die Augenbrauen und er fuhr fort: „Das war alles schon einmal da. Held lässt sich weder kaufen noch erpressen, also schickt man eine schöne schlechte Frau. Sie verführt ihn und er gibt ihr, was der Boss haben will. Ist wirklich billiger Schund.“

„Und gibt es ein Happyend?“

„Nie. Irgendjemand muss immer sterben. Die Schöne, die Hoffnung oder beide.“

„Also kein Lichtblick?“

„Nicht in dieser Welt.“ Er zögerte einen Moment, dann setzte er nachdenklich hinzu: „Vielleicht in der Nächsten. Wenn Sie an ein Leben nach dem Tod glauben ...“

Euer Timothy Truckle

Mirac

Autor.

02.04.2015 um 00:28 Uhr

Mich hat deine Geschichte fast magisch hineingezogen.

Sprachlich finde ich dich einfach stark!

Nur das mit Andrea ist wohl eine falsche Fährte.

Danke für die Sogwirkung der Story!

Gruß Mirac

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.