BDSM-Geschichten, erotische Texte und Literatur

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Grenzbar

Eine BDSM-Geschichte von Jona Mondlicht.

Ich sehe kurz um mich. Die Bar ist leer mittlerweile. Die letzten zwei Gäste verließen ihren kleinen Tisch schon vor einer Viertelstunde. Ihre Gläser blieben zurück. Geleert und verlebt.

Ein Blick quer durch den spärlich beleuchteten Raum an dir vorbei zu Antonio. Er steht hinter dem Tresen, wischt gemächlich mit einem weichen Tuch über die Glasvitrine und sieht müde aus. Kein Wunder. Es ist weit nach Mitternacht. Er arbeitet seit Nachmittag hier. Selbst an solchen Feiertagen.

Die leise Musik ist längst aus. Es ist so still in der Bar, dass man Antonio bis hierher hört, wenn er eine schwere Flasche umstellt. Die Luft im Raum fühlt sich klebrig an, ist verbraucht für heute. Es wird kühler im Raum. Aufbruchatmosphäre.

„Wir sollten gehen“, sagst du plötzlich. Wahrscheinlich hast du - genau wie ich - gerade eben gespürt, dass unser Tag vorüber geht. Du nimmst den letzten Schluck aus deinem Glas. Weiche Lippen hinterlassen eine rote Erinnerung. Randerscheinung. Als du das Glas auf dem Tisch abstellst, klingt das schwarze Holz unter ihm hohler als vorhin, als dein Gin Tonic gerade begonnen war. Eine Ewigkeit her. Deine Finger gleiten beiläufig über den schwarzen, ledernen Umschlag der Getränkekarte.

Antonio bemerkt deine Unruhe. Das kann er gut. Es gehört zu seinem Job, auf die Gäste zu achten. Er schaut auf, ohne sein Wischen zu unterbrechen. Sieht erst kurz zu dir, dann zu mir. Ein geschäftiges Lächeln. Ich kenne ihn schon lange. Viele einsame Wege, die in seiner Bar endeten. Viele Gedanken, die ich hier betäubt habe, wenn sie zu viel wirbelten. Das muss schon Jahre so gehen. Man kennt sich nach so langer Zeit.

Ich nicke ihm zu. Er schaut kurz auf die Uhr über dem Tresen, wendet dabei das Tuch in den Händen und nickt mir dann zurück. Er hat mir schon manche kulinarischen Wünsche erfüllt. Heute aber ist es ein ganz spezieller. 

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

13.03.2018 um 17:04 Uhr

Es gibt tatsächlich Welten in die man nur Erinnerungen mitnehmen kann. Diese Geschichte kann so eine Erinnerung sein. So gefühlvoll intensiv geschrieben, dass man nur die Augen schließen muss um in Erinnerungen abzutauchen. An einem heute grauen verregneten Tag ein Rückzugsort, diese Geschichte. Danke, dass ich mich erinnern durfte.

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

09.08.2016 um 23:32 Uhr

Briljant wie Du schreibst Jona! Noch Tags darauf wurde ich wach mit dieser Geschichte. Ich lese Prozessorientiert. Alles was mir dienen kann ist enthalten:

- Change the mind: "es sind keine Hände die auf den nackten Hintern schlagen..."

- Was ich denke und fühle ist von mir, wie es bei mir reinkommt ist von mir und hierin nehme ich Eigenverantwortung: eine Lektion welche Antonio serviert erhält.

- Wie bringe ich mehr Qualität in meine Fantasien?: diese Geschichte öffnet mir diesen Kanal.

- Welche Geschichte fördern meine Identität?: in dieser Geschichte das Wort Seele was mich schüttelte. "Ah ja, da gibts noch was, mein Kern,- meine Verwirrung dieser zwei Wote." Und dass das nicht geschriebene Wort "Kern" just auch vorhanden ist und mich wach ruft: Seele, die Lage der Sehnsucht, der "overgave". Kern, die Lage der Einzigartigkeit vom Mensch. 

- Tränen geben den Blumen des Glücks Wasser: subliem! Weinen bewirkt fruchtbare innerliche Umbeugung und so schliesst sich der Kreis: Change the mind und bin ich als Leser eingeladen um in Bewegung zu kommen.

Danke für diese Schreib-Intelligenz!

08.01.2016 um 11:23 Uhr

Meisterlich...

Ich muss gestehen, dass ich schwer beeindruckt bin. Schwer beeindruckt von Zeilen, die sofort Bilder in mir erzeugt haben, mir das Gefühl gaben, doch noch als vergessener, letzter Gast, irgendwo in einer dunklen Ecke dieser Bar gesessen, alles miterlebt zu haben. Das wohl unvergessliche Erlebnis, das er ihr beschert, in dem er sie an und dann über eine Grenze führt. Sie keine Sekunde allein lässt, sie (be)zwingt und gleichzeitig auffängt. Antonio, bei dem ich sicher bin, dass für ihn eine Welt aus den Fugen geraten ist und sie, für die ich nur dieses eine Wort zitiere: "Danke".  

Danke für diese wunderbaren Zeilen, für eine Geschichte, die ich zu den besten hier auf den Schattenzeilen zähle.

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Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

Rote Sonne

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07.04.2014 um 13:24 Uhr

Fühlte mich wie ein vergessener, ungesehener Gast in der Ecke der Bar, roch die abgestanden Luft, nahm das Wetter draußen wahr, hörte die Flaschen klirren, sah die Beiden, sah Ihr Spiel vor Augen, sah den armen Antonio, der mit Situation kaum umgehen konnte und hörte Ihr "Danke!". Kompliment an Dich, ein großartiger Schreibstil, der einen in seinen Bann sog und fesselte.

Danke für diese miterlebte Situation.

Signatur

Auch wenn wir alle ähnlich sind, so lernt, denkt, fühlt und handelt jeder Mensch auf seine ganz eigene Art und Weise!

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Gelöscht.

05.04.2014 um 02:16 Uhr

Ich mag diese Geschichte sehr. Sie ist schön geschrieben mit einer Liebe zum Detail. Schöner kann man Grenzen nicht überwinden.

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22.01.2014 um 01:46 Uhr

Wow!

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23.05.2013 um 22:59 Uhr

Eine wunderschöne Geschichte. Es hat mich sehr bewegt, dieses Erlebnis mit den Protagonisten zu teilen, denn ich bin mir wirklich vorgekommen, als wär ich dabei.

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es Antonio wirklich gut geht und er nur bewegt ist, oder ob damit nachhaltig (gegen seinen Willen) sein Weltbild erschüttert wurde.

Als Geschichte auf jeden Fall super! So schön ich solche Geschichten und die Fantasie aber auch finde, frage ich mich manchmal, ob es für Unwissende ok ist, sie wirklich in so etwas reinzuziehen oder ob das den Antonios gegenüber schlicht und einfach nicht fair ist.

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Gelöscht.

19.05.2013 um 19:50 Uhr

Gratuliere Jona!

Ich bin neu auf dieser wunderbaren Seite und habe mich wegen eben dieser tollen Geschichte gerade registriert.

Traurig finde ich diese Geschichte deshalb, weil die beiden offenbar durch örtliche und gesellschaftliche Zwänge

viel zu oft getrennt scheinen - und daß der Protagonist wie so viele andere sich den übermässigen Alkoholgenuss in seiner Lieblingsbar offenbar gerade deshalb hat zur Gewonheit werden lassen. Aber gerade dieser Spagat, diese Distanz ist offenbar das, je grösser sie zu werden scheint, was diese absolut intensive

Erfahrung für beide möglich werden lässt. Kompliment!

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

08.05.2013 um 19:13 Uhr

WOW Wirklich wundervoll geschrieben.

Intensiv in einer berauschenden Sprache erzählt. Auch wenn es mit "zu viel" wäre - danke dafür!

Reisender

Autor. Fördermitglied.

08.05.2013 um 14:26 Uhr

Ein schöner, bewegender Text! Danke dafür!

Die Passagen:

"Keine Geheimnisse. Keine Lügen. Unsere Seelen stehen sich so eng gegenüber, dass kein Raum ist für Fiktion. Um so unverfälschter ist das, was wir erleben, wenn wir uns real begegnen."

und

"Ich streiche dir über den Hinterkopf und schweige. Du kannst dich selbst fangen, wenn du nur weißt, dass ich bei dir bin" fangen für mich das Verhältnis der beiden ganz wundervoll ein, zeigen die tiefe innige Verbindung.

Ich kann keinen Bruch sehen in dem Text. Und kann mir vorstellen, dass es hier gerade Öffentlichkeit genug ist.

Und ja - der "gezitterte Ramazotti" hat echt was... *lächel*

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