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Beichte von morgen

Wie wird es in der Zukunft weitergehen mit der Akzeptanz von BDSM in der Gesellschaft? Was ist, wenn das Besondere plötzlich das Normale ist? Oder umgekehrt? Eine nicht ganz ernst gemeinte Betrachtung – oder doch ganz ernst?

Eine Science-Fiction-Geschichte von kitty.

Bild: KI-generiert, Gemini Flash (2026)

 

Gedankenvoll blickte sie auf die Zeilen, die sie per Voicetext verfasst hatte. Ihr Herz hämmerte bei dem Gedanken, was er wohl darüber denken würde. Sollte sie sie wirklich absenden? Ein Tastendruck und es war nicht mehr rückgängig zu machen. So viel hing davon ab. Sie hatte Angst und wusste doch gleichzeitig, dass es kein Zurück gab. Leise las sie sich den Text noch einmal vor:

 

[i]Geliebtes Mausezähnchen,

ja, so nenne ich Dich in Gedanken immer. Ich weiß, dass ich mit diesem Brief viel wage, denn ich lege Dir meine innersten Gedanken und Gefühle dar. Ich gehe das Risiko ein, von Dir verachtet zu werden oder noch Schlimmeres. Denn ich weiß nicht wirklich, wie Du damit umgehen wirst, wenn Du hörst, von was ich träume und wonach ich mich sehne. Ich bitte Dich, diese Zeilen zu Ende zu lesen, sie auf Dich wirken zu lassen und mich nicht gleich im ersten Entsetzen zu verurteilen. Ich habe lange überlegt, ob ich Dir schreiben soll. In den letzten Tagen und Wochen sind wir uns nun so nahgekommen, und doch weißt Du so vieles noch nicht von mir. Ich habe Angst, Dich zu verlieren, und gleichzeitig weiß ich, dass es ohne diesen Schritt kein »Weiter« geben wird.

Gespannt darauf, wie es weitergeht?

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Rote Blume

Förderer.

04.03.2026 um 14:00 Uhr

Schubladendenken, Dogmatismus und Intoleranz sind nie gut.

 

In dieser beschriebenen „ normalen“ BDSM Welt ist alles festgelegt, eigene individuelle Wünsche zählen nicht, und das macht sehr unfrei. Erinnert mich auf die Realität bezogen leider sehr an konservative, partriarchalische Gesellschaften. Und natürlich auch an die Stigmatisierung und Verurteilung von „ Andersartigkeit“. 

 

Diese Geschichte regt zum nachdenken an und ist dabei witzig geschrieben. 

Mein Highlight: 

…“ Schlagermusik beim Sex. – Keine düsteren Mönchsgesänge.“ ( Ich hasse Schlagermusik, aber ob ich düstere Mönchsgesänge beim Sex hören möchte? 😅) . 

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hanne lotte

Autorin. Förderer.

03.03.2026 um 21:15 Uhr

Dieser Text ist ein kleines Schmuckstück. Es war mir ein Genuss, ihn zu lesen. Am besten gefällt mir eingeschlafen bei einer Demutsübung.

 

Abgesehen davon beschleicht mich ein Verdacht: Wieviel meiner Erregungszustände beim Spielen resultieren letztlich nur aus dem Reiz den Versteckens, des ein bisschen Verruchten? 

 

Ich sehe auf jeden Fall meine Baumwoll-Unterwäsche jetzt mit ganz anderen Augen. Nur Sex nach der Sportschau - nee, soweit würde ich nie gehen. Sportschau - nee.

 

Danke für Socken im Bett

hanne

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Tiro

Autor.

01.03.2026 um 06:23 Uhr

Hallo Kitty, dein wunderbarer Text dreht die Perspektive bewusst um. Was heute als „normal“ gilt, ist immer nur das, worauf sich eine Mehrheit stillschweigend geeinigt hat. Gesellschaft verändert sich ständig, weil Werte, Freiheit und Identität stärker individualisiert werden. Menschen probieren mehr aus, sprechen offener über Wünsche, Rollen und Beziehungen. Dadurch wirkt es manchmal so, als wäre alles extremer geworden, tatsächlich ist es oft nur sichtbarer geworden.

 

Wie konnte es dazu kommen: mehr persönliche Freiheit, weniger starre Normen, Internet als Raum für Austausch, und ein wachsender Fokus auf Selbstverwirklichung statt Anpassung. Normalität ist kein fester Zustand, sondern ein bewegliches Ziel.

 

Ich liebe das Bild der "Vanilla" die während Löffelchen Schlager hört.

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Natty

Autorin. Förderer.

26.11.2025 um 20:30 Uhr

Sehr schön geschrieben, danke

 

Und ja, die Norm. Wenn ich so an die DinNorm denke, dürfte eigentlich tatsächlich nur eine Spielart erlaubt sein.

Hier jedoch ein schönes Zitat von duden.de:

 

„In der veraltenden, wertenden Bedeutung sollte das Wort normal im öffentlichen Sprachgebrauch nicht mehr verwendet werden. Das gilt besonders dann, wenn es als Gegensatzwort zu (geistig) behindert oder im Sinne von heterosexuell gemeint ist.“ (4)

 

Ich habe leider nicht herausgefunden (oder hab's übersehen) wie alt diese Definition ist. Aber es zeigt ja zumindest eine Bereitschaft zum Wandel, zumindest in der Sprache. Und Sprache vereint Gruppen von Menschen, die dann für ihre Gruppe Handlungsregeln festlegen, um als Gesellschaft zu funktionieren und wenn sich zuerst die Sprache ändert,.......

 

VG Natty

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16320

Gelöscht.

12.11.2016 um 13:34 Uhr

Wer ist eigentlich normal? Will ich normal sein? Muss ich normal sein?...

Und wenn ja, wie will oder muss ich dann sein?

Danke für diese Geschichte!

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16747

Gelöscht.

02.05.2016 um 21:03 Uhr

Meine Güte ist das pervers. So jemand wie in diesem Brief möchte ich nicht werden. Niemals.

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Meister Y

Autor. Förderer.

30.10.2015 um 12:36 Uhr

Köstlich dieser Blickwinkel und ich muss zugeben, dass mich diese Zeilen wirklich amüsiert haben.

Eines haben sie aber auch erreicht, mich ein bisschen nachdenklich gemacht. Nachdenklich darüber, wie schnell man in Schubladendenken verfallen, Klischees bedienen kann.

Danke für diese wunderschönen Zeilen. Jetzt einen kleinen Moment noch, ja doch: "absenden..."

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Deep Spirit

Profil unsichtbar.

05.01.2015 um 20:50 Uhr

Eine sehr schöne Geschichte, die mich erst zum Lachen, dann zum Nachdenken bewegt hat. Es wirft für mich immer wieder eine Frage auf: Wer definiert denn eigentlich "normal"?

Wunderbar geschrieben, gibt es eine Fortsetzung?

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Rote Sonne

Profil unsichtbar.

15.09.2013 um 22:18 Uhr

Tief gerührt,

von dem herzergreifend geschriebenen Brief

sitze ich vor meinem PC

und denke über Deine Geschichte nach.

 

Sie sagt etwas besonderes aus,

was genau,

kann ich im Moment nicht in Worte fassen.

 

Danke

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kijana

Profil unsichtbar.

15.04.2012 um 21:25 Uhr

Boah - wie geil! Hab sehr gelacht. Ausserdem ist der Text auch noch wunderschön geschrieben! Danke dafür.

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