Schockiert starrte sie ihn an. Was einst überirdisch schön gewirkt hatte, entpuppte sich jetzt als trauriger Haufen angeschlagener Scherben und unnützen Tands. Er schwieg noch immer.
Schockiert starrte sie ihn an. Den Mann, den sie besser zu kennen geglaubt hatte als jeden anderen. Er schwieg noch immer, und ihr schien, als würde sein Schweigen alles auslöschen. Ihre Ehe lag in Splittern vor ihr wie ein zerbrochenes Kaleidoskop. Was einst überirdisch schön gewirkt hatte, entpuppte sich jetzt als trauriger Haufen angeschlagener Scherben und unnützen Tands. Er schwieg noch immer, und sie traute sich nicht, den Fragen, die blutige Schnitte in ihr Herz kratzten, reale Worte an die Seite zu stellen. So ruhig, wie er die Bilder betrachtete, wusste sie nicht, ob sie nach seinen Antworten je wieder aufstehen könnte.
Als sie den Umschlag mit den Bildern vorhin aus dem Briefkasten gefischt hatte, hatte sie sie ihm sofort gezeigt. So sicher war sie gewesen, dass er ihr lachend eine logische Erklärung liefern würde. Ihr verliebtes Hirn hatte Szenarien von Firmenfaschingsfeiern gezeichnet, von einer peinlichen Wette, deren Einsatz er trotzdem bezahlt hatte, ehrenhaft und integer, wie er nun mal war.
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Warum muss Partner/in selbst erkennen? Wieso kann, mache es mal zu meiner Sache, ich nicht davon erzählen? Angst statt Vertrauen? Feigheit statt Ehrlichkeit? Diese und andere Fragen und inneren Widersprüche womöglich noch über Jahre, vielleicht gar Jahrzehnte? Bin ich es meiner Liebe nicht "schuldig"? Hat sie keinen Mut von mir verdient? Ich kann es nachvollziehen, das Erzählte, aber dennoch fehlt mir das Verständnis. Gut, es gibt keine Pflicht zu menschlicher Stärke, doch gibt es das Recht auf Feigheit? In einer Liebe?
Will niemanden verurteilen, nur begreifen! Es stellen sich mir unwillkürlich diese und andere Fragen. Der Text regt also zum Nachdenken an. Das offenbare ich in meinem Feedback, ans Kreuz zu nageln, ist nicht meine Absicht.
In mir lösen diese Worte direkt das Bedürfnis aus in so einer Klarheit etwas gesagt zu bekommen. Dieses Gefühl das in diesen wenigen Worten steckt und wie das dann noch verknüpft ist mit der erklärenden Situation.
Jeder, ob Männlein oder Weiblein, der schon einmal eine vergleichbare Situation durchleben musste, leidet und fiebert beim Lesen mit, vermutlich unabhängig davon, auf welcher Seite man sich damals befand. Danke für diese anregenden und nachdenklich stimmenden Zeilen.
24.02.2026 um 22:45 Uhr
Diesen Text habe ich gerade in meinen Lesezeichen wiedergefunden und konnte mich erinnern, dass er mich beim ersten Lesen ziemlich aufgewühlt hatte.
Jetzt habe ich ihn also wieder aufgestöbert und die Wirkung erneut getestet ... er ist gut geschrieben und das Unbehagen ist geblieben.
Am Ende geht es hier ja um ein grundlegendes Problem, das gar nicht unbedingt auf BDSM beschränkt ist.
Wie erkläre ich meinem Partner, dass er nicht genügt?
Und wie gehe ich damit um, wenn mir mein Partner signalisiert, dass ich noch nie wirklich genügt habe ...
Dass alles Lüge und Heuchelei war.
Wenn er wenigstens geantwortet hätte: "Weil es ihr gefällt", damit könnte man vielleicht noch leben.
Dieses "Weil ich es sage" ist eine schallende Ohrfeige, weil es das Nicht-Genügen manifestiert.
Danke für den Denkanstoß
Hanne
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