Victor und Tilda sind zusammen. Kann Tilda ihren alten Lebensstil in die neue Beziehung integrieren? Eine außer Kontrolle geratene Situation bringt sie zu einer Erkenntnis.
Ein richtig schöner, schmuddeliger Wintertag. Ich sitze auf meinem Sofa, gucke Netflix und futtere Vanilleeis direkt aus der Zwei-Liter-Packung. Das Telefon klingelt. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nicht ans Telefon zu gehen, aber als ich sehe, dass es meine Freundin ist, gehe ich doch ran.
»Tilda, Liebes, wo bleibst du denn? Wir sitzen hier alle und warten. Wir wollten doch zusammen auf den Weihnachtsmarkt.«
»Ich kann nicht.«
»Wieso das denn nicht?«
»Ich hab’ Scheiße gebaut und jetzt muss ich Eis essen und Netflix gucken.«
»Du musst? Hat Victor das gesagt? Was für eine bekloppte Strafe.«
»Nein, Victor hat gar nichts mehr gesagt, das ist ja das Problem. Er hat gesagt, er sei auf meine Lösung gespannt und ich solle mich melden, wenn ich eine habe, aber ich habe eben keine und mir wird auch nie eine einfallen, weil es dafür keine Lösung gibt. Und ich bin so unglücklich und jetzt verstecke ich mich.«
»Ach Süße, gerade deswegen hättest du doch herkommen müssen. Wir könnten alle an einer Lösung mitarbeiten.«
»Ich bin überzeugt, ihr würdet mich auslachen, sagen, dass Victor jedes Recht hat, sauer zu sein, ich mich schämen soll, und dann würde ich nicht nur genauso deprimiert nach Hause gehen, wie ich gekommen bin, sondern auch noch sturzbetrunken.«
»Okay, ich sehe, es ist etwas Ernstes. Tilda, Liebes, ich komme jetzt zu dir, ich bringe zwei Flaschen Wein mit, denn betrunken wirst du definitiv nachher sein, aber du wirst dich verdammt nochmal auskotzen und mir alles erzählen. Und stell das Eis weg, ernsthaft.«
Wir legen auf, ich schlurfe deprimiert zum Kühlschrank, esse schnell noch drei sehr große Löffel Eis und stelle es dann traurig zurück in den Froster. Gerade war es so schön ›schmelzig‹ geworden. Nun gut. Ich hole schon mal zwei Weingläser und warte auf meine Freundin Sinni, die eigentlich Sabine heißt, aber wer will schon Sabine heißen. Wir haben uns beim Stammtisch kennengelernt, den ich nach meinem Coming-Out mit Viktor regelmäßig besuche, und wir haben uns sofort mädchenmäßig ineinander ›verliebt‹. Seitdem erzählen wir uns alle unsere Nöte, Sorgen und Ängste, und sie kennt auch meine liebste Vanilla-Freundin, die nun, als es an der Tür klingelt, davorsteht.
»Hanna, was machst du denn hier?«
»Sinni hat mich angerufen. Notstand heißt es. Ich habe noch eine Flasche Wein mitgebracht.«
Sprach es und rauscht an mir vorbei ins Wohnzimmer, sieht die beiden Weingläser, rauscht wieder an mir vorbei in die Küche und schnappt sich ein drittes, sowie einen Korkenzieher. Ich stehe weiterhin perplex in meiner Schlumperkleidung an der Tür, als es erneut klingelt und Sinni die Treppen heraufgestapft kommt.
»Ist Hanna schon hier?«
»Ja, äh, wieso?«
»Ich hab’ sie angerufen, sie ist mein Telefonjoker.«
Ich verdrehe die Augen, schließe hinter ihr die Tür und folge Sinni ins Wohnzimmer.
Hier hat Hanna bereits eine Flasche Wein geöffnet und uns eingeschenkt. »Hinsetzen!«, herrscht sie mich an, und ich gehorche. »So, erzähl, was ist los?«
»Kann ich nicht erstmal eine Flasche Wein trinken, dann würde mir das Erzählen bestimmt leichter fallen.«
»Stell dich nicht so an«, herrscht mich Hanna an, »wir haben uns schon früher mit deinen Eskapaden auseinandergesetzt, ohne dass wir erst betrunken sein mussten. Los!«
»Also gut«, beginne ich kleinlaut, »ich hatte die Aufgabe, einen Mann zu finden, der Lust hat mit uns zu spielen, aber unter mir, also ganz unten, und dann fand ich einen, der wirklich zu uns zu passen schien. Seine Vorlieben und seine Erfahrung. Und dann sah er noch richtig gut aus und war so lecker, dass ich nicht widerstehen konnte, richtig zu flirten. Aber er switcht halt und er wurde ganz schön ›dommig‹, und ich wurde ganz rattig und habe mir sofort ausgemalt, wie es wäre, zwei Doms zu haben.«
»Stopp!«, ruft Sinni hier, »du hast dir Sachen ausgemalt, ohne mit Victor darüber zu sprechen? Hast du mit dem anderen schon darüber gesprochen? Also, hast du ihm Hoffnung gemacht, sowas könne es wirklich geben?«
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Tilda lebt in den Tag hinein. Eine Erfahrung aus ihrer Kindheit lässt sie nicht mehr los und sie hat ihren eigenen Weg, damit umzugehen. Eines Tages trifft sie Victor und die Welt verändert sich. Sie wird bunt.
Victor und Tilda (2): Geteilte Herrschaft
Victor und Tilda sind zusammen. Kann Tilda ihren alten Lebensstil in die neue Beziehung integrieren? Eine außer Kontrolle geratene Situation bringt sie zu einer Erkenntnis.
Victor und Tilda (3): Die Wette (Teil 1)
Wird am 22.04.2026 veröffentlicht.
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