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Mein Schuft

Eine Bondage-Geschichte von Tek Wolf.

Bild: Schattenzeilen, Dall-E

 

Und es ist mal wieder soweit. Eigentlich will ich es nicht. Ganz und gar nicht. Aber er bringt mich dazu. Schon wieder.

Er kocht für mich. Ich leiste ihm mit einem Glas Wein Gesellschaft, sehe zu, wie er mit den Zutaten hantiert. Ich bin noch etwas knatschig vom Arbeitsstress, aber seine gute Laune zieht mich an.

Und dann, zwischen Zwiebeln schneiden und Hackfleisch anbraten, sprudelt es aus mir heraus. Der ganze Ärger des Tages. Blöder Chef, blöde Mandanten und dieser Staatsanwalt, wenn der nur den Mund aufmacht, könnte ich schon ...

Er hört mir zu. Einfach nur zu. Ist auf meiner Seite. Voll und ganz und ohne Vorbehalte. Er bedauert mein Leiden und bewundert, wie stark ich trotz allem bin. Und er macht mir Lasagne. Dieser Schuft! Mit drei verschiedenen Käsesorten. Wie kann er nur!

Frisch gemachte Lasagne. Nur für mich. Und als er mir zum Nachtisch mit Mousse au Chocolat kommt, bin ich einfach zu satt, um Widerstand zu leisten. Ich verputze sie. Vollständig. Wenn schon, denn schon.

Schließlich landen wir auf dem Sofa. Er schnappt sich meine Füße und massiert sie. Nicht nur streicheln, er knetet sie richtig durch, bis sie wieder ihre normale Form haben und nicht mehr verbogen sind, um in irgendwelche Pumps zu passen.

Kerzen überall erschaffen warmes Licht, das bei jedem Luftzug mit den Schatten in den Ecken spielt. Die Melodie leiser Musik klimpert ziellos durch den Hintergrund und dieses große Kissen in meinem Rücken lädt zum Versinken ein. Ein frisches Potpourri auf dem Tisch duftet nach Meer und Sand und Lagerfeuer zwischen Dünengras. Billige Tricks. Ich kann nicht fassen, dass ich darauf hereinfalle. Wieder einmal.

Nach einer Runde behaglichen Schweigens beginnen wir zu reden. Über Gott und die Welt. Und über mich. Ich bin Anwältin, ich kann mich gut ausdrücken, aber dieser Kerl nimmt Schmeicheleien und faltet sie wie Origami. Macht ein Kunstwerk daraus und gibt mir das Gefühl, die schönste und klügste Frau auf dem Planeten zu sein. Natürlich lügt er mir frech ins Gesicht, aber ich lache am Ende trotzdem und fühle mich gut. Einfach nur gut. Ein Pirat der Worte hat mich geentert.

Und plötzlich liege ich in seinen Armen, dicht an ihn geschmiegt, und weiß nicht, wie ich dorthin gekommen bin. Vielleicht der Wein, vielleicht der Strom der Komplimente. Mir ist etwas schwindelig.

Wir sehen uns in die Augen und wissen es. Und er schmunzelt, oh, dieses Schmunzeln. Du fauler, leichtlebiger Typ, damit kriegst du mich jedes Mal. Von diesem Punkt an läuft alles wie auf Schienen. Eine unsichtbare Macht spielt mit uns, als wären wir an Fäden aufgehängte Puppen.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Tek Wolf

Autor.

10.07.2024 um 11:23 Uhr

Danke für deinen netten Kommentar, das tut uns Schreibern immer gut

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Tangoseiler

Förderer.

09.07.2024 um 23:43 Uhr

Schön geschrieben und die Ambivalenz der Gefühle treffend geschrieben.

Eine Geschichte zum Vorlesen und Einstimmen.

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Gelöscht.

16.09.2022 um 13:32 Uhr

Sprache gekonnt verwendet, auf den Punkt gesetzt. Schon fast zu gut, rein technisch. Erwische mich nach einiger Zeit beim "Überfliegen", den erwarteten Wortlaut nur bestätigend finden. Das ist in meinen Augen schade, denn eigentlich ist es eine schöne Geschichte.

Ich bin kein Freund von Fremdwörtern, wo die deutsche Sprache selbst Brauchbares bietet. Deshalb empfand ich einige Stellen als empfindungslos hingeworfen, wo andere möglicherweise zerschmelzen.

Nun, ich bin nicht das Maß der Dinge, schaue nur manchmal zu genau hin. Wie beim genossenen Rotwein. Kenner von Rebensäften, wenn wie ich in einem früheren Leben bewusst der österreichischen, haben bestimmt geschmunzelt. Ähnlich ging es mir an einigen Stellen. Solch kleine Dinge sind die Verräter. Für Leser ein Segen.

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16.09.2022 um 05:10 Uhr

Sehr intensiv erlebt, beschrieben, den Leser mitgenommen in die Welt der Empfindungen! Tolle Geschichte

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Gelöscht.

22.04.2021 um 00:48 Uhr

Wunderbar

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Gelöscht.

18.03.2021 um 20:58 Uhr

wow super

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Gelöscht.

26.12.2020 um 01:15 Uhr

Super Geschichte

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Rebecca Loumé

Profil unsichtbar.

17.09.2020 um 09:13 Uhr

Wow ... bin grad sprachlos ...

 

Woher weiß dieser Autor das nur alles ... und fasst es auch noch in so wunderbare Worte ... eine Lieblingsgeschichte.

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Gelöscht.

29.05.2020 um 23:20 Uhr

Sehr schön die Gedanken und Gefühle nachvollziehbar beschrieben.

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dienerin

Autorin. Förderer.

10.05.2020 um 18:08 Uhr

Danke

für diese sehr sinnliche und gefühlvolle Geschichte

Ich mag die Art wie sie beschreibt, wie es ihr in dem ganzen Geschehen geht.

 

Dienerin

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Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

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