Wie unwirklich, wie pervers das alles ist. Sich wildfremden Personen hinzugeben, ohne sie je zu sehen. Es kann gefährlich sein, sie könnte einmal an die falsche Person geraten. Und trotzdem macht sie es jeden Freitag wieder. Was sie wohl diesmal erwartet?
»Zimmer Nummer 37, bitte.« Das Mädchen lächelt den Concierge an.
»Luisa Ruffato?«
»Ja, genau«, lächelt sie, als er ihr den Schlüssel reicht.
»Voilà, madame«, sagt der Concierge und versucht, sie nicht allzu offensichtlich anzustarren. Obwohl sie eher businesslike-streng gekleidet ist, beinahe schon konservativ, zumindest für ihr Alter, welches er auf knapp dreißig schätzt, ist sie doch sehr nett anzuschauen. Ziemlich groß, so um die 1,75 Meter. Lange, kastanienbraune Locken umrahmen ein hübsches Gesicht mit großen, dunklen Augen, schmalen Wangen und vollen Lippen. Einzig die Nase passt nicht ganz, die ist etwas schief und auch ein wenig zu lang. Aber genau diese Nase verleiht ihr das gewisse Extra, bewirkt, dass die Leute ihr einen zweiten Blick zuwerfen, wenn sie auf der Straße an ihr vorbeigehen, oder wenn sie in einer Bar am Tresen lehnt und ein Glas Wein trinkt.
»Danke. Oh, und ich möchte nicht gestört werden bis morgen früh um zehn.«
»Sehr wohl, die Dame, ich wünsche einen schönen Abend.«
»Danke, den wünsche ich Ihnen auch.«
Der Concierge schaut ihr nach, als sie die Lobby durchquert und die Tür zur Bar aufstößt. Nette Beine und ein strammer Hintern, denkt er noch, bevor der nächste Gast seine Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Wohl ein Escort-Mädchen, aber so lange die diskret sind und sich nicht in der Bar oder der Lobby an die Gäste heranmacht, ist ihm das einigermaßen egal.
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Kommentare von Leserinnen und Lesern
21047
Gelöscht.
20.12.2018 um 02:43 Uhr
Liebe Lucy,
auch diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Du schreibst einerseits deutlich genug um mich anzuregen, andererseits jedoch diskret genug um nicht plump zu wirken. Und auch dieses Mal kann ich mich mit dem männlichen Protagonisten gut identifizieren, mich in ihn hineinversetzen, mit ihm genießen und am Schluss finde ich es sehr schade, dass es wohl kein zweites Treffen geben wird.
Detailverliebt läßt Du uns an einem besonderen One Night Stand teilhaben, der schöner wohl kaum sein kann. Scheinbar lebt sie so all ihre Phantasien aus, auch wenn sie wohl nie weiß, mit wem sie dies tut. Aber auch er konnte wohl etwas erleben, von dem er vorher nicht zu träumen gewagt hat.
Eines hat sich mir nicht erschlossen. Wer ist wohl der ältere, graumelierte Mann, der das Treffen arrangiert? Dem Kopfkino indes, hat es keinen Abbruch getan. Ich bleibe dabei, hocherotisches Kopfkino pur!
Danke für diese besondere Schattenzeilen-Geschichte.
Sehr phantasievolle Erzählung, gefühlvolle Ausdrucksweise und ein ganz besonderer Aufbau. Ich frage mich wer der ältere, graumelierte Mann war. Ein Zuhälter, nein der würde Geld verlangen. Ein Agent von einer Agentur, nein der würde auch Geld verlangen. Ihr Ehemann, der Ihr diese Freiheiten gibt?
Eins machte mich aber stutzig, dieser Mann machte eine Foto und nahm die Daten von Tom, damit Sie sicher ist und dann kommt es zu ungeschützten Geschlechtsverkehr.
20.12.2018 um 02:43 Uhr
Liebe Lucy,
auch diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Du schreibst einerseits deutlich genug um mich anzuregen, andererseits jedoch diskret genug um nicht plump zu wirken. Und auch dieses Mal kann ich mich mit dem männlichen Protagonisten gut identifizieren, mich in ihn hineinversetzen, mit ihm genießen und am Schluss finde ich es sehr schade, dass es wohl kein zweites Treffen geben wird.
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