Es war heiß und stickig in der Disko. Die gesamte Situation war völlig surreal. Anna hatte sich das tatsächlich schon einmal vorgestellt, genau so. Und ihr Erpresser wusste das. Natürlich. Er konfrontierte sie gekonnt mit ihren Fantasien.
Diese Geschichte wird immer ›deine Geschichte‹ sein.
***
Es war heiß in der Disko. Heiß und stickig.
Das Rauchverbot in Diskotheken schien hier niemanden zu interessieren. Nicht einmal die Betreiber. Keine Hinweisschilder. Fast jeder Besucher hatte eine Zigarette in der Hand. Niemand versuchte etwas dagegen zu unternehmen.
Es war heiß, stickig und voll. Viel zu voll. Massen junger Leute, viele von ihnen sicherlich noch nicht alt genug für die Getränke in ihren Händen.
Aber auch das interessierte niemanden. Am allerwenigstens die Barkeeper, die hinter den strategisch verteilten Tresen Bier, Mixgetränke und puren Alkohol wie am Fließband ausschenkten.
›Vermutlich hat der Laden sowieso keine Genehmigung‹, dachte sich Anna, während sie versuchte, all den glühenden Zigaretten und unachtsam schwenkenden Ellenbogen auszuweichen. ›Das ist wirklich ein Loch.‹
Ein Loch in einem Keller unter einem alten Lagerhaus am Rand des Industriegebietes. Ein Geheimtipp, für den sich die gerade einundzwanzigjährige Anna niemals interessiert hätte. Heavy Metall, in Leder, Lack und Latex gekleidete Menschen und ohne Zweifel auch Drogen schienen die Essenz dieser Absteige zu sein.
Für die Studentin waren es vor allem die Menschenmassen, die all das unerträglich machte. Drogen sollte gerne jeder nehmen, dem danach war und zu Hause hätte sie vielleicht sogar die Musik ertragen, aber es war so unglaublich voll hier.
Anna litt nicht unter Klaustrophobie, aber vielleicht unter einer milden Demophobie, der Angst vor Menschenmengen. Sie mochte es überschaubar und ein wenig geräumiger. Beides war in der Disko mit dem bezeichnenden Namen The Hole eindeutig nicht zu finden.
Am Schlimmsten war jedoch, dass sie ganz und gar nicht freiwillig hier war.
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Eines vorweg: Die bzw. eine Erpressung ist in meinen Augen ein absolutes NoGo, auch wenn Anna dadurch letztendlich zu ihrem wahren Ich und zu ihrem Glück gefunden hat und auch wenn es wohl nur ein Fake war, da ihre Freundin mit im Boot war. Das hätte man stilistisch wohl auch anders herleiten können. Dies erklärt den einen Stern Abzug.
Ansonsten ist es für mich eine absolut gelungene Geschichte, die die innere Zerrissenheit zwischen den eigenen Wünschen und den äußeren Erwartungen aufgreift, durch die unser Leben oft geprägt ist und bestimmt wird. Das Ende ist daher besonders gelungen, da es zeigt, dass es sich lohnt Risiken einzugehen, um sich selbst zu finden. Der Weg dorthin ist ebenfalls so inszeniert, dass ich, auch aufgrund der vielen kleinen Details, gefesselt und gespannt weitergelesen habe, um alles von Annas inneren Kampf und ihrer Entwicklung mitzubekommen. Sie hat erreicht und genossen, was sie sich zuvor nur insgeheim in ihrer Fantasie hat vorstellen können, weil sie sich hat führen lassen und er sie bestimmend geführt hat. Ein Discobesuch, den ich mir so oder so ähnlich auch gut für uns vorstellen kann.
Herrlich realistischer Anfang, gefolgt von einem heftigen Mittelteil, der zum Schluss doch noch total unerwartet gut ausgeht. Deine Geschichte, ich hoffe, dass es nur eine Geschichte ist und kein Tatsachenbericht, hat mir ziemlich zu denken gegeben, sie zeigte mir, wie gefährlich das Internet sein kann und wie gut wir uns doch schützen müssen. Zu der einst und nun vermutlich wieder besten Freundin habe ich ein gespaltenes Gefühl, zum einen finde ich es klasse, wie sie sich um das Wohl Ihrer Freundin sorgt, aber das wie, finde ich schon etwas zu "brutal".
Als Gesamtwerk eine sehr beeindruckende Geschichte, sehr detailreich und flüssig geschrieben ist und die Ihre Spuren bei mir hinterlassen hat.
Große Klasse! Den Konflikt zwischen den beiden Leben hast Du super beschrieben, und wie sich trotz aller Angst und Scham die tiefe Sehnsucht Bahn bricht - wenn auch erst mit Hilfe der einfühlsamen Freunde, die der Verantwortung gewachsen sind, gegen den erklärten Willen aber im Interesse der inneren, noch nicht voll bewussten Neigungen der Protagonistin zu handeln. Und dann wird es auch recht saftig, was ich aber, eingebettet in die Einleitung und abgerundet durch die Nachbetrachtung, nicht zu viel fand. Selten hat mir eine Geschichte so gut gefallen - super!
Mh, dass in der Formatierung Absätze verloren gehen können, ist mir gerade neu. Ich werde in nächster Zeit mal darauf achten, wenn ich Geschichten bearbeite.
Ansonsten: eine tolle Geschichte, die einmal wieder neue Aspekte in das altbekannte Thema mit einbringt.
Danke an alle bisherigen (und zukünftigen) Kommentatoren!
Ich weiß das wirklich zu schätzen und werde mich bei denjenigen, die selbst Geschichten hier veröffentlicht haben, revanchieren. Sobald ich denn mal die Zeit finde, auch etwas zu lesen. -)
@ ungewiss
Besonderen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.
Das Timing war bei dieser Geschichte tatsächlich zum einen ein wichtiger Aspekt und zum anderen beinahe ein Automatismus. Es kam einfach so zustande.
Ich bedauere ein ganz klein wenig, dass in der Formatierung hier eine Reihe von Absätzen verloren gegangen sind, die für mich wiederum einen gewissen Einfluss auf das Timing im Lesefluss hatten. Aber ich will nciht rumjammern.
Die Sache mit den Mails ist grenzwertig. Auch andere haben das schon kritisiert. Und ich verstehe das.
Aber die Protagonistin wollte mit einer echten Endgültigkeit einen Kontrapunkt zu ihrem bisherigen Verhalten und leben setzen.
Was Verena angeht: Ohne Witz. Ich habe darüber noch nie so richtig nachgedacht. Bis du es jetzt gesagt hast.
Immer wenn ich den letzten Abschnitt gesehen habe, war das was. Jetzt wird es gerade greifbar. Und dafür muss ich dir besonders danken.
Wie es aussieht, werde ich mich wohl daran setzen müssen, die arme Verena vor der Einsamkeit zu retten.
12.01.2026 um 17:16 Uhr
Eines vorweg: Die bzw. eine Erpressung ist in meinen Augen ein absolutes NoGo
, auch wenn Anna dadurch letztendlich zu ihrem wahren Ich und zu ihrem Glück gefunden hat und auch wenn es wohl nur ein Fake war, da ihre Freundin mit im Boot war. Das hätte man stilistisch wohl auch anders herleiten können. Dies erklärt den einen Stern Abzug.
Ansonsten ist es für mich eine absolut gelungene Geschichte, die die innere Zerrissenheit zwischen den eigenen Wünschen und den äußeren Erwartungen aufgreift, durch die unser Leben oft geprägt ist und bestimmt wird. Das Ende ist daher besonders gelungen, da es zeigt, dass es sich lohnt Risiken einzugehen, um sich selbst zu finden. Der Weg dorthin ist ebenfalls so inszeniert, dass ich, auch aufgrund der vielen kleinen Details, gefesselt und gespannt weitergelesen habe, um alles von Annas inneren Kampf und ihrer Entwicklung mitzubekommen. Sie hat erreicht und genossen, was sie sich zuvor nur insgeheim in ihrer Fantasie hat vorstellen können, weil sie sich hat führen lassen und er sie bestimmend geführt hat. Ein Discobesuch, den ich mir so oder so ähnlich auch gut für uns vorstellen kann.
LG Cid
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