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Schattenzeilen

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La Bête

Ein Gedicht von Campanula

Staunend stehe ich vor dir, du stolzes, wildes Tier.

Sehe deinen drohenden Reißzahn, deinen sengenden Blick.

Du hast mich vor dir gewarnt, mehr als einmal hast du das.

Und doch konnte ich deinem Ruf nicht widerstehen.

Ich folgte dir in deinen Garten und pflückte die Rose, die Verbotene,

die mich meine Freiheit kosten sollte.

Wirst du mich jetzt verschlingen?

 

Was ist es nur, das mich in deinen Bannkreis lockte,

obwohl ich doch wusste, dass dort Zerstörung lauert?

Was ließ mich jede Vernunft vergessen?

Liegt es daran, dass du ein Teil von mir bist?

Schon immer warst, von Anbeginn?

Dass ich nicht ganz bin ohne dich?

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Nachtasou

Autor. Lektor.

21.06.2022 um 22:56 Uhr

Für mich stand der entscheidende Satz nicht einmal im Ausgangsposting, sondern in Campanula Nachschlag:

„Dieser Text - er wollte unbedingt in Gedichtform gegossen werden, weiß der Himmel, warum.“

Wenn weder die Autorin selbst, noch der Himmel die Antwort auf die Frage weiß, warum eine Prosafetischistin, und keine Jüngerin Eratos´, sich für diese Form entscheidet, schreit die Warum-Frage desto lauter.

Um gut oder böse geht es ja gar nicht. Sondern: „Manchmal ist der Moment, in dem ein Wunschtraum sich zu erfüllen droht, furchteinflösender als alles andere.“

„Solche Inseln sind lebensnotwendig, um sich im Spiel der Leidenschaft nicht völlig aufzulösen.“

Die Angst vor der Auflösung des Ichs ist uns als Kreatur eingebaut, und es gibt keinen Weg daran vorbei. Das begegnet in guten Zeiten in der Sexualität, in schlechten Zeiten geht´s um die gesamte Existenz; zum Beispiel bei Krankheit oder unbarmherzig fortschreitendem Altern und dessen Begrenzung.

Das Zauberwort nennt Amadeus: Ambivalenz. Es kann eben nicht Ziel sein, das Spagat zwischen  Verschmelzung in der Liebe und Kontrollversuchen aufzulösen. Der Preis, eine eindeutige Entscheidung herbeizuführen, ist zu hoch. Sondern: einfach aushalten.

Tricky am BDSM ist, dass er diese Aufgabe auf zwei Personen aufteilt, indem er eine Rollenaufteilung vornimmt. Motto: Wenn man sich die Beine ausreißt und nebeneinander legt, hat man auch einen Spagat.

Etwas ganz anderes:

Bei „Lyrik“ begegnet man einem Reflex: Man fühlt sich ins 9. Schuljahr zurück gebeamt. Das Zerpflücken von Gedichten. Das ist aber nur die erste Reaktion. Die zweite ist: Dankbarkeit denjenigen Gegenüber, die einem die „Worte“ und „Wortbilder“ nahebrachten. Damit waren sie mit die wichtigsten und prägendsten Personen im Leben, was man aber erst spät merkt. Die „Worte“ sind´s, mit denen wir uns begreifen und andere berühren. Wovon man keinen Begriff hat, kann auch nicht begriffen werden.

Es ist keine Schande, „verzagt zu haben“ (oder zu sein). Der Versuch zählt.

Rufus

Gelöscht.

06.05.2022 um 17:35 Uhr

Ein schönes Gedicht, von sinnlicher Tiefe.

22.04.2022 um 05:04 Uhr

Keine Antwort

Blind stochert im dunklen Licht

doch die Nebel weichen nicht

Wach oder wieder schwerer Traum

weiß es nicht, atmet kaum

Jede volle Stunde sucht es heim

sagt weder Ja noch Nein

Kein Wort entrinnt dem Schweigen

nur endlos stilles Schreien

Fort ist es, weit entrückt

findest nur schwer zurück

Was wie immer bleibt, ist ein Gemisch

wild und tief geschrieben ins Gesicht

Campanula

Autorin. Förderer.

10.04.2022 um 21:25 Uhr

Maren Hab Dank für dein Bild der Insel! Du hast völlig recht Solche Inseln sind lebensnotwendig, um sich im Spiel der Leidenschaft nicht völlig aufzulösen.

Edelbert Manchmal ist der Moment, in dem ein Wunschtraum sich zu erfüllen droht, furchteinflösender als alles andere.

Amadeus Die wahre Bestie ist der Mensch. Und doch ist das Böse oft schrecklich banal, wie Hannah Arendt uns schon so klug dargelegt hast. La Bête ist ein erotisches Fantasiewesen, die Bestie ist furchteinflößend, aber nicht, weil sie böse wäre, sondern weil sie sich der Kontrolle des rationalen Verstandes entzieht. Um gut und böse geht es mir in diesem Gedicht überhaupt nicht.

06.04.2022 um 22:42 Uhr

Ich kenne den Film nicht. Das Bild einer tierischen Bestie ist im Vergleich zum Menschen zu harmlos.

Der Mensch ist schlimmer als das blutrünstigste Raubtier. Nicht umsonst geht es um "Fabelwesen", die ja bekanntlich unsere Phantasie entspringen. Mir macht der Gedanke Angst. Die Ambivalenz lese ich heraus, ansonsten bleibt diese Lyrik für mich im Dunkel. Danke für das Angebot.

Edelbert

Gelöscht.

19.03.2022 um 14:52 Uhr

Eine sehr gefühlvolle Beschreibung der inneren Zerrissenheit zwischen Begehren und Angst vor der Erfüllung der Begierde.

Maren

Autorin.

11.03.2022 um 09:20 Uhr

Viele Bilder. Für mich mehr ein Statement, eine Geschichte aus Metaphern. Die Schöne und das Biest. Wer bezwingt hier letztlich wen? Das bleibt offen. Muss es auch. Was kommt nach dem Zerren, dem Kampf, dem Verlangen? Ewige Erfüllung der Lust? Vielleicht Langeweile? In jedem Fall Ruhe. Ist nicht das schlechteste, wenn Liebe dabei ist, denke ich. Ist wie eine Insel, auf der man sich niederlässt.

Aber in den Zeiträumen, in denen Lust, Drang und Wollen, Begier, Dominanz und das gewollt Gewalttätige alles überlagert, hat die Insel keinen Wert. Danke, Dein Gedicht weitet mein Denken.

Campanula

Autorin. Förderer.

07.03.2022 um 21:03 Uhr

Vielen herzlichen Dank für eure Kommentare! Ich habe mich gefreut, dass mein Gedicht auf so positive Resonanz gestoßen ist, weiß ich doch, dass Lyrik in Plattformen wie diesen eher eine Randerscheinung ist. Ich bin auch selbst keine Jüngerin Eratos, bin Prosafetischistin durch und durch, aber dieser Text - er wollte unbedingt in Gedichtform gegossen werden, weiß der Himmel, warum. Für Reim und Versmaß hat es allerdings nicht gereicht, tut mir leid, high time.

Inspiriert hat mich zu diesem Gedicht seinerzeit ein ganz besonderer Mensch - und ebenso Jean Marais' Bestie aus der Jean-Cocteau-Verfilmung. Ich möchte die Offenheit des Textes ganz bewusst nicht mit Erklärungen trüben, möchte es den Lesenden überlassen, die Bilder mit Assoziationen zu füllen. Dankbar bin ich für eure Gedanken und Worte, die meine Zeilen auf so vielfältige Weise spiegeln und völlig neue Bilder und Bedeutungen aufscheinen lassen. Das gilt vor allem auch für deinen wunderschönen Kommentar, lieber @high time, vielen Dank dafür!

high time

Autor.

03.03.2022 um 17:19 Uhr

Die Schöne und das Biest

Sehnsucht und Verzweiflung

der einsamen Schönen.

Ein Rufen nach Befreiung,

gerichtet voller Mut und Angst.

An wen?

Wer ist es, der das auslöst?

Wer ist der Funke Hoffnung,

von dem sie jetzt schon weiß,

dass er im Abgrund endet?

Der Vampir,

der sie zu seinesgleichen macht?

Der Werwolf, der sie reißt

und ihr die Schmerzen schenkt

mit denen sie sich fühlt

und Wärme spürt? Lebendigkeit?

Ist es der Begehrte,

dem sie so nah und fern?

Der sie heilt, wenn sie ihn heilt?

Ist es ein Traum,

der sie am Leben hält?

Das ist ein Text, der etwas mit einem macht, Campanula. Es ist nicht Lyrik, weil er rhythmisch ist (das fände ich noch etwas schöner) oder Reime trägt, sondern weil er viele Zugänge bietet, nur nicht den eines eindeutigen Verstehens.

Mir gefällt er!

03.03.2022 um 17:10 Uhr

Ein Gedicht, das mich etwas ratlos zurücklässt. Schön formuliert, ohne Zweifel, das ist es. Und doch... Vielleicht die Unklarheit des Standpunktes des oder der Erzählenden? Die Undeutlichkeit der Richtung, der Sehnsucht?

Interessant sicherlich, dass für mich nicht feststeht, ob die erzählende Figur männlich oder weiblich ist.

Interessant auch die Doppeldeutigkeit des Verses 'Wann haben wir verzagt, Geliebter?' Sehr offen! Ist das eine Aufforderung, angesichts des Mutes der Vergangenheit einen weiteren Schritt zu unternehmen, gemeinsam und doch durch einen Abgrund getrennt? Oder ist das eine offene Frage danach, wann etwas verloren gegangen ist, wann der Wagemut das Paar verlassen hat?

Interessant und bedenkenswert in jedem Fall!

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.