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Schattenzeilen

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Vom Einengen und Befreien - Ein Mann und seine Hassliebe zu Latex

Eine Fetisch-Geschichte von Chezjulia

Die heruntergelassene Jalousie erlaubte es nur wenigen Sonnenstrahlen, in das Schlafzimmer des Einfamilienhauses vorzudringen und das dämmrige Licht zu durchbrechen. Dennoch herrschte in diesem Raum vornehmlich Dunkelheit, jedoch in einem überschaubaren Maße, welches es noch erlaubte, die Umgebung einigermaßen klar zu erkennen. Eine gewisse Schwüle waberte durch die Luft und ließ den leicht untersetzten Mann merklich schwitzen, der auf dem großen Bett saß. Ein grünes Handtuch war um seine Hüften gewickelt, ein paar letzte Wassertropfen glitzerten auf seinen kantigen Schultern. Er musste wohl gerade geduscht haben, denn Kondenswasser bildete sich am Badfenster. Der Mann musste in den Fünfzigern sein. Mit einer Hand fuhr er sich durch die graumelierten Schläfen, mit der anderen Hand griff er nach einem größeren Gegenstand, der neben ihm auf dem Bett lag.

 

Nun wandte er auch seinen glatt rasierten Oberkörper diesem größeren Gegenstand zu - einem Karton, dessen Klebeband schon entfernt worden war. Es musste nur der rechteckige Deckel angehoben werden, dann war der Inhalt dieser Kiste offenbart. Doch noch schien der geduldige Mann kein Interesse am Auspacken zu haben, denn er nahm die Kiste auf seinen Schoß und streichelte den Deckel zärtlich und liebevoll, so als würde er einen menschlichen Körper streicheln. In keiner Weise schien er es eilig zu haben, sondern zelebrierte stattdessen das Auspacken des Inhalts dieses braunen Kartons. Irgendetwas Besonderes musste wohl darin verborgen sein, denn mit einer gehaltvollen Inbrunst schien der fast nackte Mann diesem entgegenzufiebern. Scheinbar schienen seine Finger ein wenig vor freudvoller Erwartung zu zittern, als er den Deckel behände anhob. Überraschenderweise nahm er den gesichteten Inhalt nicht sofort aus dem Karton, sondern beugte sich mit seinem Kopf darüber und tätigte ein paar tiefe Atemzüge.

 

Die zuvor angespannten und hart wirkenden Gesichtszüge des Mannes entspannten sich augenblicklich.

 

Seine Schultern fielen sodann herab und gaben ihm sofort einen gelösteren Gesamteindruck. Der Geruch, welcher ihm aus dem Karton entgegen strömte, musste ihm wohl sehr gefallen. Ein wenig verweilte er noch in diesem sinnesstarken Vorgang, dann griff er mit seinen großen Händen hinein und ein leises Rascheln war zu hören. Kurz darauf wurde der in Karton befindliche Inhalt angehoben und entblößt. Zum Vorschein kam ein schwarzer Heavy-Rubber-Catsuit.

 

Beinahe zärtlich drückten die groben Hände des Mannes den festen Latexstoff gegen seine Wangen, um diesen im Anschluss an die schmalen Lippen zu führen und zu küssen. Als wäre er in einem Zwiegespräch mit einem Gegenüber, glitten die Hände des Mannes behutsam über den Latex und streichelten diesen wie die warme, weiche Haut eines geliebten Menschen.

 

Langsam ließ der Mann seinen stämmigen Oberkörper nach hinten gleiten, bis dieser auf der rotgemusterten Bettdecke zum Liegen kam. Genießerisch führten die sanften Bewegungen des Mannes den Latexstoff wohlig über seinen gesamten Körper, um auf dem Bauch letztendlich zum Stillstand zu kommen. Fest drückten die haarigen Hände des Mannes den schwarzen Heavy-Rubber-Catsuit an seine Körpermitte und entlockten ihm ein glückseliges Lächeln.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

26.08.2021 um 23:07 Uhr

Das werden Erinnerungen wach, an meine eigene beginnende Erotik. Da habe ich auch vieles heimlich ausprobiert…

Katika

Förderer.

23.08.2021 um 10:16 Uhr

Eine wunderbar einfühlsam geschriebene Geschichte über einen ganz besonderen Fetisch.

Die innere Zerrissenheit schilderst du sehr eindrucksvoll und nachvollziehbar.

Gerne hätte die Geschichte für mich weitergehen dürfen. Vielleicht mit einem Happy End?

Über eine Fortsetzung würde ich mich persönlich sehr freuen.

Katika

04.08.2021 um 18:50 Uhr

Nach so einer langen Zeit der Gemeinsamkeit, verschwimmen Geheimnisse.

Es ist kein Zufall, dass sie ihm ein Wochenende schenkt, denn seine Frau ist sich sehr wohl seiner Leidenschaft bewusst.

Freudig erwarte ich die Fortsetzung dieser Ouvertüre.

poet

Autor.

25.07.2021 um 17:41 Uhr

Erstaunlich wie gut die Ambivalenz der Stimmungen des Mannes hier dargestellt wird - die Freude an seinem Augenblick der Selbstbefriedigung durch seinen Fetisch, und die Angst vor dem Entdecktwerden. Latex ist nicht meins, aber das kann man ja ersetzen durch alles mögliche andere. Ich denke, dass wohl hauptsächlich Männer in solche Situationen geraten, daher finde ich es umso erstaunlicher, dass eine Frau dieses gequälte Innenleben so hervorragend trifft! Gratulation!

25.07.2021 um 08:48 Uhr

Ich kann mir den innerlichen Kampf gut vorstellen, ich vermute, dass diesen Kampf viele immer wieder in mehr oder minderer Stärke führen.

Ich finde es sehr spannend,  wie real sich die Geschichte liest

Gregor

Autor.

24.07.2021 um 14:01 Uhr

geändert am 24.07.2021 um 14:02 Uhr

Deine Geschichte wirkt auf mich wie eine Charakterstudie.

Sie zeigt den inneren Konflikt eines Mannes, der in dem Bewusstsein lebt, einer geheimen, verbotenen sexuellen Präferenz verfallen zu sein. Er wertet seine Liebe zu Latex als etwas so Ungeheuerliches, dass er bei Offenbarung familiären und gesellschaftlichen Absturz erwartet. (Es ist außerhalb seiner Vorstellungskraft, dass man ihm beim Coming-Out wahrscheinlich verständnisvoll-lächelnd auf die Schulter klopfen würde).

Wie sich eine Autorin in den Fetisch eines älteren, gehemmten Mannes hineinversetzt und ihn so authentisch beschreibt, beeindruckt mich. Sie zeigt Gedanken, Gefühl, Angst und Erwartung des Mannes in großer Dichte.

Noch etwas. Die Geschichte zeigt die Intoleranz eines Mannes, der sich ausgeschlossen fühlt. Nicht er ist verklemmt. Alle anderen sind Spießer. Ich denke, von solchen Leuten gibt es ganz viele. Danke für einen besonderen Einblick.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.