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Schattenzeilen

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Namen, Orte, Handlungen: Im Text erwähnte Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Handlungen und Techniken sind nicht vollständig beschrieben, es fehlen Sicherheitshinweise. Mehr dazu ...

 

Der Rose Dorn mag Lieb‘ entspringen

Eine BDSM-Geschichte von Tek Wolf

Bunte Wimpel flatterten im Morgenwind und silberne Trompeten ließen ihren schönen Ruf erschallen. Eine große Gesellschaft zog aus, ließ die hohen, schneeweißen Mauern der Königsburg hinter sich und wanderte unter Gesang, Gelächter und Musik in die Landschaft hinaus.

Der fröhliche Tross verbrachte den Vormittag damit, über blühende Wiesen zu streifen und erfreute sich an einem wunderbar blauen Himmel, über den eine nicht enden wollende Herde aus Schäfchenwolken segelte. Gegen Mittag beschlossen die Ausflügler sich niederzulassen. Diener und Knappen richteten Zelte auf, bauten mitgebrachte Tafeln zusammen und schmückten alles mit Bändern und Fahnen. Sodann genossen die Ritter und edlen Hofleute zusammen mit der Königsfamilie ein ausgiebiges Mahl. Während die hohen Herrschaften speisten, hörte man abseits das Lachen der Gemeinen, die ebenfalls aßen und sich auf ihre Weise die Zeit schön machten.

Am Nachmittag zerstreute sich die Gesellschaft etwas. Die jungen Ritter schossen mit Bögen auf Zielscheiben um die Wette und die Edelfräulein spielten Federball oder pflückten Blumen, aus denen sie Kränze für ihre Auserwählten flochten. Am Rande dieser vergnüglichen Aktivitäten wanderte Gwendolin, die Tochter des Königs, umher und schien versunken in Erinnerungen an Lieder und Gedichte zu sein. Sir Fenwell, jüngster der Königsritter, begleitete sie, wie stets, auf Schritt und Tritt. Er sollte ihr Schutz und Gesellschaft bieten, was er gern und mit größtem Eifer tat.

Die beiden erreichten die Pferde, die an einem Seil zwischen zwei schattenspendenden Bäumen angebunden waren. Nachdenklich streichelte die Königstochter den Hals eines haselnussbraunen Hengstes. Der stellte sein Grasen ein um sie freundlich anzusehen und leise zu schnauben. Da kam plötzlich Leben in die junge Frau und sie blickte ihren Bewacher mit Smaragdaugen an, die so schön und geheimnisvoll waren, dass sie einer eigenen Ballade würdig gewesen wären.

Sir Fenwell wurde aufmerksam, denn als ihr ständiger Begleiter wusste er, Gwendolin war nicht nur die schöne und folgsame Tochter des Königs. Mitunter zeigte sie abseits des höfischen Lebens auch eine ganz andere Seite. Die Sorge war berechtigt - sein Schützling versicherte sich, dass niemand anderes in der Nähe war, löste dann flink die Zügel des Pferdes und war mit einem Satz auf seinem Rücken. Der überraschte Hengst tänzelte, wieherte, doch die zarte Gwendolin strotzte mit einem Mal vor Entschlossenheit. Mit einem kräftigen Zug am Zaumzeug brachte sie ihr Reittier zur Räson.

„Was soll denn das?“, rief der Ritter verzweifelt. „Ihr dürft euch doch nicht ohne Schutz und Erlaubnis vom Tross entfernen.“

„Nun“, sagte die Prinzessin von ihrer erhöhten Position herab. „Dann müsst ihr eben mein Schutz und Geleit sein!“

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Robert S

Autor.

15.07.2021 um 19:02 Uhr

Köstliches Märchen, bunte Bilder, leicht gelebte Ritterzeit. Ich sah den Ablauf wie einen gut gemachten Comic.

27.05.2021 um 14:30 Uhr

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen - ein erotisches Märchen. Den Wunsch der Prinzessin zu erfahren, "ob dies nicht allein in meiner Einbildung aufregend ist" kann ich sehr gut nachvollziehen..

Zu der Kritik: Seit wann müssen denn Märchen logisch sein?

Zum Kommentar von Ranja "Was sind seine Wünsche/Gefühle...?"

So wie ich das verstehe ist er in die Prinzessin verliebt, aber im Sinn der mittelalterlichen Minne, d.h. die Angebetete ist für ihn unerreichbar. In der unerwarteten Situation schwankt er dann zwischen Pfichtbewusstsein und der Gelegenheit.

Nur noch eine Anmerkung: Die Frage nach dem Vornamen passt eigentlich nicht, da "Sir" immer mit dem Vornamen verwendet wurde bzw. in England immer noch wird. Nur wenn es zur Unterscheidung erforderlich war oder in sehr formalen Situationen hätte man "Sir Arthur of Fenwell" verwendet

20.05.2021 um 12:42 Uhr

Ein wunderschönes Märchen welches es schafft  Bilder im Kopf in Hülle und Fülle zu erzeugen, Da sind kleinere Logik Fehler wirklich kein Grund, dieses Kopfkino zu stören.

Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

19.05.2021 um 15:12 Uhr

geändert am 19.05.2021 um 15:35 Uhr

So, jetzt habe ich diese vieldiskutierte Geschichte auch gelesen, damit ich überhaupt mitreden kann, worum es geht.

Allererster Eindruck: Es ist eine unterhaltsame, schöne Geschichte, die mir beim Lesen Spaß bereitet hat.

Ja, es gibt einen großen Logikfehler. Den sehe ich nicht bei der Decke (da kann man sich einfach schnell denken, dass diese hinter dem Sattel eingerollt lag) und auch nicht bei Seil und Peitsche (denn es war von ihr geplant), sondern tatsächlich beim Kleid, bei dem aufgefallen wäre, wenn die Prinzessin plötzlich ein anderes trägt und das vorherige zerfetzt wurde und ob es überhaupt auch noch in die Satteltasche gepasst hätte.

Aber gut, das macht nicht die ganze Geschichte schlecht und ist in meinen Augen nur ein kleines Detail. Das kommt in den besten Schreibhaushalten vor, denke ich.

Mir geht es hier eher um den Grundkonflikt, den ich bei dieser Geschichte durchaus sehe. Viel mehr, als bei vielen anderen Geschichten, in denen es beispielsweise nur eine reine Sessionbeschreibung gibt. Wie kann eine Höhergestellte ihrem Untergebenen befehlen, sie zu quälen? Diese Fragestellung lässt sich im historischen Kontext sicher leichter in eine Geschichte packen, da es diese Machtverhältnisse heutzutage nicht mehr ganz so ausgeprägt gibt. Heutzutage müsste man wohl eher die Frage stellen, wie sich das vor der Presse verheimlichen lässt.

Und natürlich kann man jetzt auch sagen, dass der Konflikt nicht ganz so tief herausgearbeitet ist und die Protagonisten ein wenig farblos bleiben. Aber da erwidere ich: Es ist eine Kurzgeschichte! Da muss nicht immer alles tief sein. Die Geschichte ist aber keineswegs flach.

Insofern, lieber Tek Wolf, nehme die Kritikpunkte zur Kenntnis, nimm dir für die nächste Geschichte davon mit, was du gebrauchen kannst und nimm dir die anderen nicht zu Herzen. Dass du schöne Geschichten schreiben kannst, die von deiner Schreiblust geprägt sind, wissen wir alle. Ebenso wissen wir, dass die Geschmäcker verschieden sind und jeder andere Maßstäbe an Texte anlegt. Ehrlich gesagt mag ich auch nicht jede deiner Geschichten, andere liebe ich hingegen wieder sehr. Aber das zeichnet dich auch aus, dass du Texte ganz unterschiedlicher Couleur schreiben kannst.

Lanika

Lektorin. Förderer.

19.05.2021 um 11:14 Uhr

Nun möchte ich mich auch nochmal zu Wort melden. Mir gefällt, dass ein Text, eine wunderbare Geschichte hier so ausgiebig diskutiert wird. 

Mich beschäftigen, Zuckerguss, Kuchen und die Frage nach Fehlern. Der erste Punkt jeder Kritik ist die Frage, ob die Geschichte gefallen hat. Und ja, mir gefällt wirklich, was ich lese. Es ist märchenhaft und aus einem Guss und ich sehe eine Bilderwelt, die mir gefällt.

Und dann kommen Erklärungsansätze, ob und wie die Geschichte funktioniert. Dahin gehören Fragen nach Zeit, Ort und Umgebung, der Personengestaltung und  dem Spannungsbogen und der Sprache. Man kann das alles heranziehen und dieses oder jenes bemängeln oder erklären. Aber, wenn beim Lesen der Geschichte ich nicht stolpere, nicht enttäuscht bin, sondern es mir Spaß macht, das zu lesen, warum sollte ich dann danach fragen? 

Zumindest muss ganz klar sein, solange eine Geschichte gefällt - und dass muss jeder für sich beurteilen - sind andere Lösungen, als die der klassischen Kurzgeschichte keine Fehler oder Mängel, sondern kreative Varianten um eine gelungene Geschichte zu erzählen.

hanne lotte

Autorin. Lektorin. Förderer.

18.05.2021 um 22:49 Uhr

Drachenlady

ich noch mal mit "Einspruch, Euer Ehren" ...

Die meisten Helden erleben ihre Abenteuer in oft völlig hanebüchenen Plots. Ihre Erfinder, Schriftsteller, sind schlicht Fantasten und, wenn man so möchte, daher gerne auch mal Lügner. Ein Karl May hat vieles frei erfunden, Personen, deren Aussehen und Gepflogenheiten, Landschaften, usw. Tut das seinen Geschichten irgendeinen Abbruch?

Nein, die reine Erfindung tut keiner Geschichte Abbruch.

Solange sie in sich logisch ist. Oder so gezielt unlogisch, dass ich die überspitzende Absicht erkennen kann. Die Regeln der Naturwissenschaft haben mit den Regeln von Geschichtenlogik wenig zu tun. Trotzdem muss letztere stimmen.

Gruß

hanne

hanne lotte

Autorin. Lektorin. Förderer.

18.05.2021 um 22:38 Uhr

Gwendolin mit Luderfaktor - aber sowas von. Die Königstochterväter sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Und Arthur ist ein besonders stilles Wasser.

Lieber Tek Wolf, ich gebe zu, ich habe diesmal zuerst die Kommentare gelesen - ich wollte mir die Geschichte für da nächste Wochenende aufsparen ... naja, das hat dann auch toll geklappt.

Ich war nicht unvoreingenommen beim Lesen, habe also gezielt die Kritikpunkte unter die Lupe genommen, was ich andernfalls vielleicht nicht getan hätte.

Dann hätte ich, die Naschkatze, mich am Zuckerguss gelabt und mir wäre vielleicht gar nicht aufgefallen, dass nicht so viel Kuchen drunter ist, weil ich ihn nicht gebraucht hätte.

Ich habe die Geschichte gerne gelesen. Zum einen, weil sie von dir ist - ja klar.

Zum anderen, weil es eine BDSM Geschichte ist bzw. eine erotische Geschichte. Die unterscheiden sich von nichterotischen Geschichten in einem besonderen Detail: Es gibt einen Grundkonflikt, nämlich die Frage, ob und wie es zu Sex und Co kommt und genau darum lese ich in der Regel solche Geschichten - wegen dem erregenden Moment. Das gibt es zwar auch im klassischen Drama, aber da ist das anders gemeint.

Ja, bei näherer Betrachtung muss ich zugeben, dass dem Text ein bisschen mehr Konflikt gut getan hätte. Gerade Arthur, aus dessen Perspektive das Erlebte geschildert wird, bleibt erstaunlich blass, einzig seine Verehrung gegenüber der Prinzessin verleiht ihm ein bisschen Profil.

Die Logikfehler, ja, die auch. Mich hat die Decke gestört, der Rest lässt sich vielleicht erklären. Aber die Decke .., da hätte er ja auch was ahnen müssen. Und habe auch ein bisschen getaunt, was für ein Kleid sie da aus der SAtteltasche zaubert. Bei königlichem Picknick und flanieren im Grünen hatte ich etwas mit Rüschen und mehreren Unterröcken im Sinn, das stopft man nicht ohne üble Knitterfalten in eine Satteltasche. Abgesehen davon habe ich die Geschichte als stimmig empfunden.

Und ja, sie gefällt mir immer noch, nicht nur weil ich Zuckerzeugs mag. Sie wird sicher nicht auf Rang eins der Tek Wolf Geschichten gelistet, das muss sie auch nicht.

Ich habe genossen, wie du das märchenhaft-fantastische Setting mittels Sprache zum Leben erweckt hast. Da hat wirklich alles gepasst. Finde ich.

Ich danke für die Vorfreude auf eine schreckliche Strafe

hanne

18.05.2021 um 14:55 Uhr

Schöne Geschichte

nach meiner Meinung ist es eine Geschichte unabhängig vom Hintergrund

Drachenlady

Autorin. Förderer.

18.05.2021 um 02:56 Uhr

Ich möchte nochmal konkret auf die Geschichte und die dazu geäußerten Kritiken eingehen.

Lanikas Kommentar hat schon vieles vorweg genommen, daher versuche ich mich auf die Unterschiede bzw. Ergänzungen zu beschränken.

Es wird kritisiert, dass die historische Rahmenhandlung Fehler beinhaltet, zeitlich nichts wirklich zusammenpasst. Stimmt, sachlich und vom fachlichen Standpunkt aus betrachtet absolut richtig.

Daher meine - rhetorische - Rückfrage dazu: inwieweit ist dieser unstimmige geschichtliche Kontext für genau diese, hier konkret vorliegende Geschichte überhaupt relevant und zu deren Beurteilung nützlich? Es handelt sich dabei um eine rein fiktive Erzählung aus einer imaginären Vergangenheit. Einer zurückliegenden Zeit, irgendwann, irgendwo, mit erdachten Figuren und Landschaften. Angelehnt an Rittergeschichten und inspiriert von mittelalterlichen Begebenheiten. Es ist keine Geschichtsdoku für Terra X, keine Drehbuchvorlage für die BBC, die mit nachprüfbaren historischen Fakten über real existierende Figuren und/oder tatsächlich geschehenen Ereignissen aufwarten muss.

Deswegen halte ich den angelegten Maßstab in diesem Fall und für diese Geschichte ungeeignet. Das erinnert mich an einen Produkttest von Stiftung Warentest neulich. Eine Zahnpasta, die ausdrücklich damit wirbt, kein Fluor zu enthalten, wurde im Vergleich mit herkömmlichen als mangelhaft und absolut nicht empfehlenswert eingestuft, weil sie kein Fluor enthält. Man mokierte sich über fehlende Inhaltsstoffe, weil man diese selber für unverzichtbar erachtet, obwohl das Fehlen in diesem Fall die Haupteigenschaft darstellt. Alles eine Frage des passenden Maßstabs.

Desweiteren wird eine „kindliche“ Sprache bemängelt und auf die Art Bezug genommen, wie Kinder Geschichten erzählen.

Stimmt ebenfalls. Völlig korrekt. Kinder erzählen einfach drauflos. Sie haben die Gabe, die vielen Erwachsenen mittlerweile abgeht, sich komplett in eine Fantasiewelt zu begeben, ohne dabei auf Logik oder gar naturwissenschaftliche Erkenntnisse Rücksicht zu nehmen.

In Märchen können Menschen ohne Hilfsmittel fliegen, Tiere sprechen und Dinge einfach so verschwinden oder auftauchen. Deswegen sind es Märchen. In Actionfilmen, häufig nichts anderes als moderne Märchen, passieren völlig absurde Dinge, die so wahrscheinlich sind, wie wenn bei der Explosion einer Druckerei ein Buch entstehen würde. Trotzdem sind sie für viele aufregend und unterhaltsam. Auch bei quietschenden Reifen auf Sandstrand.

Die meisten Helden erleben ihre Abenteuer in oft völlig hanebüchenen Plots. Ihre Erfinder, Schriftsteller, sind schlicht Fantasten und, wenn man so möchte, daher gerne auch mal Lügner. Ein Karl May hat vieles frei erfunden, Personen, deren Aussehen und Gepflogenheiten, Landschaften, usw. Tut das seinen Geschichten irgendeinen Abbruch? Sind die Romane eines Dan Brown weniger spannend, weil total unrealistisch, ja geradezu völlig abstrus? Es gäbe keine faszinierenden Sagen, keine fesselnden Grusel-/Horrorromane, wenn man solche Erzählungen nach den selben Kriterien wie Reportagen, Krimis oder anderen Stories aus der erlebbaren Wirklichkeit beurteilen würde. Wer mit den Fantasy-Genres, mit solcher Art von Erzählungen aber grundsätzlich nichts anfangen kann, den kümmert das natürlich nicht. Warum auch?

Daher die Frage, was hilft der Verweis auf vermeintliche oder tatsächliche Logikbrüche in diesem Zusammenhang? Ich geb’ ja zu, dass ich auch erstmal gedacht habe, wo kommt denn jetzt auf einmal das ganze Equipment her. Bis ich gegen Ende dann begriffen hatte, dass das alles von der Protagonistin eben vorbereitet, geschickt eingefädelt wurde, inclusive Ersatzklamotten. Und selbst die Decke, die der fürsorgliche Ritter holte - ich fragte mich auch zuerst „Woher?“ - könnte man erklären (vielleicht die Satteldecke). Aber wozu? Warum alles zerpflücken?

In den meisten Fällen geht es mir beim Lesen so, dass ich nicht unbedingt immer alles haarklein beschrieben bekommen möchte, sondern noch genügend Raum für eigene Fantasien brauche. Wobei dies aber von der Art der Geschichte abhängt und häufig auch schlicht stimmungsabhängig ist.

Zu dem vielleicht etwas langatmigen Anfang möchte ich noch sagen, dass man auch nicht immer gleich mit der Tür ins Haus fallen und sofort mit konkreten Handlungen loslegen muss. Nicht in jedem Fall ist etwas, nur weil „üblich“, auch immer das sinnvollste. Mir persönlich liegen ja bekanntlich epische Beschreibungen und deswegen ist für mich die vorangestellte ausführliche Darstellung von Land und Leuten ein gutes Mittel, mich gedanklich völlig in diese Traumwelt zu versetzen.

Man kann meiner Meinung nach nicht für alle Geschichten den gleichen Maßstab anlegen, da sie unterschiedlichsten Prinzipien folgen. Wenn ich beim Thema Bier zum Beispiel den Alkoholgehalt eines Bieres zum Maßstab mache und dabei dessen Vorhandensein als unerlässlich deklariere, fallen alle alkfreien Sorten raus. Für diese muss ich mir also einen neuen, adäquaten Maßstab suchen.

18.05.2021 um 00:37 Uhr

Hey ich muss gestehen, dass mich zwei Dinge an der Geschichte stören. Ich verstehe die Figur Arthur nicht. Sie erzählt ihm von ihrem Traum/Wunsch und er hat dazu keine private Meinung? Was sind seine Wünsche/Träume/Gefühle/Sehnsüchte/Ängste? Stattdessen beobachtet er sie und lässt Lieder über ihre Schönheit schreiben? Warum ist er denn am anfang der Geschichte innerlich passiv?

Der zweite Punkt, den ich nicht verstehe, ist das Kleid. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es Arthurs Job auf das Wohlbefinden der Prinzessin aufzupassen. Und dann zerreist er einfach so ein Kleid, das für sie angefertigt wurde und das darum ein Unikat sein muss? Das lässt zwei Möglichkeiten offen: entweder hat die Prinzessin ein weiteres Kleid mitgebracht. Zurück bei der Party würde sich jedoch jeder fragen, wo sie war und warum sie sich umgezogen hat. Ich will nicht spekulieren, wie viele Gerüchte da erzeugt werden würden. Und damit wäre ein erneutes Ausleben ihrere Fantasien für die Prinzessin nicht mehr möglich. Zweite Option: die Prinzessin reitet nackt zurück und Arthus wird am nächsten Tag gehängt. Daraus schlussfolgere ich, dass die Prinzessin sich umgezogen und das Kleid einer Magd getragen haben muss. Da sie davon fantasiert wie eine Magd behandelt zu werden, ergibt das Sinn, jedoch fehlt dieses Detail in der Geschichte ;)

Deshalb habe ich eine Bitte. Bitte gehe in deinen zukünftigen Geschichten mehr auf die Emotionen der Figuren ein und achte mehr auf die Details. Die Geschichte erscheint mir als Rahmen ganz ok, aber meiner Meinung nach müssen die einzelnen Szenen mit mehr Inhalt und Details gefüllt werden. Mich hätte beispielsweise interessiert, wie er sie auspeitscht. Ist sie nackt oder hängt das Kleid noch halb an ihr? Wie steht sie da? Schließt sie die Augen? Sind ihre Beine gespreizt? Wie verhält er sich? Übernimmt er (endlich) die Kontrolle? Lässt er sie darum betteln um die Spannung zu steigern? Wo genau möchte sie gerne die 9-schwänzige spüren? Wie fest? Wie häufig? Wie reagiert sie genau? Welche Spuren hinterlässt es? Wie fühlt er sich? Welche Geräusche macht sie? und so weiter... Ich finde nicht, dass du alle diese Fragen in der Geschichte beantworten musst. Das Lesen breitet ja derade deshalb so viel Spaß, weil man in der Vorstellung Details hinzufügen kann! Aber ein bisschen mehr Informationen um das Lesen in die Länge zu strecken und die Geschichte vollends genießen zu können, wäre reizend gewesen - an vielen Stellen ;) Ohne die Details habe ich mich an vielen Stellen gehetzt gefühlt.

Bin gespannt auf deine nächste Geschichte!

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.