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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

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Inhalt: Blogbeiträge bilden die Meinung der Autorin / des Autors ab. Wir machen uns diese nicht zueigen.

 

Geschichten und Gefühle - Phantasie und Wirklichkeit

Ein Blogbeitrag von Gregor

Bei meinen Malesubgeschichten wird oft angemerkt, dass sie distanziert wirken. Auch auf das Fehlen von Emotionen der dominanten Frau werde ich hingewiesen. Meine Dominas sind häufig kalt und narzisstisch dargestellt, egoistisch, kompromisslos. Ich habe darüber nachgedacht, warum das so ist. Und bin darauf gekommen, dass ich es selbst nicht begründen kann. Die einzige Erklärung besteht darin, dass ich es in meinen Geschichten so will. Aber warum?

Klar, Geschichten stehen immer ein Stück über der Wirklichkeit. Sie müssen einen Entwicklungsprozess enthalten, eine Handlung, die sich vom Alltag abhebt. Es ist schon eine ganze Menge, wenn ich es schaffe, dass meine Geschichten von Leuten gelesen werden, die keine männlich-submissiven Neigungen haben. Dafür danke ich.

 

Ich möchte Euch einladen, meinen Gedanken zu folgen, vielleicht selbst etwas zum Thema aufzuschreiben. Wie seht Ihr das? Unterscheidet sich das Erleben männlicher Subs von dem weiblicher Subs? Wie ist das in Eurer Realität?

 

Ich bin kein Psychologe, kein Sexualwissenschaftler. Je älter ich werde, desto klarer wird mir, dass ich keine allgemeingültigen Antworten auf Fragen kenne. Als junger Mensch wusste ich genau, wie die Welt funktioniert, konnte jedem alles erklären und war davon überzeugt, dass meine Wahrheit allgemeingültig ist. Das ist sie nicht. Meiner Meinung nach gibt auf alle Fragen immer nur individuelle Antworten, je nach Standpunkt, von dem ein Mensch auf das Objekt seiner Frage schaut. Also, bitte schreibt was zum Thema.

 

Ich mache den Anfang. Der Abstand des Sub zur Domina macht den Reiz. Und dieser Abstand kann nicht groß genug sein. Sehe ich mir Internetseiten professioneller Dominas an, dann finde ich Abstand und Reiz. Diese Frauen bedienen den Wunsch nach Abstand zur Realität, bedienen den ausgeprägten, in die submissive Seele treffenden Reiz. Ich sehe Frauen wie Amazonen, Stiefel, Leder, Peitschen, besondere, ganz eigene Schönheit. Aus ihren Augen trifft mich ein Blick, der mir durch Herz und Seele geht. Diese Frauen sind nicht von dieser Welt. Sie haben nichts mit Realität, mit alltäglicher Welt zu tun. Dominas wirken wie von einem anderen Stern, und das müssen sie auch. Eine Frau mit Anorak und Einkaufstasche kann nicht Domina sein. Sie ist und bleibt Frau im Rollenbild. Ich möchte das begründen.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

oldwife

Gelöscht.

30.11.2021 um 13:08 Uhr

So sieht es in deiner Welt aus. :)

Nur so im Vorbeischlendern eingestreut: BDSM ist in sehr weiten Teilen Kompensation dessen, was naturgemäß in uns verankert ist, vom Kulturlack jedoch verdrängt und vergraben. 

Es gibt nur wenige dominante Frauen? Frag Mutti... (nicht persönlich, sondern mit Blick darauf, wer in der Regel die engste erste Bezugsperson ist - die "Göttin", die Wärme, Nahrung und Sicherheit bietet). 

Es gibt das Klischee vom Manager, der heimlich zur Domina geht. Weniger verbreitet, mindestens ebenso real gibt es die starken Frauen, die Betriebe führen, ihre Familien organisieren, die sich in unzähligen Projekten, Vereinen, Organisationen engagieren und die sich in ihrer Fantasie den zuverlässigen, alles wissenden, sie im wahrsten Sinn bis in die Seele erkennenden "Dom" wünscht, in dessen Hände sie sich mit geschlossenen Augen einkuscheln, binden, fallen lassen kann.

30.09.2021 um 12:54 Uhr

Nein! Dazu maße ich mir keine Meinung an, weil ich da außen vor bin.

Sophie Amalia

Autorin.

20.09.2021 um 17:46 Uhr

Im Freundeskreis scherze ich immer:

Wie bestraft man einen Masochisten richtig? - Indem man ihn nicht schlägt.

Das mag ab und an ein schönes Spiel sein, indem bewusst diese Befriedigung nicht gegönnt wird. Auf Dauer entsteht jedoch ein enormer Leidensdruck.

Ein submissiv-masochistischer Mann lebt in einer FLR-Beziehung ohne physischen SM-Anteil. Was für ein Konflikt! Das muss den Mann zerreißen.

Als Grundlage für eine Geschichte vortrefflich geeignet, da Emotionen mit Sicherheit wunderbar dargestellt werden können. Jedoch in der Realität wäre diese Vorstellung wahrhaft grausam.

Gregor

Autor.

20.09.2021 um 11:49 Uhr

Ich danke für Eure letzten Beiträge.

Ich danke für Deine vielen guten Gedanken, Sizilia Luber Über die Frage, beim Schreiben im Genre Chaos zu stiften, habe ich nachgedacht. Das Publikum für meine Femdom-Geschichten ist klar begrenzt. Es sind Männer mit unterschiedlich ausgeprägter submissiv-masochistischer Neigung und vielleicht einige Frauen, die dominante Neigungen spüren. Was ich mache, ist mehr neigungsabhängiges Schreiben. Submissive Frauen können mit meinen Geschichten nichts anfangen. Es trifft sie nicht und ich fürchte, auch wenn ich mit Pointen und Chaos würze, grundsätzlich werde ich daran nichts ändern. Für Sub-Frauen wirkt jede meiner Geschichten wie die andere. Möchte ein Autor diese Gruppe erreichen, muss er die Perspektive wechseln, im Grundablauf (beispielsweise) eine Geschichte über einen erfahrenen und einfühlsamen Dom schreiben, der eine etwas unerfahrene Sub konfliktreich und spannend zu ihrem Glück führt.

Noch kurz zu den Tops. Ich habe noch keine Top erlebt, die (im Gegensatz zur masochistisch gewünschten Ausstrahlung) tatsächlich innerlich kalt und grausam ist.

Amadeus, auch ich kenne die Ursachen sexueller Präferenz nicht und weiß auch, dass ich sie nicht ergründen kann. Wozu auch? Für mich ist BDSM eine reizvolle Ergänzung und Steigerung der Liebe, der Erotik und der Sexualität. Ich stimme Dir zu. Hinnehmen und genießen ist mehr als analysieren und in Kladden abheften.

Ich freue mich über Deine weiblich-dominante Stimme, Sophie Amalia. Du schreibst von spontanen Gedanken, machst dabei spontan Ordnung in Begriffen und schaffst Klarheit. Ich wünsche mir mehr davon auf den Schattenzeilen.

Auf einen Punkt möchte ich näher eingehen. Du schreibst „Konsequente Dominanz findet sich nämlich auch in einer FLR-Beziehung wieder. Und diese kann auch gänzlich ohne SM-Anteil auskommen. Aber wahrscheinlich ist es unspektakulär als Autor darüber zu schreiben. Weil diese Art der Beziehungen sehr harmonisch ablaufen (können). Daher findet sich womöglich weniger darüber.“

Eine Geschichte über eine FLR-Beziehung ohne SM-Anteil habe ich noch nie gelesen. Es ist so, wie Du schreibst. Als Schreiber tauche ich in meine Figuren ein, lebe sie, und es ist für mich nicht spektakulär eine Geschichte dieser Art zu schreiben. Und jetzt überlege ich. Liegt nicht hier eine enorme Spannung? Ein submissiv-masochistischer Mann lebt in einer FLR-Beziehung ohne physischen SM-Anteil. Was für ein Konflikt! Das muss den Mann zerreißen. Ich muss darüber nachdenken, danke Dir für diese Anregung. Vielleicht ist genau das die Geschichte.

Sophie Amalia

Autorin.

19.09.2021 um 14:08 Uhr

geändert am 20.09.2021 um 08:34 Uhr

Wie auch schon zuvor angemerkt wurde, möchte ich ganz klar um die Unterscheidung FemDom und Domina bitten. Ein himmelweiter Unterschied. Selbst bei den FemDoms sollte nochmals unterschieden werden, in welcher Art Beziehung sie sich befinden: Spielbeziehung oder Liebesbeziehung.

Und damit ist klar, wie unterschiedlich stark ausgeprägt die Emotionen einer dominanten Frau sind bzw. wieviel Gefühl sie in die jeweilige Art der Beziehung investiert bzw. investieren sollte.

Konsequente, strenge und umfassende Dominanz funktioniert für den Sub nur erfüllend ohne Liebe. Die strenge Lehrerin ist während des Spiels nur strenge Lehrerin, sonst nichts. Sie erteilt eine Lektion mit dem Rohrstock. Sie kuschelt nicht. Das bedeutet nicht, dass keine Emotionen im Spiel sind. Die dürfen nicht fehlen, aber erst, wenn das Spiel vorbei ist.

Hier wird von Dominanz gesprochen. Dabei ist eigentlich eine SM-Session gemeint und eher der weibliche Sadismus gefragt.

Konsequente Dominanz findet sich nämlich auch in einer FLR-Beziehung wieder. Und diese kann auch gänzlich ohne SM-Anteil auskommen. Aber wahrscheinlich ist es unspektakulär als Autor darüber zu schreiben. Weil diese Art der Beziehungen sehr harmonisch ablaufen (können). Daher findet sich womöglich weniger darüber.

Und nicht jeder submissive Mann ist gleichzeitig auch masochistisch veranlagt. Aber natürlich möchte jeder Masochist seine masochistische Ader befriedigt bekommen. Die Lektion mit dem Rohrstock, die hier benannt ist, ist sicherlich als reine Bestrafung zu verstehen. Auch für mich - in diesem Kontext - ist dies unvereinbar mit Kuscheleinheiten während einer Session. Aber was ist mit Schlagen aus reiner Lust? Zur Befriedigung der Lust der weiblichen Sadistin? Wäre hierbei eine Session weniger hart?! Wären hier nicht Streicheleinheiten denkbar? Gefolgt von Kratzen mit spitzen Fingernägeln? Die Stelle, die zuvor geküsst wurde, wird Sekunden später mit Peitschenspuren verziert? Emotionen und liebevolle Gesten trotz Sadismus.

Dankeschön, lieber Gregor, für Deine Gedanken. Ich habe hier meine ersten spontanen Gedanken dazu niedergeschrieben, weiß aber, dass mich das Thema darüber hinaus noch beschäftigen wird.

Genitiv

Gelöscht.

18.08.2021 um 10:12 Uhr

Hallo Gregor,

"...desto klarer wird mir, dass ich keine allgemeingültigen Antworten...kenne." Wenn zwei die "gleiche Sprache sprechen", dann gibt es diese Antworten doch. "Die gleiche Sprache" für mich: Man hat einen definierten Konsens der Begrifflichkeiten. Die Allgemeningültigkeit scheitert immer dann, wenn die Begriffe nicht klar definiert sind. Als Ergebnis sind die Antworten dann jeweils nur ein Teil der Allgemeingültigkeit, ein Blickwinkel auf die selbe Sache und so scheint es Widersprüche zu geben - finde ich keinen gemeinsamen Konsens der Begriffe, so muss ich zumindest in der Lage sein den Standpunkt und damit Blickwinkel des anderen einzunehmen, um diesen mit abzubilden.

Die Neigung zur Dominanz oder Unterwerfung des Einzelnen ist nicht geschlechtsspezifisch. Jeder Mensch befindet sich irgendwo auf einem Punkt zwischen diesen beiden Polen und sucht durch den Partner die Balance. Ob nun bestimmte Praktiken oder ein Fetisch - alles Wege, um das Gleichgewicht zu erlangen.

15.03.2021 um 12:58 Uhr

Sehr anregender Beitrag. Als Anhänger der Evolutionstheorie geht die Fragestellung für mich noch weiter - was ist der Zweck dahinter.

Einen "Göttlichen Plan" schließe ich mal aus. Sind Abweichungen von der vermeintlichen Norm nur Kopierfehler unserer Gene? Ist es der "Fluch" unseres "großen Gehirn"? Also, ich meine im Vergleich zu Tieren. deren Sexualität hauptsächlich von biochemischen Vorgängen gesteuert wird - denken wir? Stecken wir Humanoiden nicht in der selben Zwanglage? Mit unserem komplexen Gehirn wird es nicht nur komplizierter sondern auch undurchschaubarer! Also, graue Zellen in Aktion versetzen oder unkommentiert hinnehmen und genießen.

Sizilia Luber

Autorin.

25.02.2021 um 09:41 Uhr

Lieber Gregor,

vielen Dank für den interessanten Blogbeitrag.

Da ich bisher wenige Geschichten mit submissiven Männern gelesen habe, ist mir noch nicht aufgefallen, dass Dominas darin immer in gleichen Motiven (hart, kalt, entsprechender Look) dargestellt werden.

Für mich kommt es hier auf die Ausgestaltung an, die der Schreibende schafft. Wie Du schon sagtest, was sieht man außen, wie sind die Gefühle beim Handeln? Für mich kommt es darauf an, dass Top nicht auch innen nur kalt und grausam ist.

Prinzipiell denke ich auch, dass man als Autor/in selbst bestimmen kann, wie die Charaktere geformt sind. Und wenn Du es so möchtest und gut findest, warum nicht?

Auch interessant finde ich, dass Du auf die „typischen“ Rollenbilder eingehst. Das typisch bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Evolutionär bedingt gibt es sicher Eigenschaften, die sich vermehrt bei dem einen oder anderen Geschlecht herausgebildet haben. Das muss aber nicht heißen, dass Frau nur brav und Mann nur hart sein kann (stark vereinfacht gesagt). Ich denke, im Alltag beweisen wir alle, zu wie viel wir fähig sind. Fordernde Führungspositionen, Alltag mit Kindern und Familie. Hier beginnen festgelegte Rollenbilder aufzubrechen.

Warum also nicht auch im BDSM?

Womöglich bestimmt das eine hier auch das andere. Jemand der im Alltag die Zügel in der Hand halten muss, weil es zum Beispiel der Job so erfordert, hat vielleicht in seiner Freizeit das Bedürfnis sich fallen zu lassen, geführt zu werden, Verantwortung abzugeben.

Aber wir waren ursprünglich beim Schreiben. Ich stelle mal die These auf, dass es langweilig werden könnte, immer in denselben Rollenbildern zu agieren; wenn Kopfkino nur anspringt, wenn es ein bestimmtes Motiv gibt. Es könnte faszinierend sein, wenn man mit Althergebrachtem bricht, sich selbst und den Leser überrascht und im Genre ein wenig Chaos stiftet.

ulrich

Förderer.

01.02.2021 um 21:11 Uhr

ich sehe es genauso. Hier ist das Thema sehr gut dargestellt und aufgeschlüsselt. Danke.

Gregor

Autor.

23.01.2021 um 18:07 Uhr

Danke, Hekate, Drachenlady, Wodin und olaris für Eure Gedanken zu meinem Blog. Eure Antworten sind gleichzeitig Weiterführungen und Anregungen zu den Fragen von Fantasie und Wirklichkeit, eigenem Erleben und, olaris, klarer Analyse meines Blogs.

Ich denke, jeder Mensch zieht Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit und die Welt der Geschichten erlaubt ein Überschreiten dieser Grenzen am effektivsten.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.