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Schattenzeilen

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Inhalt: Blogbeiträge bilden die Meinung der Autorin / des Autors ab. Wir machen uns diese nicht zueigen.

 

Das unendliche Streben nach Vollkommenheit - oder: Nobody is perfect

Ein Blogbeitrag von Drachenlady.

Wir wollen immer das Perfekte: die tollste Wohnung, den spitzenmäßigen Arbeitsplatz, die ideale Beziehung, den perfekten Partner. Nicht zu vergessen hinreißendes Aussehen und natürlich ausreichend Geld, das man für ein erfülltes Leben schließlich braucht. Wir vergessen dabei nur allzu oft, dass es das nicht gibt, nicht geben kann. Auch wir selbst sind nicht perfekt. So rennen wir vermeintlichen Idealvorstellungen von Beziehung und Partnerschaft und BDSM hinterher, ohne zu bemerken, dass wir dabei möglicherweise die Realität völlig aus den Augen verlieren. Gerade in unserer „Kinky“-Welt wird gerne und oft nach dem Perfekten gesucht - und ganz selbstverständlich für sich selbst reklamiert. Der perfekte Dom muss allwissend sein, natürlich jederzeit bemerken, was Sub braucht, der oder die perfekte Sub darf sich keine Fehler erlauben und sich nicht - vermeintlich - daneben benehmen, immer frei nach dem Motto „das macht eine richtige oder ein richtiger Sub nicht!“ Jede Session hat gefälligst besser zu sein als die vorangegangenen, Abweichungen vom Drehbuch oder gar Abbrüche dürfen nicht vorkommen. Wenn nicht alles sofort und auf Anhieb klappt, gleicht das häufig fast einem Weltuntergang. Statt sich miteinander zu freuen, sich gegenseitig Lust zu bereiten und auch über Missgeschicke - ja, die gibt es - einfach gemeinsam zu lachen, wird viel zu viel kritisch hinterfragt. Auch einem Dom passieren Fehler - einer FemDom auch - und es läuft halt nun mal nicht immer alles so, wie man es sich vielleicht vorgenommen hat. Manchmal ist einfach auch nur Vanilla völlig ausreichend und befriedigend. Es müssen auch nicht immer beide gleich zufrieden sein. Mal ist es für die eine Hälfte besser, manchmal für die andere.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

15.03.2021 um 13:51 Uhr

Spricht eine Menge Lebenserfahrung und Realitätssinn aus diesen Zeilen. Was noch verwunderlicher ist, wenn das Metier bedenkt. Respekt!

hanne lotte

Autorin. Lektorin. Förderer.

26.12.2020 um 19:36 Uhr

Ja, recht hast du, liebe Drachenlady, ich stimme dir zu, vor allem, wenn wir das Perfekte bei anderen suchen resp. erwarten. Anspruchsdenken.

Andererseits ist die Suche nach Perfektion auch eine Frage der Richtung. Ich habe mir abgewöhnt - naja, meistens - mich mit anderen zu vergleichen. Mein Maßstab bin ich. Ich muss ja auch die meiste Zeit mit mir aushalten und da ist es durchaus von Vorteil, wenn frau mit sich zufrieden ist.

Perfektion ist auch eine Frage der Definition. Ich erwarte von mir Ergebnisse, die ich „bringen“ kann, alles andere ist ohnehin Unsinn. Das wusste ich aber auch nicht immer, früher waren die Träume doch bombastischer.

Gitte singt: „Will nicht perfekt sein, nur gut.“ - Das gefällt mir.

Ich glaube, gut ist das was geht, ohne oberflächlich zu sein.

Es ist die Balance, die ich anstrebe. Wer keine Ziele mehr hat, hat auch fertig gelebt.

Bestimmt fällt mir nachher noch ein anderer Aspekt ein. Oder jemand anderem. Es gibt viele Sichtweisen und Blickwinkel.

hanne

Meister Y

Autor. Förderer.

26.12.2020 um 08:42 Uhr

geändert am 26.12.2020 um 08:43 Uhr

Denn was kann erstrebenswerter sein als einen Menschen zu lieben, von diesem geliebt zu werden und mit diesem gemeinsam Horizonte zu erweitern und Grenzen auszuloten?

Liebe Drachenlady, das kann man mit einem Wort beantworten: Nichts!

Das von Dir sehr gut beschriebene, menscheneigene Streben nach Perfektion und Vollkommenheit, die schier unendliche Gier nach besser, höher, schneller, weiter kann tatsächlich nur durch eines getoppt werden. Durch Liebe und zwar egal in welcher Lebenssituation.

Gerade 2020 hat uns alle ein großes Stück weit auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, hat oft das gebremst, was viele erstrebten. Was den meisten geblieben ist, war und ist Liebe, Familie, Gemeinsamkeit so weit das ging und geht.

Gregor hat deine Aussagen um einen wichtigen Satz ergänzt. Dem schließe ich mich vollumfänglich an!

Gregor

Autor.

26.12.2020 um 08:11 Uhr

geändert am 26.12.2020 um 08:15 Uhr

Unser Leben ist ständiges Angehen gegen die Vergänglichkeit, liebe Drachenlady. Die Natur strebt den energieärmsten Zustand an. Metall rostet, unsere elektronischen Spielzeuge wandeln sich zu Schrott, ständig ist was am Haus zu machen, wir treiben Sport gegen Verfettung und versuchen, schön bleibend zu altern. Das Bemühen nach Verbesserung ist eine gute Eigenschaft. Der ständige Versuch, die Perfektion zu erreichen, ist verständlich, aber aussichtslos. Deinen Blog kann ihn nur bestätigen, vielleicht noch einen Satz hinzufügen.

Je mehr ein Mensch nach Perfektion strebt, desto unbefriedigter ist er und desto unglücklicher wird er. Da bin ich ganz sicher.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.