BDSM-Geschichten und andere erotische Texte und Literatur

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Advent, Advent...

von Kaoru

Leselupe

Der Abend war über die Stadt hereingebrochen und das Licht künstlicher Lampen tauchte die von Schneepflügen aufgetürmten Hügel aus weißer Pracht in ein buntes Farbenspiel. Im Zentrum von Atlanta gab es immer noch rege Aktivität, doch je weiter man in die Außenbezirke kam, desto ruhiger wurde es. In einem Bereich, wo ehemaliger Fabrikhallen zu Wohnungen umgebaut worden waren, herrschte fast so etwas wie eine besinnliche Stimmung. Ein Umstand, den die Bewohner einer besonderen Wohngemeinschaft sehr schätzten. Schließlich konnte ihr gemeinsames Interesse etwas laut werden.

Das große Wohnzimmer des Wohnbereiches im Obergeschoss des Loft war erfüllt vom leisen Knacken und Knistern des Feuers, das im offenen Kamin brannte. Aus verborgenen Lautsprechern erklangen die sanften Melodien traditioneller Weihnachtslieder und boten eine angenehme Abwechslung zu den üblichen Ohrenkrebserzeugern, die einen um diese Jahreszeit an allen Ecken und Enden entgegen fluteten.

Neben dem Feuer sorgten dezent verteilte Kerzen nicht nur für eine angenehme Stimmung, sondern spendeten auch Licht. Die Reflektionen der Flammen tanzten in golden glitzernder Dekoration, die im Gegensatz zur Musik etwas mehr dem typischen Kitsch der Jahreszeit entsprach. Doch damit hatten sich die Mitglieder der Wohngemeinschaft abgefunden, zumal es an kalten Dezemberabenden ganz andere Dinge gab, denen man seine Aufmerksamkeit widmen konnte.

In der offenen Küche arbeitete derzeit eine junge Frau und war damit beschäftigt, zuvor gebackene Einzelteile in fertige Kekse zu verwandeln. Das lange, braune Haar hatte Angel zu einem Pferdeschwanz gebunden und der Einfachheit halber eine klassische Schürze umgebunden. Es war schwer zu sagen, was sie darunter trug, denn ihrer Tätigkeit ging sie nicht nur mit sichtlicher Begeisterung, sondern auch mit entsprechendem Schwung nach.

Als sie jedoch gerade dabei war, ein weiteres Blech zu leeren, trat ein Mann hinter sie und legte einen Arm um ihre Hüfte. Unter seinen hier wohnenden Geschlechtsgenossen war er der jüngste, machte allerdings mangelnde Erfahrung gekonnt durch Energie und Enthusiasmus wett. Kurzes schwarzes Haar und ein Zweitagebart passten zu seinem Job als Barkeeper einer Bikerbar und verliehen ihm einen verruchten Charme.

Ein Umstand, den die junge Frau durchaus schätzte, denn nur zu willig ließ sie sich gegen ihn sinken. Jedoch ohne ihre Arbeit zu unterbrechen, schließlich gab es Prioritäten. Eine Ansicht, die er offenbar nicht ganz teilte, denn langsam schlich sich seine freie Hand an ihrer anderen Seite vorbei und auf das Blech zu. Mit einem scheltenden Schnauben griff Angel zu einem Schaber, mit dem sie unwilligen Teig entfernte, und klopfte ihm damit auf die Finger.

„Böser Master Nolan“, schimpfte sie dann lachend. „Die Kekse sind für uns alle da und außerdem noch nicht fertig. Und das werden sie auch nicht, wenn du ständig davon naschst. Das ist bestimmt schon der fünfte, den du stibitzt.“

„Also ich glaube, ich gehöre sehr wohl zu `allen` Kitten“, grummelte der Angesprochene, bevor er sie mit beiden Armen an sich geschmiegt hielt und dann ihren Hals küsste. „Wie wäre es, wenn wir einen Deal abschließen. Du arbeitest brav weiter und ich versuche mich zurückzuhalten. Aber für jeden Keks, den ich trotzdem nasche, bekommst du später einen Klapps mehr auf deinen süßen Hintern.“

„Ach ja? Und woran liegt da bitte der Reiz für mich?“, wollte Angel ganz provokant wissen.

Allerdings machten sowohl ihre Stimme als auch ihre Körpersprache deutlich, dass der Vorschlag durchaus ihren Gefallen fand. Von den drei Doms der Wohngemeinschaft war er der Sadist, doch das konnte durchaus angenehm werden, auch zu dieser Jahreszeit. Schließlich gab es ein paar böse Mädchen, die sich auf einen Krampus mitsamt Rute freuten.

„Hey ihr zwei, solange wir noch nicht fertig sind, herrscht hier Zucht und Ordnung“, meldete sich eine Frau mit honigblonden Haaren zu Wort, die sich gerade von der großen Couchgruppe erhoben hatte.

Faith war Anwältin und im Moment zeigten ihre Züge und das Aufblitzen ihrer azurblauen Augen jenen Ausdruck, den sie auch vor Gericht gerne zur Schau stellte, wenn sie auf Einhaltung gewisser Regeln pochte. Allerdings stand zu bezweifeln, dass sie vor Gericht jemals den roten Kimono tragen würde, der im Moment ihre wohlgeformte Gestalt verhüllte.

Es handelte sich um ein Geschenk des Mannes, der neben ihr auf der Couch saß und gerade damit beschäftigt war, Geschenke einzupacken. Selbst im Sitzen wurde Kenshins Größe deutlich und sein eigener, nachtschwarzer Kimono lag um breiter Schultern. Europäische Züge wurden von schwarzem Haar eingerahmt und sein Zweitagebart wirkte ungleich gepflegter. Wenn ihm auch die zwei langen Narben auf seiner linken Gesichtshälfte ein bedrohlicheres Aussehen verlieh. Jene, die ihn genauso gut kannten wie seine Mitbewohner, wussten jedoch, dass er eigentlich ein warmherziger und netter Mensch war. Allerdings auch von der japanischen Strenge und Disziplin seiner Adoptivfamilie erfüllt.

Allerdings schien Faith gerade an letzter zu zweifeln, denn kaum hatte sie die beiden anderen gescholten, wanderte ihr Blick zu seinen Händen. Prüfend ließ der Shibari-Meister nämlich gerade silbernes Geschenkband aus Satin durch seine Finger gleiten und schien diese mit der gleichen Präzision auszurollen, wie sonst seine Hanfseile.

„Das gilt übrigens auch für dich“, ermahnte ihn die Anwältin. „Erst werden die Geschenke verschnürt. Sobald wir damit fertig sind, darfst du mich verschnüren.“

Der Blick, den er ihr nach diesen Worten schenkte, ließ einen Schauer über ihren Rücken rieseln, der so ganz und gar nicht unangenehm war. Genau so wenig wie die Bilder, die er damit heraufbeschwor.

Und seine ruhige Stimme vervollständigte das Gefühl gekonnt: „Genau das ist der Plan, Kitsune. Erst die Geschenke für die anderen und dann das Geschenk für mich.“

 

 

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

21.01.2017 um 13:04 Uhr

Eine feine Miniatur versetzt mich direkt in die Weihnachtsvorbereitungen einer auf den ersten Blick ganz normalen Gemeinschaft. Es gibt Plätzchen und einen Weihnachtsbaum, man riecht den Duft der Räucherkerzen. Beim Weiterlesen wird schnell klar, dass das  Stimmungsbild nicht so ganz gängigen Vorstellungen entspricht.

Schön eingefangenes Knistern, welches der Fantasie genügend Raum gibt.

Danke für diese Geschichte

hanne

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

Doro

Autorin.

02.11.2016 um 02:39 Uhr

Lieber Kaoru,

als "stimmungsvoll" möchte ich Deine Geschichte bezeichnen. Mit einer gewissen Leichtigkeit transportierst Du winterlichen und weihnachtlichen Flair, beschreibst einen kurzen Ausschnitt einer Wohngemeinschaft mit bestimmten Neigungen und Fetischen. Ja, auch BDSMler feiern Weihnachten und genießen die Vorweihnachtszeit mit bestimmten Traditionen,wie beispielsweise das Plätzchen backen. Und ich denke, gerade dies wolltest Du dem Leser damit nahe bringen. Das ist Dir auch wunderbar gelungen. Mir fehlt nur ein wenig die "Pointe". Ich als Leser wartete darauf, dass noch irgendetwas passiert.

Signatur

"Vertrauen entsteht dort, wo man bereit ist sich selbst aufzugeben" (Jaroslaw Osiak)

15.06.2016 um 17:38 Uhr

Eine sanfte gefühlvolle, erotische Welle durchströmt mich beim Lesen dieses wunderschönen Textes

27.12.2015 um 08:03 Uhr

Wieder ein Geschenk, wieder hast Du mich mitgenommen.

Wie immer gelingt es Dir klasse, das Ambiente, die Protagonisten zu beschreiben, sozusagen, die Szene in' s rechte Licht zu setzen. Wie wunderbar man doch Plätzchenbacken und Geschenkeverpacken mit einem Hauch BDSM überziehen kann.

Danke für diese wunderschönen Zeilen.

Signatur

Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

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