BDSM-Geschichten und andere erotische Texte und Literatur

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Wildgulasch

BDSM-Geschichte von Jona Mondlicht

Es regnet. Millionen kalter grauer Wasserlinsen stürzen über uns aus einem unendlich tiefen Nachthimmel. Rauschen voll schwerer Nässe hinab. Im Moment ihres Aufschlags auf dem Asphalt verspritzen sie ihre Existenz nach allen Seiten. Und verschwinden.

Du lehnst neben mir mit dem Gesicht gegen eine raue Hauswand. Stützt dich leicht mit den angewinkelten Unterarmen ab, die Handflächen zu dir gedreht, als wolltest du dich schützen. Deine Bluse ist durchweicht. Der zarte Blümchenstoff umhüllt dich nicht mehr, er klebt sinnentstellt durchlässig auf deiner Haut.

Ich atme schwer. Hole weit aus mit der flachen Hand. Spüre die in ihr ruhende Schwere, als ich am höchsten Punkt verharre. Und lasse sie dann wieder sinken. 

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

10.03.2017 um 22:14 Uhr

geändert am 27.06.2017 um 21:19 Uhr

Schon wieder randaliert Wut in meiner Seele

Was für ein Bild. Ich kann mir gut vorstellen, dass die ganze Geschichte nur geschrieben wurde, um diesen Satz angemessen zur Wirkung zu bringen. Das Gefühl, der eigenen Wut hilflos ausgeliefert zu sein, neben sich zu stehen und zusehen zu müssen ohne eingreifen zu können.

Ich könnte mir ohnehin vorstellen Geschichten zu schreiben, um ausdrucksstarken Formulierungen gerecht zu werden, sie mit einer tiefen Verbeugung zu präsentieren.

So gesehen ist diese Geschichte schon fast eine Verschwendung, denn ich finde noch einige solcher starken Formuliernungen.

Wut weicht Grenzen auf.

Zorn blockiert Besorgnis.

 ... um nur einige Beispiele zu nennen.

Aber andererseits gehört alles auch zusammen und erklärt seine Handlungsweise, die zwangsläufig zunächst darin mündet, dass er ihr das Halsband abnimmt.

Genauso folgerichtig hat er  Randale und Situation wieder in den Griff bekommen. 

Standing Ovations.

hanne

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

08.03.2017 um 21:41 Uhr

Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen!

Sie ist ergreifen Sie ist fühlend und sie ist echt und sie ist menschlich!

Ich konnte mich richtig in beiden Persönlichkeiten hineinversetzen und sowohl in sie als auch in ihn, selbst die drei Damen vom Nachbartisch waren präsent waren immer anwesend in der Geschichte und haben sie die ganze Zeit mit begleitet und beeinflusst. Weil die Gefühle die in diese Geschichte stecken sich so echt lesen und so nachvollziehbar für mich als Leser sind muss ich wirklich sagen das ist eine der schönsten Geschichten. Es wird auch die ganze Ehrlichkeit hinter einer BDSM-Maske ausgedrückt und benannt und alles zusammen ist so ergreifend und so schön, dass diese Geschichte einfach nur ein großes Lob verdient hat.

Es regt zum nachdenken an und das finde ich wirklich bemerkenswert vielen Dank für diese schöne Geschichte!

Signatur

Auch die kleinen Dinge im Leben möchten gesehen werden!

16.12.2016 um 16:46 Uhr

Lieber Jona,

wenn ich einen Hut aufhätte, würde ich ihn jetzt ziehen! Einfach nur großartig.

Du hast es in dieser Geschichte wieder geschafft eine ganz besondere, ja vielleicht gefährdende Situation grandios zu beschreiben. Mit Stilmitteln, die ihresgleichen suchen. Dem kalten Regen, den man förmlich spüren konnte. Dem Getuschel am Nachbartisch, von dem man meint, dass es beim Lesen stört...

Ja, die Protagonistin spielt da ein gewagtes Spiel, tut etwas, was wohl gegen jegliche Regeln verstösst, das aufgebaute Vertrauen, so wie das Regenwasser in die Gosse spült. Kurz hatte auch ich den Gedanken, dass er es beenden würde. Das Ende hingegen spricht für ihn. Spricht für gelebte Dominanz, dafür, das Versprechen Sub zu beschützen egal was passiert, nie zu brechen.

Danke für eine Geschichte, die in vielerlei Hinsicht überzeugt. Sprachlich, inhaltlich, stilistisch großartig! Danke, dass ich sie hier lesen durfte.

Signatur

Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

07.12.2016 um 13:08 Uhr

Meiner Meinung nach sind die zwei Antipoden einfach toll dargestellt, herausgearbeitet: Unterwerfung mit allen Konsequenzen und Beherrschen mit allen Konsequenzen. Prima! Danke!

15.11.2016 um 19:50 Uhr

Dieser Text wühlt mich sehr auf. Sprachlich wunderbar - meine Vorredner haben schon ausführlich darauf hingewiesen.

Ich befürchtete wirklich, er beendet die Beziehung. So total enttäuscht, so fremd ihr gegenüber. Ich war gefangen.

Was hat sie zu dieser Handlung getrieben? Es fällt keine vernünftige Motivation ein. War es mädchenhaftes Herumgeflachse? "Ich habe einen Dom und der ist toll? Soll ich euch das mal beweisen?" Sehr schwer verständlich! Aber es ist alles, was mir an scheinbaren Gründen einfällt.

Signatur

“ Die Schönheit brauchen wir Frauen, damit die Männer uns lieben,die Dummheit, damit wir die Männer lieben.” - Coco Chanel

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

29.09.2016 um 10:56 Uhr

CONTAINEN.

Ich kann es nicht unterlassen, um hier wiederholt Kommentar zu geben.

Das Kernwort hier ist: Containen. Ich hab geschaut auf vertalen.nu und unter ein anderes Wort für...aber leider fehlt mir das richtige Deutsche Wort.

Diese Geschichte ist eine Muster-Geschichte was die Frage betrifft: "was versteht man unter containen?"

Er weiss unglaublich gut seine Gefühle, seine Emotionen zu containen. 

Hole weit aus mit der flachen Hand. Spüre die in ihr ruhende Schwere, als ich am höchsten Punkt verharre. Und lasse sie dann wieder sinken. Hier wird zum ersten Mal in dieser Geschichte sichtbar, wie er das containen beherrscht. Diese Geschichte ist durchspeckt mit dieser Lebensqualitätbefördernden Fähigkeit. 

Im Interview von Sklavin Sisa kommt das containen als Thema auch zum Vorschein. 

Ein wichtiger Baustein für gutes Fundament eines bdsm-"Gebäude", diese Geschichte, so scheint mir. 

28.09.2016 um 23:34 Uhr

Wow. Was für eine einmalige, reichhaltige Wortwahl und dann noch der Inhalt. Ich bin begeistert. Danke schön.

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

07.09.2016 um 16:01 Uhr

Hier ist ein Autor am Wort, welcher die grundlegenden Elementen des Lebens erlickt hat.

Nebst lesen, schaue ich hin und wieder auf das Foto vom Autor.

Plötzlich erinnerte ich mich einer Geschichte, welche ich in weiter Vergangenheit des öftern gehört hab.

Welcher Spiegel ruft in der Nacht den Tag?

Ich erkenne die Geschichten von diesem Autor als Spiegelgeschichten. Wo immer irgendwie aus einer

anderen Perspektive das Thema: "Was ich denke, und wie es bei mir rein kommt und durch mein Innerliches geht,

das ist von mir. Nur ich selbst trage dafür die Verantwortlichkeit."

Eine Lebenslektion welche sich die meisten in der Praxis durch Leiden mit grossem L angeeignet haben.

Somit beende ich diesen Kommentar mit der Geschichte aus dem Buch: "het helende verhaal" von Joke Goudswaard

und Wibe Veenbaas: Welcher Spiegel ruft in der Nacht den Tag? Dann erzählt er über den Mann, welcher als kleiner Junge

im Lager sass (Japaner/Indonesien) und die Mutter zu ihm sagte, währendem sie auf den Mond zeigte: 

"Wenn Du zum Mond hinauf schaust, dann wirst du meine Liebe fühlen, selbst dann, wenn ich nicht mehr bei dir bin."

Und der Junge hat überlebt!

Danke für diese Geschichte! Noch soviel könnte ich hinzufügen an Kommentar, aber ich beschränke mich hier auf meinen heutigen Fokus.

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

13.07.2016 um 19:22 Uhr

Im Profil wird danach gefragt, welche Superkraft man gerne haben würde und warum. Ich habe darauf geantwortet, dass ich gerne die Gabe hätte die Zeit anzuhalten. Einfach damit ich wundervolle Momente noch ganz lange genießen kann, jede Sekunde davon. 

Nun, wenn man so schreiben kann wie Du, dann bräuchte man diese Superkraft nicht, denn dann kann man alle Eindrücke und Empfindungen auf Papier festhalten und sie immer wieder beim Lesen erleben. Du hast auf wundervolle Art und Weise die Emotionen eingefangen und dem Leser die Möglichkeit gegeben, dies mit Dir zu erleben und zu fühlen. Ich lag mit der Sub in der Pfütze und klammerte mich an die Beine des Doms, ich spürte seine Enttäuschung und den immensen Vertrauensbruch und empfand die Last auf den Schultern der Sub, welche so frevelhaft war und diese enge Verbindung für etwas Nichtiges aufs Spiel setzte. Du hast die Geschichte und die Tragweite von Vertrauen in einer (BDSM-)Beziehung erfahrbar gemacht, für mich und jedermann. 

Danke!

04.03.2016 um 23:56 Uhr

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: diese Geschichte ist unglaublich gut geschrieben, sehr emotional, aufwühlend. Die ganzen Feinheiten habe ich auch bemerkt und kann alles nachvollziehen. Auch die Gedanken der Beiden kann ich nachvollziehen, da ich beide Seiten (dom/dev) kenne.

Allerdings bleibt mir doch noch ein kleiner Kloß im Hals stecken und ein dumpfes Gefühl im Bauch zurück.Ich war noch nie in einer solchen Situation, aber sollte ich als sub mal dazu kommen und so etwas machen (aus welchen Gründen auch immer?), dann würde ich mir wünschen, dass mein Herr mich nicht sofort vor die kalte Wand laufen lässt und innerlich so weit Abstand entstehen lässt. Dann würde ich mir wünschen, dass er weiß, dass ich normalerweise nichts mache, was uns schadet. Dann würde er wissen, dass ich einen Grund habe, so zu reagieren, wie ich reagiere. Selbstverständlich ist er der Herr und es bleibt in seiner Hand, was passiert. Aber ich finde es erschütternd, wenn man sein Gesicht verliert. Das gilt für beide. Klären kann man diese Dinge unter 4 Augen, nicht vor Publikum. Auch nicht, wenn es so gewählt wurde, denn es hat sich offensichtlich nicht so entwickelt, wie es geplant war.

Ich hätte mir durchgehenden Schutz gewünscht, auch wenn ich es vermasselt habe. Meinen Herrn so erschüttert und zurückgezogen zu erleben, würde mich zutiefst erschrecken. Und dass er ihr noch das Halsband abnimmt, welches sie sich selbst angelegt hat, ist mehr als ein Schlag ins Gesicht. Das ist ein ordentlicher Bruch. Ob ich das als sub noch auffangen könnte, kann ich nicht sagen. Das geht sehr tief, denn ein Halsband ist mehr als nur ein Stück Leder oder Stahl. Würde er mich als sub ausziehen und freigeben, indem er es mir abnimmt - noch dazu öffentlich -, ohne genau zu wissen, warum ich so gehandelt habe und was die wahren Hintergründe sind, bräuchte ich auch eine Menge Arbeit, um ihm wieder zu vertrauen. Und ob das je gelingen würde, steht in den Sternen.

*meine grunddevoten Gedanken dazu* 

Signatur

unschlagbare Grüße :-)

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