Flüchtige Begegnungen, denen man nicht nur hinterher sieht, sondern auch hinterher sinniert, bergen mitunter mehr Tiefgang als erwartet. Denn auch hier gilt: Nicht alles ist so, wie es scheint oder wie man glaubt, dass es scheint.
Hoch stand die Sonne nicht mehr, ihr helles Licht überzog das sanfte Auf und Ab der See wie ein filigran gesponnenes, glitzerndes Netz. Flache Wellen liefen sich am ruhig aufsteigenden Strand aus, spülten den nassen Sand, schoben kleine Steine, Muscheln und ein wenig Seegras. Die brütende Hitze des Spätnachmittags war vorüber, dann und wann strich ein Hauch kühler Luft durch die Dünen und über mein Gesicht. Seit ein paar Stunden lag ich schon hier, beobachtete die glitzernde See, am Horizont ziehende Fähren und Frachter. Eine Möwe suchte mich von Zeit zu Zeit auf, segelte über mir, beäugte mich, flog dann weiter. Ich strich mit meinen Füßen durch den warmen Sand, streckte mich ein wenig, stützte mich dann wieder auf die Ellenbogen. Ich wartete. Auf sie. Meist entdeckte ich sie als zunächst unscheinbare Bewegung auf dem nassen Streifen Sand, der das Sonnenlicht spiegelte und den westwärts verlaufenden, leichten Bogen des Strandes säumte. Langsam nur kam sie näher, häufig blieb sie stehen, sah auf die See hinaus oder beugte sich herab, um eine Muschel oder einen kleinen Stein aus dem Sand zu heben.
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ich habe gerade deine Geschichte gelesen und bin berührt.
Das ist ein sehr gefühlvoller Text, der mir Bilder dieser Szene malte. Die Haare die im Wind um das feine Gesicht dieser Frau, wehen. Das Kleid im Sonnenlicht der Untergehenden Sonne über dem Wasser ganz weit hinten im Bild, dazu die Möve, die voller Leichtigkeit dem Wind trotzt. Am Bildrand der Mann im Sand.
Dazu höre ich immer wieder in meiner Vorstellung das Meeresrauschen, das lachen der frechen Möve.
Du hast diese Szene so Gefühvoll beschrieben. Der Geschichte somit leben eingehaucht.
Ich habe es sehr gern gelesen wie diese Frau den Strand entlang schlenderte, das Kleid im Wind weht, die Haare immer wieder die Schultern streicheln.
Dieser Moment des Entdecken. Blicke treffen sich, Sekunden zwischen zwei Menschen die um Sympathie oder Abneigung entscheiden, ein lächeln.
Das Gespräch zwischen den beiden fand ich realistisch.
Ihre Wettervorhersage klingt beiläufig, wie ebend eine normale Unterhaltung und erst zum Ende beflügelt es die Phantasienmit ihrer Antwort:
»Es gibt Menschen, die zahlen dafür, auf diesen Scherben zu knien. Vor mir.«
Danke schön Jona für diese wirklich schöne Geschichte - den Tag am Meer.
Hallo Jona, das Stöbern in alten Geschichten hat sich auch heute wieder gelohnt. Ich gebe gern zu, dass ich die Zeilen gleich zweimal gelesen habe. Wie Du die Natur am Meer, die Stimmung, die Gelassenheit beschreibst, man könnte sagen malst, einfach nur toll. Ein wenig hatten ich das Gefühl, irgendwo als stiller Beobachter dabei zu sein. Auch das Gespräch der Beiden hat es in sich. Es knistert, auch wenn man meint es sei reiner small talk. Selbst als sie dann offen mit ihrem Beruf herausrückt, ohne ihn wirklich zu benennen, habe ich kurz geschluckt. Aber okay, warum sollten wir nicht auch den einfach nur gelassen hinnehmen.
Danke für wirklich schöne Mittagspausenunterhaltung!
Ich hätte es nicht besser schreiben können....und ich liebe solche Stimmungs-Naturbeschreibungen....und das Ende: ich finde es gut. Ein anderer mag doch das ergänzen, was manchem hier fehlt - die Nacht nach dem 15. Tag....
Das Ende der Geschichte und das "Outing" empfinde ich fast etwas unpassend. Die Beschreibung der Situation ist so plastisch und emotional. Wer Abende am Meer erlebt hat, ist von der Schilderung angetan. Und alles nur wegen der Magie der Worte. Der Break am Ende wird da fast als "Alibi" für die Schattenzeilen empfunden. Schön geschrieben, wenn auch Fragezeichen bleiben. Vermute eine Absicht dahinter. Danke
Der Text hebt sich wohltuend ab von den vielen, sich wiederholenden Beschreibungen von SM-"Sessions", und zwar inhaltlich wie sprachlich. Er baut auf sehr subtile Art starke Spannung auf, die erst durch die letzten Worte gelöst wird. Ich habe ihn genossen!
13.02.2026 um 06:03 Uhr
Hallo Jona,
ich habe gerade deine Geschichte gelesen und bin berührt.
Das ist ein sehr gefühlvoller Text, der mir Bilder dieser Szene malte. Die Haare die im Wind um das feine Gesicht dieser Frau, wehen. Das Kleid im Sonnenlicht der Untergehenden Sonne über dem Wasser ganz weit hinten im Bild, dazu die Möve, die voller Leichtigkeit dem Wind trotzt. Am Bildrand der Mann im Sand.
Dazu höre ich immer wieder in meiner Vorstellung das Meeresrauschen, das lachen der frechen Möve.
Du hast diese Szene so Gefühvoll beschrieben. Der Geschichte somit leben eingehaucht.
Ich habe es sehr gern gelesen wie diese Frau den Strand entlang schlenderte, das Kleid im Wind weht, die Haare immer wieder die Schultern streicheln.
Dieser Moment des Entdecken. Blicke treffen sich, Sekunden zwischen zwei Menschen die um Sympathie oder Abneigung entscheiden, ein lächeln.
Das Gespräch zwischen den beiden fand ich realistisch.
Ihre Wettervorhersage klingt beiläufig, wie ebend eine normale Unterhaltung und erst zum Ende beflügelt es die Phantasienmit ihrer Antwort:
»Es gibt Menschen, die zahlen dafür, auf diesen Scherben zu knien. Vor mir.«
Danke schön Jona für diese wirklich schöne Geschichte - den Tag am Meer.
Liebe Grüße Thorsten
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