Registrieren Login

Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

Social Bondage: Textnummer 2107 | Facebook | Twitter

Urheberrecht: Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Verwendung darf nur nach Zustimmung durch Robert S erfolgen! Mehr dazu ...

Inhalt: Blogbeiträge bilden die Meinung der Autorin / des Autors ab. Wir machen uns diese nicht zueigen.

 

Über das Verstecken von Neigungen

Ein Blogbeitrag von Robert S

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich jeder dritte Erwachsene irgendwie im BDSM-Bereich einordnet. Die Anzahl der Nutzer auf BDSM-Plattformen ist riesig. Aber wo stecken all die Doms und Subs im realen Leben?

Ich habe darüber nachgedacht, wen ich in den großen und kleinen Foren persönlich kenne.

Die Antwort ist einfach. Niemanden. Klar, das Internet ist ein anonymer Platz, nicht nur auf den BDSM-Seiten, aber dort ganz besonders.

Trete ich aus dem Internet heraus, ändert sich das. Allerdings passiert das Schritt für Schritt. Lerne ich jemanden real kennen, wird es etwas offener. Aber auch bei persönlichen Bekannten bleibt Zurückhaltung so lange bestehen, bis sich ein Vertrauen aufgebaut hat.

Du möchtest im BDSM-Blog weiterlesen?

Melde dich in deiner BDSM-Community an

Name:

Passwort:

Wenn du bereits einen Nutzernamen hast, melde dich bitte vor dem Lesen am System an. Andernfalls kannst du dich kostenlos registrieren oder dir zunächst weitere Vorzüge von angemeldeten Nutzern ansehen.

Du möchtest dich nicht anmelden? Dann stehen dir nur die ohne Anmeldung lesbaren BDSM-Geschichten zur Verfügung.

 

Deine Meinung

Du kannst Texte nur dann bewerten, wenn du sie voll einsehen kannst.

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

16.05.2022 um 21:29 Uhr

Klar, kann man das so feststellen. Aber was folgt daraus? Es "zu bejammern", ändert nichts am gegenwärtigen Zustand. Und da ich immer bestrebt sein sollte, mein Leben zu leben, handhabe ich es einfach und pragmatisch. Ich erschlage keinen damit, aber ich verstecke es auch nicht. Wer etwas dagegen hat, darf gern aus meinem Dunstkreis verschwinden. Ich hindere die Person nicht daran, seine Oberflächlichkeit zu offenbaren. Werde nie verstehen, warum man hier das Problem anderer zu seinem eigenen macht. Ist mein Leben, also entscheide ich auch darüber, wie ich es lebe. Muss nur die Chuzpe haben, das klar und eindeutig zu vertreten. Das ist alles. Mut! Ein wenig,  mehr nicht. Das ist meine Erfahrung.

20.04.2022 um 04:59 Uhr

Leider nur zu wahr. Das beginn ja auch - rein rechtlich - schon damit, dass Homosexualität und Geschlechtsidentitäten durch Gesetze geschützt sind. Sexuelle Neigungen wie BDSM jedoch nicht.

In der Folge verliert dann z.B. die Bäckereifachverkäuferin, die bei "perversen Spielen" beobachtet wurde, die der Kunde dann unhygienisch findet, ihren Job und der Anwalt rät ihr nicht zu klagen, da es voraussichtlich aussichtslos ist. (Gelesenes Beispiel, Quelle nicht mehr bekannt.)

Und SM-Richter (NL) soll ja auch auf einer wahren Geschichte beruhen.

Die Folge: 

Wer, wie ich, seinen Job behalten möchte und vielleicht auch noch neue Kunden gewinnen will, hält sich dann im Bekannten- und Verwandtenkreis bedeckt und agiert mit Synonym und ohne Gesichtsfoto in den Foren. (Ich finde es dann schon mutig, eine Zeichnung von mir als Avatar zu nutzen...)

Die weitere Folge: 

Der Beziehungsaufbau verlagert sich dadurch auch in die Online-Welt, da es offline kaum Kontakte gibt, mit denen man offen über das Thema redet.

15.03.2022 um 17:57 Uhr

Danke für den Hinweis, Devana! Das war auch mein erster Gedanke. Ist aber glaube ich nicht so gemeint.

Etwas ungünstiges Beispiel - gleich so einen "Aufhänger" mitzuliefern. Aber da ist was dran, finde ich! Die Schnittmengen definiert jeder etwas anders und das Ding mit dem "Wasser predigen und Wein trinken" ist auch nicht ganz neu. Die Rettung des Patriarchats fordert halt Opfer.

Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

14.03.2022 um 21:01 Uhr

Liebe larissa,

Das "normale" Rollenspiel, wie du es nennst, hat in meinen Augen so rein gar nichts mit BDSM zu tun, sondern leider oft eher etwas mit körperlichem oder seelischem Missbrauch.

Das Versohlen von Kindern ist gleichfalls nicht mehr gesellschaftlich akzeptiert. Glücklicherweise.

Devana

13.03.2022 um 11:56 Uhr

Leider betrifft die Stigmatisierung nicht nur BDSM, ich habe aus meiner Erfahrung genommen, daß jede selbstbewusste und lustvolle Sexualität negativ bewertet wird. Dabei ist es so wichtig eine eigene Sprache hierzu zufinden. Das "normale" Rollenspiel der devoten Hausfrauen die kochen, putzen und den Kindern den Po versohlen ist meiner Meinung nach ziemlich doll BDSM. Nur weil es nicht lustvoll (bzw mündig) ist und keine Freude bereitet, gesellschaftlich oft akzeptiert. 

Eine aufgeklärte Gesellschafts- und Religionskritik wäre doch mal n Anfang. ;)

Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

01.03.2022 um 00:21 Uhr

Sizilia Luber:

Jetzt bin ich neugierig: Welche Fragen kamen denn auf?

Devana

Sizilia Luber

Autorin.

28.02.2022 um 21:19 Uhr

Danke für den Beitrag, Robert S!

Tja, was würde passieren, wenn... Im Freundeskreis habe ich das Thema schon offen angesprochen. Aber die Neugier, die Fragen, die Vorstellungen, die da aufkommen, sind schon erstaunlich. Manchmal erstaunlich weit an der Realität vorbei. Wie wäre es da bei Unbekannten oder - noch schlimmer - Menschen, die einem, auf gut Deutsch, an den Karren pissen wollen? Kollegen, Chefs, die Nachbarn... Antipathien gibt es ja überall. Und was ist da leichter, als jemanden in eine beschmutzte, bösartige Schublade zu stecken, um demjenigen / derjenigen zu schaden? Auch ich schreibe hier - wie viele andere - unter einem Synonym und würde nicht wollen, dass es aufgedeckt wird. Ich denke nicht oft darüber nach, was passiert, wenn ich ohne mein Einverständnis geoutet werde. Aber eines ist sicher: Geredet wird immer. Da hilft nur Hoffen und eine gesunde ist-mir-egal-Einstellung. 

Sizilia

Queeny

Förderer.

27.02.2022 um 15:22 Uhr

Ich denke auch, dass meine Sexualität privatsache ist.

Es ist ganz egal welche Neigungen jemand hat, es interessiert mich auch nicht! Ich akzeptiere und toleriere einfach die Vielfältigkeit und Individualität jedes Menschen vorurteilsfrei!

Queeny

Campanula

Autorin.

25.02.2022 um 15:00 Uhr

Ich vermute auch, dass es hier eher darum geht, etwas sehr Privates öffentlich zu machen. In Bezug auf die Beispiele: Wäre es tatsächlich ein so großer Unterschied, wenn bei der Erzieherin, dem Bauunternehmer oder dem Kinderbuchautor ganz "normale" sexuelle Aktivitäten an die Öffentlichkeit dringen würden? Wenn es von der Erzieherin pikante Fotos im Internet gäbe, der Bauunternehmer in einem pornografischen Amateurfilm zu sehen wäre oder der Kinderbuchautor erotische Literatur schreiben würde? Ich denke wie einige andere hier auch, dass es vor allem um die Verletzung der Intimsphäre und des Schamgefühls geht. Ich möchte einfach nicht wissen, wie Menschen, mit denen ich im beruflichen Umfeld zu tun habe, sich beim Sex verhalten. Das gehört da einfach nicht hin. Und ebenso wenig möchte ich, dass sie von meiner Sexualität wissen.

Die Frage der Öffentlichkeit stellt sich für BDSM'ler doch eigentlich nur, wenn die eigene Neigung über die rein private Sexualpraktik hinausgeht und zum Lebensstil wird oder jemand sein "Hobby" (= seine Neigung) zum Beruf macht. Für mich persönlich stellt sich dieses Dilemma dadurch, dass ich schreibe und dieses Schreiben eben an das Licht der Öffentlichkeit drängt. Würde ich meine Texte nur für mich selbst verfassen, würden sie die Seiten meines Tagebuchs oder die Festplatte meines Rechners nicht verlassen, müsste niemand je erfahren, wie ich ticke (es sei denn, er oder sie durchwühlt zuhause meine Schubladen). Aber an dieser Schnittstelle beginnt nun für mich die Ambivalenz, denn das, was geschrieben wurde, möchte gelesen werden. Ich möchte es mit anderen teilen, suche nach Resonanz und Rückmeldung. Und indem ich auf diese Weise öffentlich werde, überschreite ich tatsächlich eine Grenze und gehe ein Risiko ein, umso mehr, als sich meine Motive auch innerhalb des BDSM in Grenzbereichen bewegen. Gerade deshalb ist es mir aber umso wichtiger, meine Anonymität zu wahren und meine Identität zu schützen - weil ich zwar als Autorin sichtbar werden, als Privatperson mit meiner Sexualität aber nicht erkannt werden will.

25.02.2022 um 00:58 Uhr

Sehr interessantes Thema, welches mich auch schon lange umtreibt. Danke also für den Anstoß! Natürlich treibt es mich um etwas zum Thema beizutragen. Habe erst einmal alle verfügbaren Kommentare gelesen.

Da offenbart sich schon das erste Problem. Jeder einzelne Beitrag vermittelt einen Standpunkt. Zusammengefasst ähneln sich die Ansichten erstaunlich. Die Gewichtung fällt bei jedem etwas anders aus, sind aber weitestgehend deckungsgleich. Viele richtige Schlüsse sind schon gezogen worden. Die Liberalisierung in unserer Gesellschaft ist die eine Seite. Wenn es zu einem Wandel in der Wahrnehmung kommt, hat das ganz handfeste Gründe. Was hat zu einer "Ächtung" bestimmter Befindlichkeiten im Zusammenleben geführt? Nicht nur in unserem Kulturkreis spielt Religion eine sehr große Rolle. Im Hinblick auf Sexualität ganz besonders! Eine Wertung muß jeder für sich vornehmen. Praktiken, welche von der vermeintlichen "Norm" abweichen haben es per se schwerer in der Akzeptanz der Masse. Reizvoll ist alles was "exotisch" ist und sich mit der Aura des Geheimnisvollen umgibt. Der Reiz des "Verbotenen" und des "Verruchten" wird wahrscheinlich ewig existieren. Böse Zungen behaupten: Regeln sind da, gebrochen zu werden. Was, wenn es keine Regeln mehr gibt? Eine "Enttabuisierung" aller sexuell motivierten Praktiken kann nicht das "Ziel" sein. Wer kann und darf aber entscheiden, was tolerierbar ist? (Pädophilie, Nekrophilie ...) BDSM, im Besonderen, nutzt eigentlich nur "negativ" belastete Aktionen. Das Zufügen von Schmerzen stand im engen Zusammenhang mit Strafen für "Verfehlungen". Inwieweit die Delinquenten bei mittelalterlichen Leibstrafen sexuelle Lust empfanden, ist fraglich? Bei den Scharfrichtern und Henkern kann man sich das schon vorstellen. (bestimmte Neigungen schlagen sich oft auch bei der Berufswahl nieder)

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.