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Im Keller

Deine Sexualität folgt nicht der gängigen Norm. Du empfindest einzig Lust dabei, Frauen zu beherrschen. Du liebst es, ihnen Schmerz zuzufügen. Und jetzt liege ich hier, die Handgelenke an meine Knie gefesselt, die Lippen durch einen Knebelball auseinandergezwängt.

Eine BDSM-Geschichte von Campanula.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Rote Blume

Förderer.

25.06.2026 um 10:50 Uhr

geändert: 25.06.2026 um 10:56 Uhr

Hallo Campanula,

 

Deine Geschichte, die wunderschön geschrieben ist, mit Worten zaubert, wie hier schon geschrieben wurde, hat auch mich bewegt. Ich verstehe das Ende leider nicht ganz. Ich verstehe nicht, ob sie sich nun völlig fügen möchte, oder ob sie vorhat heimlich aus dem Keller zu fliehen, (weil sie nur ein Ersatz für die verstorbene Frau ist, und so benutzt wird?), weil sie es nicht anders schafft zu gehen.

Der Mann erinnert mich in seiner Art an den Vampir Louis aus Interview mit einem Vampir. Er verachtet sich selbst und trauert über das was er ist, kann dem aber nicht entkommen.

Ich verstehe auch nicht, ob sie auch Gefallen daran findet unterworfen und gequält zu werden, oder ob sie es nur aus „ Liebe“ oder Abhängigkeit zu ihm tut. Weiterhin vermisse ich in den beschriebenen Handlungen im Keller etwas von seiner Fürsorge und Zärtlichkeit ihr gegenüber, die doch vormals ein Teil von ihm war.

All das lässt die Geschichte auf mich eher unwirklich wirken, das passt zu einem Leben mit einer Neigung die als Fluch gesehen, und dennoch sehr konsequent bzw „ hart“ ausgelebt wird. Die Protagonistin wird von ihm als Retterin benutzt, die sie aber nicht sein kann, seine Frau Verbündete der Abgründe. Und gleichzeitig wird die klassische Geschichte von Ausreden erzählt, die Menschen finden um ihre „Affäre“ oder Geliebte bei der Stange zu halten und sich nicht von den Ehepartnern trennen. Ja er wirkt sehr unreif auf mich in seinen Handlungen, und sie abhängig, je länger ich darüber nachdenke.

Erst beim erneuten Lesen habe ich diesen Satz begriffen, das sie ihr nicht das Wasser reichen könne: „Ließe er ihr diese Wahl, dann würde sie betteln. Ihn anflehen, ihr nicht mehr weh zu tun. Aber er ist umsichtig genug, sie jeder Sprache zu berauben. Er hat längst begriffen, dass sie ihr nicht das Wasser reichen kann.“

Das macht die ganze Sache für mich doppelt bitter. Anfangs dachte ich das auch sie Gefallen an Kontrolle, Demütigung und Schmerz finden würde und er ihr zuliebe ihr die Sprache nimmt. Aber zu guter Letzt erscheint es mir eher so, das es ihm nur darum geht seine verstorbene Frau zu ersetzen. Daher gibt es nun auch kaum noch sprachliche Kommunikation zwischen den beiden, weil sie nun eben nicht mehr seine Retterin ist, sondern nun den Platz der Frau eingenommen hat. 

 

Was ist das bei ihr das sie meint ihn so sehr zu lieben, dass sie sich selbst komplett aufgibt? 

Natürlich würde ich ihr und ihm eine andere Form des Miteinanders wünschen.

 

Als Geschichte habe ich diese Zeilen, die bannen und zum Nachdenken anregen gerne gelesen. Gerne hätte ich noch mehr den ganzen Zusammenhang verstehen können. Aber manche Erzählungen hinterlassen ja absichtlich Fragezeichen. 

Vielen Dank dafür.

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Herzenswunsch

Autor. Förderer.

24.06.2026 um 20:51 Uhr

Liebe Campanula,

 

deine Geschichte hat mich sehr beeindruckt. Ich glaube bislang keine vergleichbare Geschichte hier gelesen zu haben. Eine gruselige Härte, die der Protagonistin zu Teil wird, obwohl er sie davor schützen wollte. Sie hat sich allen Widerständen zum Trotz auf seine Welt eingelassen, sich ihm hingegeben. Seine Neigung fühlt sich arg grenzwertig an, zumal er sie vor sich selbst beschützen möchte und seine Aussagen nicht dafür sprechen, dass er mit sich selbst im Reinen ist. Dann die Haltung im Keller, über Tage, alleine. Gänsehaut Momente.

Am Ende versöhnt die Andeutung von Einvernehmlichkeit mich wieder ein bisschen, obwohl die Härte der Handlung immer noch nachwirkt. 

 

Super geschrieben, habe es sehr gerne gelesen. 

 

Vielen Dank für die Geschichte!

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25979

Gelöscht.

09.06.2022 um 11:59 Uhr

Die Beschreibung der absoluten Stille, die keine Stille ist, kann nicht treffender sein. Nur wenige nehmen sich noch die Zeit und Gelegenheit, dieser "Stille" nicht nur mal eben im Urlaub ein wenig zu lauschen. Wer sie nur ein Mal wirklich genießt, weiß wieder wieviel Kraft und Energie in dieser vermeintlichen Ruhe an uns sekündlich vorüberzieht.

 

Schmerz bekämpfen? In den meisten Fällen wird dieser nur verdrängt, nicht bekämpft. Manchmal töten wir ihn auch in uns, um Jahre später festzustellen, dass wir dadurch vor allem einen Teil in und von uns selbst töteten.

 

Geruch von Zigarillos, am liebsten mit einem Hauch von Vanille und vermischt mit der unaufdringlichen Kraft von dunklem Brasil ... lang ist es her. Der Klang des Salzburger Dialektes noch ziemlich frisch. Drei Jahre sind eine kurze Zeit.

 

Konnte mich gut hineinversetzen, wenn auch kein Protagonist nach meinem Geschmack. Ihre Gedankenwelt ist mir näher. Was nimmt man auf sich? Wie weit ist richtig? An welchem Punkt befindet sich die berüchtigte weiße Linie? Wieviel ist gut und wann ist es gut damit?

 

Die Gesellschaft meint allgemeingültige Antworten geben zu können. Oft in Form von Gesetzestext. Was wir oft bei allem vergessen: Jeder Mensch ist auch Individuum und deshalb individuell. Dem als Menschheit gerecht zu sein, sind wir weit entfernt. Sehr weit. Vieles von dem, was sich als Individualität (oft mit dem Deckmäntelchen, es wäre ja Kunst) verkauft, ist bestenfalls komisch, oft jedoch nur banal und lächerlich.

 

Schön, wenn man Menschen trifft, die den Kopf wirklich für jenes benutzen, wofür vorhanden. Zum Denken. Und um jeden Irrtum hier gleich auszubremsen: Denken und Fühlen sind keine Gegensätze, sie gehören zusammen.

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29393

Gelöscht.

09.06.2022 um 01:51 Uhr

Vielen Dank für die tolle Geschichte!!

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Campanula

Autorin.

03.01.2022 um 14:25 Uhr

@Dirk Andebill Lass dich von den Kommentaren, die andere hinterlassen, nicht einschüchtern! Ich freue mich über jegliche Art von Resonanz, es gibt hier kein Punktesystem für die literarische Qualität von Kommentaren. Danke für den deinen!

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28429

Gelöscht.

03.01.2022 um 00:03 Uhr

Danke für eine weitere packend geschriebene Geschichte.

Ich kann mich hier nur den Kommentaren von Luna Ery, Meister Y, Chezjulia anschließen.

Mir fehlt leider jegliches Talent, ähnlich qualitativ hochwertige Kommentare zu verfassen.

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Campanula

Autorin.

15.11.2021 um 20:07 Uhr

Ihr Lieben,

 

zuerst einmal muss ich mich entschuldigen, dass ich mich erst jetzt wieder zu Wort melde. Die letzten Wochen und Monate waren bei mir so angefüllt, dass ich einfach nicht die Ruhe gefunden habe, auf eure Kommentare zu antworten. Die vorliegende Geschichte scheint die Gemüter zu spalten. Begeistertem Lob steht deutliche Ablehnung gegenüber (auch wenn diese meistens nicht verbal ausgedrückt wurde). Mir persönlich liegt sie sehr am Herzen. Einerseits ist sie mir geradezu mühelos aus der Feder geflossen, andererseits habe ich lange mit ihr gerungen, bis sie ihre endgültige Gestalt angenommen hatte. Der inspirierende Funke war seinerzeit die Schlusszene, die mir als allererstes vor Augen stand. Die Geschichte, die ihr vorausging, musste dann erst entstehen. Es steckt viel Herzblut in dieser Erzählung. Umso mehr freue ich mich, dass ich damit bei so vielen von euch auf Resonanz gestoßen bin.

 

Meister Y Wie sehr habe ich mich über deinen Kommentar gefreut! Was kann sich eine schreibende Seele mehr wünschen, als so viele Emotionen und Anteilnahme zu wecken?

 

Chezjulia Natürlich sind die Fragen, die du stellst, völlig legitim. Allein, es steht mir nicht zu, sie zu beantworten. Meine Protagonisten haben sich in dieser Geschichte ziemlich selbstständig gemacht, ich habe nur aufgeschrieben, was sie getrieben haben. Umso mehr freue ich mich aber, dass dies offenbar auf eine Weise gelang, die dich in ihren Bann zu ziehen vermochte.

 

Luna Ery Sie hatte die Erfahrung, ohne ihn zu leben. Und offenbar erschien ihr diese weniger attraktiv als das, wofür sie sich letztendlich entschieden hat. Hab Dank für deine lieben Zeilen!

 

Nachtasou Wow. Was für ein Kommentar! Was für ein Geschenk, danke! Ich will deine Worte gar nicht entzaubern, indem ich ihnen meine eigenen Überlegungen entgegenhalte. Aber eines ist klar: Mit deiner betörenden Sprache bist du dem Geheimnis sicher dicht auf den Fersen.

 

samiras Danke für dein Teilhaben und Mitfühlen!

 

26040 Danke für deine Offenheit! Ich kenne das auch. Es gibt Bilder und Geschichten, die mir nichts sagen, bei denen ich einfach nicht andocke. Und es ist für mich als Autorin hilfreich, das von dir zu hören.

 

Ronja Ein interessanter Gegenentwurf zu Nachtasous Interpretation! Am Ende entsteht die Geschichte beim Lesen. Das Wunderbare an diesem Forum ist es, dass auch dieser Zauberraum hier eine Sprache bekommt und ich Anteil nehmen darf an eurem Erleben und euren Gedanken. Danke!

 

Sophie Amalia Auch dir ein herzliches Dankeschön für deine Eindrücke und Überlegungen, die das, was ich aufgeschrieben habe, erst wirklich zum Leben erwecken! Wenn ich dich in den Bann ziehen konnte, freut mich das ungemein.

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Sophie Amalia

Autorin.

15.10.2021 um 19:44 Uhr

Ich habe die Geschichte gelesen und musste sie erstmal wirken lassen. Und ich denke nachwirken wird sie auch weiterhin noch eine Weile.

Die Geschichte zeigt wundervoll wie weit man bereit sein kann zu gehen - aus Liebe oder nur aus Zuneigung, eigentlich ergründe ich noch wie die beiden Protagonisten wirklich zueinander stehen. Aber es steht fest, dass alles einvernehmlich ist und dies ist es was mir doch ein gutes Gefühl beschert. Einvernehmlichkeit trotz des düsteren Schicksals.

Jedenfalls handelt es sich um eine Geschichte, die mich in ihren Bann gezogen hat. Schmerz und Leid genauso wie die Verbundenheit wurden wunderbar dargestellt.

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Ronja

Autorin. Förderer.

14.10.2021 um 04:12 Uhr

Liebe Campanula,

 

deine Geschichte beeindruckt mich zutiefst. In diesem so endgültig scheinenden Drama, sind beide Protagonisten ihrem Schicksal ausgeliefert. Auf Gedeih und Verderb aneinander gekettet, jeder auf seine Art und Weise. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass er sie deshalb auf ewig in diesem Kerker festhält um zu verhindern, dass ihr das Gleiche passiert, wie seiner zuvor verstorbenen Gattin. Er verwahrt sie „sicher“ in diesem Gefängnis.

 

Sie erträgt alles aus Liebe, egal was mit ihr passiert und obwohl sie überhaupt nicht seine Neigungen teilt. Sehr ergreifend, nachdenklich bleibe ich zurück.

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26040

Gelöscht.

12.10.2021 um 00:37 Uhr

Vielleicht so eine Art "Stockholm Syndrom" Unverständliche und nicht nachvollziehbare Motivationen der handelnden Personen. Die Geschichte lässt mich ratlos zurück. Was will mir Autor(in) sagen. Unterhaltung war es für mich keine, eine erfolgreiche Interpretation habe ich auch nicht. Habe ich wenigstens etwas gelernt?

Bin mir nicht sicher, bedanke mich aber brav für dieses Stück Literatur.

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