Registrieren Login

Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

Social Bondage: Textnummer 2057 | Facebook | Twitter

Urheberrecht: Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Verwendung darf nur nach Zustimmung durch Alexa erfolgen! Mehr dazu ...

Namen, Orte, Handlungen: Im Text erwähnte Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Handlungen und Techniken sind nicht vollständig beschrieben, es fehlen Sicherheitshinweise. Mehr dazu ...

 

Ich kann ja gehen, wenn ich will

Eine BDSM-Geschichte von Alexa.

Jo rief gegen Mittag in der Bank an. Ich war gerade dabei, Belegdaten einzutippen. Jo ist Medizinstudent. Ich kannte ihn von einem Begleitservice, bei dem ich seit beinah einem Jahr gelistet war. Ich stand auf.

„Warte“, sagte ich auf dem Weg aus dem Schalterraum.

Draußen war es kalt. Leichter Schnee fiel. Wir hatten einen dieser Wintertage, an denen man sich wünschte, bis zum Frühjahr durchzuschlafen.

„Was ist, Jo“, fragte ich.

„Gestern war einer da“, fing er an. „Guter Typ! Er hat sich für dich entschieden! Der Haken? Gleich heute! Kannst du um fünf?“

Jo war immer so einsilbig. Und manchmal dachte ich darüber nach, wie er wohl später als Arzt mit seinen Patienten reden würde. Ich überlegte. Meine Bürokleidung wirkte nicht allzu bieder, meine Haare hatte ich in der Früh gewaschen.

„Kein Problem, Jo“, sagte ich also.

„Gut, dann ...“ Man hörte Jo die Erleichterung darüber an, eine Anfrage weniger auf dem Tisch zu haben. „Treffpunkt wie immer“, wies er mich noch an, bevor er auflegte.

 

Viertel vor fünf machte ich mich auf ins „Violini“. Dienstags war das Lokal nicht allzu voll. Mein angestammter Tisch war frei. Ein Zweiertisch am Fenster. Von hier besaß man den besten Überblick. Dennoch sah ich ihn nicht eintreten. Auf einmal stand er neben mir und zog den Mantel aus, während er mich begrüßte. Die silbernen Fäden in seinem Haar fielen mir als Erstes auf. Anscheinend war er um einiges älter als ich. Er nahm mir gegenüber Platz. Nicht, wie manche, die gleich ihren Stuhl neben einen ziehen. Wir unterhielten uns vielleicht eine Viertelstunde. Nichts Besonderes. Small-Talk! Irgendwann fragte er, ob ich Lust auf einen Spaziergang hätte.

„Natürlich“, sagte ich und dachte kurz an meine hohen Schuhe.

Er half mir in die Jacke. Und selbst jetzt schien ihm nicht aufzufallen, dass ich für einen winterlichen Spaziergang nicht gerade ideal gekleidet war. Wir gingen in den nahegelegenen Park. Dort stellte er eine Frage nach der anderen: wo ich herkomme, was meine Eltern von Beruf sind, oder was ich beruflich mache. Ich erzählte von meiner Arbeit bei der Bank. Und dass ich eigentlich aus Bielefeld stamme. Er witzelte über Bielefeld. Als Nächstes fragte ich ihn nach seinem Beruf.

„Arzt“, antwortete er knapp.

„Und was für ein Arzt?“

„Gynäkologe!“

Er blieb stehen und zog mich an sich. Unumwunden küsste er mich. Seltsam. Ich presste meine Lippen nicht wie sonst aufeinander. Schließlich fragte er, ob mir ein Ort in der Nähe einfiele, wo wir ungestört wären. Überrascht und mittlerweile zitternd sah ich ihn an. Eigentlich war das der Zeitpunkt, ins Restaurant, Theater, Kino, oder ins Hotel zu gehen. Ich überlegte. Der Botanische Garten war nicht weit. Ich nahm seine Hand und ging voraus. Wir betraten das große Gewächshaus. Diese Atmosphäre, die exotischen Pflanzen, die feucht geschwängerte Luft mochte ich schon immer, wegen der kalten Füße aber an diesen Tag ganz besonders. Glücklicherweise gab es kaum noch Leute. Hinter dem großen Glashaus lag eine Werkstatt. Das wusste ich von früheren Besuchen. Und auch, dass die Angestellten um diese Zeit bereits Feierabend hatten. Also zog ich ihn hinter die Palmwedel zum Eingang des Anbaus.

Du möchtest diese BDSM-Geschichte weiterlesen?

Melde Dich in Deiner BDSM-Community an

Name:

Passwort:

Wenn Du bereits einen Nutzernamen hast, melde Dich bitte vor dem Lesen am System an. Andernfalls kannst Du Dich kostenlos registrieren oder Dir zunächst weitere Vorzüge von angemeldeten Nutzern ansehen.

Du möchtest Dich nicht anmelden? Dann stehen Dir nur die ohne Anmeldung lesbaren BDSM-Geschichten zur Verfügung.

 

Deine Meinung

Du kannst Texte nur dann bewerten, wenn Du sie voll einsehen kannst.

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

Alexa

Autor.

07.05.2021 um 13:12 Uhr

Liebe Lanika,

entschuldige, dass ich erst heute auf Deinen Kommentar reagiere und "Danke" dafür vorab einmal.

Was mich an Deinem Feedback besonders interessiert und worüber ich schon ein paar Tage grüble Was meinst Du mit dem Höhepunkt, auf den alles zuläuft? Wie hätte der aussehen können?

Ich bin Anfänger*in, weißt Du? Vielleicht hast Du einen Tipp? Vorausgesetzt natürlich, der würde Dir nicht all zu viel Mühe bereiten.

LG

Alexa

04.05.2021 um 03:14 Uhr

P

Lanika

Lektorin. Förderer.

27.04.2021 um 08:31 Uhr

Eine Geschichte,  die ich gern gelesen hab. 

Viele Szenen und Versatzstuecke, die alle in eine Handlung integriert sibd und zur Beschreibung einer Beziehung beitragen. Fuer eine Kurzgeschichte fehlt mir ein bisschen der Hoehepunkt, auf den alles zulaeuft. Die Frage, wieviel Handlungspruenge hält eine Kurzgeschichte aus, bleibt.

Gregor hat den Zwiespalt in der schon in der Ueberschrift steckt, gut formuliert. Unzufriedenheit, Pragmatismus und eine realistische Beziehung. Das macht die Qualität der Geschichte aus.

Die kurzen knappen Dialoge gefallen mir. Die Protagonisten sind deutlich erkennbar.

Ich hab etwas zum Nachdenken. Danke fuer einen Text mit der Spannung zwischen individuellem BDSM, menschlichen Fehlern und realen Verhältnissen.

Alexa

Autor.

27.04.2021 um 00:49 Uhr

Liebe Feedbacker*innen,

besten Dank für Eure skeptischen oder auch aufmunternden Worte.

Aber vor Euch allen anderen möchte ich meinem Lektor „Söldner“ danken. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass ihr (vor allem Gregor) nicht noch mehr zeitliche Sprünge verdauen musstet. Außerdem hat er liebenswürdigerweise aus dem Text noch ein paar „Falten und Knicke“ rausgebügelt.

Gregor Einen Nachklang zu erzeugen. Was kann man sich Schöneres vorstellen? Und wie Du schon bemerkt hast, ich neige zu nahezu anarchistischem Gebrauch von Zeiten. Umso mehr freut es mich ... Einen Nachklang ... Ach, ich werde himmlisch schlafen heut Nacht.

Sizila Luber Schade, dass es mir nicht gelungen ist, Dich für die Geschichte zu erwärmen. Aber so ist es beim Schreiben man kann nicht erwarten, von allen verstanden zu werden. Dennoch will ich mich mit dieser Einsicht nicht zurücklehnen. Ich werde mich bemühen, Deine Kritikpunkte bei der nächsten Geschichte im Auge zu behalten. Versprechen kann ich jedoch nichts.

Danke, dass Du geantwortet hast!

Amadeus So ist es! Selbst Glück, oder sogar vor allem Glück hat seinen Preis! Erhält man etwas, gibt man etwas anderes dafür auf. Und es liegt im Auge des Betrachters, wie hoch der Preis ist, den man bereit ist, zu zahlen. Wenn in der Geschichte eine Message versteckt sein sollte, dann diese.

Vielen Dank für Dein Feedback

dienerin Danke für den Dank. Und ja, sie ist nicht ganz glücklich. Aber vergiss nicht! Sie ist allem Anschein nach doch eine Masochistin. Unter dem Aspekt ... Sieht die Sache da nicht ganz so einfach aus?

Schlaf gut, Dienerin.

Maxim Guillaume Ob Dich die Weiterführung dieser Geschichte interessieren würde, sollte der Autor, also ich, sie überhaupt jemals zu einem vernünftigen Ende bringen? Wenn Du meine Einschätzung hören möchtest … Nein, ich glaube kaum. Dennoch nett, dass Du etwas von Dir hören lassen hast. Alles ist besser, als nach Arbeit und Gehirnschmalz einfach links liegen gelassen zu werden.

Danke Maxim Guillaume!

Meister Y Witzig! Das Aschenputtelprinzip! Seltsam, das hatte ich beim Schreiben gar nicht im Sinn. Aber natürlich, Du hast ja Recht! Zum Schluss ist sowas rausgekommen. Und das kam so: Die Geschichte entstand sozusagen vom Ende her. Frag mich nicht, warum. Geschichten tun eben manchmal, was sie wollen. Und da war in meinem Kopf zuerst die Geschiedene und dann musste eine her, auf die man herabsehen konnte. Und herausgekommen ist … Genau! Wie Du sagst, das Aschenputtelprinzip.

Ach ja. Da war ja auch noch Deine Frage: Ja, genauso habe ich die Sache gemeint.

Danke Meister Y. Es freut mich, dass Du Dich unterhalten gefühlt hast!

Tek Wolf Psycho-Thriller! Phuh! Stirn-Wisch! Der Hammer! Danke für dieses Kompliment, Tek Wolf.  Hoffe nur, dass mir dieser Vergleich nicht zu Kopf steigt.

Danke Tek Wolf!

Gregor

Autor.

26.04.2021 um 10:20 Uhr

Die Überschrift definiert deine Geschichte, Alexa. Du zeigst zwei Ebenen, zum einen permanente Unzufriedenheit, ein Nichtglück und eine Sehnsucht, die sich in die Seele deiner Protagonistin frisst. Darüber wirfst du eine Decke aus stark ausgeprägtem Pragmatismus und Opportunismus. Von diesem Spannungsfeld lebt deine Geschichte. Gut gemacht empfand ich die charakterlichen Darstellungen aller Beteiligten durch Handlung und Dialog, knappes, klares Aufzeigen seelischer Handicaps.

Ich mag Geschichten, bei denen ich nachdenken darf, die mir verschiedene Ebenen zeigen, und einen Nachklang in mir erzeugen.

Ein klein wenig haben mich die zeitlichen Wechsel im hinteren Bereich der Geschichte beim Lesen gebremst, kaum erheblich.

Sehr gern gelesen!

Sizilia Luber

Autorin.

26.04.2021 um 10:10 Uhr

Hallo Alexa,

danke für Deine Geschichte. Ich fand den Einstieg ein wenig plötzlich und chaotisch. Und die Beziehung hat sich so schnell entwickelt, dass ich nicht nach kam. Ich konnte mich leider kaum in die Geschichte reindenken, in ihr ankommen durch die plötzlichen Wendungen.

Die Geschichte hat Potenzial. Andreas manipulative Art, die gespaltenen Gefühle der Protagonistin... Schade, dass Du da nicht mehr draus gemacht hast.

25.04.2021 um 20:29 Uhr

Gefällt mir gut, diese Geschichte. Sie zeigt einmal mehr: "Es ist nicht alles Gold, was glänzt!" Finde einen gesunden Realismus. Keine reine Unterhaltung. Mein Dank gilt dem Autoren.

dienerin

Autorin. Förderer.

25.04.2021 um 20:22 Uhr

Danke Alexa

für diese Geschichte. 

Ich habe sie mit sehr gemischten Gefühlen gelesen.

Und ich habe irgendwie den Eindruck, so richtig glücklich ist sie nicht geworden. Und das ihr die Ex unter die Nase gehalten wird muss ziemlich verletzen. 

Sie lässt mich nachdenklich zurück. 

Dienerin

25.04.2021 um 18:16 Uhr

Ich habe das Gefühl eine Charakterstudie, oder eine Beziehungsstudie gelesen zu haben und dass die Geschichte eigentlich noch beginnen müsste.

Die Prämissen für spannende Geschichten wären da: der ziemlich spezielle Fetisch, der die Erzählerin vielleicht nicht ganz ausfüllt, die Langeweile, die dominante (manipulative?) Persönlichkeit ihres Ehemans, die Konflikte mit der Ex,...

Das könnte spannend werden, aber will ich das wirklich lesen?

Meister Y

Autor. Förderer.

25.04.2021 um 15:35 Uhr

Es ist doch echt erstaunlich, dass Geschichten nach dem Aschenputtelprinzip, in dem Fall kleine Bankschalterangestellte trifft Arzt und heiratet in Bälde, immer wieder funktionieren.

Liebe Alexa, ich habe die Geschichte heute beim Frühstück gelesen und habe mich wirklich unterhalten gefühlt. Jo hat das richtige Händchen und so nehmen die Dinge ihren Lauf. Sie, die mit ihrem Tabu bricht (man kann auch sagen, das gebrochen wird). Er, der eine besondere Vorliebe hat und anders nicht kann. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann...

An einer Stelle habe ich kurz überlegt. Prostituiert Frau sich um dem kleinen Bruder den A... zu retten?

Danke für lesenswerte Zeilen, die ich so gar nicht schwer fand.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.