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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

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Namen, Orte, Handlungen: Im Text erwähnte Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Handlungen und Techniken sind nicht vollständig beschrieben, es fehlen Sicherheitshinweise. Mehr dazu ...

 

Was sie mag

Eine BDSM-Geschichte von Jona Mondlicht

Wenn Carina auf dem Boden kauert, wirkt sie klein und hilflos. Manchmal auch desorientiert, wenn sie die Hände auf dem Parkett abstützt und sich suchend umschaut. Selten weiß sie, was auf sie zukommt, anfangs jedenfalls. Später unterlässt sie es, darüber nachzudenken.

Männer stehen um sie, als existiere sie nicht. Carina muss auf ihre Hände achten, damit kein Finger unter eine harte Schuhsohle gerät. Es würde niemanden stören. Aber sie mag keine Schmerzen.

Aus ihrem Mund tropft Flüssigkeit. Warm schwappt sie über den Rand des lederumwickelten Rings zwischen ihren Zähnen, rinnt über die Lippen, zieht einen Faden an ihrem Kinn. Carina könnte sich das Gesicht abwischen, aber an ihren Handflächen haftet Staub. Sie möchte ihn nicht um die Mundwinkel schmieren, wem gefällt schon ein unsauberes Antlitz. Schlimm genug die Spuren aus Schminke und Tränen unter ihren Augen. Sie könnte den Kopf bewegen, sich das Kinn an der Schulter reiben. Wäre nicht die Flüssigkeit in ihrem Mund.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Michael

Förderer.

28.01.2021 um 23:38 Uhr

Diese Geschichte hat mir auch sehr gut gefallen. Ja der Ausschnitt aus dem Leben von Carina ist heftig, dass Sie es freiwillig macht ist für mich aber auch klar. So achtlos man sie auch behandelt, ihr ist bewusst das man sie braucht, das sie nützlich ist. 

Seit meiner kurzen Zeit hier auf den Schattenzeilen wird mir mehr und mehr klar, wie umfangreich diese vier großen Buchstaben des BDSM sind. Was für den einen unvorstellbar, absurd oder auch Krank erscheint, ist für den anderen ein tiefer Wunsch und die Erfüllung seiner Sehnsucht. 

Danke für diese Geschichte.

28.01.2021 um 16:28 Uhr

Was für eine Geschichte... die Szenerie sprachlich perfekt beschrieben, so lautmalerisch, dass ich manche Sätze zweimal lesen muss, bevor sich das volle Bild entfaltet.

Inhaltlich brutal, irgendwie schockierend. Aber das eigentlich schockierende ist, dass man an Grenzen stößt der eigenen Vorstellungskraft - was für einen selbst viel zu krass, völlig undenkbar ist, ist für andere 'das, was sie mögen'... ist das nicht das generelle Problem, weswegen BDSM oder jede andere Neigung, die nicht dem allgemein akzeptierten Standard entspricht so viel missverstanden wird?

Regt wahnsinnig zum nachdenken an, toll!!

Mississippi

Förderer.

09.03.2020 um 09:06 Uhr

Sehr extrem und doch spricht mich die Geschichte an. Mal sehen, was ich vielleicht mal als extrem erlebe und was als ersehnt

Ronja

Autorin.

09.03.2020 um 00:43 Uhr

Als ich diese Geschichte zum ersten Mal gelesen habe, hat sie mich ewig beschäftigt. Sie ist wirklich sehr gut geschrieben, aber es hat mich bestürzt und total nachdenklich gemacht, diese Situation in der sich die Sub befindet. Diese Demut, Unterwürfigkeit und Reduzierung zum bloßen Objekt in ihrer vollsten Ausprägung und Entfaltung. 

Es hat mich auch dazu gebracht, über mich selbst nachzudenken und über das Thema Empathie. Wenn ich mir genau diese Szene in einem „bösen Filmchen“ angeschaut hätte, müsste ich nicht so lange über die Zustände und Gefühlswelt der Sub nachdenken. Aber in dieser Geschichte aufbereitet, hat mich das richtig gequält und mitgenommen.

Lanika

Lektorin. Förderer.

08.03.2020 um 21:47 Uhr

Heute habe ich diese Geschichte hier entdeckt. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll.

Der Text ist flüssig geschrieben, ohne Stolperstellen, ohne Längen, gut durchgearbeitet, auf das wesentliche konzentriert. Es stellen sich Bilder ein, als ob ich neben der Frau auf dem Boden knien würde.

Mit dem Satz, dass sie auf ihre Hände achten muss, erzählst Du, dass keiner der Anwesenden sie beschützt. Wo ist derjenige, der ihr den Knebel angelegt hat und ihre Aufgabe zugewiesen hat? Mit der Überschrift ist eindeutig geklärt, dass Carina mag, was sie tut. Und dies ist nicht der erste Abend.

Die Lieblosigkeit mit der Carina behandelt wird und die Einsamkeit nachts in ihrem Käfig machen die Geschichte bitter und stoßen ab, trotzdem beschäftigt mich der Text. Wie weit darf einvernehmlicher BDSM gehen?

Danke für die Geschichte.

Gelöscht.

24.01.2020 um 17:12 Uhr

Ich finde den Text heftig, aber gut geschrieben.

 Die Frau will so behandelt werden, was anderes lese ich nicht raus und wenn sie sich in ein so krasses Unterwürfigkeitsspiel begibt, wird sie vorher genau gewusst haben, was auf sie zukommt. Für mich ist das Kopfkino, da könnte es mir gefallen, real will ich das auf keinen Fall erleben. Aber es gibt Menschen, die es ausleben wollen und können, da finde ich nichts Schlimmes dran.

Betty

Robert S

Autor.

17.01.2020 um 04:30 Uhr

Scheinbar trostlos, wäre da nicht der Titel der Geschichte.

Ich kann mir vorstellen, dass der Lustgewinn für viele Leser nicht nachvollziehbar ist. Für mich ist er es. Es ist alles eine Frage des weiten Blickes, besonders, wenn die Einvernehmlichkeit klar ist. Sie will es. Das ist zu akzeptieren, eine Frage der Toleranz. Die Geschichte gefällt mir. Gut, dass sie hier einen Platz hat.

Gelöscht.

01.12.2018 um 16:56 Uhr

Über diese Geschichte werde ich noch sehr lange nachdenken ...

Gelöscht.

03.11.2018 um 02:07 Uhr

Fantasievoll geschrieben, ich bekomme Bilder im Kopf, sehe die Geschicht evor mir. Genial.

Gelöscht.

08.05.2018 um 23:43 Uhr

Ich mag die Geschichte, obwohl mir die Stimmung eigentlich zu trostlos ist.

Ich mag die Protagonistin, obwohl ich nicht verstehe, woher sie ihren Lustgewinn beziehen soll.

Ich mag den Schreibstil, der in wenigen Sätzen neben der Szene im Vordergrund einen größeren Handlungsrahmen zeichnet, der mich zur Formulierung der ersten Zeile veranlasst hat.

Faszinierend.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.