BDSM-Geschichten und andere erotische Texte und Literatur

Social Bondage: Textnummer: 1829 | Kurz-Url http://szurl.de/t1829 | Facebook | Twitter

Urheberrecht Achtung, Urheberrecht! Der nachfolgende Text wurde uns freundlicherweise von Schattenwölfin zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die Urheberrechte liegen jedoch weiterhin bei Schattenwölfin, so dass eine weitere Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Verwendung nur nach persönlicher Zustimmung erfolgen darf! Das unerlaubte Wiedergeben oder Weitergeben dieses Textes wird sowohl von Schattenwölfin als auch von uns als Urheberrechtsverletzung angesehen und entsprechend verfolgt. Mehr dazu...

Achtung, Hinweise beachten Bitte beachte die Hinweise zu diesem Text! Alle im Text erwähnten Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Erwähnte Handlungen und Techniken sind nicht zwingend vollständig beschrieben, insbesondere fehlen möglicherweise Sicherheitshinweise. Daher raten wir dringend von einer Nachahmung ab, so lange Du Dich nicht umfassend informiert hast. Mehr dazu...

 

Die Nikoläusin

BDSM-Geschichte von Schattenwölfin

Fünf Minuten vor fünf. Unverzüglich auf ihr Klingeln hin ertönte der Summer und die Haustür ließ sich aufdrücken. Tanja eilte die Treppe hinauf, so gut das mit dem langen Mantel und dem großen Jutesack über der Schulter möglich war. Auf dem Absatz im dritten Stockwerk blieb sie stehen.

Fünf Minuten nach fünf. Wiederholt hatte Tanja mit ihrem Zeigefinger auf den messingfarbenen Klingelknopf gedrückt.

Nichts.

Nervös trat sie von einem Bein auf das andere, sodass die Dielen knarrten.

Klingeln. Warten. Klingeln.

Nichts.

Sie war doch richtig? Tiefenstein stand in schwungvoller Schrift auf dem Namensschild.

Mühsam fummelte sie sich durch den Mantel zu ihrer Jeans durch und grabbelte den Zettel mit den Anschriften und ihren dazugehörenden Notizen heraus.

Tiefenstein. Richtig. Klingeln.

Nichts.

Tanja seufzte. Sie mochte ihren Job in der Vorweihnachtszeit viel mehr als die Kindergeburtstagsanimationen, mit denen sie sich den Rest des Jahres über ihr Studium finanzierte.

Ganz besonders mochte sie das Kostüm in seinem satten Rot.

Als sie selbst noch Kind war, fand sie es schade, dass immer nur Nikoläuse und Weihnachtsmänner in den Kindergarten und in die Vereine kamen. Nie Nikoläusinnen oder Weihnachtsfrauen.

Da traf es sich gut, dass die fortschrittlichen Eltern im hiesigen Szenestadtteil - nach PEKiP und musikalischer Frühförderung, neben Bioobst und Dinkelbratlingen - die weibliche Präsenz der Adventsfiguren stärken und das so gezeichnete Bild ihren Kindern vermitteln wollten.

So war Tanja zu einem ordentlich bezahlten Job gekommen, mit dem sie gleichzeitig eine alte Sehnsucht stillen konnte, wenn auch nicht in der Rolle des zu beschenkenden Kindes. Dies war nun schon das vierte Jahr, indem sie als Nikoläusin durch das Westend zog. Auf dem Bewertungsportal ihrer Agentur hatte sie neben ihrem Künstlernamen Nikosch glatte fünf Sterne. Etliche Kunden hatten außerdem freundliche Kommentare hinterlassen, und ihre Chefin nannte Tanja gerne das beste Weihnachtspony im Stall.

Dass ihr nicht geöffnet wurde, war ihr noch nie passiert. Gerade wollte Tanja einen letzten Versuch unternehmen, als sie hinter der Tür Schritte hörte. Na endlich, dachte sie und rückte sich ihre Mütze zurecht. Wie die männlichen Kollegen trug sie eine von diesen langen Zipfelmützen, natürlich mit weißem Bommel. Auf den Bart wurde allerdings verzichtet, damit die Nikoläusinnen auch sofort als Frauen erkennbar waren und nicht erst an der Stimme. Großen Wert legte ihre Chefin auf ein makelloses Make-up mit passendem, tiefroten Lippenstift. Tanja vermutete, dass es darum ging, dass auch die in der Regel ihren Einsatz bezahlenden Väter etwas von der Bescherung hatten.

Langsam wurde die Tür geöffnet und Tanja musste ihren Kopf beinahe in den Nacken legen, um dem Mann in die Augen zu sehen.

„Guten Abend“, vernahm sie und ihr Blick wanderte zu einem schön geschwungenen Mund.

„Herr Tiefenstein?“

„Ja“, räusperte sich ihr Gegenüber, seine Stimme wurde lauter und klarer, „Thomas Tiefenstein. Sie können gerne Thomas sagen.“

Du willst diese BDSM-Geschichte weiterlesen?

Natürlich ist die Handlung hier nicht zuende. Das Weiterlesen erotischer Geschichten ist aber den angemeldeten Nutzern vorbehalten.

Wenn Du bereits einen Nutzernamen hast, melde Dich bitte vor dem Lesen am System an. Andernfalls kannst Du Dich in unserer SM-Community kostenlos registrieren oder Dir zunächst weitere Vorzüge von angemeldeten Nutzern ansehen.

Du möchtest Dich nicht anmelden? Dann stehen Dir nur die ohne Anmeldung lesbaren SM-Geschichten zur Verfügung.

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

26.06.2017 um 21:32 Uhr

Eine schön(e,) besinnliche Geschichte.

Man kann Thomas nur zu so einer Nikosch beglückwünschen.

Ein feiner Bogen - die Ahnung wird zur Gewissheit und gibt Stoff für die phantasievolle Fortführung des Abends.

Danke.

Kater M

Signatur

Viele Grüsse, Kater M

hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

09.01.2017 um 19:08 Uhr

Jetzt sitz ich hier und hab Gänsehaut. Dieser Text enthält so viel, was für mich BDSM ausmacht. Respekt, Vertrauen, Sinnlichkeit, sich selbst zu entdecken, etwas zuzulassen, sich den eigenen Gefühlen, auch der Beschämung stellen.

Ich überlege gerade, wie die Geschichte aus der Perspektive des Mannes geschrieben werden könnte.

Gruß

hanne

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

Söldner

Autor. Fördermitglied.

09.01.2017 um 07:44 Uhr

Die Wohnungstür öffnet sich und es beginnt ein Kammerspiel der besonderen Art.

Über der Szene liegt ein Spannungsfeld, eine Energie aus selbstgebremstem Leben des Thomas Tiefenstein. Der Mann knistert vor Einengung, Selbstdisziplin und Verdrängung. Die Geschichte stellt ungeschriebene Fragen. Was macht er allein in seiner Wohnung mit Büchern, Sekretär und großem Sofa? Was war vorher? Was trägt er für Lasten mit sich herum? Ich spüre den Kraftakt, die Selbstüberwindung, die er aufbrachte, die Nikoläusin zu bestellen. Doch nicht in ihrer Leichtigkeit liegt seine Problemlösung. Die Frau ist entspannt, empathisch, aber letztlich nur sinnvolles Werkzeug seiner Selbstüberwindung.

Die Wohnungstür schließt sich und ich habe einen Einakter gesehen, der eine Kopfwelt voller unterdrückter und gebändigter Neigungen in ihrer Versperrtheit nicht nur darstellt sondern auch mitfühlen lässt.

Kunststück!

28.12.2016 um 15:45 Uhr

geändert am 28.12.2016 um 16:19 Uhr

Puhhh, durchatmen…

 

Ein sehr tiefsinniger Text, der zwei Menschen in einer sehr besonderen Situation zeigt. Ihn, der zu außergewöhnlichen Mitteln greift, um zu sich selbst zu finden und sich etwas einzugestehen. Sie, die in diese Situation völlig unvorbereitet gerät, die Gedanken wälzt, Dinge in den Händen hält und am Ende einfach überwältigend reagiert. Mit ihm zusammen ein Tal durchschreitet, etwas tut, was viele viel zu selten machen, manche gar nicht können. Einfach nur zuhören! Schön, dass gerade sie diesen Auftrag bekam, dass gerade sie es ist, die ihm Bestätigung geben kann.

 

Liebe Schattenwölfin, danke für Zeilen zu einem nicht einfachen Thema. Weihnachtlich verpackt, klasse geschrieben, unbedingt lesenswert. Danke für Zeilen, die zu den schönsten gehören, die ich hier auf den gelesen habe.

Signatur

Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.

 

Bewertung und Kommentar

Du kannst Texte nur dann bewerten, wenn Du sie voll einsehen kannst.

 

Weitere Möglichkeiten

Du kannst:

Weitere Veröffentlichungen

Wir empfehlen Dir:

 

Um die Schattenzeilen voll nutzen zu können, solltest Du Dich anmelden oder kostenlos registrieren.