BDSM-Geschichten und andere erotische Texte und Literatur

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Lasst uns froh und munter sein

BDSM-Geschichte von Kaoru

Leselupe

Mit einem dumpfen Klacken schloss sich das Backrohr, nachdem es das nächste Blech mit Keksen empfangen hatte. Noch würde es für heute nicht abkühlen können, denn die Arbeit war nicht beendet. Doch die angenehme Wärme, die hinter dem Glas hervor strahlte, trug zu der herrschenden Stimmung bei.

Der Duft nach frisch gebackenem Teig erfüllte die Küche und rief verlockende Kindheitserinnerungen an kleine Bäckereien wach. Der Geruch nach Vanille und Zimt vermischte sich mit dem würzigen Aroma nach Kardamom, während sich die einzelnen Tiegel und Flaschen die Arbeitsfläche mit anderen Zutaten teilten. Eine offene Mehlpackung stand in einer Ecke, nachdem der wiederholte Griff danach dafür gesorgt hatte, dass Spuren aus weißem Staub die winterliche Aussicht auf Schnee auch hier herein trugen. Ein Backblech mit frischen, aber inzwischen ausgekühlten Keksen ruhte neben Herd und harrte seiner Leerung. Daneben wartete in einem kleinen Topf die dunkelbraune Masse geschmolzener Schokolade, um zur Fertigstellung der `Ischler` genannten Köstlichkeiten beizutragen.  Allerdings war das eine nicht ganz unkomplizierte Angelegenheit. Denn nachdem die zwei Hälften eines Keks mit Marmelade vereint wurden, musste das ganze eingetaucht werden, um eine nahtlose Schicht aus Schokolade zu erhalten. Für diesen Prozess gab es zwei Möglichkeiten. Entweder man versenkte das Machwerk komplett in der flüssigen Masse und holte es mit einem Löffel wieder heraus. Oder man ging präziser zu Werke und tauchte es mit den Fingern ein, die dann jedoch zwangsläufig in Kontakt mit der heißen Schokolade gerieten.

Welcher Weg es sein sollte, darüber hatte Sandra nachgedacht, während sie die Kekshälften verband. In einer bequemen Kombination aus Jeans und Rollkragenpullover stand die Frühdreißigerin schon seit gefühlten Stunden in der Küche. Vermutlich alles Einbildung, aber wer hatte schon die Zeit oder Geduld, auf die Uhr zu sehen, wenn es um so bedeutende Dinge wie Weihnachtsgebäck ging. Kurzes, pechschwarzes Haar thronte über einem Gesicht, dessen Züge gerade vor Konzentration angespannt waren, während sie den ersten Keks mit den Fingern ergriff und zu dem kleinen Topf führte. Grüne Augen behielten beides im Blick, als die Spitze ihrer Zunge zwischen den rosa Lippen hervor lugte.

Der harte Teig kam in Kontakt mit der warmen Flüssigkeit, tauchte ein und landete kurz darauf auf dem bereitgestellten Teller. Sandra hatte es geschafft und sich dabei wie erwartet die Finger verbrannt, was ihr ein genervtes Schnauben entlockte. Ihre Mutter hatte es genauso gemacht und sie würde den Teufel tun, auf die andere Möglichkeit auszuweichen. Aber sich jedes Mal die Finger zu verbrennen war nicht besonders angenehm, vor allem wenn...

Michael genoss das kleine Japsen, das er auslöste, als seine Hände ihre Hüfte fanden. Sandra war so auf ihre Arbeit fixiert gewesen, dass er sich an seine Freundin hatte anschleichen und sie überraschen können. Dabei war er so aufmerksam gewesen, zu warten, bis sie gerade nicht mit der heißen Schokolade beschäftigt war. Schließlich wollte der Mann mit den strubbeligen, kastanienbraunen Haaren keine Verletzungen riskieren.

„Wie geht es voran? Kann ich dir vielleicht helfen?“, wollte er wissen und nutzte den Umstand, dass ihr Nacken frei lag, um diesen zu küssen. „Du riechst auf jeden Fall sehr gut.“

„Was du da riechst, ist die Schokolade und nein, du kannst mir nicht helfen“, stellte Sandra etwas gereizt fest. „Es sei denn, du kannst die Schokolade flüssig und kalt halten.“

Ihre Antwort ließ ihn erst stutzen, während sich seine braunen Augen verengten und über ihre Schulter erst die Kekse, dann den Topf mitsamt des vorliegenden Problems erfassten. Von ihr ungesehen zuckten seine Mundwinkel und ein schelmisches Funkeln trat in seinen Blick.

Hätte sie es gesehen, wäre sie vielleicht geflohen. So war Sandra jedoch unvorbereitet, als er näher zu ihr trat und sich seine Hände auf die ihren legten. Vielleicht hätte sie ihn trotzdem verscheucht, doch seinen Körper an ihrem Rücken zu fühlen, besänftigte sie. Spielend schaffte er es, mit seiner Gegenwart ihre Wut zu vertreiben, bis echte Neugier aufblitzte auf das, was er wohl vorhatte.

„Nun, flüssige Schokolade ist nun einmal heiß. Daran kann auch ich nichts ändern“, begann er in einem lehrhaften Tonfall, der jedoch bei den nächsten Worten deutlich verführerischer wurde. „Allerdings kann ich dir vielleicht anders helfen.“

Erneut wurde sie von seiner Aktion überrascht, als er ihre linke Hand umfasste und sie langsam neben den Topf dirigerte. Eine Ahnung wurde Gewissheit, als er ihre rechte Hand zu dem Löffel führte, seine Finger sich um die ihren schlossen und diesen in die flüssige Schokolade tauchten. Kurz stemmte sich Sandra gegen seinen Griff und presste ihren Körper gegen den seinen. Doch es war keine wirklich ernst gemeinte Geste, das wussten sie beide, denn ihre Lippen blieben geschlossen und kein Wort des Protestes oder gar des Abbruchs schlich sich darüber.

Es war dieser erste Widerstand, der Michael davon überzeugte, dass er sie erneut unterworfen hatte. Denn im nächsten Moment schmiegte sie sich weich und zärtlich an ihn und er konnte fühlen, wie sie den Rhythmus ihres Atmens an den seinen anglich.

„Man muss sehr vorsichtig im Umgang mit heißer Schokolade sein“, seine Worte waren eine hohnhafte Warnung, denn nun hob er den Löffel. „Denn es kann leicht etwas daneben gehen.“

Grüne Augen klebten förmlich an dem Metall, auf dem die braune Flüssigkeit transportiert wurde. Gebannt wie ein Reh im Licht eines nahenden Autos wurde Sandras Aufmerksamkeit allein davon eingenommen, während ihr der Geruch der Schokolade in die Nase stieg und den exquisiten Geschmack aus furchtsamer Erwartung vervollständigte, der ihr auf der Zunge lag. Es waren ihre Finger, die den Griff umklammert hielten, doch wurden sie widerstandslos von den seinen geführt. Dann kippte er den Löffel.

Mit einem für sie geradezu unüberhörbaren Geräusch klatschte der erste Tropfen auf nackte Haut, wobei ihr ein leises, durch und durch enttäuschtes Stöhnen entwich. Er hatte sich selbst getroffen und langsam härtete die braune Masse auf seinem linken Unterarm aus. Bei jedem anderen hätte sie vermutet, dass er einfach nur schlecht zielte, aber Michael war nicht jeder andere und natürlich war er so aufmerksam, erst zu prüfen, aus welcher Höhe er heiße Schokolade auf ihre empfindliche Haut tropfen lassen konnte. Dass er sie dabei nur noch mehr auf die Folter spannte und das Kribbeln steigerte, das von ihren Fingerspitzen ausstrahlte, lag dabei mit Sicherheit ebenso in seiner Absicht. Es zu bestreiten wäre vermutlich ebenso erfolgreich, wie zu behaupten, dass die angenehm anwachsende Wärme in ihrem Unterleib nur von dem Backrohr stammte, vor dem sie standen.

„Da habe ich wohl daneben getroffen“, konnte er sich ein paar neckende Worte nicht verkneifen, während er die Höhe des Löffels korrigierte. „Vielleicht klappt es ja dieses Mal...“

Erneut folgte ein leichtes Kippen und diesmal traf der dunkelbraune Tropfen direkt die Mitte von Sandras Handrücken. Das leichte Erbeben ihres Körpers wäre für sich allein genommen schon ein sicheres Zeichen für ihre Gefühle gewesen. Doch das langgezogene Stöhnen, das aus ihrem Mund erklang, gab ihm endgültig Gewissheit.

Gebannt verfolgte er, wie der erste Tropfen sich erhärtete, und kurz bevor der erste Schmerz ganz verklingen konnte, ließ er einen weiteren Tropfen folgen. Und dann noch einen...

Es war kein leichtes Beben mehr, das sie erfasst hatte. Es war ein echtes und vollkommenes Zittern von Muskeln, die sich bei jedem weiteren Schmerz angespannt hatten, nur um kurz darauf wieder zu entspannen. Wäre Sandra nicht zwischen seinem Körper und der Arbeitsplatte eingeklemmt, hätte ihre Beine sie schon längst zu Boden gezwungen.

Ihre linke Hand und der Unterarm waren von kleinen Inseln ausgehärteter Schokolade bedeckt, während der Grund dafür sie ein Stück zur Seite nahm und das Backrohr öffnete. Hatte sie schon zuvor beim Backen die Zeit vergessen, so war sie ihr jetzt vollkommen abhandengekommen.

Zum Glück war da jemand aufmerksamer gewesen und halb wandte sie den Kopf um: „Danke... für deine 'Hilfe'.“

„Jederzeit“, erwiderte Michael, bevor er den Löffel in den Topf zurück legte und einen Arm um sie legte. „Ich glaube, die frischen Kekse müssen noch auskühlen, oder Frau Köchin? Da haben wir doch genug Zeit, dich von der Schokolade zu befreien.“

Ihre Erwiderung bestand zuerst aus einem wortlosen Nicken, als sie beobachtete, wie er ihre linke Hand mit der seinen hob und sich dann vorbeugte. Als sie zusehen und fühlen konnte, wie seine Zähne sich gleichermaßen in die Schokolade und ihre Haut bohrten, strich sie sich mit der Zunge unwillkürlich über die Lippen.

Denn gerade hatte Sandra entschieden, doch noch mehr Kekse mit Schokoglasur zu machen. Aber nur, wenn er ihr auch bei denen half.

 

 

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

30.12.2016 um 22:48 Uhr

Eine sehr schöne Geschichte, die mich einerseits schmunzeln, anderseits aber auch Bilder genießen ließ. Ich mag Deine Art zu schreiben sehr gern, weil Du Szenen genau genug beschreibst, um Stimmungen zu erzeugen, dabei aber klar bleibst und Dich nicht in verwirrenden Details verlierst.

Ein Dankeschön. 

14.06.2016 um 15:17 Uhr

Eine wunderschöne Geschichte bei der man die erotische Nähe spürt. Klasse.

26.12.2015 um 18:35 Uhr

Oh, wie schön.

Allein mit Deiner Erzählweise schaffst Du es immer wieder, mich mitzunehmen. Dies war auch bei diesem Plätzchenbacken nicht anders. Du malst ein wunderbares Bild einer alltäglichen Küchenszene, mischst es mit (im wahrsten Sinne) "heißer" Schokolade, bis es prickelt. Toll, wirklich toll.

Danke für diese Zeilen. 

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Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

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