
Halsband, Leine?! Spaß oder Domina? Irgendwie schon ein Kick, wenn ein defekter Stuhl die Ebenen der Kommunikation verändert.

War es die Aufregung? Da renne ich über die Straße und schon passiert es. Ich fliege durch die Luft. Aber auch diese Sache hat letztlich eine gute Seite.

Meine Wohnung soll ich aufgeben, eine To-do-Liste abarbeiten, mich neu orientieren, ohne Versicherung, Rückhalt, Netz und doppeltem Boden. Was treibt mich dazu?

Wohl fühle ich mich nicht, derart gekleidet in so einem Restaurant. Und nachher möchte mir Fenja noch etwas Besonderes in ihrem Haus zeigen.

An den neuen, klar strukturierten Alltag werde ich mich gewöhnen. Kochen, Gärtnern und Hauswirtschaft sind neu für mich. Aber Fenja hat noch etwas völlig anderes mit mir vor.

Wie fühlt man sich als erwachsener Mann, dem eine Frau soeben mit aller Kraft das Gesäß verprügelt hat? Eigentlich absolut lächerlich, oder? War es vor einigen Tagen nicht besser, als ich noch ein selbstbestimmtes Leben führte?

Was für eine Demütigung, ich soll mich für die Hiebe bedanken, die Schmerzen, die ich soeben erhalten habe, schreit der Verstand. Gut so, du willst doch gedemütigt werden, kontert die dunkle Seite meiner Gefühle.

Ich kann meine Bedenken ebenso wenig unterdrücken wie die Gefühle, die mich überschwemmen, wenn ich Fenja sehe, wenn ich ihre Stimme höre, so abwechslungsreich, sorgend bis fordernd und hart. Woher habe ich sie nur, diese Sehnsucht nach Unterwerfung, nach Befehlen, nach Gehorsam?

So, wie die Hündin mit hängenden Ohren zu ihrem Platz zurück trottet, tut sie mir leid. Sie ist noch schlechter dran als ich, denn sie muss, weil sie muss, während ich muss, weil ich will.

Fenja (Teil 10)
Ich spüre kein Verlangen, es mit ihr zu machen. Sie ist meine Göttin, und mit Göttinnen hat man keinen Sex. Zumindest keinen normalen.
15.07.2026 um 23:43 Uhr
Ist das schon das Ende der Geschichte, oder geht es demnächst weiter?
Wenn es das Ende sein sollte, passt es. Er ist nun permanent gezeichnet als Fenjas Eigentum, und er scheint bei der Selbstbetrachtung Stolz zu empfinden als s01. Wenn er dabei glücklich ist, hat der zusammengebrochene Stuhl ihm geholfen, seinen Weg zu finden.
Ich habe ja irgendwann mal kommentiert, dass mir das alles ein bisschen zu schnell geht. Vielleicht mache ich auch den Fehler, diese Geschichte von Poet mit seiner bezaubernden Erzählung "Der Ruf der Amsel" zu vergleichen. Diese Geschichte entwickelt sich ganz langsam, behutsam, und doch unerbittlich in die eine Richtung, in der eine anfangs noch selbstbewusste Frau immer weiter in die Sklavinnenrolle hineinfindet und fein damit ist. Da wird kein Wille gebrochen, sondern geformt, auch wenn es am Anfang (aus meiner Sicht völlig natürlichen) Widerstand gegen die Peitsche gibt. Aber irgendwann ist das anfangs Undenkbare zur Normalität geworden, und wichtig ist immer, dass beide Partner sich darin wiederfinden.
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