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Das Sklavenschiff

Eine Satire von Treibholz.

Als wäre es ein Gummiball, wurde das Wrack in die Höhe geschleudert. Die nächste Welle schnappte wie ein Seeungeheuer danach und drückte es unter Wasser, bis es in einem Meer aus Luftblasen wieder auftauchte. Steuerlos und dem tosenden Ozean vollkommen ausgeliefert taumelte das Sklavenschiff auf den Wellen wie ein Stück Treibholz und vollführte einen verzweifelten Tanz.

Was nicht niet- und nagelfest war, verschwand im Schlund des Ozeans. Das Boot drehte sich längsseits, und als die nächste Welle eine Breitseite gegen des Schiff feuerte, flog der Trommler in hohem Bogen von Bord, Matrosen folgten und der Schiffskoch, den man als letzten vermissen würde. Der Kapitän und sein Schinder hatten sich noch am Wrack festklammern können, doch bei der Kollision mit einem Riff verloren sie den Halt, wurden gegen die scharfen Felsen geschleudert und zu Futter für die Haie.

Das Leben der im Schiff Angeketteten hing am seidenen Faden.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

11.05.2019 um 16:25 Uhr

Ich find's witzig.

Und wenn ich's könnte, würde ich gerne einen Comic dazu zeichnen!

Quälgeist

Autor.

22.12.2018 um 21:09 Uhr

Hallo Treibholz, ich muss mal eine Lanze für dich brechen, jetzt wieder an Land.

Die Geschichte hat mir ausnehmend gut gefallen; natürlich ist es eine 'Satire' 'Seemannsgarn', 'Schmonzette' oder wie auch immer, aber bei 'Fluch der Karibik' glaubt auch keiner, dass das alles echt sein könnte, trotzdem mögen es Millionen, warum?... weil es zum Träumen anregt.

Ahoi!

20.12.2018 um 02:20 Uhr

Zuviele Brüche und Klischees, nicht mein Fall

Söldner

Autor. Fördermitglied.

15.12.2018 um 09:31 Uhr

Die Intoleranz einer Gruppe mit besonderen Vorlieben steigt im selben Maße wie der Grad ihrer besonderen Vorlieben.

Das bedauere ich, kann es nicht ändern.

Wir schreiben hier überwiegend SM-Fantasie. Eine moralische Wertung vorzunehmen, halte ich schlicht für unangemessen und halbseiden, da moralische Wertungen meist nur eigener Aufwertung dienen. 

Zur Geschichte.

Ich sehe die traurige Gruppe der Männer, die genau dem Klischee des trottelig-naiven, meist leicht verfettetem Masochisten entspricht.

Dem Gegenüber steht die Gruppe der dominanten Frauen, ebenfalls scharf überzeichnet.

Überspitzt ist auch das Ende.

Deine Geschichte, Treibholz, ist Satire. Diese Gattung ist schwer zu schreiben und selten bei den Schattenzeilen. Du hast es versucht, das ehrt Dich.

Da habe ich die Idee eines weiteren Wettbewerbs. SM-Satire. Ich fürchte nur, das traut sich niemand zu, oder?

 

poet

Autor.

14.12.2018 um 11:42 Uhr

Diese Vermischung von realem, schrecklichem, historischem Geschehen mit plötzlicher Fantasy, bei der aus geschundenen, angeketteten Kreaturen plötzlich lustvolle Masochisten werden, dazu die vielen, teilweise schon von anderen genannten Brüche - wie sind die so schnell ihre Ketten losgeworden ohne Schlüssel usw. - all das formt sich für mich nicht zu einer tragenden Story. Ich muss sagen, ich finde diese Umdeutung des Schicksals vieler tausender Geschundener schon fast zynisch vor dem Hintergrund des schrecklichen Leids der Opfer. Für mich leider kein Thema, das die Schattenzeilen aufgreifen sollten, denn mit dem SM, um den es dort doch geht, hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.

hanne lotte

Autorin.

11.12.2018 um 21:55 Uhr

Hallo @Treibholz:

Also mir hat deine Geschichte gefallen. Ich habe jetzt bei Satire nicht mit Erotik gerechnet, sondern eben mit total überzeichneten Klischees. Da passen die unglücklich befreiten Sklaven genauso dazu wie die albernen Amazonenaufgüsse.

Und trotzdem hast du mich mit der Reaktion der Gestrandeten auf die unerwartet über sie gekommene Freiheit verblüfft.

Auch sprachlich habe ich nichts azszusetzen. Das ist eben dein Stil. Den kann man mögen oder auch nicht und ich mag ihn.

Danke für eins, zwei, drei, viele

Hanne

Kaoru

Autor.

11.12.2018 um 21:39 Uhr

geändert am 11.12.2018 um 21:47 Uhr

Erst einmal vorab, lass dich von den Kommentaren nicht unterkriegen Treibholz. Und jetzt folgt mein Lieblingssatz, den ich aus vollem Herzen lebe: Es gibt keine schlechte Kritik, nur schlechte Kritiker

Aber nun zum eigentlichen Kommentar über deine Geschichte. Ich musste diesen Text einfach lesen, da mich der Titel angelockt hat. Zudem gebe ich zu, wollte ich wissen, was einem anderen Autor zu einer Thematik eingefallen ist, die ich selbst behandelt habe. Leider wurde ich in dieser Hinsicht etwas enttäuscht, was aber nur eine persönliche Meinung darstellt und keine Kritik an deinem Werk sein soll.

Die Geschichte erinnert sehr an den Film "Exit to Eden". Eine sehr klischeebeladene Erzählung, bei der sich teils interessante Szenen mit solchen Abwechseln, die es ab Absurdität mit Werken von Douglas Adams aufnehmen könnten. Das Ende wirkt irgendwie klar von "Leben des Brian" inspiriert.

Allerdings wirken die Beschreibungen, vor allem zu Beginn, sehr unrund auf mich. Man merkt, was du sagen wolltest, aber manchmal überbietest du dich zu sehr mit der modernen Wortwahl der Vergleiche (Gummiball, niet- und nagelfest z.b.) oder zeigst zu wenig Subtilität, was die Beschreibungen oder - wie ich zugeben muss - die Recherche angeht. Zudem fällt es mitunter schwer manchem Handlungsverlauf zu folgen, wenn der Sprung selbst für Satire zu unlogisch wirkt (mitten auf dem Meer und zack auf einer Insel, kaum bei den Palmen ist das Meer nicht mehr zu hören, von den Palmen zur Lichtung in einem Schnitt z.b.).

Alles in allem ist es eine witzige Geschichte, total Banana (um beim Flair zu bleiben) sozusagen. Vielleicht kannst du in Zukunft nur etwas mehr Glätte hineinbringen, um die Stellen zwischen den humorvollen Elementen abzurunden und diese besser einzubetten. Und, obwohl ich mich nicht von anderen Kommentaren beeinflussen lassen wollte, muss ich als jemand, der von der Seefahrt begeistert ist, doch zugeben, dass etwas mehr Recherche auch geholfen hätte, den Satireteil besser abzustützen.

11.12.2018 um 19:28 Uhr

Fut geschrieben danke dafür

Schattenwölfin

Autorin. Teammitglied. Vereinsmitglied.

11.12.2018 um 17:06 Uhr

Geschätzte Leser/Kritiker!

Zunächst zum Formellen

Offensichtlich habe ich nicht die zuletzt Korrektur gelesene Version zur Veröffentlichung hier freigegeben, sodass tatsächlich Fehler in der Geschichte geblieben sind. Dafür entschuldige ich mich vor allem beim Verfasser, über den jetzt hier auch deswegen sich die negative Kritik entlädt.

Eine Anmerkung sei hier aber erlaubt. Wer selbst von den Korrekturen durch unsere Bearbeitung profitiert und so eine fehlerfreie Geschichte vorstellt, sollte im Hinblick auf eine Handvoll Fehler vielleicht besser zurückhalten.

Ich habe nun – zugegebenermaßen auf die Schnelle – nachgebessert. Sollte jemandem noch etwas auffallen, bitte eine PN an mich. Danke.

 

Zur Kritik im Übrigen:

Eine Geschichte gefällt oder eben nicht, und es steht jedem frei sich entsprechend hier zu äußern. Darauf, dass auch hier der Ton die Musik macht, hat Jona bereits hingewiesen.

Mir fällt aber neben dem Ton etwas anderes auf, und das finde ich ebenso übergriffig wie die Frechheit im engeren Sinne.

 

Dieses Schreibwerk als Satire zu bezeichnen ist eine Frechheit. … Wie gute Satire funktioniert, möge man sich beispielsweise bei Frowin, Pispers, Rether, oder Wartke ansehen.

Ich habe noch selten hier etwas gelesen, aus dem mehr Überheblichkeit quillt. Das möge der Verfasser der Zeilen einfach mal auf sich wirken lassen, denn alles, was mir dazu noch in den Fingern juckt, würde wahrscheinlich unmittelbar eine rote Karte nach sich ziehen.

 

Warum ausgerechnet die Sklaverei sich nicht eignen soll, satirisch-witzig-wie-auch-immer zu einem Text verarbeitet zu werden, erschließt ich mir nicht, erst recht nicht die erbosten Aufschreie hier deswegen. Ist das (politisch) nicht korrekt? Ist es doch auch nicht, wenn Papa die Mama verhaut – und wird doch von vielen hier geschätzt. Oder die Uniform, die manches Frauenherz höher schlagen lässt – möglichst schwarz – was ist mit der?

Im Grunde fehlt unter den Kommentaren nur der empörte Aufschrei: "Das ist ja pervers!"

Wölfin

 

Treibholz

Autor.

11.12.2018 um 16:58 Uhr

Es sieht so aus, dass die Geschichte der Mehrheit gar nicht gefallen hat, das tut mir leid. Ich schreibe, um zu unterhalten, vielleicht um zu provozieren, aber nicht, um zu ärgern.

Nun - Personen und Handlung sind genauso fern von vergangener Geschichte wie von unserer Realität und manches widerspricht auch den Gesetzen der Physik - es handelt sich primär um eine Phantasiewelt. Statt Guatemala könnte an der Stelle auch ein erfundenes Land stehen..

Trotzdem Danke für die kritischen Kommentare und das Feedback, so weiß ich, dass manches gar nicht gut ankommt.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.

 

 

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