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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

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Lernerfahrungen

Eine BDSM-Geschichte von dienerin

Vorlesen

Im letzten Jahr war er sehr kurzfristig dran mit seinem Geschenk. Aber es hatte dann doch noch gut geklappt mit dem Halsband, das er für seine Sub gemacht hatte. Der Stein am Schloss des Halsbandes und sein dazu passender Ring waren sehr gut angekommen. Ja, das musste er zugeben, er war ein wenig stolz auf sich.

In diesem Jahr war er rechtzeitiger dran mit seinem Weihnachtsgeschenk. Das sollte also klappen. Er war mit der ganzen Situation sehr zufrieden, denn es hatte sich viel Gutes ergeben mit ihm und seiner Sub. Sie hatte sich im vergangenen Jahr wirklich gut weiter entwickelt. Und er hatte in Bezug auf die Erziehung einer - seiner Sub - auch viel dazu gelernt.

Sie hatten sich über das Internet kennengelernt, wohnten im gleichen Ort und waren zusammen gekommen, weil sie sich sympathisch waren. Sie hatte damals nur einen Wunsch: Sie wollte lernen, sich ganz auf ihn und seine Anweisungen zu verlassen. Das ist auch weiterhin ihr Wunsch: Ihm zur Verfügung stehen und nach seinen Anweisungen leben. Sie ist zufrieden, wenn er zufrieden ist. Das Gute daran ist, dass es so, wie sie es erlebt, genau passend ist. Sie leben es für beide Seiten übereinstimmend und so soll es ja auch sein. Das daraus dann auch noch eine Liebesbeziehung wurde, war am Anfang gar nicht so geplant, doch auch damit sind beide sehr gut zufrieden. Mit dem Halsband hatte er das Weihnachten letztes Jahr sehr deutlich unterstrichen. 

Und sie hat in dem Jahr einiges gelernt. Auch, dass es gar nicht so einfach ist, wie sie gedacht hatte, die Anweisungen eines - also ihres - Doms ohne Wenn und Aber zu befolgen. Das hat sie in dieser Form erst lernen müssen. Dabei musste sie auch erfahren, dass es nicht mehr auf ihre Wünsche ankam.

Dabei fing er langsam an mit eigentlich einfachen Anweisungen. So nahm sie mittlerweile die Bettgehzeit ohne Murren hin, auch wenn ihr diese oft genug schwer fiel, besonders, wenn sie Urlaub hatte und ausschlafen konnte. Dann wollte sie sich nämlich nur ungerne einschränken. Und doch hatte sie gelernt, dass es besser war, sich auch oder gerade dann an seine Anordnungen zu halten. Die Strafe für ihren mehrfachen und auch eigentlich ungewollten Ungehorsam war eindeutig gewesen. Dabei waren es meist nur ein paar Minuten, nicht der Rede wert, dachte sie. Er sah das anders, und das machte er ihr auch deutlich. Als Strafe hatte er sie in Folie eingewickelt. Das alleine war sicher keine Strafe und eigentlich liebte sie das sogar. Nur hatte er die Angewohnheit, dass sie sich ja nicht zu wohl fühlen sollte. An ihrem Leiden hat er auch immer eine besondere Freude. Und wirklich sehr unwohl fühlt sie sich, wenn sie kalte Füße bekommt. Nicht im übertragenem Sinne, sondern wirklich kalte Füße. Darum trägt sie eigentlich immer Socken, unerotisch, aber mehr als praktisch. Und eben diese hatte sie vergessen anzuziehen. Das kommentierte er nur mit: „Selbst schuld“. Und nun hatte er sie zwar in Folie eingewickelt, aber die Füße nicht und auch die Schultern nicht. So war ihr eigentlich warm, bis eben auf die Schultern und die Füße. Die waren ziemlich kalt. Dann spielte er noch mit Eiswürfeln. Er machte Löcher an verschiedenen Stellen der Folie und steckte Eiswürfel hinein. Damit nicht genug. Er hatte eine elektrische Fliegenklatsche, und obwohl das Gerät harmlos war, hatte sie einen Heidenrespekt vor diesem Teil. Sie zuckte schon weg, wenn sie das Ding nur sah. Und er liebte es, ihre Angst zu spüren. So unglaublich es klingt, es war für sie eine Strafe! Und ja, seitdem war sie brav und hielt sich an die Bettgehzeit. Na gut, die dreißig Hiebe mit dem Rohrstock, je zehn auf die Fußsohlen, auf die Handflächen und auf den Po waren auch ein zusätzlich sehr schlagkräftiges Argument gewesen. Auch das Betteln um Ausnahmen hatte er ihr gut abgewöhnt. Sie ging nun eben pünktlich zu Bett, egal, was sie gerade machte.

Weil sie sich zu oft beschwert oder gebettelt hatte, hat er ihr auch das Schweigen beigebracht. Jeden Tag trägt sie nun für eine halbe Stunde den Knebel, der ihr deutlich macht, wer von Beiden das Sagen hat. Das gemeine daran ist: sie darf in der Zeit auch nicht mailen oder chatten, sonst wäre die Aufgabe ja einfach. Manches Mal hilft es ihr dann, in die extra dafür eingerichtete „Demutsecke“ zu gehen. Dort auf dem Boden hat sie eine Decke liegen und er gestattet ihr immerhin den Luxus eines Kissens und einer Decke, damit sie nicht friert. Wann immer sie mal wieder für sich spüren muss, dass sie sich ihm demütig unterworfen hat (was sie manchmal vergisst und dann leicht aufmüpfig wird), geht sie in diese Ecke und besinnt sich. Und ja, es hilft jedes Mal. Wenn er den Eindruck hat, dass sie wieder eine Demutsübung „braucht“, darf sie auch ab und an auf dem Boden neben ihm schlafen. Wobei sie auf dem Boden, er aber im Bett schläft. Und so lernte sie sehr gut die Unterordnung, die sie sich wünschte, auch wirklich zu leben.

In diesem Jahr zum Weihnachtsfest ist er nun auf der Suche nach einem Korsett für sie. Er hat es schon gesehen, weiß genau, welches er für sie möchte und er weiß auch, dass sie sich freuen wird, wenn sie es oft für ihn tragen darf. Sie liebt es, ein Korsett zu tragen, denn dann kommen ihre schönen Brüste noch viel besser zur Geltung. Außerdem mag sie es, geschnürt und gefesselt zu sein. Und das Korsett ist ein Wunsch von ihr, das weiß er. Er mag es auch. Was sie nicht weiß, ist, dass sie es dann oft für ihn tragen wird. Sehr oft. Was nicht immer einfach sein wird, wenn sie es zum Beispiel bei der Hausarbeit tragen „darf“ und das Bücken dadurch wesentlich schwieriger sein wird. Er wird schon dafür sorgen, dass sie die Freude an der Hausarbeit mit Korsett nicht verliert. Er hat da noch ein paar nette zusätzliche Ideen im Kopf, die sie sicher zu schätzen weiß oder die sie notfalls schätzen lernen wird...

Ach ja, es ist unwichtig zu erwähnen, dass das Korsett und die Farbe des Steines, den er ihr im Vorjahr am Halsband geschenkt hat, das Rot des indischen Jaspis, auch wieder farblich gut zusammen passen, oder?

Er ist gerüstet, das Fest kann kommen.

 

 

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

dienerin

Autorin. Förderer.

22.08.2021 um 13:49 Uhr

stoekelfranz

interesanter anfang

Jetzt könte mehr kommen

Danke stoekelfranz

Für deinen Kommentar. 

Manchmal muss die eigene Fantasie weiter helfen. 

Dienerin

21.08.2021 um 22:30 Uhr

interesanter anfang

Jetzt könte mehr kommen

dienerin

Autorin. Förderer.

21.08.2021 um 18:17 Uhr

Uups

Was ist denn hier los? 

Danke für die "Verteidigung" des Titels dieser Geschichte. Ihr habt es getroffen. 

Auch wenn ich zugeben muss, dass ich nicht so lange darüber nachgedacht habe, sondern die Überschrift eher spontan gewählt habe. 

Ich hoffe, dass diese Diskussion nicht dazu geführt hat, dass Genitiv aufgegeben hat. 

Ich habe sehr viel daraus gelernt. 

Aber wie Jona richtig vermutet:

Mit brummt der Schädel. 

Er kennt mich gut 😉

Lest gerne weiterhin die "Lernerfahrungen" und lasst sie einfach auf euch wirken. 

Liebe Grüße 

Dienerin

Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied.

21.08.2021 um 12:49 Uhr

Lieber Genitiv,

zusammengesetzte Substantive sind eine großartige Sache, finde ich. Ihre Verwendung von der Existenz im Duden abhängig zu machen, würde manche Lücke in Lyrik und Prosa reißen. Thomas Mann hätte seinen "Zauberberg" nie so nennen dürfen. Vielleicht hätte er sich über diesen Umstand im Garten der Sommervilla (in Bad Tölz existent, im Duden dagegen nicht) bei der Kirschenernte austrotzen können, glücklich darüber, dass es dort keinen Pflaumenbaum gibt. Von dem er nichts hätte ernten können, denn eine Pflaumenernte gibt es im Duden nicht. Vielleicht hätte ihm diese Lernerfahrung genügt, um in seiner Rede für Pan-Europa besser nur den Ölbaum, aber nicht den Todesbaum zu erwähnen.

Ich freue mich sehr über die von Dir, lieber Genitiv, angestoßene Diskussion über Worte. Du hast Deine Meinung von Anfang an als die persönliche des Genitivs (wow!) gekennzeichnet, genau deswegen ist die Diskussion fair geblieben. Danke dafür. Da gab es in der Vergangenheit leider schon andere Verläufe.

Ich selbst stehe allerdings gern auf der Seite der Wortschöpfer und reibe mich wenig an "Lernerfahrung". Jemand erfährt eine Entwicklung, weil er etwas gelernt hat. Schöne Texte entstehen eher auf der Blumenwiese als mit Ärmelschonern am Reißbrett.

So, ich räume die Goldwaage wieder weg. Ich fürchte, dienerin brummt schon der Kopf. Und es gibt in ihrer Geschichte mehr zu entdecken als nur deren Titel.

Viele Grüße

Jona

Tek Wolf

Autor.

21.08.2021 um 09:48 Uhr

Der Inhalt dieses Beitrags ist aus Gründen des Jugendschutzes nicht frei einsehbar.

Bitte melde Dich zunächst am Altersverifikationssystem an.

Campanula

Autorin.

20.08.2021 um 22:36 Uhr

Lieber Genitiv,

für mein Verständnis - und offenbar auch für das der dienerin - sind die Begriff "Erfahrung" und "Lernerfahrung" eben nicht deckungsgleich. Aber ich denke, das müssen wir nun wirklich nicht ausdiskutieren. Bitte sieh es mir nach, wenn ich an dieser Stelle auf weiterführende semantische Diskussionen und Wortdefinitionen verzichte. Es würde zu weit weg von der Geschichte führen, in der es schließlich um ganz andere Dinge geht als um germanistische Spitzfindigkeiten.

Liebe Grüße

Campanula

† Genitiv

Gelöscht.

20.08.2021 um 21:22 Uhr

Ich habe mich nochmal auf die Suche begeben und folgende Zusammenfassung gefunden:

"Mögliche Formen von Erfahrung

Der Mensch kann sich selbst, seine Anlagen, Fähigkeiten, Tugenden und Laster erfahren (Selbsterfahrung), aber auch seine Ideen, Einfälle, Erkenntnisse (Innere Erfahrung). Man kann Erfahrung im praktischen Leben auch als durch Tun, Handeln oder Arbeit erworbene Kenntnis beschreiben. Es ist möglich, aus bestimmtem Erleben heraus Erfahrung zu sammeln („Das weiß ich aus eigener Erfahrung“; „Aus Erfahrung wird man klug.“). Etwas in Erfahrung zu bringen, bedeutet, durch Nachforschung zu einer Kenntnis von Umständen oder zu einer Erkenntnis zu gelangen. Erfahrung bedeutet somit die Gesamtheit aller erworbenen, d.h. gelernten Kenntnisse, Verhaltensweisen und Fertigkeiten.

In der Erkenntnistheorie (Empirismus) hat die Erfahrung einen zentralen Stellenwert. Erfahrung ist nach Francis Bacon (1561–1626) die Grundlage aller wissenschaftlichen Erkenntnis, jedoch muss in der Wissenschaft die Erfahrung durch das Denken geordnet, verglichen und verknüpft, berichtigt und ergänzt werden." QUELLE: Erstveröffentlichung im Lexikon freien Denkens, Angelika Lenz Verlag 2000

Letzlich ging es mir nur un die Bedeutung des Wortes ERFAHRUNG und seiner Dopplung.

† Genitiv

Gelöscht.

20.08.2021 um 18:38 Uhr

Hallo Zusammen, "Lernen": Damit meine ich nicht, auf der Schulbank oder Couch sitzen und ein Lehrbuch lesen. Natürlich ist auch "bei Regen nach draussen gehen und feststellen, dass man nass wird" eine Erfahrung in dem Sinne, daß es ein gewisser Zusammenhang hergestellt werden kann. Ein "Ereignis", ein "Erlebnis" ist nicht unbedingt eine Erfahrung, kann es aber sein (Ich kann ein Ereignis haben und nichts lernen). "Wenn mir jemand die Augen verbindet und dann mit einer Feder über meine Haut streicht, so ist das eine Erfahrung, aber nicht unbedingt eine Lernerfahrung." - das ist umgangssprachlich eventuell eine Erfahrung, es ist aber mehr ein Ereignis (welcher Art auch immer).

Da der Kommentar von mir kam, ist er auch genau nur meine Meinung. Zu der gehört auch die Ansicht, das Wikipedia in einigen, vielen Fällen nicht unbedingt eine Instanz ist, die ich zu rate ziehe.

Ein Blick in den Duden liefert folgendes Ergebnis: "lernerfahrung liefert keine Ergebnisse." Das Wort existiert nicht.

dienerin

Autorin. Förderer.

20.08.2021 um 16:43 Uhr

Danke Genitiv 

Für die Beantwortung meiner Frage. 

Auf die ich intuitv ähnlich geantwortet hätte wie Campanula. 

Ich erfahre etwas, und lerne daraus. 

Und das ist nicht selbstverständlich. 

Danke Campanula 

Für deine Antwort und Mühe. 

Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Drückst du mit deinen Worten wesentlich besser aus, um was es ging, als es mir gelungen wäre.

Danke für euer aufmerksames lesen und wertschätzendes kommentieren. 

Bitte gerne weiter so. 

Dienerin

Campanula

Autorin.

20.08.2021 um 07:39 Uhr

Guten Morgen, lieber Genitiv! Guten Morgen, liebe dienerin!

Da mich das nun interessiert hat, habe ich es mal nachgelesen und Wikipedia ist da etwas anderer Ansicht als du, Genitiv. Erfahrungen können durch Lernen, aber auch durch Wahrnehmung bzw. pures Erleben erworben werden. Als Lernen bezeichnet man den absichtlichen oder beiläufigen Erwerb von Fertigkeiten. Zu Lernen kommt es also nur, wenn die Erfahrung zu einer Veränderung des Verhaltens, Denkens oder Fühlens führt. Ansonsten ist die Erfahrung einfach nur eine Erfahrung.

Wenn mir jemand die Augen verbindet und dann mit einer Feder über meine Haut streicht, so ist das eine Erfahrung, aber nicht unbedingt eine Lernerfahrung. Eine Lernerfahrung wäre es, wenn dieses Kitzeln an ein bestimmtes Verhalten geknüpft würde, ich also immer dann gekitzelt werde (oder das Kitzeln nur dann aufhört), wenn ich etwas Bestimmtes tue.

In diesem Text sind meines Erachtens eindeutig Lernerfahrungen beschrieben, denn es geht darum, durch die beschriebenen Konsequenzen/Erfahrungen das Verhalten zu verändern.

Herzliche Grüße

Campanula

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.

 
 

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