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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

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Traumprinz

Eine BDSM-Geschichte von hanne lotte.

() Das Auto rast durch die Nacht, über leere Straßen. Nur weg von hier, raus aus der Gefahrenzone. Beinahe wäre es zu spät gewesen.

Theas Herz schlägt bis zum Hals. Sie krallt ihre Hände ins Lenkrad. Was für ein Reinfall. Die Striemen auf ihrem Körper erinnern sie daran, wie naiv sie war.

Von weitem sah der Kerl aus wie der Traumprinz. Sir Richard. Wenn das kein Qualitätsversprechen ist. Klingt nach edel und anständig. Ha! Schall und Rauch. Sie würde ja darüber lachen, wenn es nicht so zum Heulen wäre.

Alles bloß Fassade, selbst das gebildete Geschwätz. Kann er sich in die Haare schmieren.

Lieber nicht daran denken, wie lange sie gebraucht hat, um hinter den Schwindel zu steigen. Beinahe zu spät. Dabei hätte sie von Anfang an Verdacht schöpfen können. Aber sie hat sich blenden lassen. Von ihren eigenen Wünschen.

Immer wieder wirft sie einen Blick in den Rückspiegel. Irgendwo da hinten steht es, das Haus.

Es hatte den morbiden Charme alter Geschichten. Rissige Balken, alles ein bisschen schief und liebenswert. Traf genau ihre romantische Ader.

Bei ihrer Ankunft hat sie sich gefragt, wie er diesen Ort gefunden hat. Weit außerhalb der Stadt, dichtes Gestrüpp ringsum. Keiner würde sie hier hören. Ein Ort, wie gemacht für eine gute Session. Eigentlich hätte sie gleich erkennen können, auf welchen Deal es hinausläuft.

Sie hat sich blenden lassen. Schon bei ihrer ersten Begegnung im Club war Thea ihm auf den Leim gegangen. Sir Richard war nicht nur der Traumprinz - gutaussehend mit leicht angegrauten Schläfen. Ein reifer Mann in den besten Jahren. Er war auch ein Traum-Dom.

Die Stimme - von zuckersüß bis schneidend scharf - hat das diensthabende Entscheidungszentrum komplett außer Gefecht gesetzt. Jawohl, Sir Richard. Wie Sie wünschen, Sir Richard. Es ist mir ein Bedürfnis, Sir Richard.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Robert S

Autor.

19.09.2020 um 23:38 Uhr

Kurz vor Schluss der Kernsatz, Charakteristik des Richard und Entscheidungshilfe für sie.

"Mit ihrem Gehalt würden sie schon zurechtkommen."

Ich mag das Thema, diesen Kampf zwischen Emotionen und Verstand. Zu schauen, wo das hinführt ist spannend. Hier, in deiner Geschichte siegt der Verstand. Und wenn nicht? Denke ich deine Geschichte in die andere Richtung weiter, wird es etwas gruselig.

Onmymind

Autorin.

14.01.2020 um 09:44 Uhr

Naiv? Ja, sie hat sich blenden lassen, nur kann man es verübeln? Ein guter Schauspieler war er allemal und mit besten Fingerfertigkeiten ausgestattet. Letztendlich hat sie es geschnallt und hatte Glück, davongekommen zu sein.

Gefühlvoll, spannend erzählt und eine wertvolle Botschaft obendrauf.

Gelöscht.

30.11.2018 um 04:12 Uhr

Liebe hanne lotte,

mit dieser Geschichte hast Du mich in kurzer Zeit auf eine spannende Reise durch die Ambivalenz der Empfindungen Deiner Protagonistin mitgenommen. Das hat mir gut gefallen.

Der Widerspruch zwischen dem Verstand, der in diesem Fall glücklicherweise gewonnen hat, aber die kurze Unsicherheit doch wieder umzukehren und zu diesem albtraumhaften Traumherrn zurückzukehren. Das Bedürfnis nach devoter Hingabe an den Herrn, aber dann doch die Feststellung, dass sie zwar devot, aber nicht bescheuert ist. All das habe ich in dieser kurzen Geschichte eindrucksvoll miterleben dürfen.

Dies ist für mich die erste "Lieblingsgeschichte" auf den Schattenzeilen.

Herzliche Grüße

Cornelius

Alma

Autorin.

30.10.2018 um 20:45 Uhr

Was für ein Kontrast zwischen attraktivem Auftreten und unsanfter Landung im Kellerloch! Mich hat diese Wendung, dieser Gegensatz zum Lachen gebracht, was bitte bildet er sich ein!

 

Mir gefällt, wie lange unklar bleibt, warum sie Pech hat – denn dass sie nicht viel Kleidung braucht, müßte ja kein Nachteil sein , wenn es aber aus diesen Gründen ist, nun ja.

 

Eine schöne Geschichte!

† jasmin

Gelöscht.

26.09.2018 um 12:24 Uhr

Super schön geschrieben. Konnte ich sehr gut nachvollziehen. Es ist halt doch gut, den Kopf nicht ganz auszuschalten...

† rudi

Gelöscht.

14.09.2018 um 18:13 Uhr

Es war dann wirklich sehr schön zu lessen und danke fürv das vergnügen 

Gelöscht.

14.09.2018 um 16:20 Uhr

Sehr schöne Geschichte. Ich mag die Art der Erzählung und vor allem wollte ich von Anfang an wissen wo das Problem mit dem Traumprinzen ist. Um das zu erfahren musste ich aber die Geschichte bis zum Ende lesen.

Wobei, ist sie zu Ende? Das Hintertürchen des Brötchen holen und Kaffee kochen ist offen. Manchmal trügt der erste Schein. Ist er wirklich ein armer Künstler oder will der Traumprinz nur herausfinden ob sie auch in diesen "bescheidenen Verhältnissen" bei ihm bleibt? 

Ich weiß nicht wie es den anderen geht. Aber ich würde mir eine Fortsetzung wünschen. Wie schon erwähnt, gefällt mir der Erzählstiel sehr und ich könnte mir gut Vorstellen, dass noch einige Überraschungen auf die Protagonistin warten.

Söldner

Autor. Lektor. Förderer.

14.09.2018 um 05:41 Uhr

Mich beeindruckt die Art der charakterlichen Schilderung des Richard. Ganz subtil zeigst Du diesen Menschen, ziehst einen Vorhang im Rückspiegel Deines Autos zurück und urteilst nicht. Du schilderst Szenen und der Mann tritt heraus. Ich sehe einen arbeitsscheuen Leberecht, einen älteren Silberrücken, der seine gesamte Kraft dafür einsetzt, sich auf Kosten anderer Menschen durch ein klägliches Leben voller Scheinansprüche zu schmieren.

Das war köstlich.

Quälgeist

Autor.

12.09.2018 um 21:17 Uhr

Es gibt leider in jeder Welt "Blender". Ob 'Sub' oder 'Dom', man muss sein Gegenüber kennen, denn alle Beziehungen werden über Vereinbarungen und Vertrauen geregelt. Wenn das nicht klar ist, dann raus... .

Das ist sehr gut dargestellt oder besser wie echt empfunden geschrieben.

Ich finde auch den Satz von 'Navara' toll: "Manchmal nimmt man besser das Pferd und lässt den Prinzen stehen"

Eine tolle Geschichte!

Knurrwolf

Autor.

12.09.2018 um 19:41 Uhr

Ich kann mich den Vorkommentatoren nur anschließen, wirklich eine tolle und intensive Geschichte. Eine die zeigt, dass manchmal mehr, oder wie in diesem Fall, weniger dahinter steckt, als man auf den ersten Blick vermutet und das Vorsicht geboten ist.  Oder eine rasche Flucht, um noch rechtzeitig dem zu entfliehen, was einen erwartet.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.