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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

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Vorüber gegangen

Eine BDSM-Geschichte von hanne lotte.

Ab dem 21.Dezember werden die Tage wieder länger. Hat er ihr erklärt. An diesem Tag kommt das Licht zurück. An diesem Tag sind sie sich begegnet. Wintersonnenwende, vor zwei Jahren.

Anne hat ihm einen Adventskalender gebastelt. Mit kleinen Jutesäckchen, auf die eine Zahl gestickt ist. Jedes mit roter Schleife an einen geflochtenen Stern geknotet. Und mit Liebe.

Sie hat das für ihn getan. Ihr selbst liegt an Weihnachten nicht viel. Er jedoch hat sich im letzten Jahr über jede Adventsüberraschung gefreut. Sie hat sich über seine Freude gefreut.

Als sie den Stern anstelle der Blumenampel befestigte, war da noch Hoffnung. Das ist lange vorbei.

Als die Hoffnung gestorben war, kamen Verzweiflung und Tränen. Die Beutelchen am Stern blieben unberührt.

 

Anne schaut in den Spiegel. Zum ersten Mal seit Wochen sieht sie sich an. Geht nicht hastig vorbei, kurz gekämmt, fertig.

Sie konnte es nicht ertragen sich anzuschauen. In dieses verheulte Gesicht zu blicken hätte bedeutet, die Realität anzuerkennen. Das wollte sie nicht ertragen.

Heute bleibt sie stehen. Sucht den Blick einer anderen. Einer fremden Frau. Graue Augen, strubbeliges Haar, ein blasses Gesicht.

Etwas hat sich verändert. Ganz ohne ihr Zutun. Es ist einfach geschehen.

Die Schmerzen sind weg, die unerträglichen. Der Druck auf der Brust, das Gefühl zu ersticken. Heute ist da nichts mehr, nur Leere.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

25.01.2020 um 09:29 Uhr

Ich finde die Geschichte ziemlich traurig, wie sie an ihm hängt, der nicht wieder kommen wird.

Es war mir eine große Erleichterung, dass sie am Ende doch die Kraft fand aus ihrem dunklen Loch wieder ins Licht zu gehen. Das mag noch ein ganzes Stück Weges sein, aber sie ist los gegangen, es wird wieder besser.

02.12.2018 um 19:27 Uhr

wunderbar traurig und mit der Erkenntnis, dass das Leben immer weiter gehen wird

Danke dafür

Gelöscht.

30.11.2018 um 04:30 Uhr

Liebe hanne lotte,

kurz nacheinander die zweite kurze, aber sehr prägnante Geschichte von Dir.

Es scheint Dir zu liegen Deine Leser mit wenigen Worten auf eine intensive, in diesem Falle sehr melancholische, Gefühlsreise mitzunehmen.

Interessanterweise fingen meine Gedanken genau vor dem Satz mit dem "kitschigen Bild" abzuschweifen. Meine Gedanken gingen kurz genau in die Richtung, dass es jetzt doch etwas zu klischeehaft wird. Damit hast Du für mich auf den Punkt genau die richtige Dosis Klischee eingestreut.

Und auch für mich ist die Wintersonnenwende ein besonders wichtiger Tag im Jahr.

Sehr schön geschrieben!

Herzliche Grüße

Cornelius

dienerin

Autorin.

10.01.2018 um 22:49 Uhr

Deine Geschichte macht mich sehr nachdenklich

Es gibt Baustellen in mir, da wünschte ich, es wäre schon der 21. Dezember.

Danke

Dienerin

Schattenwölfin

Autorin. Teammitglied. Vereinsmitglied.

10.01.2018 um 06:49 Uhr

Als ich im Adventskalender-Thread schrieb, dass diese Geschichte mich schnell in ihren Bann gezogen hat, ahnte ich noch nicht, wie schnell ein Verlorengehen ganz nah an mir dran zuschlagen würde.

– nein, nicht in dem hier gegebenen Kontext –

Und da war er mal wieder, dieser ekelhafte Lebensschmerz, der zunächst einfach überlebt sein will, und der es sein wird, darauf ist Verlass wie auf den Jahreskreis.

Wie gut.

Wie diese Geschichte.

Wölfin

Ambiente

Autorin. Fördermitglied.

09.01.2018 um 22:14 Uhr

Liebe Hanne,

wie traurig. Gerade wenn es auf Weihnachten zugeht, werden die Menschen offener Gefühlen gegenüber. Sind daher aber auch verwundbarer. Du schreibst von einer vergangenen DOM-SUB Beziehung. Du erzählst aber nicht nur, Du lässt den Leser mit hinein in die Gefühlswelt der Protagonistin. Du lässt den Wechsel der Gefühle über einen längeren Zeitraum spüren. Ich  habe ihre Traurigkeit gespürt und das neue Erwachen: Ich lebe noch - ich lebe noch, auch ohne ihn. 

Danke für diese gefühlvoll geschriebene Geschichte.

Meister Y

Autor. Fördermitglied.

09.01.2018 um 14:18 Uhr

Liebe hanne lotte,

ganz starke Zeilen mit sehr viel Emotionalität und Tiefgang. Wunderbar (eigentlich ist das Wort in dem Zusammenhang nicht gut) beschreibst Du diese unendliche Leere, die sich mit mehr und mehr sterbender Hoffnung paart. Die tatsächlich in die Knie zwingt, schmerzt, vernichtend wirkt. Die Leere, aus der man sich nur selbst befreien kann, bei der Sonnenstrahlen, Licht helfen können. Der Neubeginn war Anne zu gönnen, hoffentlich erlebt sie so etwas nie wieder.

Ich bin wirklich ergriffen, danke für diese Zeilen.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.

 

 

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