BDSM-Geschichten und andere erotische Texte und Literatur

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Blockade

BDSM-Geschichte von hexlein

Leselupe

Was passiert da gerade mit mir? Ich fühle seine großen rauen Hände auf den Innenseiten meiner Schenkel. Sie verstreichen die leicht klebrige Nässe, die vor purer Lust aus mir perlt.  Meine Haut fühlt jede noch so leise Berührung so intensiv, dass diese zarten  Bewegungen schon fast zu viel sind für mich. Ich will mich wegdrehen. Fort von dieser Qual und sie doch genießen. Aber wegdrehen ist mir nicht möglich. Meine Arme reichen über meinen Kopf. Meine Handgelenke werden umschlossen von Ketten. Warm ist der Edelstahl. Jetzt. Vorhin, als der, dem ich erlaubte mich so zu erleben, mir diese Ketten anlegte, waren sie kalt. Eiskalt. Alleine das Klirren der Kettenglieder, als er sie aus ihrem Samtbeutel zog, ließ mich erschauern. Und dann die Kälte des Edelstahls. Noch kälter wurde mir, als die kleinen Schlösser einrasteten und damit die Bedeutung meiner Entscheidung untermauerten.

Ich bin gefangen. Freiwillig. Nicht, dass jemand, der das hier liest, meint er müsste mir Hilfe zukommen lassen. Mich befreien. Nein. Ich bin frei. So frei in mir selbst, dass ich mich unterwerfe. Aber nicht einfach so.  Ich gebe mich hin. Gebe all meine Hingabe und meine Lust - ja Lust - demjenigen, der es wert ist, dieses einzigartige Geschenk von mir zu erhalten. Was er dann daraus und mit mir macht. Sein Ermessen. Aber meine Grenzen. Wir haben vorher keine Tabus besprochen, keine Safewords vereinbart. Bereue ich dies jetzt in diesem Moment? Warum ist in meinem Kopf so viel Gedankengut? Sind die fehlenden, auch von mir immer so vehement eingeforderten Grundregeln des Spiels der Auslöser dafür?

 

Jugendschutz bei BDSM-Geschichten

Jetzt wird's heiß: Brustwarzen, Schmerz, Lust und mehr...

Natürlich ist die BDSM-Geschichte nicht an dieser Stelle zuende. Im Gegenteil: Ab hier geht es zur Sache. Darum dürfen wir Dir die weitere Handlung im Moment nicht frei zugänglich machen. Wir bitten Dich um Verständnis, dass wir den Jugendschutz ernst nehmen.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

05.08.2017 um 20:25 Uhr

Ich finde es überhaupt sehr schwer, die Gedanken auszuschalten, im Augenblick zu leben, nur zu fühlen und zu genießen. Keine Außenwelt, kein Alltag. Das gelingt mir ganz selten. Ich hab mich hier sowas von wiedergefunden.

Danke für Zewa auf der Einkaufsliste

hanne

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

23.03.2016 um 23:23 Uhr

Manchmal wünscht man sich etwas so sehr und malt sich eine Situation in Gedanken aus und wenn es soweit ist, ist alles ganz anders.

Ich mag deinen Text, weil er so real für mich ist und so ehrlich.

Danke 

Lucia

Autorin.

22.02.2016 um 20:44 Uhr

Klasse Geschichte über eine Situation, in der bestimmt jede(r) schon mal festsaß!

Wenn das alltägliche Gedankenkarusell in einem solchen Moment die Herrschaft behalten will,

ist ein einfühlsamer Partner Gold wert!

Signatur

Erfülle deine Träume, damit du Platz für neue hast!

Söldner

Autor. Fördermitglied.

21.02.2016 um 15:28 Uhr

Deine Geschichte zeigt mir in gut gemalten Bildern eine Sehnsucht nach etwas Umfassenderem, etwas Weiterem als dem Leben im eigenen Ich. Wahrscheinlich hebt sich dieser Vorhang in bestimmten Situationen ein wenig, zum Beispiel beim Spiel im SM. In diesem Moment scheint alles perfekt, rund, umfassend und gut, aber der Vorhang senkt sich auch wieder, manchmal in Situationen, in denen man es am Wenigsten erwartet. Das ist so, denn letztlich ist jeder Mensch ein Mensch und nicht zwei Menschen oder ein „Wir“.

Danke, Supertext.

Quälgeist

Autor.

21.02.2016 um 13:25 Uhr

Sehr schön der Satz: "Gefühl und Verstand sind heute nicht eines." In einer guten Partnerschaft sollte nie der Verstand siegen! Und das hast du schön beschrieben, ihre Zweifel ( Safeword...), die sie nicht versteht und die dann eine so schöne Auflösung erfahren, weil ihr Partner sie 'fühlt'.

Ich hab es gern gelesen! Danke

Signatur

Pure Vernunft darf niemals siegen! Quälgeist

hexlein

Autorin.

21.02.2016 um 10:17 Uhr

Danke für die so positiven und konstruktiven Kommentare

@Wölfin

Für mich war gerade die Einleitung wichtig, da hier bereits die Erzählerin ja nicht "bei der Sache" ist. In ihrem Kopf vermischen sich Erinnerungen und Gedanken schiessen durch den Kopf, lassen sie sich selbst bereits fragen nach dem "falsch" und dem "richtig".

Sie ist nicht erst beim Einkaufszettel "draussen". Sie ist eigentlich nie "drinnen"

Signatur

das hexlein "Macht was Ihr wollt. Die Leute reden sowieso"

Schattenwölfin

Autorin. Teammitglied. Vereinsmitglied.

21.02.2016 um 09:34 Uhr

Für die Kürze des Textes ist er ganz schön vollgepackt: Die Freiheit der Entscheidung, jemandes Sub zu sein und sich in Ketten legen zu lassen. Die Notwendigkeit/Entbehrlichkeit von Regeln und Absprachen. Die Blockade. Und am Ende der aufmerksame Dom, der eher sich infrage stellt als seine Partnerin.

Mit der Frage, ob es richtig war, kein Safeword vereinbart zu haben, zeichnet sich die Blockade erstmals ab, sodass ich diesen Punkt durchaus schlüssig finde. Ebenso sein Einfühlungsvermögen, Dank dem er sie von ihrem Gedankenkarussell herunterholt.  Anders geht es mir mit den einleitenden Worten rund um die eigene Entscheidung. Hier erkenne ich keinen Zusammenhang mit dem Rest der Geschichte; das hätte in meinen Augen entweder vertieft oder weggelassen werden müssen.

Die Blockade an sich zum Thema zu machen ist stark. Sabber, Zewa, raus … so schnell kann es gehen, jedem von uns.

Wölfin

 

Signatur

Wo Liebe ist, ist Lachen.

dienerin

Autorin.

21.02.2016 um 00:47 Uhr

Danke

Eine unglaublich dichte und gefühlvolle Geschichte

Danke Hexlein, klasse gemacht

Signatur

"Ich denke in Lösungen, es lohnt sich!"

21.02.2016 um 00:18 Uhr

Einfach klasse! Voll aus dem Leben gegriffen. Wem ist das noch nicht passiert? Ganz egal, ob auf der aktiven oder passiven Seite, so etwas kann immer wieder mal vorkommen.

Wie wunderschön ist es dann, wenn der Partner versteht, innehält, nachfragt ... und somit auffängt, was durch die eigenen Gedankenkreisel in Turbulenzen geraten ist. In dem Moment, wo sie sieht, dass sie gesehen wird, kullert eine Träne aus ihren Augen.

In diesem speziellen Fall fragen sich beide zunächst, was sie falsch gemacht haben. Dann folgt die Erkenntnis, dass nichts falsch ist. Manchmal liegt es einfach an der Tagesform, dass man sich nicht fallenlassen kann. Das ist nicht schlimm. Das ist normal.

Danke für einen Mut,  das hier auf den Punkt zu bringen.

Signatur

unschlagbare Grüße :-)

Devana

Autorin. Teammitglied.

20.02.2016 um 23:12 Uhr

Liebes hexlein,

das ist ein Text mitten aus dem Leben gegriffen und genau das muss man hier hin und wieder auch lesen (dürfen). Was Du erzählt hast, kenne auch ich. Noch gar nicht so lange her, als ich mittendrin merkte, dass ich gedanklich ganz wo anders bin.

Danke für die Idee und den Mut, das aufzuschreiben.

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