BDSM-Geschichten und andere erotische Texte und Literatur

Social Bondage: Textnummer: 1724 | Kurz-Url http://szurl.de/t1724 | Facebook | Twitter

Urheberrecht Achtung, Urheberrecht! Der nachfolgende Text wurde uns freundlicherweise von Kaoru zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die Urheberrechte liegen jedoch weiterhin bei Kaoru, so dass eine weitere Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Verwendung nur nach persönlicher Zustimmung erfolgen darf! Das unerlaubte Wiedergeben oder Weitergeben dieses Textes wird sowohl von Kaoru als auch von uns als Urheberrechtsverletzung angesehen und entsprechend verfolgt. Mehr dazu...

Achtung, Hinweise beachten Bitte beachte die Hinweise zu diesem Text! Alle im Text erwähnten Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Erwähnte Handlungen und Techniken sind nicht zwingend vollständig beschrieben, insbesondere fehlen möglicherweise Sicherheitshinweise. Daher raten wir dringend von einer Nachahmung ab, so lange Du Dich nicht umfassend informiert hast. Mehr dazu...

 

Der Gürtel

von Kaoru

Leselupe

Das Kaufhaus war nur eines unter vielen, die sich entlang der größten Einkaufsstraße der Stadt verteilten. Allerdings war es eines der beliebteren und bot eine Vielzahl von Kleidung und passenden Accessoires für Männer und Frauen an. Von feiner und wohlgeformter Unterwäsche über Businesskleidung bis hin zum neuesten Modetrend für die jüngeren Generationen.

Der Mann, der soeben den Eingangsbereich durchquerte, interessierte sich jedoch nur für etwas ganz Bestimmtes. Selbstbewusst schritt er an einem Großteil der Kleidung vorbei und bewegte sich selbstbewusst zwischen den anderen Kunden, während er den Weg zu dem von ihm gewählten Ziel fortsetzte.

Kurzes, graues Haar zeugte von reiferem Alter und verlieh ihm zusammen mit dem sauber gestutzten Goatee ein distinguiertes Aussehen. Etwas, dass durch die grauen Jeans und die dunkelbraune Barbour-Jacke noch verstärkt wurde. Alles in allem wirkte Robin wie ein Mann, der genug Erfahrung besaß um zu wissen, was er wollte.

Nach einer kurzen Reise durch die Etagen fiel der Blick seiner grünen Augen schließlich auf den Grund seines Besuches. Zwischen Regalen mit verpackten Hemden auf der einen und eleganten Hosen auf der anderen Seite stand ein Kleiderständer. An diesem hingen sauber aufgereiht Gürtel in verschiedensten Längen und Farben. Dominant waren jedoch Modelle aus braunem und schwarzem Leder. Genau danach hatte er gesucht und doch verharrte er nun, offenbar in Gedanken versunken.

Robin musste nicht lange warten, denn der Service in diesem Haus war überdurchschnittlich gut. Es entdeckte ihn daher bald eine der Verkäuferinnen und trat mit einem höflichen Lächeln an ihn heran.

„Kann ich Ihnen helfen?“, wollte sie wissen. „Sind sie auf der Suche nach einem neuen Gürtel?“

„In der Tat haben Sie mit beidem recht“, bestätigte Robin ihre Worte, während er die Musterung erwiderte, die sie ihm angedeihen ließ.

Sie war jünger als ihr neuer Kunde und hatte schulterlanges, brünettes Haar. Über einer schwarzen Hose trug sie eine weiße Bluse und eine ärmellose Weste in der Farbe des Kaufhauses und mit einem Namensschild über der linken Brust. In schwarzen Buchstaben stand darauf Nina Bauer.

„Verstehe“, erwiderte die Verkäuferin und begann dann, die Gürtel durchzusehen. „Welche Farbe tragen Sie denn normalerweise?“

„Oh, er ist nicht für mich gedacht. Er soll ein Geschenk sein“, antwortete er mit einem geheimnisvollen Lächeln. „Aber ich glaube, ihr würde schwarz gefallen.“

Bei seiner Wortwahl blickte ihn Nina mit sichtlicher Überraschung an. Ihr stand die Frage offen ins Gesicht geschrieben, warum er einer Frau einen Herrengürtel schenken wollte.

„Ein ganz besonderes Geschenk“, erklärte Robin ihr und wies auf das Regal. „Daher benötigte ich auch Ihre Hilfe. Bitte, wählen Sie einen aus.“

Bevor sie seine Worte noch ganz verarbeitet hatte, griff ihre Hand bereits nach einem der Gürtel. Und Nina hätte schwören können, dass es ein berufsmäßiger Reflex war und nicht eine Reaktion auf seine Worte. Denn seine Stimme hatte die Bitte in einem beinahe befehlenden Ton ausgesprochen.

Es dauerte nur einen Moment, bevor sich die Verkäuferin für ein Modell entschieden hatte und es ihrem Kunden präsentierte. Doch dieser verneinte ihre Wahl jedoch mit einem leichten, beinahe bedauernden Kopfschütteln.

Bei einem anderen Kunden hätte sie nach dem Grund für seine Ablehnung gefragt, doch ein Blick seiner grünen Augen genügte, eine solche Frage aus ihrem Verstand zu fegen. Stattdessen schien dieser Mann auch ohne Worte Folgsamkeit einzufordern.

Für die nächste Wahl ließ sich Nina daher bewusst mehr Zeit und entschied sich erst nach einigen Überlegungen für einen Gürtel mit glattem, weichem Leder. Erst als sie diesen aufnahm, wurde ihr klar, dass er sie offenbar dazu gebracht hatte, länger und genauer darüber nachzudenken. Verlegenheit trieb ihr eine ungewohnte Wärme in die Wangen, als sie sich ihm wieder zuwandte und ihre Wahl offerierte.

Robin hatte jede ihrer Bewegungen genauestens verfolgt und dabei keinerlei Anzeichen erkennen lassen, ob er sich ihren Überlegungen oder der ausführlicheren Entscheidung bewusst war. Doch nun blickte er auf den Gürtel in ihren Händen und zeigte ein zufriedenes Lächeln.

„Eine gute Wahl“, erklärte er und hob doch abwehrend die Hand, als sie ihm das Modell geben wollte. „Nein, bitte. Es hat einen guten Grund, warum ich Ihre Hilfe wollte. Sagen Sie mir, wie fühlt sich der Gürtel an?“

Im ersten Moment schien die Verkäuferin verwirrt ob der Frage, doch wieder folgte sie seinen Worten, noch bevor ihr selbst klar wurde, warum. Ihre Finger strichen das dunkle Band entlang und befühlten die abgeflachten Kanten und die sauber geführte Naht.

„Er ist sehr gut verarbeitet“, begann Nina und schon als sie die Worte aussprach, wusste sie, dass er etwas anderes von ihr erwartet hatte. „Also, der Gürtel...“

„Ich will keine offensichtliche Antwort. Bitte, schließen Sie die Augen“, forderte Robin sie auf und streckte dann die Hand aus, um auf das Stück Leder zwischen ihren Finger zu weisen. „Ich möchte wissen, wie er sich für Sie anfühlt.“

„Wie bitte?“, mit einer Mischung aus Überraschung und leichtem Misstrauen blickte Nina ihren Kunden ob dieser ungewöhnlichen Forderung an. Ihren Fehler erkannte sie dabei leider zu spät.

Denn kaum fand sie diese grünen Augen, wurde ihr Widerstand erneut durch etwas überwunden, dass ihr Gegenüber in ihr zu erwecken schien. Tief atmete die Verkäuferin ein und aus, bevor sie langsam ihre Augen schloss.

Im ersten Moment lähmte sie eine Welle purer Unsicherheit, doch das hielt nur so lange an, bis er sich bewegte. Obwohl sie nicht sagen konnte warum, so wusste sie doch, dass er sich nicht vom Platz bewegt hatte. Doch ihr Kunde hatte das Gewicht verlagert und das Rascheln seiner Kleidung war überdeutlich zu hören. So komisch es Nina auch vorkam, schien die Versicherung seiner Anwesenheit auszureichen, ihr Unbehagen zu mildern. Erneut wanderten ihre Finger über den Gürtel und diesmal ließ sie sich genauso viel Zeit wie zuvor, bevor die ersten Worte über ihre Lippen kamen.

„Das Leder fühlt sich weich an, auch wenn der Gürtel noch ein wenig steif ist und erst eingetragen werden muss“, begann die Verkäuferin. „Die Naht ist glatt, ich kann sie kaum fühlen. Alles in allem fühlt er sich gut an.“

Mit den letzten Worten hatte sie die Augen wieder geöffnet und es überraschte Nina nicht, dass sie direkt in das Gesicht ihres Kunden blickte. Das gleiche geheimnisvolle Lächeln wie zuvor zierte seine Züge und bedurfte nicht seines angedeuteten Nickens, um ihr zu zeigen, dass sie erneut seinen Wünschen entsprochen hatte.

„Danke, Sie haben mir bei der Auswahl sehr geholfen“, begann Robin und streckte dann die Hand aus. „Ich werde ihn jetzt nehmen. Wollen wir dann?“

Diesmal war die Forderung kaum verschleiert und folgsam reichte sie ihm den Gürtel. Nina hatte kaum Zeit, diese Reaktion von sich zu verarbeiten, als er sie mit einer Armbewegung lächelnd in Richtung der Kassen dirigierte.

Erst als sie die ersten Schritte bereits gemacht hatte, regte sich in der Verkäuferin so etwas wie Widerstand. Ihre Lippen teilten sich für Worte, die ihr noch nicht ganz auf der Zunge lagen, als diese gewaltsam aus ihrem Geist vertrieben wurden.

Es war ein scharfes Klatschen, ein durch und durch harter Laut, der Ninas Konzentration brach. Im selben Moment war sie stehen geblieben und warf einen Blick über ihre Schulter.

Robin hatte dies erwartet und als er ihrer Aufmerksamkeit gewahr wurde, zeigte sich erneut das geheimnisvolle Lächeln auf seinen Zügen. Dabei ließ er den Gürtel, dessen Enden er mit einer und dessen Mitte mit der anderen Hand umfasst hatte, fast gedankenverloren noch einmal locker. Ihre nächste Aktion kam für ihn ebenfalls nicht überraschend, denn rasch wandte sich die Verkäuferin wieder um und setzte ihren Weg fort.

Hätte sie jemand gefragt, so wäre das beinahe elektrische Kribbeln an ihrem Rückgrat der Einbildung geschuldet und die Klimaanlage schuld daran, dass ihre Nackenhaare sich aufstellten. Mit Sicherheit würde Nina sogar sich selbst gegenüber vehement abstreiten, dass die sanften Schritte hinter ihr einen Beitrag dazu leisteten. Oder die beinahe körperlich spürbare Gegenwart ihres Kunden. Oder das zweite Klatschen des Leders, das sie näher glaubte als zuvor.

Wenig später standen sich die beiden über dem Kassentisch gegenüber und Robin zahlte gerade mit seiner Kreditkarte, während Nina den Gürtel sauber verpackte. Als sie ihm schließlich die Plastiktüte reichte, die genau wie ihre Kleidung in den Farben des Kaufhauses gehalten war, konnte sie sich doch ihre Fragen nicht länger verkneifen.

„Sie haben mir gesagt, warum Sie meine Beratung wollten“, begann sie und blickte fest zu ihrem Kunden. „Aber darf ich fragen, warum Sie mit dem Gürtel geknallt haben?“

Die erste Antwort bestand erneut in diesem besonderen Lächeln, dass sie inzwischen mit diesem Mann in Verbindung brachte. Doch bevor Robin ein Wort sprach, verstaute er erst in Ruhe seine Karte und griff dann nach seiner Neuerwerbung. Bewusst ließ er sich selbst Zeit und sie dabei warten. Lange genug, dass Nina bereits den Mund öffnete, um die Frage mit ein paar Worten zurückzunehmen.

„Weil ich wissen wollte, wie es klingt“, erklärte Robin, während er eine Visitenkarte und einen Stift hervor holte und diese kurz darauf auf dem Kassentisch ablegte. „Natürlich war es nur ein kläglicher Vergleich zum Original, aber es hat seinen Zweck erfüllt. Habe ich nicht recht?“

Die Verkäuferin war noch auf der Suche nach einer passenden Antwort, als er sich bereits verabschiedete und zum Gehen wandte. Zurück blieb nur die Erinnerung an diesen besonderen Kunden. Und seine Visitenkarte. Rasch nahm Nina diese auf und fand auf der Vorderseite wie erwartet Name und Telefonnummer. Als sie diese umdrehte, weiteten sich ihre Augen jedoch vor Überraschung und für einen Moment war sie wahrlich sprachlos. Doch bald schon waren es ihre Lippen, die sich in einem mehrdeutigen Lächeln teilten, während sie die von kraftvoller Hand geschriebenen Worte las.

Ich würde mich über deinen Anruf freuen

Master R

 

 

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

18.09.2016 um 16:32 Uhr

diese geschicht ruft nach eine fortsezung

15.06.2016 um 22:03 Uhr

Ein erotisches Verkaufsgespräch, tolle Idee und einmalig umgesetzt

10.02.2016 um 10:17 Uhr

Das nenne ich mal Gänsehautstimmung.

Wieder stilistisch toll geschrieben schilderst Du uns hier eine Szene, die sich wohl in jedem Kaufhaus so zugetragen haben könnte. Dennoch spürt man beim Lesen regelrecht das Knistern in der Luft, die Stimmung, die sich langsam aber stetig aufheizt. Auch wenn dies die Protagonistin niemals zugeben würde.

Ich liebe Geschichten, bei denen mehr zwischen den Zeilen als in klasse geschriebenen Zeilen steht. Das ist Dir hier wunderbar gelungen.

Signatur

Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

02.08.2015 um 00:03 Uhr

sehr spannend, und irgendwie schön

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

07.07.2015 um 12:01 Uhr

Der schreibstil gefällt mir sehr gut. 

Beim lesen hatte ich jedoch direkt das Gefühl mitten in einem fesselnden Roman zu stecken  

Ich konnte mich wahnsinnig gut einfühlen

05.05.2015 um 13:36 Uhr

Da würde ich mich doch sehr über eine Fortsetzung freuen...

Mir gefällt der Stil und die Entwicklung der Geschichte. Nur Mut!

29.04.2015 um 09:41 Uhr

hätte ich diese Geschichte auf einer anderen Seite gefunden dann wäre das Ende bestimmt  jugendfrei.

13.04.2015 um 21:54 Uhr

Unterhaltsame Geschichte die aus dem Leben gegriffen ist und  sich sehr gut lesen lässt

Da hoffe ich doch auf eine Fortsetzung..

Vielen Dank

Signatur

LG Bipa

eileen

Autorin.

01.04.2015 um 09:16 Uhr

Eine schöne Geschichte. Dein Schreibstil gefällt mir und das ist mal eine ganz andere Art, sich kennenzulernen. Danke dafür.

Signatur

Das Leben ist viel lustiger, wenn man sich selbst nicht so ernst nimmt.

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

19.03.2015 um 22:09 Uhr

Brillianer Schreibstil. Gefällt mir wirklich. Ich sehe diese Augen förmlich vor mir.. :)

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.

 

Deine Bewertung

Angemeldete Mitglieder des Schattenzeilen-Clubs können hier den Text bewerten und Kommentare abgeben.

Wenn Dich die Vorteile für Clubmitglieder überzeugen, kannst Du Dich hier kostenlos registrieren. Wir freuen uns auf Dich!

 

Weitere Möglichkeiten

Du kannst:

Weitere Veröffentlichungen

Wir empfehlen Dir:

 

Diese Seite als Lesezeichen

Lesezeichen

Hier gelangst Du zu Deinen Lesezeichen.

 

Um die Schattenzeilen voll nutzen zu können, solltest Du Dich anmelden oder kostenlos registrieren.