Social Bondage: Textnummer 1723 |
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Je suis Charlie
Je suis Charlie!
Ich schreibe das nicht, weil ich sympathisiere oder Partei ergreife für das, was Charlie Hebdo publiziert hat. Ich schreibe es deswegen, weil ich dafür eintrete, dass Worte und Gedanken frei sein sollten, anstatt aus Angst und Unterdrückung nicht mehr gesprochen oder gedruckt zu werden.
Was das mit SM zu tun hat?
Jeder von uns kennt Menschen, die mit SM nichts anfangen können. Vielleicht auch solche, die SM für verwerflich, pervers und abartig halten. Die unsere Leidenschaften nicht teilen. Die der Meinung sind, Lustgewinn durch Schmerzen sei ein Deckmantel für Gewaltexzesse innerhalb einer Beziehung, in der ein schwacher Partner gegen seinen Willen unterdrückt wird. Solche persönlichen Auffassungen kann ich nicht verbieten. Aber ich kann Gegenargumente vorbringen, kann erklären und meine Sicht der Dinge darstellen. Ich kann aus einer tiefen inneren Überzeugung sprechen, die ich letztendlich auch aus meiner eigenen Beziehung gewinne. Und ich erwarte, dass meiner Meinung ebenso Toleranz entgegengebracht wird, wie ich sie auch anderen Meinungen zubillige. Niemals aber will ich, dass meine Auffassung angefeindet wird, dass mir gedroht wird, wenn ich sie darlege, oder dass ich ernsthafte Nachteile in Kauf nehmen muss, wenn ich nicht darauf verzichte.
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Kommentare von Leserinnen und Lesern
Uneingeschränkte Zustimmung. Sehe ich genau so.
Hm.. dein Beitrag ist aktueller denn je. Wenn ich an Trump und Co denke.. wenn ich an die Maskengegner wegen Corona denke.. dann ist es aktueller denn je. Die Freiheit zu tun, was man möchte, oder was man eben nicht möchte - das ist wichtig. Was aber, wenn es um Dinge geht, die nicht jeder teilt ? BDSM finde ich einen wichtigen Teil meines Lebens. Aber in einer Welt, wo sehr vieles vorgegeben ist, sozusagen vorgenormt, ist das schwierig. Auch George Orwells 1984 ist aktueller denn je. Es gibt Orte, es gibt Länder, in denen für uns selbstverständliche Dinge eben nicht so selbstverständlich sind. Und es gibt immer noch Orte, in denen das Umfeld ziemlich mittelalterlich anmutet, sei es deswegen weil man eben nicht immer sagen darf, was man möchte. Auch dann nicht, wenn es um eigene Gefühle geht. Was ist, wenn es genau so ein Umfeld ist, in dem nur das erwünschte sichtbar zu sein hat ? Ich finde, dass Meinungsfreiheit wichtig ist. Das darf nicht verloren gehen. Denn sonst läge darin bereits der Keim der Unfreiheit - nicht die der gewollten Unfreiheit, sondern die der ungewollten Unfreiheit.
Eine sehr berechtigte Überlegung hat Jona da angestellt.
Ich war zuletzt in der Gurlitt Ausstellung in Bonn und habe dort sehr schöne Bilder gesehen, die zum Glück nicht verbrannt wurden aber deren Weg und wem sie gehörten auch nicht mehr richtig nachzuvollziehen ist.
Und was geschah mit Büchern und deren Autoren?...
Wolfgang Bachmann
Sehr gut
Die Wahrheit darf nicht sterben!
sorry, wessen Wahrheit?
Sehr gut
Die Wahrheit darf nicht sterben! ich wünsche mir mehr Offenheit und keine Unterdrückung der Gefühle.
Noch so viele Anschläge, Morde und andere Verbrechen von geisteskranken Fanatikern können zwar unsere Ängste und Hassgefühle verstärken, werden aber niemals unsere Freiheit und geistigen Horizonte einschränken.

Ich sehe das genau so. Jeder sollte seine eigene Meinung äußern dürfen.
Moin
Freiheit - ob für das Wort oder für uns persönlich - ist dies nicht alles eine Illusion?
Was heißt den Freiheit letztendlich?
Ist Freiheit nicht auch, das man die, die diese Freiheit eingrenzen wollen, toleriert?
Geht das überhaupt?
Oder haben wir uns nicht schon mit sooo vielen Dingen abgefunden, die unsere Freiheit einschränken, das wir darüber gar nicht mehr nachdenken?
Werden wir nicht Tag täglich frei angelogen - vorgeführt - bewusst - mit voller Absicht?
Wir haben die "Freiheit", das zu Glauben - es hinzunehmen ... ist das nicht auch eine Art von Freiheit?
Ist der Mensch für diese Freiheit, die wir an sich meinen, überhaupt fähig?
Hat er, der Mensch, aus seiner Geschichte gelernt oder lebt er in seinem Moment, den er für wichtig hält?
Alle, die an der Freiheit arbeiten, sie erreichen möchten, sind dies nicht Menschen, die einen Traum jagen?
Gruß Bernd
D'accord. Je suis Charlie, moi aussi.
Liborius
Hitler's Kampf wurde verboten. Hätte ich gerne mal gelesen, um zu erfahren, worauf die Menschen damals reingefallen sind. Weil ich es nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob diese Seiten heute noch gefährich für den Weltfrieden seien.
Vllt. hat das Verbot auch seine Berechtigung.
Auch wenn es OT ist, sei an dieser Stelle die Anmerkung erlaubt, dass "Mein Kampf" keinesfalls verboten ist: Man kann es kaufen und verkaufen (jedenfalls antiquarische Ausgaben), und wer es lesen, aber nicht kaufen will, findet das Buch in einigen öffentlichen Bibliotheken oder den kompletten Text online, wenn er ihn sucht.
"Mein Kampf" ist außerdem so anstrengend zu lesen, dass ich nicht glaube, dass viele es gelesen haben*; die Menschen düften also nicht auf gerade dieses Machwerk der NS-Propaganda hereingefallen sein.
Viele Grüße
Wölfin
* Ich auch nicht, ich habe es gar nicht erst versucht, kenne aber jemanden, der sich sprichwörtlich durch "Mein Kampf" gekämpft hat.
Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.
Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.
