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Schattenzeilen

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Schrottwichteln

Eine Satire von Söldner.

Als Fridtjof Köllner über die Granitstufen vor seinem Amt auf die Straße trat, drohte der Himmel bereits mit Regen. Drei Minuten, so überlegte Köllner, würde er bis zur Streicherbar brauchen, fünf Minuten bis zum Gin-Tonic, zur ersten ehrlichen Nahrung nach all den Spekulatius, Stollenscheiben, Dominosteinen, Marzipankartoffeln und selbstgebackenen Weihnachtskeksen der Mitarbeiterinnen, die er unbedingt probieren und ausgiebig loben musste. Köllner war verärgert, grämte sich über das Wetter, die Jahreszeit und vor allem über dieses blöde Schrottwichteln im Rahmen der diesjährigen Weihnachtsfeier des Sachgebietes zur Erfassung und Koordinierung straßenbaulicher Arbeiten im unterirdischen Raum, kurz Eksa. Schrottwichteln! So einen Unfug konnte nur Berger ausbrüten. Köllner nickte grimmig auf seinem Weg zur Ampel. Es musste ja daneben gehen, schief wie die meisten Dinge, die Berger einrührte. Die Ampel schaltete auf Halt, Köllner blieb stehen, starrte wütend auf das rote Licht und dachte an sein Weihnachten im Amt.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Gelöscht.

27.06.2019 um 07:46 Uhr

Hallo Söldner,

was für eine herrlich satirische Geschichte mit so einem überraschenden Ausgang. Da kommen mir gleich wieder diverse Betriebsweihnachtsfeiern in den Sinn, aber so ein interessantes Wichtelgeschenk hat es da nie gegeben. Ob das in Zeiten von Shades wohl anders geworden ist?

Jedenfalls hast Du mich auch erwischt, die Überraschung am Ende der Geschichte hat prima funktioniert. Man möchte ihm noch die übliche Warnung zurufen, aber es ist eh zu spät dafür.

Liebe Grüße

von Spätzle

poet

Autor.

26.06.2019 um 21:21 Uhr

Du hast mich toll hinters Licht geführt mit deinem/deiner Berger! Köstlich auch der mufflige Erzählton. - Lesevergnügen!

26.02.2018 um 12:02 Uhr

Schattenwölfin hat es ( für mich) auf den Punkt gebracht!

Super-Gau

...und von Söldner wunderbar geschrieben. Mein Klischeedenken hat mich am Ende eiskalt erwischt!

hanne lotte

Autorin. Lektorin.

23.07.2017 um 19:22 Uhr

Meine Kinder haben beim Schrottwichteln auf der Schulweihnachtsfeier mal Topflsppen erwichtelt, die habe ich noch immer

Ich finde überhaupt, es hätte schlimmer kommen können, so gesehen kann man sich im Kollegium jetzt bei geselligen Abenden näher kommen, is ja vielleicht auch gut für's Arbeitsklima

Ein bisschen tut mir ja jetzt die Kollegin mit dem ersten Geschenk leid, aber eventuell ergibt sich noch was.

Problematisch erscheint mir die Situation für die beiden Außenseiter.

So macht Weihnachten Spaß

hanne

Meister Y

Autor. Förderer.

21.05.2016 um 11:19 Uhr

Wunderbar...

Der erste richtige Sommertag und dann so eine Weihnachtsgeschichte . Ich persönlich finde Wichteln eher grausam, all die, die es klasse finden sollten mir verzeihen. Allerdings würde ich schon gerne sehen wollen, was bei unserer Weihnachtsfeier passieren würde, kämen beim Wichteln solche Dinge zum Vorschein.

Klasse geschriebene Geschichte mit einem Ausgang, der für mich in keiner Silbe vorhersehbar, dafür um so überraschender war.

Danke für unterhaltsame Zeilen, die ich gern gelesen habe.

eileen

Autorin.

07.05.2015 um 19:23 Uhr

Witzige Geschichte, das Ende war toll. Ich glaube, ich bin ein zu naiver Leser, ich lasse mich immer verschaukeln. Toll geschrieben und sehr amüsant, danke dafür.

Alma

Autorin.

03.11.2014 um 18:54 Uhr

Hoppla. Ich war mir dermaßen sicher, dass XXX (nur, falls jemand Kommentare vor der Geschichte liest. ) ein Mann ist!

Er würde doch aber nie seinen Arbeitsfrust ins Privatleben tragen.

Oder?

Gelöscht.

12.09.2014 um 18:00 Uhr

Eine schöne Idee so eine Betriebsweihnachtsfeier bei der auch noch Geschenke von Mitarbeitern für Mitarbeitern verschenkt werden.

Es sollte nicht außer Acht gelassen werden das ein Vorgesetzter / Vorgesetzte auch Vorlieben haben könnte.

 

Rote Sonne

Profil unsichtbar.

16.06.2014 um 19:26 Uhr

Wiederentdeckte Weihnachtsgeschichte aus dem letzten Advendkalender, genau passend zu den Norddeutschen Sommertemperaturen !

Einfach köstlich geschrieben, ich fand es waren etwas viele frivole Wichtelpräsente, denn ich kann mit nicht vorstellen, dass so viele Beamte so mutig sind. Das Ende hatte aber wirklich etwas! Sonst fand ich die Weihnachtsfeier etwas eigenartig, mit Genehmigung für Glühwein und Endzeitpunkt, aber ich war auch noch nie auf einer Beamtenfeier...

Danke für diese nette Erzählung.

Schattenwölfin

Autorin. Lektorin.

26.12.2013 um 10:55 Uhr

Aus psychologischer Sicht wird das Gräuelwichteln von SPON beleuchtet - wer noch ein bisschen schmunzeln möchte...

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.