Kitzeln - ist das schon BDSM?
Das macht doch jeder mal: Partnerin oder Partner wird ein wenig geneckt und provoziert, und im darauffolgenden erotischen Nahkampf wird schon auch mal gekitzelt, was das Zeug hält. Gehört das denn schon (oder noch) zu SM?
Ein Blogbeitrag von Clu.
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02.08.2026 um 12:34 Uhr
Kitzeln gehört für mich heute ganz klar zu den Erfahrungen, die im BDSM ihren Platz hat.
Als Kind hat meine Schwester mich für ihr Leben gerne gekitzelt. Ich habe es auf der einen Seite geliebt bekam ich hier doch die Aufmerksamkeit und weil ich dabei etwas gespürt habe, das ich damals nicht benennen konnte.
Auf der anderen Seite habe ich es gehasst, immer dann wenn es an die Grenzerfahrung ging. Es war ein besonderes Wechselspiel zwischen Lachen, Spannung, Vertrauen und dem Gefühl, für einen Moment die Kontrolle abzugeben. Gleichzeitig gab es aber auch den Punkt, an dem es zu viel wurde. Irgendwann kam von mir immer wieder: „Bitte hör auf, ich kann nicht mehr.“ Damals wusste ich natürlich noch nicht, was ein Safewort ist. Ich kannte keine Begriffe wie Konsens, Grenzen oder bewusste Kommunikation. Ich wusste nur: Es gibt einen Moment, an dem meine Grenze erreicht ist und ich möchte, dass der andere aufhört.
Interessant ist auch die Geschichte des Kitzelns. Kitzeln wurde nicht nur als Spiel betrachtet, sondern in verschiedenen historischen Zusammenhängen auch als Foltermethode beschrieben. Dabei ging es nicht einfach um ein Lachen oder eine Berührung, sondern um das Gefühl völliger Ausgeliefertheit.
Bei solchen Darstellungen wird beschrieben, dass Menschen festgehalten wurden und empfindliche Körperstellen, besonders die Fußsohlen, gereizt wurden. Teilweise gibt es auch Erzählungen über die Verwendung von Salz an den Füßen, wobei diese Berichte historisch nicht in allen Details eindeutig belegt sind und teilweise auch in den Bereich der Legenden gehören.
Die eigentliche Qual entstand dabei vor allem durch den Verlust der Kontrolle: Der Körper reagiert automatisch, die betroffene Person konnte nicht selbst entscheiden, wann es endet, und ein geäußertes Nein wurde natürlich nicht respektiert.
Deoral Dubh - nicht alles im BDSM hat eine erotische Bedeutung.
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