Über das Verstecken von Neigungen
Sexualität ist schambehaftet. Und BDSM, also besondere Sexualität, ist besonders schambehaftet. Ist man sexuell nicht im Mainstream, dann wird man als anders wahrgenommen. Über gesellschaftliche Folgen vom Outing einer BDSM-Neigung.
Ein Blogbeitrag von Robert S.
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23.06.2026 um 15:31 Uhr
Scham ist in meinen Augen etwas sehr individuelles. Ich bin mir hier also nicht sicher, ob das als Abgrenzung taugt.
Ich finde, dass es einen Unterschied macht, ob jemand mit der Absicht, Schaden anzurichten, Dinge über andere verbreitet oder man selbst zu den Sachen steht, die einen selbst bewegen.
Episodisches Beispiel: Wir hatten einen Bekannten, der während eines Urlaubs auf unsere damaligen Haustiere aufgepasst hat. Der hat offensichtlich in Schränken gestöbert und da eindeutiges Filmmaterial gefunden. Das hat er dann versucht, im näheren Freundeskreis zu tratschen. Ist nicht wirklich schön gewesen, hat aber auch wenig kaputt gemacht. Im Gegenteil: Ein Freund von uns hat sich dann geoutet, dass er da ganz ähnliche Interessen hat und damit dann sich selbst die Gelegenheit geschaffen, mit jemanden über BDSM sprechen zu können.
Die Strategie, wenn man es so nennen will, der wir folgen ist, dass wir unsere Sexualität nicht verstecken, aber jetzt auch nicht damit provozieren müssen. Aber wenn jemand danach fragt, frage ich gerne zurück, ob sie mit der Antwort glauben umgehen zu können.
Was ich mir aber schon agenwöhnt habe, ist, wenn in irgendwelchen Runden hier von "Perversen" oder ähnlichem gelästert wird, einen Gegenpunkt zu setzen. Das klappt auch prima, ohne sich selbst zu outen. Ich erzähle dann gerne von einem guten Freund, der "solche" Neigungen hat oder so ähnlich.
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