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'Gehöre ich einer aussterbenden Gattung an?' von Devana

Bezieht sich auf den Blogbeitrag 'Gehöre ich einer aussterbenden Gattung an?'.

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Schattenzeilen

Autorin. Teammitglied.

Gehöre ich einer aussterbenden Gattung an?

von Devana

Beim Sprechen bleibe ich manchmal stumm, beim Schreiben fließen die Worte aus mir heraus. Ich bin ein Schriftmensch. Gehöre ich damit einer aussterbenden Gattung an?

Den Blogbeitrag lesen: Gehöre ich einer aussterbenden Gattung an? von Devana

Meister Y

Autor. Förderer.

11.03.2016 um 07:29 Uhr

geändert am 11.03.2016 um 11:21 Uhr

 Liebe Devana, guten Morgen,

danke für diese Zeilen. Worte die mir ein bisschen aus der Seele sprechen, selbst wenn ich das Thema etwas kritisch betrachte. Die Frage, die Du als Überschrift gewählt hast, könnte ich mir genau so stellen wie Du. Meine Antwort fiele ähnlich aus. Auch ich gehöre zu denen, die gern schreiben und lesen. Auf der einen Seite will ich das. Um mich auszudrücken, um zu kommunizieren. Auch um Anderen meine Meinung mitzugeben, so wie ich es auch hier auf den Schattenzeilen tue. Auf der anderen Seite muss ich das, ist es unabdingbarer Bestandteil meines Jobs.

Mit Sorge betrachte ich dennoch, was gegenwärtig mit Sprache, mit dem gesprochenen, geschriebenen, gelesenen Wort geschieht. Wie sie sich verändert, verstümmelt, verfremdsprachlicht wird. Bekomme ich heute Nachrichten meiner Kinder über WhatsApp (SMS (?), ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich die letzte geschrieben habe...) habe ich oft Mühe, überhaupt zu verstehen, um was es geht. In dem Fall ist mir dann das gesprochene Wort wirklich lieber. Auch weil es das Nachfragen einfacher macht.

Noch kritischer sehe ich die Entwicklung im schulischen Bereich. Das immer weniger Lesen, das immer weniger Schreiben, die teilweise Abschaffung der Schreibschrift. Den Kindern von heute wird schreiben deutlich schwerer fallen als uns, vielleicht sogar schwerer gemacht.

Das wir einen der grössten Buchmärkte der Welt haben freut mich immer wieder. Gern nehme ich Bücher zur Hand, schmökere. In der Beziehung bin ich sogar ein Klassiker, ich mag elektronische Bücher nicht, will sie fühlen, riechen, halten. Will umblättern, Papier spüren.

Schreiben trägt für mich auch zur Entspannung bei. Zeilen zu Papier bringen, sie möglichst Andere lesen zu lassen, ist für mich eine Freude. Daher habe ich auch das Ende der Reizworte hier auf den Schattenzeilen besonders bedauert. Sie boten auf einer Literaturplattform wie dieser eine gute Möglichkeit zu schreiben, sich quasi auszutoben. Waren ein bisschen ein Selbstläufer.

Nun bin auch ich mal gespannt, ob es weitere Meinungen in diesem Blog gibt. Ich kann nur eines sagen (richtigerweise in die Tastatur klappern...), wir gehören keiner aussterbenden Gattung an.

In diesem Sinne,

MeisterY  

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11.03.2016 um 13:17 Uhr

Tja, ich liebe eher Tastaturen, bei denen man den Anschlag deutlich spürt.

Ein wenig Gegendruck ist mir sehr lieb.

Ansonsten danke ich Dir für Deinen Text.

Ich finde es oft sehr schwer, mal eben schnell eine knappe Email zu schreiben.

SMS schreibe ich nur sehr widerwillig. Das Kürzel "LG" verwende ich nie.

Es hat seinen Preis. Ich kann jeden Tag mit deutlich weniger Menschen kommunizieren.

Oft muss man auf meine Antworten etwas warten.

Alle Arten der Kommunikation haben ihre Vorzüge.

Ich hoffe aber genau wie Du, dass die Liebe zum geschriebenen Wort in unserer Welt weiterleben kann.

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

11.03.2016 um 15:57 Uhr

Meister Y

Daher habe ich auch das Ende der Reizworte hier auf den Schattenzeilen besonders bedauert. Sie boten auf einer Literaturplattform wie dieser eine gute Möglichkeit zu schreiben, sich quasi auszutoben. Waren ein bisschen ein Selbstläufer.

Dem Selbstläufer möchte ich widersprechen. Mindestens eins der Teammitglieder muss alleine schon wegen der Wahrung des Jugendschutzes die Beiträge lesen, erwartet wurde darüber hinaus (und gewiss zu recht), dass sie kommentiert werden. Gleichzeitig wurden die Beiträge - über das eigentliche Ziel der Übung hinaus - zunehmend zu Texten, die (ihrem Umfang und teilweise auch ihrer Qualität nach) eher in den Upload-Bereich der Schattenzeilen gehört hätten.

Schließlich wurde dann schon mit den Hufen gestarrt, wenn es mal nicht weiterging; einen Selbstläufer stelle ich mir weniger arbeitsintensiv vor.

Außerdem bieten wir doch eine Alternative an und empfehlen, aus überall leicht zu findenden Reizwörtern einen Beitrag für den Upload-Bereich zu entwickeln. Es ist also noch ein Schattenplätzchen da, an dem man sich mit Worten austoben und die Ergebnisse mit anderen Liebhabern des geschriebenen Wortes teilen kann.

Wölfin

.

PS: Liebe Devana, Deine Gedanken verdienen einen eigenen Beitrag; der folgt ...

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Nachtasou

Autor. Lektor.

11.03.2016 um 20:53 Uhr

Devana schwärmt vom Vorgang des Schreibens, Meister Y von Büchern. Und alle beklagen Verluste?

Was hat das mit Sprache zu tun?

Ein Mathematiker gerät beim Lesen eines Beweises in Entzückung und hat doch kein einziges Wort vor sich. Keinem von uns gelänge es wahrscheinlich auf einem Schulhof „Alter, was geht?“ im richtigen Kontext zu sagen, ohne sich lächerlich zu machen (falscher Moment, falsche Körpersprache, falsche Betonung). Kaum jemand liest heute Gottsched zum Vergnügen, oder bleibt wach bei 16-seitiger Beschreibung einer Landschaft, die meisten Romane der Literaturgeschichte sind vergessen, alt- und mittelhochdeutsch verstehen nur noch Mediävisten; die Frage, wie viele Engel auf eine Nadelspitze passen ruft nur noch Kopfschütteln hervor; ein Psychoanalytiker deutet eine Aussage manchmal so, dass erst einmal Schweigen folgt; Web2 kopiert sich selbst. Der Setzerberuf ist ausgestorben.

Das sind ein paar Jahrhunderte „Kulturzerfall“ bis heute (oder gestern). Ist es deshalb weniger oder schlechter geworden?

Sprache ist lebendig. Geschriebenes oder Dargestelltes folgt anderen und ebenfalls ständig sich ändernden Regeln. Wenn das Sprechen zwischen zwei Menschen eine Landschaft ist, dann sind geschriebene Texte Bleistiftzeichnung oder Formel.

Kultur schafft sich immer wieder neu, aus sich selbst heraus oder über Durchmischung. Da braucht man nichts beklagen.

Aber immer wieder geschieht das Wunder des Erkennens und Verstehens von Neuem. Und der Drang sich auszudrücken bleibt. Das ist das Nachvollziehbare an Devanas Blogbeitrag.

Devana, die Welt dreht sich schneller als wir es tun (wollen), das ist alles. Und meine Antwort auf Deine Frage ist: Ja. Das ist wie bei den Kartoffeln: eine Mutterkartoffel schrumpelt zusammen, und daraus wachsen wieder neue.

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Söldner

Autor. Lektor.

12.03.2016 um 20:37 Uhr

Nein, Du gehörst keiner aussterbenden Gattung an. Es ist das Bedürfnis nach Harmonie. Wenn ich schreibe streite ich mit mir, nicht mit Anderen.

Gesprochene Worte sind Lebensnotwendigkeit, es geht nicht ohne den Kopf im Wind.

Ich kommuniziere, argumentiere, wehre Dinge ab, versuche mit Worten, das Handeln Anderer in meine Zielrichtung zu drehen. Wenn ich mich dem Leben stelle, muss ich mit Worten, also der zivilisierten Form der Kommunikation, der Auseinandersetzung und Konfliktlösung, das Verfolgen meiner Ziele durchsetzen oder die Durchsetzung zumindest versuchen.

Im Nachgang einer Auseinandersetzung denke ich oft, das hätte ich noch besser machen können, denn vielfach fallen mir die besten Argumente erst nach der Diskussion ein.

Worte sind auch Unterhaltung. Sie sind schnell gesprochen. Ich denke an an den derzeitigen US-Wahlkampf, ich denke an Talk-Shows, in denen bekannte und wichtige Menschen sitzen, die sorgsam nach möglichst konträren Ansichten gewählt und dann in überzeugender Darbietung der eigenen grundlegenden Wahrheit auf die andere, entgegengesetzte Wahrheit losgelassen werden. Im Publikum flammt bisweilen Applaus, am Ende gibt es aber kein Ergebnis, keinen Konsens, vielleicht Annäherung in unwesentlichen Bereichen, um Toleranz zu zeigen. Wer Tiefe und konstruktive Lösungen erwartet wird enttäuscht, denn hier wird bedient. Show bleibt Show, im Bereich der Politik ebenso wie in der Unterhaltung.

Habe ich dagegen das Vergnügen, mich in ein geschriebenes Wort vertiefen zu dürfen, öffnen sich ganz andere Welten. Dann darf ich auf mehr als nur eine schnelle Rhetorik hoffen, ich transformiere mich in einen Text hinein, der durchdacht ist, ich nehme teil an den Gedanken von Menschen, die vielleicht schon etliche Jahre tot sind, sitze mit ihnen am Tisch und erlebe sie lebendig.

Es ist keine Frage moderner Zeiten, ob das geschriebene Wort verdrängt wird, es ist eine Frage der Stärke. Das geschriebene Wort bedarf des Schutzes nicht. Es ist stark genug. Somit gibt es nichts zu beklagen.

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Gelöscht.

14.03.2016 um 09:29 Uhr

Vielleicht stimmt es man man lieber Bilder sieht , als ich in die Schule ging hab ich Bücher regelrecht verschlungen , die Schulbibliothekarin (ihren Namen weiss ich bis heute noch) hat mir sogar ein Buch geschenkt , weil ich so eine fleissige Leserin war und auch die Zeit die man zum abgeben hatte , nicht mal halb brauchte.

Heute schmückt mein Bücherregal ,,Videokasetten und DVD`s ...da hat Sie wohl recht , das man Bilder lieber sieht...

aber testo trotz lese ich eure Geschichten sehr gern , auch wenn meine Kommentare kurz gehalten sind ..mir fehlen manchmal die Worte...*lächelt*

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01.04.2016 um 07:16 Uhr

geändert am 01.04.2016 um 13:03 Uhr

Das geschriebene Wort gehört letztendlich auf Papier, hergestellt aus einem Produkt der Natur: Holz.

Archaisch, denn seit Jahrtausenden arbeiten die Menschen mit diesem Werkstoff. Unsere Ahnen gaben ihre ‘SMS‘ geritzt in Holzstäben weiter. Sie gaben Botschaften oft in Sinnbildern wieder. Heilige Zeichen, deren Entstehung man sich entsprechend erklären mußte. Mysterien, die nur der Kundige verstand.

Die Aneinanderreihung von einfachen, lautwidergebenden Zeichen, lassen erst die für jedermann verständliche Nachricht entstehen. Heute muß man kundig sein, um zwischen den Zeilen zu lesen, wozu der eigene Kopf bemüht werden muß - nein, darf.

Viele der alten Geheimisse sind schon verloren und unsere schnellebige Zeit bringt tagtäglich neuen Verlust. Geist bleibt auf der Strecke. Ob in der Vergangenheit aufgeschrieben oder nicht, es werden immer weniger Menschen, die damit umzugehen verstehen.

Bedienungsanleitungen von Geräten, Montageanleitungen, die nur noch aus Bildern bestehen, damit der Hersteller nichts beschreiben muß. Denn dazu würde es bedürfen, Mitarbeiter zu haben, die das noch beherrschen.

Der Verlust der Handschrift ist allenthalben feststellbar. Ich erkenne es an mir selbst. Das Tastaturgeklimpere des Alltags, egal wo, nimmt uns die einfühlsame Fähigkeit, mit Hand und Schreibwerkzeug die Worte zu Papier zu bringen.

Schreibe ich auf elektronischem Weg, kann ich alles beliebig oft ändern, umstellen, korrigieren. Ein handgeschriebener Text hat eine andere Stellung, wie der gedruckte.

Bei einer Vervielfältigung fällt das selbstverständlich weg, es ist nicht als persönliche Ansprache gedacht, sondern dient der einfacheren Verbreitung, Gutenberg sei Dank.

Es ist vergnüglich, alte Texte zu studieren, als keiner vorgab, was, wie zu sein hat. Bedeutende Menschen in Briefen schrieben, wie ihnen halt der Schnabel gewachsen war. Heute sind wir exakter, müssen es sein, damit es zumindest von der Nordsee bis zum Alpenrand gleich ist. Will man Individualität, bedient man sich heute bei Texten der Mundart. Selbst der bekannte Gallier babbelt schon mal hessisch.

Es gibt Menschen, die haben eine Schreibschwäche, sie sind deswegen keine schlechteren Menschen. Vielleicht können sie anderes dafür besser. Singen vielleicht, wie weiland Reinhard Mey in seinem schönen Tango. Auch diese Menschen geben ihre Gefühle möglicherweise in Schriftform weiter, der Leser muß sie ganz einfach nur zu nehmen wissen.

 

Ich bin mir absolut sicher, das geschriebene Wort wird nicht aussterben!

Ebenso, wie das gedruckte Buch, das ich so liebe, allen elektronischen Medien zum Trotz!

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

01.04.2016 um 16:36 Uhr

Das geschriebene bzw. gelesene Wort geben mir Zeit, weswegen ich es sehr zu schätzen weiß. Anders als in einem Gespräch kann ich die geschriebenen (oder zu schreibenden) Worte abwägen.

Alleine aus diesem Grund gehöre ich entweder mit Dir, liebe Devana, einer aussterbenden Art an, oder hier stirbt nichts aus.

Ich bin von Letzterem überzeugt. Das geschriebene Wort wird konserviert und gleichzeitig in Ausdruck und Form sich den Moden anpassen, und das Tolle daran: Diese Moden können nebeneinander bestehen, die Erstausgabe des Brockhaus und Wikipedia auf dem Smartphone, ohne sich in die Quere zu kommen.

Und wer weiß, vielleicht sind die Smilies und Emoticons, die CUs und seine verwandten Kürzel gar nicht so weit von dem entfernt, worin das geschriebene Wort seinen Ursprung hat, wie der Jäger zu Pferde es beschreibt. Vielleicht gab es einen Buchstaben, der zunächst ein Lächeln ausdrücken sollte, bevor er sich mit anderen zu Worten verband, aus denen sich wiederum aussagekräftige Sätze formen ließen. Sätze, die irgendwann Seiten füllten, aus denen Bücher gebunden wurden.

Und natürlich sind Bücher toll, also die aus Papier zum Anfassen, die man begeistert verleihen oder enttäuscht in die Tonne treten kann. Je oller, je doller, möchte ich anmerken, wenn ich mir ansehe, mit wie viel liebevollem Aufwand sie früher produziert wurden. Diese Bücher sind unabhängig von ihrem Inhalt schon Schätze. Dagegen kann kein elektronisches Buch punkten – oder vielleicht doch, indem es im Regal Platz für die wirklich schönen Ausgaben lässt.

Wölfin

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Gelöscht.

05.04.2016 um 20:36 Uhr

Devana ich kann dich in dieser Aussage nur unterstützen.

Ich nutze auch die ganze Bandbreite von social media, aber das gesprochene und das geschriebene Wort ist durch nichts zu ersetzen.

Und ich hoffe, wir erhalten uns die Freude an Texten und Büchern

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Knurrwolf

Autor.

09.04.2016 um 15:20 Uhr

Was soll man zu diesem Test noch anderes sagen, als das du mir aus der Seele sprichst.

Wir Menschen sind zwar visuelle Kreaturen, aber nichts kann einen Moment so sehr zum Leben erwecken, wie das geschriebene Wort.

Und ich bin der festen Meinung, dass wir trotz aller modernen Medien und Neuerungen wie ebook ect. doch niemals diese simple Fertigkeit verlieren werden.

Nein du gehörst keiner aussterbenden Gattung an, denn dafür gibt es von uns viel zu viele

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