BDSM kann herausfordernd sein. Bottom und Top sind mit eigenen Ansprüchen und den Erwartungen des Gegenübers konfrontiert, stehen immer wieder neuen und manchmal auch wiederkehrenden Herausforderungen gegenüber. Nicht nur während, unmittelbar vor und nach einzelnen Sessions, sondern ebenso abseits, im Umgang miteinander. Ganz abgesehen von den Regeln und Grenzen, die Bottoms Rahmen bilden.
Niemand behauptet, dass alles ganz einfach sei.
Aber für wen ist eine BDSM-Beziehung oder Session herausfordernder? Für Bottom? Oder für Top?
Wie siehst du das?
Für wen ist eine BDSM-Beziehung herausfordernder?
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Eigentlich wäre meine Antwort "das kommt darauf an" ... was fur eine Beziehung man sich anschaut:
Da von Top/bottom gesprochen wird ist es für mich erstmal eine reine SM-Beziehung ohne Machtgefälle. Hier sehe ich die Herausforderungen eher beim Top, da er (oder sie) erstmal das Handwerkszeug erlernen muß und dannin der Session mit geschärften Sinnen auf den bottom achten muß. Wie ein Kollege aus dem M/s-Bereich es neulich formulierte: "eine Session ist eine Belohnung für die sub, ansonsten ist es Arbeit."
Wenn man es auf M/s Beziehungen ausdehnt, ist es für den Dom am Anfang sogar noch eine gesteigerte Herausforderung, weil er rund um die Uhr ein Auge auf die sklavin haben muß und sich Trainingstechniken und Methoden für seine Untergebene überlegen und vorbereiten muß. Auf der submissiven Seite ist die Herausforderung das umgewöhnen vom "Mainstream"-Leben und dessen Wertevorstellungen auf den M/s- Lebensstil und dessen Regeln und Wertevorstellungen. Das ist nicht für jede(n) etwas.
Wenn dann die Sklavenausbildung abgeschlossen ist (sich also beide aneinander gewöhnt und eingespielt haben) wird es deutlich einfacher. Beim Dom bleibt aber die Verantwortung (und damit die Herausforderung) für die Gestaltung der B eziehung.
Bei den heutigen Wald- und Wiesen "D/s"-Beziehungen sehe ich oft nicht viel Unterschied zu normalen Vanilla-Beziehungen. Entsprechend sehe ich da auch nur die einfachen Herausforderungen einer Beziehung, die sich beide Seiten (hoffentlich) teilen.
Auch ich habe Antwort zwei gewählt. Mir ging es ähnlich wie Ambiente, Tek Wolf hat es auf den Punkt gebracht. Klar steht auch der submissive Teil vor Herausforderungen, Führung, Verantwortung, das richtige Maß finden ist und bleibt aber dem dominanten Part vorbehalten. Gleichberechtigung und Einvernehmlichkeit stehen dem nicht konträr gegenüber, im Gegenteil.
Besonders beeindruckt hat mich bei Tek Wolf dieser Satz:
Und manchmal, ganz selten, aber manchmal, frage ich mich, wie es sein mag, bespaßt, umworben und angeleitet zu werden.
Genau der sagt nämlich auch etwas darüber, wer vor der größeren Herausforderung steht.
Natürlich hat auch ein Bottom seine Hürden. Wie viel Wünsche darf er äußern ohne seine devote Rolle zu verlassen? Über was darf er/sie sprechen, was will der Top überhaupt davon hören? Wie viel Meinung passt zu meiner Definition von Bottom und wie lässt sich eine Beziehung führen, wenn man in einem Machtgefälle lebt. (Ohne eine toxische Beziehung zu führen?)
Aber dennoch finde ich, dass der Top hier mehr auszubalancieren hat. Dabei sind es ähnliche Fragen. Wie passt Liebevolles in die Strenge? Wie viel Nähe will/braucht mein Bottom? Wann sind meine Launen erwünscht und wann zu viel? Egal ob außerhalb oder innerhalb der Session, der Top muss immer zu einem Teil neben dem ganzen stehen und auf die Balance achten. Was fühlt mein Bottom, in welche emotionale Richtung geht er/sie? Habe ich schon Grenzen erreicht oder geht noch mehr, ja ist noch mehr sogar nötig? Der Top, zumindest wenn er/sie verantwortungsvoll und mitfühlend ist, kann nie ganz abschalten, sich nie völlig hingeben. Zudem gestaltet er überwiegend die Erfahrungen, die Aktivitäten, die Beziehung. Er ist der Macher, der Entscheider, der Planer. Der Bottom der Empfangende, der Folgende, das Ziel. Ich weiß, jetzt kräuseln sich einige Nasen und das Wort Gleichberechtigung wird in Sätze eingepasst, aber meiner Erfahrung nach ist es in der Praxis einfach so. Versteht mich richtig, ich mag es, bin gern der Planer/Macher/Entscheider. Aber das erfordert einen großen Vorrat an Energie, Empatie und Aufmerksamkeit. Es ist jede Minute eine Herausforderung. Und manchmal, ganz selten, aber manchmal, frage ich mich, wie es sein mag, bespaßt, umworben und angeleitet zu werden. Sich fallen lassen. Wer mag mich dafür verurteilen?
Es ist eigentlich ganz leicht - es ist für beide Seiten gleich viel herausfordernd, da es sich um eine Beziehung zwischen Menschen handelt.
Beide Seiten haben bestimmte Voraussetzungen, persönliche Empfindungen und eine eigene Meinung.
Gerade zu Beginn, muss man sich einspielen. Eigene Grenzen an den Vorstellungen und Wünschen des anderen, werden sichtbar - egal ob bei Sub oder Top.
Es ist immer etwas anderes was die Phantasie in einem sagt und was in der Realität passiert. Das ist für beide sehr herausfordernd. In der Phantasie ist alles erlaubt und das ist die Herausforderung da es real schnell zu Konflikten führen kann. Daher ist reden sehr wichtig aber auch die Menschlichkeit und der Respekt.
Denn auch oder gerade der devote Mensch hat Respekt verdient sich so der dominanten Person hinzugeben, auszuliefern.
Ich glaube auch das die Herausforderungen unterschiedlich sind bei Dom und Sub.
Ist es für Dom herausfordernd die Grenzen zu spüren, Sub in seiner devotionen abzuholen, Sub lesen zu können, eigene Tabus zu brennen und einzuhalten - so ist es für Sub eine Herausforderung dem Dom seine Grenzen zu benennen ohne sich von Kopfkino verleiten zu lassen, den richtigen Dom kennenzulernen aber auch zu Vertrauen.
Daher habe ich mich für die erste Antwort entschieden.
Die Herausforderungen sind zwar unterschiedlich aber in der Art und Weise doch gleich. Vor allem aber in der Verantwortung gleich, da es um Menschen geht.
Da es für uns ohne wenn und aber auf ein Zusammenspiel ankommt, haben beide ihre spezifischen Herausforderungen, die im entsprechenden Podcast auf den Punkt gebracht wurden und, wie ebenfalls dort erörtert, durch Kommunikation begleitet werden müssen.
Meine spezielle Herausforderung besteht wohl darin, ihre körperlichen Grenzen besser zu antizipieren und ihre darin, ihre körperlichen Grenzen nicht als unverrückbar zu betrachten. Wir arbeiten daran, mit viel Kommunikation, Verständnis und Liebe; auch wenn das für den ein oder anderen vielleicht zu weichgespült klingt
02.08.2026 um 17:42 Uhr
Eigentlich wäre meine Antwort "das kommt darauf an" ... was fur eine Beziehung man sich anschaut:
Da von Top/bottom gesprochen wird ist es für mich erstmal eine reine SM-Beziehung ohne Machtgefälle. Hier sehe ich die Herausforderungen eher beim Top, da er (oder sie) erstmal das Handwerkszeug erlernen muß und dannin der Session mit geschärften Sinnen auf den bottom achten muß. Wie ein Kollege aus dem M/s-Bereich es neulich formulierte: "eine Session ist eine Belohnung für die sub, ansonsten ist es Arbeit."
Wenn man es auf M/s Beziehungen ausdehnt, ist es für den Dom am Anfang sogar noch eine gesteigerte Herausforderung, weil er rund um die Uhr ein Auge auf die sklavin haben muß und sich Trainingstechniken und Methoden für seine Untergebene überlegen und vorbereiten muß. Auf der submissiven Seite ist die Herausforderung das umgewöhnen vom "Mainstream"-Leben und dessen Wertevorstellungen auf den M/s- Lebensstil und dessen Regeln und Wertevorstellungen. Das ist nicht für jede(n) etwas.
Wenn dann die Sklavenausbildung abgeschlossen ist (sich also beide aneinander gewöhnt und eingespielt haben) wird es deutlich einfacher. Beim Dom bleibt aber die Verantwortung (und damit die Herausforderung) für die Gestaltung der B eziehung.
Bei den heutigen Wald- und Wiesen "D/s"-Beziehungen sehe ich oft nicht viel Unterschied zu normalen Vanilla-Beziehungen. Entsprechend sehe ich da auch nur die einfachen Herausforderungen einer Beziehung, die sich beide Seiten (hoffentlich) teilen.