Hallo allerseits,
sehr interessant wie unterschiedlich die zwei Begriffe ausgelegt werden, aber sich dann auch wieder Parallelen finden 
Es scheint eher eine Auslegungssache zu sein.
Ich persönlich konnte vor der Podcastfolge eher weniger mit dem Begriff „ devot“ anfangen, wahrscheinlich weil ich mich selbst nicht als durchgehend devote Person betrachte, im „ normalen“ Leben abseits des BDSM hatte ich lange Schwierigkeiten mich anderen „ unterzuordnen“ vor allem wenn ich keine Legitimation dazu gesehen habe bzw. diese Personen nicht als zu respektierende Vorbilder angesehen habe. ( siehe Schule aber dann auch erste, in meinen Augen „ schlechte Chef*innen). Glücklicherweise habe ich heutzutage im beruflichen Kontext eher mit Menschen zu tun, die sich bemühen gut zu führen und damit komme ich dann auch dementsprechend gut zurecht 😊🙃
Für mich war es dann hier völlig in Ordnung das andere sich so bezeichnen, ich habe lieber den Begriff „ submissiv“ verwendet, der hat mir besser gefallen, (auch dieser Begriff ist ja relativ neu für mich, da ich erst vor etwas über einem Jahr entdeckt habe, zumindest vollkommen bewusst, dass ich submissiv bin), dass kam wohl auch durch meine Vorprägung durch die alltagssprachliche Verwendung des Begriffes „ devot“.
Ich kannte den Begriff früher eher aus dem alltagssprachlichen Kontext, und da wird der Begriff nach meinem Empfinden oft eher abwertend verwendet für jemanden der sich unterwürfig und „ kriecherisch“ verhält ( aus welchen Gründen auch immer) verwendet.
Ich bin definitiv nicht von Grund auf „ devot“, ich persönlich glaube auch nicht das das eine angeborene Charaktereigenschaft ist. Wie wir uns innerhalb sozialer Beziehungen, Gruppen und Gesellschaften verhalten hängt denke ich zwar auch mit Charaktereigenschaften bzw. mit individuellen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen zusammen, aber auch viel mit Sozialisation, und dann natürlich mit der Verteilung von „ Macht“, Prestige, Status usw., anders ausgedrückt können devote Verhaltensmuster als gewisse “Überlebens- und Anpassungsstrategien” gesehen werden, die erlernt wurden, weil Anpassung und Unterordnung Sicherheit bedeutete, oder eben umgekehrt ( hab hier meine Meinung aus meinem vorhandenen Wissen aus Psychologie und Soziologie formuliert, ohne Anspruch auf Korrektheit oder Vollständigkeit. Ähnliches haben ja einige vorher auch geschrieben. Falls jemand hier interessante Quellen oder wissenschaftliche Studien kennt würde ich mich auch über Hinweise freuen).
Nun habe ich auch durch KI Abfrage die Erklärung gefunden, dass beide Begriffe im Grunde ein und das Selbe bezeichnen, submissiv(e) aber aus dem englischen kommt. Oftmals wird aber “devot” wohl eher als Eigenschaft betrachtet und “ submissiv” eher dem
Verhalten einer Person gegenüber zugeordnet.
Bei mir beschränkt sich das „devot oder submissiv sein“ auf meine Beziehung, und hier auch über das rein sexuelle hinaus, da unsere D/S Dynamik auch über die Sessions hinausgeht und in den Alltag mit hineinspielt.
Für mich persönlich kann ich mir schon vorstellen, dass mein „submissiv sein“ eine Art Kompensation und Entlastung für mich bedeutet , weil ich hier die Kontrolle abgeben und mich fallen lassen kann. Aber ich habe auch das Gefühl das da so eine Art Urinstinkt mitschwingt. Wie auch immer, es ist ein spannendes Thema.
Ich glaube auch, dass sich hinzugeben (im
BDSM Kontext ?) mit Stärke zu tun hat, ich fühle mich seitdem ich dies ganz bewusst tue nicht „schwach“, es fühlt sich frei gewählt und selbst bestimmt an, ich „ schenke” mich und gebe mich hin, bekomme aber auch genauso viel (es) zurück.
Schöne Grüße, Rote Blume

22.06.2026 um 15:28 Uhr
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